Die aktuelle IDC-Pirateriestatistik weist Österreich erstmals als Land mit der niedrigsten Software-Piraterierate in ganz Europa aus. Doch die Freude ist getrübt: Denn in Österreich waren 2004 immer noch 25 Prozent aller Software-Produkte Raubkopien. Bitter ist auch der Anstieg des Schadens, der der Softwareindustrie und damit auch zahlreichen heimischen Betrieben daraus erwächst: Denn dieser stieg gegenüber dem Vorjahr um 103 Millionen Euro an.
Österreich steht mit einer Software-Piraterierate von 25% im Vergleich zu den anderen europäischen Ländern quasi als Musterschüler dar. Denn EU-weit beträgt der Anteil unlizenzierter Software 35 Prozent. Auch die direkten Nachbarländer Österreichs haben eine deutlich höhere Raubkopierate, wie zum Beispiel die Schweiz (28%), Deutschland (29%), Ungarn (44%), die Slowakei (48%), Italien (50%) oder Slowenien (51%). Die aktuelle BSA-IDC-Pirateriestatistik ist dennoch kein wirklicher Grund zur Freude. Denn nach wie vor ist ein Viertel der in Österreich eingesetzten Software illegal. Damit entsteht zurzeit in Österreich ein Schaden von 103 Millionen Euro durch raubkopierte Software. Diese Zahl bezieht sich allerdings nur auf den entgangenen Umsatz in der Software-Branche. Denn auf Grund der immer noch hohen Rate an Software-Piraterie entsteht auch ein beträchtlicher Schaden für den Wirtschaftsstandort Österreich und den heimischen Arbeitsmarkt.
Weitere Senkung der Piraterierate würde tausende heimische Jobs schaffen
Die Senkung der Software-Piraterie muss als gesamtwirtschaftlich wichtige Aufgabe angesehen werden. Durch eine weitere Verringerung der illegalen Software in Österreich könnten in den nächsten Jahren tausende zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen und deutlich höhere Steuereinnahmen für das Land generiert werden."
Davon ist man allerdings – trotz verringerter Software-Piraterierate – noch weit entfernt. Denn die Summe der Schäden, die durch Raubkopien entstehen, ist in Österreich weiter gestiegen und liegt nun bei 103 Millionen Euro jährlich. EU-weit beträgt der Umsatzausfall 12,151 Mrd. US-Dollar (USD) – das ist im weltweiten Regionenvergleich der höchste Wert.
Schadensfälle bei Unternehmen durch Raubkopien gehen in die Millionenhöhe
Neben den gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen durch Raubkopien weist die BSA auch auf die Schäden hin, die tagtäglich durch den Einsatz von illegaler Software gerade in Unternehmen entstehen. Bei Raubkopien sind Probleme mit Viren, Treibern und Rechnerabstürzen geradezu vorprogrammiert. Chancen auf Updates, Support oder Garantieleistungen gibt es auch keine. Ganz abgesehen von den rechtlichen Konsequenzen, den der Einsatz von illegaler Software mit sich bringen kann.
Laut einer aktuellen Studie von Network Associates mussten in den letzten Jahren 22% der befragten Firmen in Europa, zumeist Klein- und Mittelbetriebe mindestens einmal die Arbeit einstellen, um die Folgen eines Virusbefalls zu beseitigen. Oft waren dafür Software Raubkopien verantwortlich.