KMU Live: Windows Vista und Microsoft Office 2007 im Praxistest

Windows Vista und Microsoft Office 2007 werden auf Herz und Nieren getestet – von der Wiener Trainings- und Consultingfirma GfP

KMU-Reality-Report, Folge 2, 10. August 2006: Intuitive Bedienung, Hardware-Voraussetzungen und Installation von Windows Vista und Microsoft Office 2007

Experten im Gespräch: „Rasche und sehr einfache Installation“

Startschuss – bei den Wiener Personalberatungs- und Trainingsunternehmen GfP und HeptaCon laufen seit Ende Juli 2006 sechs Rechner im Testbetrieb mit Windows Vista und Microsoft Office 2007. Geschäftsführer Mag. Bernhard Stieger berichtet aus Anwendersicht. Michael Seidl betreut mit seiner EDV-Firma Casariso die beiden Schwesterfirmen in allen IT-Fragen. Georg Binder kennt als Promotor die installierten Microsoft-Produkte bis ins Detail. Zeit für ein „Duell“ der Meinungen…

Wie sind die ersten Eindrücke von Ihrer Arbeit mit Windows Vista und Microsoft Office 2007?

Stieger: Übersichtlich, aufgeräumt, schönes Design. Überrascht war ich, dass Windows Vista bei der ersten Sitzung automatisch die Aktivierung von Firewall und Spywareschutz anbietet. Sehr praktisch finde ich die Desktop-Suche: ein Suchfenster, das immer offen ist und mir auf die Eingabe von Schlagworten hin gesuchte Dokumente liefert, sogar aus E-Mails heraus. Auch die Möglichkeit, per Vorschau durch die Ordner zu scrollen, ist komfortabel.

Seidl: Es ist alles schön bunt. Gewöhnungsbedürftig dürfte aber sein, dass die Menüleisten nicht permanent angezeigt werden, sondern nur bei Bedarf. Dadurch hat man aber andererseits eine größere Arbeitsfläche.

Binder: Neben der beeindruckenden Aero-Oberfläche ist für Business Kunden das neue Benutzerinterface in Office sicherlich ein großer Gewinn. Die neue Oberfläche ermöglicht viel mehr Potential aus den Office Programmen zu realisieren um schnellere und bessere Ergebnisse zu erarbeiten.

Stieger: Was unseren Mitarbeitern gut gefallen dürfte, sind die Möglichkeiten zur Gestaltung des eigenen Desktops. Man kann ein Feld für News-Feeds einrichten, Bilder im Hintergrund durchlaufen lassen, eine kleine Uhr auf der Seite platzieren und ähnliches.

Gab es auch Probleme bei der Anwendung?

Stieger: Im Stand-by-Modus ist mein Laptop öfter abgestürzt, so dass ich neu hochfahren musste. Dieser Konfigurationsfehler wurde aber schon behoben.

Wie haben die Mitarbeiter reagiert?

Stieger: In der Kommunikation mit den Benutzern, also den Mitarbeitern, sollte man die „umfangreichen neuen Features“ nicht überbetonen. Ich selbst bin technologiebegeistert. Unsere Mitarbeiter hingegen waren eher zurückhaltend, als sie von den vielen neuen Funktionen gehört haben, weil das Einarbeiten zusätzlichen Aufwand bedeutet. Eine praktische Demonstration der einfachen Bedienbarkeit konnte unser Testteam dann aber positiv stimmen.

Muss es eine Einschulung geben oder ist intuitive Bedienung möglich?

Binder: Die Mitarbeiter können mit ihren gewohnten Funktionen weiter arbeiten wie bisher. Um aber auch die neuen Möglichkeiten ausschöpfen zu können, wäre eine Schulung sinnvoll. Aus Zeitgründen wollten die GfP-Mitarbeiter dies zuerst nicht. Als sie aber nach der kurzen Demonstration sehen konnten, welche Vorteile Windows Vista und Microsoft Office 2007 in der Praxis bringt, wurde doch eine Schulung gewünscht.

Stieger: Ja, wir stehen momentan unter Zeitdruck. Trotzdem erscheint mir eine Schulung für die neuen Funktionen sinnvoll, weil wir davon in der täglichen Arbeit profitieren können. Vor allem den Business Contact Manager, ein kleines CRM-System im neuen Outlook, werden wir genau unter die Lupe nehmen. Das Tool könnte uns die Marketingarbeit um einiges erleichtern.

Seidl: Bernhard Stieger hat sich in der neuen Umgebung sofort zu recht gefunden und konnte intuitiv losarbeiten. Aus meiner Erfahrung als IT-Betreuer weiß ich aber, dass viele Benutzer irritiert sind, wenn ein Button anders ausschaut oder zum Beispiel das Start-Menü drei statt wie bisher zwei Spalten aufweist. Hier sehe ich sehr wohl auch für Basisfunktionen einen Einschulungsbedarf – wenn auch nicht so umfangreich.

Welche Geräte-Typen wurden für den Testbetrieb ausgewählt?

Binder: Eine breite Palette an Hardware – sehr interessant für die Testphase: ein Tablet PC sowie ein Notebook für die Geschäftsführung, vier Arbeitsplatz-PCs für das Büro und ein Media-PC. Dafür kam die Ultimate Edition von Windows Vista zum Einsatz, die die speziellen Media-Funktionen unterstützt.

Stieger: Seit der Installation arbeite ich mit Windows Vista und Office 2007, um die Programme „live“ zu testen. Allerdings wurden die beiden Programme nicht auf meinem eigenen Laptop installiert, sondern auf einem Leihgerät. So kann ich bei technischen Problemen sofort umsteigen.

Seidl: Bei den PCs haben wir dasselbe Konzept angewendet. Die Firma Casariso hat vier Leihgeräte zur Verfügung gestellt, die nun direkt neben den bisherigen Maschinen stehen. Gearbeitet wird aber nur mit den neuen Rechnern.

Muss die Hardware für die Premium-Version von Windows Vista aufgerüstet werden? Voraussetzungen sind: 1-GH-Prozessor und 1 GB Arbeitsspeicher.

Stieger: Unsere eigene Hardware erreicht die Anforderungen für die 3-D-fähige Aero-Oberfläche von Windows Vista nicht. Die meisten unserer Geräte verfügen nur über 512 MH Arbeitsspeicher, was nur für die „normale“ Capable-Darstellung reicht. Unsere Testgeräte hingegen verfügen über 1-GB-Speicher und 1-GH-Prozessoren.

Binder: Bei einem Test-PC gibt es allerdings eine Ausnahme: dieser hat 512 MB Arbeitsspeicher und eine Grafikkarte mit shared memory, die allein schon 64 MB vereinnahmt. Und sogar hier funktioniert Windows Vista ausgezeichnet, allerdings nicht mit der Aero-Oberfläche – und etwas langsamer als die anderen Geräte.

Seidl: Trotzdem, wenn GfP und HeptaCon nach der Testphase ganz auf Windows Vista und Microsoft Office 2007 umsteigen wollen, müsste man das gleich mit einer Hardware-Erneuerung kombinieren. Selbst 1 GB Arbeitsspeicher ist noch zu wenig, wenn man mehrere komplexe Anwendungen wie Adobe Photoshop gleichzeitig verwendet – die Vista-Effekte „fressen“ Ressourcen.

Binder: Die neueren Computer weisen eine mehr als ausreichende Performance auf. Bei meinem Laptop mit 2 GB Arbeitspeicher gibt es überhaupt keine Engpässe. Und auch bei diesem schwächeren Testgerät hat sich klar gezeigt: Sogar ohne passende Grafikkarte genießt man die Vista-Benefits.

Gab es bei der Installation Herausforderungen?

Seidl: Die Installation per CD war überraschend schnell und reibungslos. So einfach hatte ich mir das nicht vorgestellt. Wir haben nicht einmal eine Stunde pro Gerät gebraucht – schneller als bei Windows XP. Insgesamt macht Windows Vista einen stabilen und sauber programmierten Eindruck.

Binder: Eine vermeintliche Hürde stellte der HP Tablet PC dar, da dieser als mobiles Subnotebook kein internes DVD-Laufwerk hatte und uns auch kein externes zur Verfügung stand. Daher sind wir einen anderen Weg gegangen, der mit Windows Vista erstmals möglich ist: Wir haben direkt in Windows XP auf dem Tablet PC gebootet und dann die Installation von einer USB-Festplatte gestartet – ohne extra Bootmedium. Direkt auf dieselbe Partition wo gerade noch XP gestartet wurde.

Stieger: Probleme gab es nur bei einigen Treibern. Windows Vista konnte nicht alle erkennen, was bei einer Beta-Version aber vorkommen kann. Die Endversion wird diesbezüglich ja noch erweitert werden. So mussten wir für einige Anwendungen auf dem Media-PC und dem Tablett-PC neue Treiber suchen.

Haben Sie einen Technik-Tipp für die Installation?

Binder: Mit Windows Vista können auch KMU ab 10 Rechnern effizient mit Imaging arbeiten, anstatt alle Endgeräte manuell zu installieren. Mit Windows Vista kann ein hardwareunabhängiges Image oder Abbild eines Muster-Clients erstellt werden. Darin sind sämtliche Microsoft-Office-Einstellungen, Virenscanner, Grafikprogramme und Treiber enthalten. Früher hat die Änderung eines Images Stunden gedauert hat, weil es erst herunter geladen, bearbeitet und neu hinaufgespielt werden musste. Unter Windows Vista kann man ein Image in wenigen Minuten ändern. Für eine Zero-Touch-Installation mit automatischem Booten vom Netzwerk braucht man aber technisches Know-how. Für KMU empfiehlt sich daher die Light-Touch-Installation: Dabei wird auf dem Endgerät eine CD mit WinPE (Windows Preboot Enviroment) eingelegt, einem Mini-Betriebssystem das den Befehl zum Starten gibt. Daraufhin wird die Installation des Images über das Netzwerk automatisch ausgeführt. Der Vorteil: Man hat auch gleich einen einheitlichen Software-Standard für alle Endgeräte, der die Wartung und Aktualisierung erleichtert.

Vielen Dank für das Gespräch!

trans
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KMU Reality Report

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