Aus einer im Jahresabstand durchgeführten IFES-Studie geht hervor, dass 30 Prozent der heimischen KMU einen Bedarf nach weiteren Informationen sehen - um sieben Prozent mehr als im Vorjahr. Nur 16 Prozent aller KMU haben bereits mit konkreten Vorbereitungen auf Basel II begonnen.
"Nicht betroffen"
Warum dem so ist, beantworten die Studienergebnisse gleich selbst: 41 Prozent der befragten Unternehmerinnen und Unternehmer gehen davon aus, von den Basel II-Regelungen "nicht betroffen" zu sein - ein riskanter Trugschluss, wie manche Experten meinen.
Denn die Banken haben mit der strengeren Selektion ihrer Kreditkunden schon jetzt begonnen. Zum Teil ist das so genannte "interne Rating", das bei den KMU zum Zug kommt, schon voll ausgereift. Bei diesem Ratingverfahren spielen sowohl Bilanzkennzahlen wie die Eigenkapitalquote, als auch die Marktposition, die Unternehmensstrategie, Rechnungswesen, dasZahlungsverhalten der Kunden und Managementkompetenz eine Rolle.
Kapital und Sicherheiten aufbauen
Vor allem kommt es aber darauf an, sich mit einer möglichst attraktiven Kapitalbasis schmücken zu können. Die nachhaltige Stabilisierung ihrer Kapitalstruktur - fast immer gleichbedeutend mit dem Aufbau einer robusten Eigenmittelbasis und den entsprechenden Basel II-anerkannten Sicherheiten - wird deshalb zur langfristigen Aufgabe für alle KMU. Also auch für jene, die derzeit (noch) nicht an die Aufnahme zusätzlichen Fremdkapitals denken.
Durchblick verschaffen
Neben der Sanierung der Kapitalstruktur ist die Aufbereitung der internen Information die zweite "Baustelle", auf der es bei zahlreichen KMU noch Einiges zu tun geben wird. Denn jene Betriebe, die aufgrund einer mangelhaften Buchhaltung gar keinen Durchblick haben, wie es sich mit ihren Schulden und Vermögensbeständen wirklich verhält, werden gar nicht erst zum detaillierteren Rating vordringen.
Zunehmend wichtiger wird aber auch der persönliche Kontakt mit der Hausbank. Wer es schafft, sich durch regelmäßigen Kontakt mit der Bank und durch die Kommunikation der Strategien und Pläne Vertrauen zu schaffen, dürfte es auch in puncto Bonitätseinstufung leichter haben.
Basel II-Berater helfen
Die Wirtschaftskammer Österreich (WKO) vermittelt spezielle Basel II-Berater, die KMU auf die geänderten Bedingungen vorbereiten sollen. Sie nehmen darauf Bedacht, dass die Betriebe nicht nur kosmetische, sondern nachhaltige Maßnahmen zur Basel II-Fitness ergreifen. (mas)
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