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Datenschutz ist ein Wettbewerbsfaktor

So beschämend die Spionageaffären bei Lidl, der Deutschen Bahn und der Deutschen Telekom für die Firmen auch sind - sie haben vor allem eines deutlich gezeigt: Unternehmen können heute nicht mehr leichtfertig mit den persönlichen Daten ihrer Mitarbeiter und Kunden umgehen, ohne dafür an den gesellschaftlichen Pranger gestellt zu werden. Die Sensibilität der Bevölkerung in Sachen Datenschutz steigt - gerade auch, was das Vertriebs- und Kommunikationsmedium Internet angeht..

Für Unternehmen stellt der ordnungsgemäße Umgang mit Kunden- und Mitarbeiterdaten mittlerweile ein Qualitätskriterium dar. „Datenschutz ist ein Wettbewerbsfaktor geworden - und zwar ohne jede Einschränkung“, betont Jo Groebel, Direktor des Deutschen Digital Instituts in Berlin. „Nur wer Konsumenten glaubhaft versichern kann, dass er für den Datenschutz eintritt oder sogar Vorreiter in seiner Branche ist, wird im schnelllebigen E-Business überleben“, prophezeit der Datenschutzexperte.

Doch von sicherheitssensiblen Unternehmen wie Banken einmal abgesehen, kommt der Datenschutz als Wettbewerbsfaktor in weiten Teilen der Wirtschaft bislang nicht vor. „Kaum ein Unternehmen wirbt heute aktiv damit, dass die Sicherheit von Daten bei ihm zuverlässig gewährleistet ist“, bedauert Groebel.

Die aktuellen politischen und gesellschaftlichen Diskussionen könnten dies ändern. Das Thema Datenschutz ist mitten in der Gesellschaft angekommen - das zeigt auch eine aktuelle Studie des Deutschen Digital Instituts. Gleichzeitig seien Internetnutzer aber auch immer häufiger bereit, persönliche Daten im Netz preiszugeben, so die Autoren der Studie.

Dabei wächst - unabhängig von Alter und Geschlecht - die Sorge vor einer zunehmenden digitalen Hilflosigkeit: „Die Unsicherheit darüber, was mit den eigenen Daten nach dem Kaufakt passiert, wächst“, erläutert Groebel. Oft verzichte der Kunde lieber auf Annehmlichkeiten und Service, als zu große Eingriffe in seine private Kommunikation zu gestatten, so der Datenschutzexperte. In einem begrenzten, überschaubaren Rahmen sind Verbraucher jedoch eher bereit, Informationen von sich preiszugeben.

Die Hinweise zum Datenschutz, die Unternehmen in ihren allgemeinen Geschäftsbedingungen festhalten, tragen bislang wenig dazu bei, das Vertrauen der Verbraucher zu stärken. „Das Internetrecht ist zu kompliziert“, poltert Andreas Jaspers, Geschäftsführer der Gesellschaft für Datenschutz und Datensicherung (GDD) e. V. in Bonn. „Die Unternehmen müssen diese langen Erklärungen aus rechtlichen Gründen abgeben. Doch lesen tut sie kaum jemand.“ Bei einer Onlinebestellung greifen nach Auskunft von Jaspers heutzutage drei gesetzliche Regelungen: das Telekommunikationsgesetz, das Telemediengesetz sowie das Bundesdatenschutzgesetz. Letzteres erlaube unter gewissen Umständen sogar die Weitergabe von Daten, so Jaspers.

Ein hilfreiches Argument in Sachen Datenschutz wäre nach Ansicht des Deutschen Digital Instituts ein „knallhartes Datenschutzgütesiegel für Unternehmen, das eine nachprüfbare und einforderbare Selbstverpflichtung der Branche enthält - eine Art Datenschutz-TÜV“, so Groebel. Dieses Gütesiegel sei aber letztlich nur ein Symbol dafür, was vorher an technischer und rechtlicher Infrastruktur geschaffen werden muss: nämlich klare Datenschutzvorgaben sowie klar definierte Maßnahmen, die man in wenigen Sätzen zusammenfassen kann. GDD-Geschäftsführer Jaspers sieht das anders. Er hält bereits ein Datenschutzgütesiegel für bestimmte Produkte und Dienstleistungen, wie die eines Call-Centers, für ausreichend.

Selbst Unternehmen, die bislang in ihrem Geschäftsfeld nicht mit Datenschutz konfrontiert sind, sollten überlegen, welche Rolle das Thema kurz- oder mittelfristig spielt. „Der Lebensmittelhandel könnte so etwas wie eine Kundenkarte viel schneller durchsetzen, wenn der Käufer sicher ist, dass seine Daten nicht missbraucht werden“, ist Groebel überzeugt.

Selbst eine prägnante Aussage wie: „Wir haben uns dem Datenschutz verschrieben“, kann als weicher Marketingfaktor Eindruck machen. „Ich würde aber jedes Unternehmen warnen, einen solchen Satz aufzuschreiben und sich dann nicht daran zu halten. Das wäre ein echter Imageverlust“, sagt Groebel.

In Sachen Internet besonders gefährdet sind derzeit Jugendliche, die regelmäßig persönliche Informationen in digitalen sozialen Netzwerken, wie Facebook oder MySpace, veröffentlichen. Viele von ihnen sind bereits Opfer von E-Bullying geworden, der Belästigung durch E-Mails oder Rufschädigung durch gefälschte oder kompromittierende Fotos. Zum Schutz von Minderjährigen hat die EU-Kommission in diesem Jahr die Initiative „Safer Internet Programm“ gegründet und stellt bis 2013 etwa 55 Millionen Euro bereit. In Luxemburg unterzeichneten 17 führende Netzwerkseiten die erste europäische Vereinbarung für besseren Schutz von Minderjährigen. Auf allen beteiligten Seiten soll es einen Knopf geben, mit dem die Nutzer Cyber-Mobbing per Mausklick melden können.

Technische Möglichkeiten wie diese gibt es viele, allein der Wille zählt. Softwarehersteller wie Microsoft bemühen sich, in ihren Lösungen einen nutzerfreundlichen und umfangreichen Datenschutz zu entwickeln. Optionen und Funktionen wie Benutzerkonten, digitales Rechtemanagement oder Sender-ID-Standards zur Abwehr von Spam können dafür sorgen, dass die Privatsphäre auch im digitalen Zeitalter einfach geschützt werden kann. Datenschutz ist Aufgabe eines jeden Verantwortlichen in der IT.

Microsoft Dialog

Christopher Anton

Executive Engagement Program, Microsoft Enterprise Marketing

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