ERP aus der Cloud: Was kann’s, was bringt’s?

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ERP aus der Cloud: Was kann’s, was bringt’s?

ERP aus der Cloud: Was kann’s, was bringt’s?

SaaS-Lösungen erobern die Welt. Privatanwender wie Unternehmen profitieren von den zahlreichen Vorteilen einer ausgelagerten IT-Infrastruktur; Anbieter überbieten sich gegenseitig mit immer grösseren Nutzenversprechen einer Software „aus der Steckdose“. Der jüngste Trend: Auch mithin komplexe Lösungen für die Unternehmenssteuerung sollen nun über die Cloud bezogen werden.
Welche Chancen dieses Bereitstellungsmodell im Bereich Software für Enterprise Resource Planning (ERP) bietet, aber auch welche Fallstricke dabei lauern können, ist Thema dieses Beitrags.

Der Siegeszug der Wolke

IT-Lösungen aus der Cloud haben sich fest etabliert. Selbst die grössten Skeptiker und Kritiker haben einsehen müssen, dass der Bezug von Software as a Service (Saas) kein vorübergehender Hype war, sondern inzwischen zu einem ernstzunehmenden Geschäfts- und Bereitstellungsmodell avanciert ist. Dies gilt für Anbieter und Nutzer gleichermassen – seien es Privatanwender, die E-Mails und Instant Messaging rein über Onlinedienste verwenden, oder Geschäftskunden, die ihre Unternehmens-IT durch Cloudlösungen verschlanken und optimieren möchten.
Nach den ersten zaghaften Gehversuchen sind cloudbasierte Anwendungen nun also zu einer wichtigen Grösse geworden. Microsoft ist als Anbieter selbst ein gutes Beispiel, wie dieser Wandel neue Realitäten schafft – Stichwort strategische Ausrichtung als „Devices and Services Company“. Die Liste der heute bereits angebotenen Clouddienste ist lang: Von Plattformdiensten wie Windows Azure über Werkzeuge für Collaboration und Communication wie Office 365 mit Microsoft Lync Online, Exchange Online und SharePoint Online bis hin zu Unternehmensanwendungen wie Dynamics CRM Online. Der jüngste Zuwachs: Die beliebte ERP-Software für KMU, Microsoft Dynamics NAV 2013, kann nun dank der neuen Hosting-Option auf Windows Azure Infrastructure Services ebenfalls rein aus der Wolke bezogen werden.

Der Blick aufs grosse Ganze

Für Geschäftsanwender ist es nun wichtig, nicht nur blind einem weiteren Trend zu folgen, sondern kritisch zu evaluieren, welchen echten Nutzen der Einsatz von Cloudlösungen für ihr Unternehmen haben kann und für welche Geschäftsbereiche, zum Beispiel Kundenmanagement, Supply Chain Management oder Fertigung, sich diese in der Realität eignen.
Hier hilft es, einen Schritt zurückzutreten und das grosse Ganze in den Blick zu nehmen. Ganz pragmatisch gefragt: Wo liegen die Vorteile von Onlinediensten für die Unternehmenssteuerung gegenüber deren traditionellem Eigenbetrieb – insbesondere für KMU? Was muss beachtet werden? Und welche Bezugsformen sind denkbar und praktikabel?

Vorteil #1: Technologische Flexibilität und Elastizität

Mit den Microsoft-Lösungen aus der Cloud können Nutzer auf kostengünstige Weise und flexibel modernste Technologien einsetzen. Gerade KMU profitieren hier besonders, da sie Zugang zu professionellen Softwarelösungen erhalten, die als klassische On-Premise-Bereitstellung zu komplex und teuer sein würden.
Die Skalierungseffekte von Clouddiensten ermöglichen ausserdem, die tatsächliche Auslastung und Nutzung in Bezug auf Userzahlen und Datenvolumen auch kurzfristig an neue benötigte Kapazitäten anzupassen – Stichwort „atmende Organisation“. So erhalten beispielsweise Leiharbeitskräfte, die zu saisonal bedingten Spitzenzeiten benötigt werden, einfach und flexibel Zugriff auf das Unternehmenssystem.

Vorteil #2: Kostenersparnisse und finanzielle Unabhängigkeit

Bei den bedarfsabhängigen Miet- und Abonnementmodellen von SaaS („Pay per use“) sind keine hohen Anfangsinvestitionen erforderlich, und es fallen auch keine hohen Fixkosten an. Die sichere Bereitstellung im Rechenzentrum eines erfahrenen Anbieters ist Garant dafür, dass der Aufwand für Administration, Energie und Wartung der Unternehmens-IT für Kunden gering bleibt.
Auf den Punkt gebracht: Clouddienste sorgen für eine schlankere Kostenstruktur – mit monatlich fest kalkulierbaren Ausgaben und ohne langfristige Kapitalbindung.

Vorteil #3: Konzentration auf Kernprozesse und das eigene Geschäftsmodell

Durch die Nutzung von Cloudlösungen können Unternehmen ihre eigenen Ressourcen zielgerichteter einsetzen. Die Entscheidung, den Betrieb der Unternehmenslösungen an einen erfahrenen Hosting-Anbieter auszulagern, kann eine gute nervenschonende Alternative sein – insbesondere für die internen IT-Mitarbeitenden.
Gleichzeitig erhalten sie auf diese Weise mehr Zeit, um sich auf prozessuale Themen und die Optimierung von Geschäftsprozessen zu konzentrieren, die für die Wertschöpfung des Unternehmens wirklich relevant sind.

Vorteil #4: Orts- und zeitunabhängiger Zugriff

So kann eine sorgfältige Auswahl und Abstimmung von Cloudanwendungen das Kerngeschäft Ihres Unternehmens optimal unterstützen. Da die Dienste rund um die Uhr online verfügbar sind, erhalten Mitarbeitende von überall aus Zugriff auf alle wichtigen Geschäftsdaten, Kontakte und Ressourcen – an ihrem PC-Arbeitsplatz, über einen Webbrowser oder mit mobilen Endgeräten – und können somit stets produktiv arbeiten.
In strategischer Hinsicht kommt hier ein zweiter wichtiger Punkt zum Tragen: Unternehmen können internationale Bereitstellungen ihrer betriebswirtschaftlichen Software an mehreren Standorten leichter steuern und durch derartig beschleunigte Roll-outs Zeit und Geld sparen.

Vorteil #5: Homogene, moderne IT-Umgebung

Mit einer in der Cloud zur Verfügung gestellten IT-Umgebung können Sie sich als fortschrittliches Unternehmen mit modernen Arbeitsplätzen positionieren, denn Sie und Ihre Anwender erhalten jederzeit die jeweils aktuellsten Versionen Ihrer eingesetzten Geschäftslösungen. Jeder Mitarbeitende wird optimal unterstützt – durch anpassbare und einfach zu bedienende Anwendungen, die alle benötigten Daten nachvollziehbar aufbereiten und sofort verfügbar machen.
Da Sie Clouddienste flexibel kombinieren können, wird Ihr individuelles Geschäftsmodell ideal unterstützt, was die Attraktivität Ihres Unternehmens als innovativer Arbeitgeber fördert.

Nicht alles Gold, was glänzt

Bei all diesen Vorteilen ist die Cloud jedoch kein Wunderwerkzeug. So ist zum Beispiel eine individuelle Anpassung auf die Unternehmensprozesse auch bei dieser Form der Bereitstellung unabdingbar, um einen echten Geschäftsnutzen der ERP-Software zu realisieren. Das A und O bei dieser in der Regel komplexen und zeitintensiven Aufgabe ist die Kooperation mit einem Partner, der Ihre Unternehmens- und Branchenanforderungen kennt und versteht.
Auch die Auslagerung von Wartung und Upgrades der IT-Infrastruktur will wohl überlegt sein. Manch einer erlebt böse Überraschungen, wenn neu eingespielte Aktualisierungen plötzlich Auswirkungen auf die eigenen Konfigurationen haben oder hohen Testing-Aufwand nach sich ziehen. Entscheiden Sie sich daher für Ihre Unternehmenssysteme nicht für den erstbesten Anbieter, sondern für einen, der Ihnen eine klare Roadmap und Pläne zu den Freigabezyklen seiner Dienste liefern kann.

Flexible ERP-Bezugsformen aus der Cloud für KMU

Kommen wir zurück zu unserem neuesten Produktzuwachs mit Cloudoption: Microsoft Dynamics NAV 2013. Kunden, die bereits Windows Azure Infrastructure Services (AIS) nutzen, können Dynamics NAV 2013 über den Microsoft Dynamics NAV-Partner ihres Vertrauens beziehen, implementieren, konfigurieren und dann in der eigenen virtuellen AIS-Umgebung nutzen. Oder Sie entscheiden sich, Dynamics NAV 2013 von einem Schweizer Hosting-Anbieter zu beziehen. Hier kann der Hosting-Partner wählen, ob er das eigene Rechenzentrum oder auch die AIS-Plattform nutzt.
Auch Hybridmodelle sind selbstverständlich möglich, sodass Sie eine Kombination aus On-Premise-Bereitstellung und Clouddienst nutzen. Dies bietet sich insbesondere für Unternehmen an, die bestimmte Supportprozesse – beispielsweise Finanzmanagement oder Lohnabrechnung – in die Wolke auslagern möchten.

Der Zukunft entgegen

Wie bei allen unternehmerischen Entscheidungen gilt es auch in Sachen Cloud-Computing, die Vor- und Nachteile gewissenhaft abzuwägen. Nutzen Sie die vielfältigen Informationsressourcen auf unseren Microsoft-Portalen und machen Sie sich selbst ein Bild. Meine persönliche Meinung: ERP aus der Cloud ist nach Produktivitätslösungen und CRM-Systemen als SaaS ganz klar der nächste logische Schritt zu einer modernen Unternehmens-IT – und in Microsoft finden Sie einen Anbieter, der Sie auf diesem Weg allumfassend begleiten kann!

Weitere Informationen und Links



Philipp Rüdiger, Business Group Lead Microsoft Dynamics, Microsoft Schweiz GmbH

Philipp Rüdiger leitet die Business Group für Microsoft Dynamics bei Microsoft Schweiz und somit das Marketing- und Strategieteam für die Enterprise Resource Planning (ERP)- und Customer Relationship Management (CRM)-Produktpalette.
Philipp Rüdiger hat nach einem Studium der Wirtschaftsinformatik verschiedenste Positionen im Vertrieb und Presales bei mittelständischen Beratungshäusern bekleidet. 2004 begann er bei Microsoft EMEA, um das Beratungsgeschäft für ERP in etablierten, aber auch Emerging Markets aufzubauen. Später wechselte er in die deutsche Landesorganisation, wo er das Microsoft Dynamics AX-Geschäft verantwortete. Ein besonderer Fokus lag dabei auf dem Ausbau des ERP-Grosskundengeschäftes und der Implementierung einer Vertikalisierungsstrategie.

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