Wenn man von Windows 7 Deployment spricht, denkt man meist an Rollouts für physisch vorliegende Arbeitsplätze, die durch die Bereitstellung von Images schnell und großflächig umgesetzt werden können. Leicht übersehen werden dabei die Möglichkeiten, die im Zusammenspiel von Windows 7, Windows Server und System Center und im Rahmen einer virtuellen Desktop-Infrastruktur (VDI) hinzukommen.
Für welche Option man sich entscheidet, ist meist eine Frage der Management-Strategie. Denn in vielen Fällen macht es aus Kosten-, Sicherheits- oder Compliance-Überlegungen durchaus Sinn, nur das Basis-Image flächendeckend auszurollen und den Rest – wie zum Beispiel eine Anwendung, die ich nicht physikalisch auf 20 oder 200 Endgeräten verteilen will – zentral und nur einmal zur Verfügung zu stellen.
Wie Sie den Mix anlegen, bleibt Ihnen entlassen, weil Sie durch den Einsatz von Microsoft System Center die Bereitstellung von Betriebssystemen und Anwendungen, sowie die Aktualisierung von Software- und Hardware auf physischen UND virtuellen Desktop-Plattformen auf einer einheitlichen Oberfläche nahtlos orchestrieren und verwalten können.
Dass man diesen Mix so gestalten kann, wie es der Situation im Unternehmen entspricht, wird immer mehr zum Hauptargument für eine Virtual-Desktop-Infrastructure (VDI). Denn das bringt jene Wendigkeit und Flexibilität, die man heute in hochdynamischen Märkten braucht.
Was bedeutet Virtualisierung am Front-End
Früher waren Dinge wie Hardware, Betriebssystem, Anwendungen, Speicher und Datenbanken erstens statisch und zweitens eng miteinander verbunden. Die Voraussetzung von Virtualisierung ist, dass diese Dinge erstens isoliert und damit zweitens unabhängig voneinander (das heißt: modular) verfügbar und kombinierbar sind.
Wir halten fest: Klassische Anwendungsbereitstellung bedeutet Installation. Und Installation ist nur ein anderes Wort für Verflechtung. Mit allen "möglichen und unerwünschten Nebenwirkungen". Virtualisiert bereitgestellte Anwendungen werden nicht mehr installiert, sondern lose bzw. isoliert als Files angeboten.
Diese Isolierung gelingt auf unterschiedlichen Niveaus: Als Desktop-Virtualisierung – indem man die Software von der Hardware trennt – oder als Applikations-Virtualisierung – indem man das Betriebssystem von den Anwendungen trennt. Damit kann man im Falle eines Problems die ganze Arbeitsumgebung mit einem Klick auf eine andere Maschine verlagern kann, während man die Hardware darunter austauscht.
Womit wir eigentlich schon bei den Vorteilen wären.
Die Vorteile der virtualisierten Bereitstellung von Arbeitsplätzen
Stichwort Compliance & Enterprise 2.0: Ein virtualisierter Desktop erleichtert es, die Einhaltung von Richtlinien zu garantieren. Auf der anderen bedeutet eine solche Maßnahme, die auf den ersten Blick eine Einschränkung ist, dass am Front-End eine größere Vielfalt an Endgeräten und Arbeitsweisen zugelassen werden kann. Möglich wird dies dadurch, dass jede App in ihrer eigenen kleinen Welt (Sandbox!) eingekapselt wird und damit nicht mehr mit der Umgebung in Konflikt geraten kann. Das gleiche Prinzip ist dafür verantwortlich, dass Sie gegebenenfalls auf ein und demselben Rechner zwei ganz verschiedene Sicherheitsniveaus nebeneinander einhalten können – je nachdem, ob sie privat surfen oder ihn beruflich nutzen.
Stichwort Kosten: Ein virtualisierter Desktop bedeutet auch, dass ich bei der Hardware sparen kann, weil ich am Front-End weniger Leistung benötige, um die gleiche Performance zu erzielen. Und er ermöglicht auch die Integration unterschiedlichster mobiler Devices – wie Slates oder Tablet PCs –, die nicht zwangsläufig ein vollwertiges Betriebssystem mitbringen.
Stichwort Sicherheit: Bleiben wir bei den mobilen Devices. Stellen Sie sich vor, Sie vergessen Ihr Notebook in einem Taxi auf dem Weg zum Flughafen. Die Präsentation beim Kunden können Sie dank Desktop-Virtualisierung trotzdem halten, weil Sie Ihren Desktop sehr schnell auf jedem x-beliebigen Notebook mit dem passenden Betriebssystem wiederherstellen können. Dass das nicht nur arbeitstechnisch, sondern auch sicherheitstechnisch relevant ist, versteht sich eigentlich von selbst.
Mit Hilfe der gleichen Virtualisierungs-Technologie kann man damit übrigens auch erreichen, dass sich Zweigstellen in punkto Verfügbarkeit (Datensicherheit und Backup) und SLAs auf dem gleichen Niveau bewegen wie die Zentralen. Und das mit schlanken Infrastrukturen, die ausgelastet sind und ohne Overheads auskommen. Das ist gerade in wirtschaftlich angespannten Zeiten, in denen auch Verfügbarkeit einen Preis hat, ein heikles Thema.
Stichwort Interoperabilität: Stellen Sie sich vor, eine Versicherung XY hat eine Anwendung in Betrieb, die sich alleine nicht virtualisieren lässt und deshalb den ganzen Desktop als virtuelle Instanz zur Verfügung stellt. Oder das Thema Rückwärtskompatibilität oder das Zur-Verfügung-Stellen von kritischen Anwendungen, ohne dass die Daten das Unternehmen verlassen. Man sieht an diesen Beispielen, wie sehr Desktop- und Server-Virtualisierung zusammenhängen, man sieht aber auch wie sehr sich auf diesem Gebiet Sicherheitsthemen, Compliance-Themen und Verfügbarkeitsthemen die Hand geben.
Virtualisierung & die Cloud
Unterm Strich ist Virtualisierung der entscheidende Schritt für den flexiblen Umgang mit IT-Ressourcen und das Fundament der Cloud-Technologie. Weil Virtualisierung die Art und Weise verändert, wie IT-Services und -Ressourcen bereitgestellt und skaliert werden können.
Das ist die neue Freiheit, für die Cloud Computing steht. Egal, ob Sie Rechnerleistung brauchen oder Speicherplatz oder ein Funktionsbündel, das früher Anwendung hieß – alles wird vor diesem Hintergrund zur Utility, die man nutzen kann. Am Ende stehen im Unternehmen Private oder Public Cloud-Infrastrukturen, die IT-Funktionen und -Ressourcen in Form von Self-Service-Portalen individuell und rollenbasiert zur Verfügung stellen. All das wird bereitgestellt und gemanaged mit neuesten Werkzeugen in bekanntem Look&Feel – System Center und Windows Server.
Ein Beispiel, das zeigt, wie sehr Tech-Themen und Business-Perspektiven heutzutage miteinander verwoben sind.