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SQL Server 2008 R2-Lizenzierung

SQL Server 2008 R2-Editionen werden entweder nach dem Pro-Prozessor- oder dem Server/Client Access License (CAL)-Lizenzmodell lizenziert. Grundsätzlich haben Sie die Wahl zwischen den Editionen Standard, Enterprise, Datacenter und Web Edition. Nur die Editionen Datacenter und Web Edition sind ausschließlich im Pro-Prozessor-Modell verfügbar.

Serverlizenz

Für jede Serversoftwarelizenz, die Sie einem Server zuweisen, sind Sie berechtigt, gleichzeitig eine beliebige Anzahl von Instanzen der Serversoftware in einer physischen oder virtuellen Betriebssystemumgebung (Operation System Environment; OSE) auf dem lizenzierten Server auszuführen.

Je nach Edition sind Sie berechtigt, eine beliebige Anzahl von Instanzen in weiteren physischen oder virtuellen OSEs auszuführen. Beispielsweise berechtigt Sie die Edition SQL Server 2008 R2 Enterprise dazu, gleichzeitig eine beliebige Anzahl von Instanzen der Serversoftware in bis zu vier OSEs (physisch oder virtuell) auf dem lizenzierten Server auszuführen. Unter der Rubrik "Server-Virtualisierung" finden Sie weitere Informationen.

Zugriffslizenz (Client Access License, CAL)

Zugriffe auf die SQL Server-Software werden über so genannte CALs lizenziert. Diese Zugriffslizenzen können Sie entweder einem Gerät (Geräte-CAL) oder einem Nutzer (Nutzer-CAL) zuweisen. Zugriffslizenzen sind versionsspezifisch, das heißt, die CAL-Version muss identisch mit der Serverversion oder höherwertig sein.

  • Geräte-CAL: Eine Geräte-CAL lizenziert ein Gerät für die Verwendung durch einen beliebigen Nutzer, damit er auf Instanzen der Server-Software zugreifen kann.

  • Nutzer-CAL: Eine Nutzer-CAL berechtigt einen bestimmten Nutzer zur Verwendung eines beliebigen Geräts, damit er auf die Server-Software zugreifen kann.

Windows Server 2008 R2-Lizenzierung

Den Zugriffslizenztyp müssen Sie zum Zeitpunkt des Erwerbs bestimmen. Entscheiden Sie sich dafür, die CAL mit Software Assurance zu lizenzieren, können Sie bei der Software Assurance-Verlängerung den Zugriffslizenztyp ändern.

Bei der Pro-Prozessor-Lizenzierung müssen Sie jedem Prozessor auf einem Server, der die Software ausführt, eine Prozessorlizenz zuordnen.

Die Lizenzierung von Zugriffen ist hier nicht erforderlich, weil im Pro-Prozessor-Modell eine beliebige Anzahl von Nutzern von beliebig vielen Geräten aus (extern, wie intern) auf die Software zugreifen können.

Einsatz in einer physischen Betriebssystemumgebung

Bei Software, die in physischen Betriebssystemumgebungen (OSEs) ausgeführt wird, müssen Sie jeden physischen Prozessor lizenzieren.

Physische OSE

Einsatz in einer virtuellen Betriebssystemumgebung

Bei Software, die in virtuellen OSEs ausgeführt wird, benötigen Sie nur eine Lizenz für die virtuellen Prozessoren, die die Software nutzen.

Virtuelle OSE

Was ist Multiplexing/Pooling?

Unter Multiplexing/Pooling versteht man den Einsatz von Netzwerk-Architekturen, die Hardware oder Software für die Reduzierung der Anzahl von Geräten oder Nutzern einsetzen, die dann allein direkt auf die Software auf einem Server zugreifen, während die Geräte oder Nutzer nur noch indirekt auf die Serversoftware zugreifen.

Greifen durch den Einsatz von Multiplexing-/Pooling-Software bzw. –Hardware Nutzer und Geräte nur indirekt auf die SQL Server - und Windows Server-Software zu, bleibt dadurch die Notwendigkeit einer CAL weiterhin bestehen. Das heißt, eine CAL wird für alle Geräte oder Nutzer benötigt, die über die Multiplexing-/Pooling-Front-End-Software oder -Hardware die Software direkt oder indirekt nutzen.

Multiplexing/Pooling

Unter dem Pro-Prozessor-Modell

Die Anzahl der virtuellen Betriebssystemumgebungen (OSEs), in denen SQL Server 2008 R2 eingesetzt und genutzt werden darf, ist abhängig davon, welche SQL Server 2008 R2 Edition lizenziert wurde und ob alle physischen Prozessoren lizenziert wurden oder dies nur teilweise erfolgt ist.

Option 1: Werden alle physischen Prozessoren des Servers im Rahmen des Pro-Prozessor-Lizenzmodells lizenziert, können SQL Server-Instanzen in einer bestimmten Anzahl an OSEs, wie in der folgenden Tabelle aufgeführt, eingesetzt werden:

Editionen (alle Server lizenziert)

Anzahl der OSEs

SQL Server 2008 R2 Datacenter

1 physikalische OSE und beliebig viele virtuelle OSEs

SQL Server 2008 R2 Enterprise

Bis zu 4 OSEs pro Lizenz

Option 2: Wenn Sie die Instanzen der Serversoftware in virtuellen OSEs auf einem Server ausführen, müssen Sie eine Softwarelizenz für jeden virtuellen Prozessor erwerben, den jede dieser virtuellen OSEs verwendet.

Die Anzahl an virtuellen Prozessoren, die jede virtuelle OSE unterstützen, richtet sich nach den Prozessorkernen (Cores) der physischen Prozessoren. Üblicherweise besitzt jeder virtuelle Prozessor sein Äquivalent in Form eines Prozessorkerns. Diese Option besteht für alle SQL Server-Editionen bis auf die Datacenter Edition.

Unter dem Server-CAL-Modell

Edition

Anzahl der OSEs

SQL Server 2008 R2 Standard und Workgroup

Jede Server-Lizenz erlaubt, die Software in einer physikalischen oder virtuellen OSE einzusetzen.

SQL Server 2008 R2 Enterprise

Jede Server-Lizenz erlaubt, die Software in bis zu vier physikalischen oder virtuellen OSE einzusetzen.

Erweiterte Nutzungsrechte mit Software Assurance (SA)

Ist SQL Server Enterprise durch SA abgedeckt, erhalten Kunden bis zur nächsten SQL Server-Version folgende zusätzlichen Nutzungsrechte:

  • SQL Server Enterprise (Server/CAL-Modell): Ausführung einer beliebigen Anzahl von Instanzen der SQL Server 2008 R2 Enterprise-Software in einer physischen OSE und einer beliebige Anzahl an virtuellen OSEs auf einem lizenzierten Server.

  • SQL Server Enterprise/Pro-Prozessor: Ausführung einer beliebigen Anzahl von Instanzen der SQL Server 2008 R2 Enterprise-Software in einer physischen OSE und einer beliebigen Anzahl an virtuellen OSEs auf einem lizenzierten Server.

Neuzuweisung einer Lizenz innerhalb einer Serverfarm

Normalerweise ist eine Neuzuweisung einer Lizenz nur nach Ablauf einer Frist von 90 Tagen zulässig. Unter bestimmten Voraussetzungen können Server- bzw. Prozessorlizenzen innerhalb einer Serverfarm aber jederzeit einem neuen Server zugewiesen werden.

Was ist eine Serverfarm?

Eine Serverfarm besteht aus maximal zwei Rechenzentren, die physisch folgendermaßen angeordnet sind:

  • In einer Zeitzone, die maximal vier Stunden von der örtlichen Zeitzone des anderen Rechenzentrums entfernt ist (Koordinierte Weltzeit (UTC) und nicht DST), und/oder

  • innerhalb der Europäischen Union (EU) und/oder der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA).

Jedes Rechenzentrum darf nur zu einer Serverfarm gehören. Sie sind berechtigt, ein Rechenzentrum von einer Serverfarm einer anderen Serverfarm neu zuzuweisen, jedoch nicht nur kurzzeitig (d. h. nicht innerhalb von 90 Tagen nach der letzten Zuweisung).

Neuzuweisung von Lizenzen

Innerhalb einer Serverfarm können Sie Serverlizenzen, für die Volumenlizenzbestimmungen zur Lizenzmobilität gelten, so oft wie nötig neu zuzuweisen. Das Verbot der kurzzeitigen Neuzuweisung gilt nicht für Volumenlizenzen, die Servern innerhalb derselben Serverfarm zugewiesen werden.

Die Neuzuweisung von Lizenzen über mehrere Serverfarmen hinweg ist nur nach Ablauf einer 90-Tages-Frist nach der letzten Zuweisung möglich.

Enrollment for Application Platform (EAP)

EAP ist ein flexibles und kosteneffizientes Lizenzprogramm zur Standardisierung von Microsoft-Anwendungsserversoftware im Unternehmen. Es kombiniert modernste Technologien und Tools, die Ihnen helfen, Ihre IT effizient zu gestalten mit den Mehrwerten einer „All-you-can-use“-Lösung.

Sie profitieren mit EAP von deutlichen Vergünstigungen gegenüber anderen Bezugsmodellen. Darüber hinaus können Sie für alle Lizenzen installierter Softwarekopien des gewünschten Produkts (so genanntes „Footprint“) z.B. SQL Server, Sharepoint Server oder Biztalk Server, die Sie bereits im Einsatz haben, zunächst direkt nur mit Software Assurance einsteigen, ohne dass vorab Lizenzkosten anfallen. Diese Footprint-Option besteht gänzlich unabhängig von der bereits lizenzierten Produktversion, dem Lizenzvertrag oder dem Lizenztyp (z.B. mit oder ohne Software Assurance).

Hier erfahren Sie mehr zu EAP und können sich über die Merkmale und Prozesse des EAP-Modells in einem dort verfügbaren Webcast informieren.

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