ACHTUNG: Geben Sie auf jeden Fall ein Kennwort an und lassen Sie das Kennwort nicht frei. Aktivieren Sie außerdem unbedingt die Option Anmeldeinformationen speichern. Andernfalls kann Windows später virtualisierte Anwendungen nicht automatisch für Sie starten.
Merken Sie sich das verwendete Kennwort gut! Zwar meldet Windows Sie normalerweise automatisch am virtuellen Computer an, aber für Wartungszwecke und in speziellen Situationen müssen Sie nach wie vor das Kennwort eingeben.
Windows XP Mode: ältere Programme weiternutzen
Nachdem Windows XP Mode eingerichtet ist, kann es in zwei Modi verwendet werden: entweder als vollständiger virtualisierter Windows XP-Computer, der in einem separaten Fenster erscheint, oder als Host für virtuelle Anwendungen. In diesem Fall bleibt der virtuelle Windows XP-Computer unsichtbar und nur die damit virtualisierten Anwendungen verschmelzen in separaten Fenstern mit Ihrem Windows 7-Desktop.
Virtuelles Windows XP starten
Ihr neues virtuelles Windows XP startet nach der ersten Einrichtung automatisch, und Sie werden vollautomatisch angemeldet. Sie starten Ihr virtuelles Windows XP später jederzeit bei Bedarf über das Startmenü über Alle Programme/Windows Virtual PC/Windows XP Mode.
Abb: Windows XP Mode liefert ein komplettes Windows XP in einem separaten Fenster
ACHTUNG: Für die virtuelle Windows XP-Umgebung gelten dieselben Sicherheitsanforderungen wie für einen echten Computer. Deshalb sollten Sie auch den virtuellen Computer regelmäßig durch Windows Update aktualisieren lassen und gegebenenfalls einen Virenscanner installieren.
Wenn Sie bei der Installation den Standardvorgaben gefolgt sind, und wenn Ihr Hostcomputer mit dem Internet verbunden ist, dann ist auch der virtuelle Windows XP-Rechner online und lädt Updates automatisch herunter.
Einige Updates können nicht im laufenden Betrieb installiert werden, weswegen es ratsam ist, den virtuellen Computer ab und zu neu zu starten. Normalerweise wird er nur im Ruhezustand geparkt, solange Sie ihn nicht brauchen.
Leider ist es nicht ganz einfach, den virtuellen Windows XP-Rechner neu zu starten, denn im Startmenü stehen nur Abmelden und Trennen zur Verfügung. Für einen Neustart klicken Sie oben in der Symbolleiste des Windows Virtual PC auf Strg+Alt+Entf. Jetzt sehen Sie einen Bildschirm, der Ihnen zumindest anbietet, den virtuellen Computer herunterzufahren. Dabei werden mögliche Updates installiert. Anschließend starten Sie den virtuellen Computer neu.
Abb: Virtuelles Windows XP herunterfahren und dabei Updates installieren
Virtuelle Anwendungen bereitstellen
Damit Ihr virtuelles Windows XP künftig Anwendungen virtualisiert bereitstellt, die nicht unter Windows 7 betrieben werden können, müssen diese wie gewohnt zuerst installiert werden. Installieren Sie die Anwendungen allerdings nicht in Ihrem echten Windows, sondern im virtuellen Windows XP.
Liegen die Programme, die Sie installieren wollen, als ISO-Abbilder vor, brauchen Sie sie nicht unbedingt zuerst auf eine CD oder DVD zu brennen. Stattdessen binden Sie das ISO-Abbild direkt als virtuelles Laufwerk ein:
- Klicken Sie oben in der Symbolleiste von Windows Virtual PC auf Extras/Einstellungen. Die Einstellungen des virtuellen Computers öffnen sich.
- Klicken Sie in der linken Spalte auf DVD-Laufwerk. Rechts wählen Sie die Option Ein ISO-Abbild öffnen und klicken auf Durchsuchen, um die ISO-Datei anzugeben.
- Anschließend verhält sich das ISO-Abbild so, als wäre es auf einen Datenträger gebrannt und ins Laufwerk eingelegt worden. Bei Programmdateien startet also in der Regel das Installationsprogramm.
PROFITIPP: Natürlich sollten Sie nur solche Anwendungen virtualisieren, die sich nicht direkt unter Windows 7 installieren lassen. Ein weiterer Anwendungsbereich sind Side-by-Side-Installationen verschiedener Programme, die sich normalerweise auf ein und demselben System nicht miteinander vertragen.
Abb: Eine ältere Anwendung im Windows XP-System installieren
Überprüfen Sie nach der Installation, ob die Programme innerhalb der virtuellen Umgebung wie gewohnt funktionieren. Melden Sie sich ab, wenn Sie fertig sind, zum Beispiel, indem Sie im Startmenü des virtuellen Computers auf Abmelden klicken.
WICHTIG: Die Abmeldung aus dem Betriebssystem ist wichtig, denn virtuelle Computer können nur entweder direkt oder im Anwendungsmodus betrieben werden. Melden Sie sich nicht ab, kann das später beim Start der virtualisierten Anwendung zu Rückfragen führen, bei der der angemeldete Benutzer nachträglich abgemeldet wird. Diese vermeiden Sie, wenn Sie sich rechtzeitig abmelden.
Danach beenden Sie den virtuellen Computer, zum Beispiel, indem Sie dessen Fenster schließen. Die neu installierten Programme werden automatisch über die Integrationsfeatures im Startmenü von Windows 7 bereitgestellt. Von dort aus können Sie nun also die unter Windows XP installierten Programme aufrufen, ganz so, als seien sie eigentlich in Windows 7 installiert worden. Sie finden die virtualisierten Anwendungen im Startmenü unter Alle Programme/Windows Virtual PC/Windows XP Mode Anwendungen.
Abb: Die im virtuellen Computer installierten Anwendungen erscheinen im Windows 7-Startmenü
Virtuelle Anwendungen ausführen
Um eine virtuelle Anwendung auszuführen, öffnen Sie in Windows 7 das Startmenü und klicken auf Alle Programme und dann auf Windows Virtual PC. Im Ordner Windows XP Mode Anwendungen finden Sie alle Programme, die Sie im virtuellen Computer installiert haben.
- Wählen Sie im Startmenü Alle Programme/Windows Virtual PC/Windows XP Mode Anwendungen, und klicken Sie auf die virtualisierte Anwendung, die Sie starten wollen. Benötigen Sie die Anwendung häufiger, kann man diese auch im Startmenü mit der rechten Maustaste anklicken und An Taskleiste anheften oder An Startmenü anheften wählen.
- Ein Fenster öffnet sich und meldet, dass die virtuelle Umgebung initialisiert wird. Dies passiert nur beim ersten Start eines virtuellen Programms. Hierbei wird im Hintergrund der virtuelle Computer hochgefahren. Das muss natürlich nur einmal geschehen. Ist der virtuelle Computer bereits hochgefahren, starten alle weiteren virtuellen Anwendungen sofort.
- Falls Sie sich im virtuellen Computer zuvor nicht abgemeldet haben, sodass noch ein Benutzer angemeldet ist, erscheint ein Dialogfeld und meldet dies. Sie können dann über Virtuelle Anwendung öffnen den Benutzer abmelden und die Anwendung starten. Oder Sie klicken auf Virtuellen Computer öffnen, um den virtuellen Computer zu starten und sich zuerst ordnungsgemäß abzumelden.
- Die Anwendung startet und wird in einem eigenen Fenster angezeigt. Lediglich das Design der Fenster-Titelleiste erinnert daran, dass diese Anwendung eigentlich in der virtuellen Umgebung läuft und nicht von Windows 7 ausgeführt wird.
Dabei mappt Windows Virtual PC automatisch die Benutzerordner zwischen Windows XP und Windows 7. Sie können also aus der älteren Anwendung heraus nahtlos auf Ihre Dokumente in Windows 7 zugreifen. Die Integration umfasst sogar Dialogfelder und sogar Informationsmeldungen im Infobereich der Taskleiste. In Abbildung 16.9 sehen Sie zum Beispiel die Sprachleiste der älteren Word-Version als selbstständiges Fenster, und die Warnmeldung im Infobereich bezüglich des fehlenden Virenschutzes stammt ebenfalls von Windows XP.
Abb: Zwei verschiedene Microsoft-Word-Versionen Side-by-Side betreiben
Virtuelle Anwendungen an Windows 7 melden
Damit Sie virtuelle Anwendungen der Windows XP-Umgebung aus Windows 7 heraus so wie oben beschrieben starten können, müssen diese von der virtuellen Windows XP-Umgebung natürlich an Windows 7 gemeldet werden. Dieser Vorgang wird auch »Virtual application publishing« genannt und funktioniert normalerweise vollautomatisch.
Bei dieser Veröffentlichung passieren zwei Dinge: Erstens wird die Anwendung ins Startmenü von Windows 7 aufgenommen, von wo aus Sie die Anwendung wie im letzten Beispiel ans Startmenü oder an die Taskleiste anheften können, um sie besser erreichbar zu machen. Zweitens werden alle Dateierweiterungen, für die die veröffentlichte Anwendung zuständig ist, ebenfalls mit der virtuellen Anwendung verknüpft. Haben Sie zum Beispiel innerhalb von Windows XP ein Office 95 installiert, können Sie auch von Windows 7 aus .doc-Dateien mit dieser virtuellen Anwendung öffnen.
Die automatische Anwendungsveröffentlichung funktioniert nur für Programme, die im Startmenü von Windows XP unter All Users installiert sind. Sie gilt nicht für Programme, die nur für einen bestimmten Benutzer installiert werden und umfasst auch nicht die üblichen Zubehörprogramme von Windows XP, weil diese in Windows 7 ohnehin in modernen Varianten zur Verfügung stehen.
Wenn Sie mögen, kann diese Automatik aber ergänzt werden. Grundsätzlich lassen sich beliebige Programme publizieren, die im virtuellen Windows XP installiert sind. Mit den folgenden Schritten sorgen Sie dafür, dass Internet Explorer 6 der virtuellen Maschine als Anwendung veröffentlicht wird:
- Öffnen Sie den virtuellen Computer wie oben beschrieben. Im Startmenü von Windows XP klicken Sie auf Alle Programme. Klicken Sie dann den Eintrag Internet Explorer mit der rechten Maustaste an und wählen Sie Kopieren.
- Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die Start-Schaltfläche links in der Taskleiste und wählen Sie Öffnen - Alle Benutzer. Der Windows-Explorer öffnet sich.
- Öffnen Sie den Ordner Programme per Doppelklick. Fügen Sie dann die Verknüpfung auf den Internet Explorer in diesen Ordner ein, zum Beispiel, indem Sie mit der rechten Maustaste auf eine freie Stelle des Ordners klicken und im Kontextmenü Einfügen wählen.
Nach einer kurzen Verzögerung wird der Internet Explorer im Startmenü von Windows 7 innerhalb der Programmgruppe Windows Virtual PC eingeblendet. Er war dort vorher nicht zu sehen, weil er im Startmenü nicht im Profil für alle Benutzer hinterlegt war.
WICHTIG: Die automatische Anwendungsveröffentlichung schließt alle Zubehörprogramme von Windows XP aus, zum Beispiel auch den Windows Messenger. Selbst wenn Sie dessen Verknüpfung in das Profil für alle Benutzer kopieren, erscheint er nicht in Windows 7.
Dabei überprüft Windows Virtual PC ausschließlich den Dateinamen des ausführbaren Programms und stellt beim Windows Messenger zum Beispiel fest, dass die Datei msmsgs.exe als Teil der Zubehörprogramme gesperrt ist. Möchten Sie den alten Microsoft Messenger dennoch gern virtualisieren, weil er Ihnen vielleicht besser gefällt als die neuen Versionen mit ihren Werbebannern, kopieren Sie die Datei msmsgs.exe und benennen sie kurzerhand um. Hinterlegen Sie dann eine Verknüpfung auf die umbenannte Datei im Startmenü für Alle Benutzer. Schon wird der Messenger im Startmenü von Windows 7 angezeigt und ist funktionsbereit.
Noch einfacher ist eine direkte Anpassung in der Ausschlussliste. Sie befindet sich in der Registrierungsdatenbank des virtuellen Computers: HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Microsoft\Windows NT\CurrentVersion\Virtual Machine\VPCVAppExcludeList
Virtuelle Anwendungen direkt starten
Es hindert Sie nichts daran, virtuelle Anwendungen auch von Hand direkt aus der virtuellen Umgebung heraus zu starten. Wenn Sie beispielsweise die Kommandozeile des virtuellen Computers als virtuelle Anwendung bereitstellen, kann man von dort aus beliebige andere Programme des virtuellen Computers starten. Weil sich der virtuelle Windows XP-Rechner dabei nach wie vor im Anwendungsmodus befindet, erscheinen alle Programme, die Sie starten, in eigenständigen Fenstern direkt in der Windows 7-Umgebung.
So machen Sie die Kommandozeile des virtuellen Computers als virtuelle Anwendung verfügbar:
- Starten Sie den virtuellen Computer. Öffnen Sie dessen Startmenü und navigieren Sie zu Alle Programme/Zubehör. Klicken Sie Eingabeaufforderung mit der rechten Maustaste an und wählen Sie Kopieren.
- Klicken Sie die Start-Schaltfläche mit der rechten Maustaste an und wählen Sie Öffnen - Alle Benutzer. Ein Fenster öffnet sich. Fügen Sie die Eingabeaufforderung dort hinein, beispielsweise über
.
- Nach einigen Sekunden wird die Eingabeaufforderung als neue virtuelle Anwendung im Startmenü von Windows 7 in der Programmgruppe Windows Virtual PC/Windows XP Mode Anwendungen aufgeführt und kann dort gestartet werden.
Alle Programme, die Sie nun aus der virtualisierten Konsole heraus aufrufen, erscheinen in eigenständigen Fenstern auf dem Windows 7-Desktop – also auch Anwendungen, die eigentlich nicht im Windows 7-Startmenü geführt werden.
Abb: Eine virtualisierte Konsole genügt, um beliebige Windows XP-Anwendungen zu starten
Neue virtuelle Computer erstellen
Windows Virtual PC ist eine ganz allgemeine Virtualisierungslösung, mit der sich beliebige Windows-Betriebssysteme virtualisieren lassen. Windows XP Mode ist nur ein Beispiel dafür. Auch ohne Windows XP Mode ist Windows Virtual PC also ausgesprochen nützlich, und wenn Sie über die nötigen Windows XP-Lizenzen verfügen, können Sie sich auch Ihren eigenen Windows XP Mode herstellen.