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Posted: 10/22/2012
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Raiffeisen Bank International AG Auf der Suche nach dem fehlenden Puzzlestein

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* Die OLAP-Technologie auf Basis SQL Server erwies sich als entscheidender Puzzlestein, der sich perfekt in die bestehende BI-Landschaft einfügte und für die Fachabteilungen neue Analyse-Türen aufstieß. *

Richard Reiling
Leiter des Bereichs BI Development der RBI IT

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Business Intelligence spielt eine Vorreiterrolle für das Alignment von Business und IT im Unternehmen. Warum? Weil im Umgang mit Daten technisches Verständnis und Content-Know-how gleichermaßen gefragt sind. „Und auch, weil sich an dieser Schnittstelle“, wie Richard Reiling, Leiter des Bereichs BI Development der RBI IT, ergänzt, „die IT als Beratungs- und Service-Einrichtung für die Fachabteilungen neu positionieren muss.“ Kein Wunder, dass man die Evaluierung für die BI-Erweiterung bei der Raiffeisen Bank International (RBI) besonders ernst nahm: man wollte ein Vorzeigeprojekt für den gesamten Konzern schaffen.


Über das Ziel bestand Einigkeit – das unterstreichen auch Harald Höbart, Leiter des Bereichs MIS & BI Finance und Michael Hagen-Weese, Leiter des Bereichs Business Informatics. Man war auf der Suche nach einer schnellen und flexiblen Business Intelligence Lösung, die in den neuen Projekten (z.B. EDWH) das bestehende Tool für Standard-Reporting (IBM Cognos) um Data Self Service Funktionalitäten erweitern kann. Erweitern wohlgemerkt, und nicht ersetzen! – um die Migrationsaufwände so gering wie möglich zu halten. Das Kosten- und Komplexitätsthema betraf auch die zweite Vorentscheidung in diesem Projekt. Denn man entschloss sich, in einem ersten Schritt diesen richtungweisenden Piloten vorerst nur im Head Office in Wien umzusetzen.

Um die weiteren Parameter und Rahmenbedingungen zu ermitteln musste das Team um Richard Reiling einen Schritt auf die Fachbereiche zugehen, für die diese neuen Funktionalitäten ja gedacht waren: „Wir sind auf das Business zugegangen – konkret auf den Finance-Bereich –, um zunächst einmal die Wünsche und Erwartungen aufzunehmen. Zum anderen ging es uns in diesem Projekt natürlich auch um eine Konsolidierung der Zugänge und Technologien, um Maintenance- und Lizenzkosten zu senken und in Bezug auf Datenquellen und -auswertungen eine einheitliche Basis zu schaffen.“

DIE HERAUSFORDERUNG

Gerade der intensive Dialog mit den Kollegen aus dem Controlling und Risiko-Management war für den Erfolg des Projekts mitentscheidend. Denn erst mit einer gemeinsam erstellten Roadmap in der Hand war es möglich, alle Business-Interessen „unter einen Hut zu bringen“, wie es Richard Reiling formuliert. „Es war uns ein besonderes Anliegen, den begleitenden Evaluierungsprozess für alle nachvollziehbar machen. Denn nur mit der Unterstützung der Fachbereiche konnten wir sicher sein, dass das Projekt nicht kippt, bevor es anfängt zu laufen.“

Nun ging man also daran, die weiteren Rahmenbedingungen und Milestones zu definieren. Nachdem man im Controlling-Bereich mittelfristig nach einem Planungstool basierend auf OLAP-Technologie Ausschau hielt und im Bereich Risiko-Management OLAP-Cubes bereits eingesetzt wurden, war OLAP bei der weiteren Lösungsevaluierung gesetzt – ebenso wie IBM Cognos im Bereich der standardisierten Abfragen. Auch, weil man das Tool- und Content-Know-how, das man mit Cognos in den letzten Jahren aufgebaut hatte, weiterhin nutzen wollte.

DIE LÖSUNG

Am Ende blieben von den fünf ins Rennen gegangenen Leader aus dem Gartner Magic Quadrant für BI-Lösungen nur zwei übrig, die alle Grundvoraussetzungen erfüllten; nämlich Oracle Hyperion Essbase und Microsoft OLAP. „Wobei die Waage schnell pro Microsoft ausschlug als wir begannen, die Integrations- und Entwicklungsaufwände näher zu beleuchten“, wie Richard Reiling an dieser Stelle hinzufügt und dabei die Vielschichtigkeit der Evaluierung hervorhebt: „Oft wird bei BI-Entscheidungen der Fehler gemacht, dass man nur aufgrund von Funktionalitäten entscheidet. Die sind natürlich wichtig. Aber es ist zum Beispiel genauso wichtig, darauf zu achten, dass man die Leute mit dem richtigen Skillset hat bzw. diese auf dem Markt auch bekommt. Das ist bei Microsoft OLAP jedenfalls wesentlich einfacher als bei Oracle Hyperion Essbase.“

DIE VORTEILE

Letztendlich ging es also um viel mehr als nur um Funktionalitäten. Wie komplex die Evaluierung war, zeigt ein vermeintlich simpler Blick auf den Kostenfaktor. „Migrationskosten, Entwicklungskosten, Lizenzkosten, Know-how- und Schulungskosten, Skalierungskosten – wo wollen Sie beginnen? Unterm Strich“, so Reiling, „erwies sich der SQL Server auf Basis OLAP-Cube-Technologie als entscheidender Puzzlestein, der alle Anforderungen erfüllt: Er fügt sich perfekt in die bestehende BI-Landschaft (IBM Cognos) ein, erlaubt eine direkte Anbindung an das Planungstool (TAGETIK) und stößt für die Fachabteilungen neue Analyse-Türen auf. Das rechnet sich, genauso wie der Umstand, dass man bei den Ad-Hoc-Abfragen über das Excel-Front-End nicht für jede Abfrage zahlen muss.“

Dass sich auch Flexibilität rechnet, zeigte sich noch in der Proof-of-Concept-Phase, wo mit dem Enterprise Data Warehouse (EDWH) auch die Netzwerkbanken, die darauf über Push-Funktionen zugreifen, über eine Hintertür in das Projekt hereinkamen. Hier hatte man das Problem, dass es in Stoßzeiten (beim Monatsreporting) immer wieder zu Performance-Engpässen kam. „Und was lag näher“, so Reiling, „als die für die Auswertungen benötigten Daten aus dem Performance-kritischen Transaktionsbereich abzuziehen und ebenfalls über einen OLAP-Cube für Ad-Hoc-Auswertungen bereitzustellen? Dass wir zu diesem Zeitpunkt die Wendigkeit besaßen, diesen für die zukünftige Entwicklung kritischen Bereich ohne Mehrkosten in das Projekt hereinzunehmen, unterstrich einmal mehr die Richtigkeit unserer Entscheidung.“

Um unerwünschte Nebenwirkungen durch die neuen, sehr einfachen Ad-Hoc-Abfragemöglichkeiten und damit einen Wildwuchs bei den Reports zu vermeiden, wurde von Anfang klar kommuniziert, dass die Datenwahrheit der standardisierten Abfragen unangetastet bleibt. Dazu Richard Reiling: „Gerade das Management erwartet von uns, dass den Reports standardisierte Definitionen und Fragestellungen zugrunde liegen und sie demgemäß auch für alle nachvollziehbar interpretierbar sind. Im Übrigen ist es ja auch für den Ersteller solcher Ad-Hoc-Reports wichtig, dass er seine Sichten mit den Ergebnissen der Standard-Reports abgleichen und verifizieren kann.“

Nichts desto trotz wird den Data-Self-Services die Zukunft gehören. Zumal bei den rund 4.000 (!) existierenden Standard-Reports der RBI zurzeit noch viele versteckte Ad-Hoc-Reports dabei sind, die man viel kostengünstiger (ohne Mehrkosten bei den Abfragelizenzen wie es im Cognos-Bereich üblich ist) und flexibler haben kann. Ziel ist es, im engen Zusammenspiel mit den Fachbereichen mittelfristig die Standard-Reports auf 1.000 Stück zu reduzieren.

AUSBLICKE

Die nächsten Schritte auf der Roadmap sind jedenfalls bereits vorgezeichnet. Da steht ein Update auf den neuen SQL Server 2012 im Raum, genauso wie ein nächster Schritt in Richtung mobile Reporting, um die Reports dem Management auch auf Slate-Devices oder Tablets zur Verfügung zu stellen.

Daneben plant man bei der RBI, den Anwendern die Reports auch über ein BI-Portal zur Verfügung zu stellen. Auf Basis welcher Technologie ist noch offen. „Was dabei für den Einsatz von Microsoft SharePoint sprechen könnte, sind sicherlich die Excel Services“, meint Richard Reiling, „die wir unseren Netzwerkbanken auch online zur Verfügung stellen und damit Versionsunterschiede in den Ländern sehr elegant umgehen könnten.“ Egal, wie die Entscheidung ausfällt. Von der Skalierbarkeit ist die RBI mit der OLAP-Technologie nun auf der sicheren Seite. Das wurde in diesem Projekt eindrucksvoll bewiesen.

Business of IT: Im Gespräch mit Richard Reiling >

Diese Fallstudie dient ausschließlich Informationszwecken. MICROSOFT GIBT IN DIESER ZUSAMMENFASSUNG KEINE AUSDRÜCKLICHEN ODER STILLSCHWEIGENDEN GARANTIEN AB.
Solution Overview



Organization Size: 60000 employees

Organization Profile
Die RBI ist als einzige österreichische Bank nicht nur in Zentral- und Osteuropa tätig, sondern auch in den Weltfinanzzentren und in Asien, dem weiteren geografischen Schwerpunktmarkt des Konzerns, präsent.

Software and Services
Microsoft SQL Server 2008 R2

Vertical Industries
Financial Services

Country/Region
Austria

Languages
German

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