Warten auf den Engel

Heimische KMU haben noch wenig Erfahrung im Umgang mit Business Angels - angesichts der geringen Zahl kaum verwunderlich

Eine Neugründung in Österreich schafft laut Angaben der Jungen Wirtschaft im Schnitt drei Arbeitsplätze im Unternehmen selbst und 3,8 weitere Arbeitsplätze durch Folgeeffekte. Eine höhere Gründerquote könnte somit dazu beitragen, die Beschäftigung langfristig zu erhöhen. Dennoch wagen viele potenzielle Jungunternehmer den Schritt in die Selbstständigkeit nicht, weil das entsprechende Kapital fehlt.

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Geld und Wissen

Eine Variante zur Gründungsfinanzierung, aber auch zur Übernahmeförderung sind die Business Angels. Dabei handelt es sich um Unternehmensprofis, die eigene Geldmittel, aber auch jahrelang erworbenes Know-how in ein Unternehmen einbringen und im Gegenzug Geschäftsanteile erwerben.

Wie alle Investoren, die sich auf Gründungsfinanzierung spezialisiert haben, gehen die Business Angels bei der Auswahl ihrer Projekte sehr gewissenhaft vor. Wie eine Studie der Universität Kiel gezeigt hat, legen insbesondere Business Angels mit langer Investitionserfahrung hohen Wert auf Gespräche mit dem Management selbst, Kennern der jeweiligen Branche und potenziellen Kunden. Auch Ko-Finanzierungen mit anderen Business Angels oder Venture Capital-Gebern sind ein oft angewandtes Mittel, um Investitionsrisiken zu begrenzen.

Präventiv vorgehen

Jüngere, unerfahrenere Business Angels greifen dagegen eher zu Absicherungen, die ihnen mehr Kontrolle über das Unternehmen geben. Häufig werden Etappenziele vereinbart, die das Unternehmen nicht verfehlen sollte, wenn es alle Zuschussraten in Anspruch nehmen möchte. Eine verbreitete Präventivstrategie, um Verlustrisiken zu begrenzen, ist auch die Hilfe beim Aufbau von Netzwerken: Der Business Angel stellt seinem Investitionsobjekt ausgewählte Kontakte zur Verfügung, um dieses auf robustere Beine zu stellen.

Schätzungen zufolge gibt es in Österreich etwa 2.500 solcher Business Angels, die beispielsweise über die Börse für Business Angels der Innovationsagentur (einer Gesellschaft des Wirtschaftsministeriums) mit potenziellen Investitionsobjekten in Kontakt kommen. (mas)

© derStandard.at 2005


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