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Zentrale Datenplattform sorgt für mehr Transparenz im Gesundheitsmarkt

Zentrale Datenplattform sorgt für mehr Transparenz im Gesundheitsmarkt

Wohin geht die Reise auf dem Gesundheitsmarkt? Diese Frage stellen sich vor allem Klinikmanager. Um den künftigen Bedarf einschätzen zu können, mussten Krankenhäuser bislang selbst die Daten über Marktentwicklungen sammeln oder teuer einkaufen. Abhilfe schafft hier die KMS AG, Anbieter von Data-Warehouse-Lösungen für die Krankenhauswirtschaft. Das Unternehmen hat mit „EYE ON HEALTH“ eine Wissensplattform gestartet, die Krankenhäusern deutschlandweit detaillierte Brancheninformationen liefert. Als Basis von EYE ON HEALTH dient die Cloud Services-Plattform Microsoft SQL Azure. Die KMS-Kunden erhalten so beispielsweise die Möglichkeit, geografische Daten in die Wettbewerbsanalyse einfließen zu lassen. KMS bietet die Basisdienste kostenlos auf EYE ON HEALTH an, erst detaillierte Abfragen sind kostenpflichtig.

Krankenhäuser suchen heute verstärkt nach Möglichkeiten, sich besser zu vermarkten und neue Kundenkreise zu erschließen. Dazu benötigen sie Marktvergleichszahlen, Arztinformationen oder auch Bevölkerungsstatistiken. Diese helfen Klinikmanagern, Planungen für die geschäftliche Entwicklung zu erstellen. Jedoch sind klinikübergreifende Markt- und Unternehmensinformationen Mangelware. Die Daten müssen teuer eingekauft oder aufwendig gesammelt werden.

Um diese Daten zu speichern und zu verarbeiten, bietet KMS seinen Kunden ein Data-Warehouse an, das auf die Gesundheitsbranche zugeschnitten ist. „Doch der Aufwand ist enorm, die Datenbank regelmäßig mit neuen Marktzahlen zu aktualisieren“, erläutert Alois G. Steidel, Vorstandsvorsitzender der KMS AG. „Jede Klinik, jede Krankenversicherung und jeder Kostenträger betreibt bisher eine eigene Datenhaltung.“ Bei 400 betreuten Häusern summiert sich dieser Aufwand. Allein bis zu acht Wochen vergehen, um die häufigen gesetzlichen Änderungen per Update in die IT-Systeme einzupflegen.

Die individuelle Datenhaltung erschwert darüber hinaus jede Form der Analyse, die über das eigene Unternehmen hinausgeht. Viel gefragt ist beispielsweise ein Benchmark mit vergleichbaren Anbietern oder eine Marktübersicht zu einweisenden Ärzten. Bislang war stets KMS als Dienstleister gefordert, das Data-Warehouse mit externen Daten zu füttern. Als IT-Fachmann hat Steidel verfolgt, wie in den vergangenen Jahren die Möglichkeiten für Hosting immer ausgereifter wurden. Daher hatte er schon länger eine Idee: Ideal wäre es, stünden die Daten in einem zentralen Topf zur Verfügung. Alle Kunden könnten sich dort bedienen, die Administration wäre deutlich leichter. Auch könnte man die Daten besser kombinieren, was neue Services und Einblicke ermöglichen würde. Im Frühjahr 2010 kam Microsoft mit der Cloud-Datenbank SQL Azure auf den Markt. Schnell hat Steidel erkannt: „SQL Azure eröffnet uns die Möglichkeit, beliebige Daten aus der Gesundheitswirtschaft zu sammeln und an zentraler Stelle bereitzustellen. Technisch gesehen stellte sich der Realisierungsaufwand schnell als überschaubar heraus.“ Steidel setzt auf eine Mischung aus kostenlosen und kostenpflichtigen Daten. Und auf ein neues Geschäftsmodell: Basisdienste werden kostenlos angeboten. Steidel: „Unsere Kunden bezahlen bereits für Wartung und Pflege ihrer Systeme. Daher wollten wir erst einmal einen Mehrwert schaffen.“ Deswegen stehen einfachere Informationsangebote auf www.eye-on-health.com kostenlos zur Verfügung, für detaillierte Abfragen hingegen müssen Nutzer zahlen.

Viel Kreativität erforderte die Datenbeschaffung. Um eine hohe Aktualität zu geringen Kosten zu erreichen, sammelt KMS permanent Informationen aus unterschiedlichen Quellen. „Am Ende kommt es darauf an, die vielfältigen Daten unterschiedlicher Qualität mithilfe ausgeklügelter Algorithmen zu prüfen. Auf diese Weise bekomme ich einen aktuellen und brauchbaren Datenbestand“, erläutert Steidel. Um eine transparente Darstellung zu erhalten, entschied sich das Unternehmen, die Daten auf einer geografischen Karte darzustellen. Daher baut EYE ON HEALTH auf Bing Maps auf.

Großes Augenmerk legt KMS auf den Datenschutz. Im Gesundheitssektor gelten scharfe gesetzliche Bestimmungen, die Hürden sind höher als in anderen Branchen. Daher trennt die Architektur von EYE ON HEALTH sauber zwischen Public und Private Cloud: Unkritische Daten kommen aus der öffentlichen Azure-Datenbank und mischen sich erst in der Anwendung des Krankenhauses mit den sensiblen, intern vorgehaltenen Daten. Im öffentlichen Bereich von www.eye-on-health.com können Nutzer ohne Log-in auf die unkritischen Daten zugreifen; alle weiterführenden, schützenswerten Informationen hingegen sind rollenabhängig per Log-in gegen unbefugte Nutzung gesichert.

EYE ON HEALTH hat mittlerweile einen hohen Reifegrad erreicht. Das eröffnet vielfältige Einsatzszenarien. „Krankenhäuser etwa müssen oftmals ihre wirtschaftliche Situation plausibel darlegen, um Kredite für neue Geräte und Anlagen zu erhalten“, sagt Steidel. Üblicherweise wird dazu ein Qualitätsbericht erstellt, der die Leistungen mit denen der Mitbewerber im Umkreis von 100 Kilometern vergleicht. „EYE ON HEALTH zeigt einer Klinik bereits nach drei, vier Mausklicks, welche Leistungen heute etwa bei Hüftoperationen angeboten werden, wo die Patienten herkommen und welche Potenziale die Einzugsgebiete bergen“, erläutert Steidel. „Der Bericht aus EYE ON HEALTH braucht nur ausgedruckt werden. Dann kann er als Argumentationsgrundlage für Bankengespräche dienen oder an den Wirtschaftsprüfer gehen.“ Auch bei politischen Grundsatzentscheidungen hilft EYE ON HEALTH. Es kann beispielsweise die Diabetesrate einzelner Städte darstellen. Das ermöglicht Strukturanalysen, die den Bedarf an medizinischer Grundversorgung einer Region prognostizieren. So lassen sich Fragen der Zumutbarkeit erörtern, welche Leistungen noch wohnortnah angeboten werden oder ob Patienten eine 50 Kilometer weite Anfahrt zugemutet werden kann.

Die neue Plattform soll künftig auch neue Formen der Transparenz in der Krankenhausbranche eröffnen, insbesondere in Verbindung mit der geografischen Aufbereitung von Informationen. „Geomarketing gewinnt angesichts des hohen Wettbewerbsdrucks im Krankenhaussektor enorm an Bedeutung und hilft uns vor allem bei strategischen Fragen“, bestätigt Dr. Philipp Morakis, Leiter des Geschäftsbereichs Medizinisches Leistungsgeschehen und Controlling im Städtischen Klinikum Karlsruhe GmbH. „Beim Management von Einweisungen erweisen sich Geo-Informationen ebenfalls als hilfreich.“ Darüber hinaus profitieren sowohl Patienten als auch Investoren. „Patienten können sich künftig genau informieren, in welcher Entfernung es welche Klinik mit welchem Serviceportfolio und welcher Mortalitätsrate gibt“, erläutert Steidel. „Investoren wiederum erleichtert es eine solche Anwendung, das Marktumfeld zu analysieren und die Konkurrenzsituation bei geplanten neuen Angeboten zu prüfen.“

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