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Flexibles Gaming-Backend mit Microsoft Azure

Früher mussten wir bei unserem Provider für neue Server mehrere Tage Wartezeit einkalkulieren, jetzt klappt das in wenigen Minuten.

Tobias Axenbeck, Technical Director

Logo des Kunden
Land
Deutschland
Branche
Dienstleistungen
Mitarbeiter
ca. 50.000
Arbeitsplätze
1-25 PCs
Projektdauer
4 Monate

Kundenprofil

Seit 2009 ist das Unternehmen Bytro Labs mit anspruchsvollen mobilen und Browser-basierten Spielen auf dem Markt. Hauptaugenmerk bei den Games der Hamburger Firma ist die technische Tiefe für maximalen Spielspaß.

Ausgangslage

Mit Topia Island hat Bytro Labs ein Cross-Plattform-Spiel für Browser und mobile Geräte entwickelt. Pferdefuß war das unflexible Backend mit nur einem dedizierten Server samt Datenbank. Auch das Konzept für Ausfallsicherheit und Backups war nicht optimal.

Eingesetzte Software und Services

  • Microsoft Azure

Lösung

Vom dedizierten Server stieg Bytro Labs auf Microsoft Azure Virtual Machines um. Drei virtuelle Maschinen stemmen flexibel den Nutzeransturm. Linux-Game-Server sowie die Cassandra Open-Source-Datenbank laufen ausfallsicher in einem Cluster.

Verbesserungen

Statt teure Server vorzuhalten, betreibt Bytro Labs ohne hohe Investitionen sein Online-Game auf Microsoft Azure. Das Backend skaliert bei minimalem Wartungsaufwand flexibel mit. Die Ausfallsicherheit wurde erhöht und die Backup-Strategie verbessert.

Vom Beruf Computerspiele-Entwickler träumen viele, die Gründer von Bytro Labs leben diesen Traum und haben ihr Startup zum gestandenen Unternehmen ausgebaut. Bytro Labs wurde 2009 von Felix Faber, Tobias Kringe und Christopher Lörken mit dem Ziel gegründet, ein Browser-Spiel zu entwickeln, das ihren eigenen hohen Ansprüchen genügen sollte. Innerhalb kurzer Zeit schufen sie das Echtzeit-Strategiespiel "Supremacy 1914", das über 3,5 Millionen Spieler in 15 verschiedenen Sprachen begeistert und gleich zum "Browsergame of the Year" gekürt wurde. Das sollte nicht der letzte Preis für Bytro Labs gewesen sein, aktuell wurde das Casual Cross-Plattform-Spiel Topia Island als das beste Indie-Spiel des Jahres ausgezeichnet. "Topia Island würde noch richtig durchstarten, das wussten wir", erklärt Tobias Axenbeck, Technical Director bei Bytro Labs. "Doch dafür ist ein flexibel skalierbares Game-Backend nötig, das hatten wir im Dezember 2013 nicht".
Bild zum Text des Kunden

Das Casual Cross-Plattform-Spiel Topia Island wurde als das beste Indie-Spiel des Jahres ausgezeichnet.


Angefangen haben die Macher von Bytro Labs mit nur einem dedizierten Linux-Server, auf dem Game-Server und Datenbank von Topia Island gehostet wurden. "Damit konnten wir den Spielbetrieb für ein paar Tausend Nutzer stemmen", sagt Axenbeck. Möglich war das, weil das nötige Setup als Java-Prozess mit angeschlossener Cassandra Open-Source-Datenbank schlank implementiert ist. Das Hauptproblem war aber, dass jede dedizierte Maschine irgendwann an Kapazitätsgrößen stößt. Weil es dann nicht möglich ist, schnell neue Server dazuzustellen, muss ein Betreiber eines Spiel in der Regel höhere Serverkapazitäten vorhalten. "Ein nicht ausgelasteter Server verursacht aber unnötig Kosten", weiß Axenbeck. "Wir haben generell unsere Backend-Strategie überdacht, weil wir einerseits eine bessere Skalierbarkeit wollten und andererseits auch ein besseres Konzept für die Ausfall- und Datensicherheit nötig war". Erste Gespräche mit Microsoft führte Bytro Labs anlässlich des Launches der Windows Store App für Topia Island. "Schnell waren wir mit den Experten von Microsoft einer Meinung, dass Infrastructure as a Service technisch die richtige Strategie für ein flexibles Backend ist", sagt Axenbeck. Stephan Harms, Senior Partner Business Evangelist Gaming bei Microsoft, war beim Erstkontakt mit Bytro Labs dabei: "Microsoft Azure Virtual Machines passt wie die Faust auf´s sprichwörtliche Auge der Backend-Anforderungen von Bytro Labs. Besonders begeistert war das Team von der einfachen und schnellen Bereitstellung virtueller Server und der Inbetriebnahme". "Dass Microsoft Azure sehr flexibel bei der Unterstützung von virtuellen Maschinen ist und sogar Linux-Systeme hosten kann, hat unsere Migration enorm vereinfacht", sagt Axenbeck. Aber auch jenseits der Technik gibt es Vorteile: "Wir konnten ohne hohe Investitionen mit Azure starten, das Backend und auch die Server-Kosten skalieren jetzt mit dem Erfolg von Topia Island", erklärt Axenbeck. Nur bei höherer Auslastung durch zusätzliche, aktive Spieler steigen die Kosten des Backends.

Da die Spieler von Topia Island nichts vom Umzug zu Microsoft Azure mitkriegen sollten, hat Bytro Labs die Clients so verteilt, dass sie mit beiden Server-Umgebungen zurechtkommen. "Unsere dedizierte Server-Umgebung lief einfach weiter, parallel haben wir dann das Backend in Microsoft Azure Virtual Machines aufgebaut", erklärt Axenbeck. Vor dem Umstieg auf das neue System wurden die Spielstände aus der Datenbank überspielt. Besonders beeindruckend für den Cheftechniker war dabei, dass es letztendlich nur 15 Minuten Downtime durch den Umzug gab. Einziger Grund für die Downtime: Das Spiel wurde angehalten, damit die in den letzten 24 Stunden gesicherten Spielstände aus der Datenbank kopiert werden konnten. Dann wurde der Schalter von den dedizierten Servern auf Microsoft Azure umgelegt und Topia Island lief mit neuem Backend weiter.

Die neue Infrastruktur auf Microsoft Azure ist jetzt deutlich leistungsfähiger und flexibler als der alte, dedizierte Server. Topia Island stehen aktuell drei virtuelle Maschinen zur Verfügung, die über Loadbalancer angesteuert werden. Ist mehr Server-Power nötig, weil mehr Spieler angemeldet sind, fährt auf Wunsch innerhalb von nur zwei Minuten eine neue virtuelle Maschine hoch. "Früher mussten wir bei unserem Provider für neue Server mehrere Tage Wartezeit einkalkulieren, jetzt klappt das in wenigen Minuten", erklärt Axenbeck den größten Vorteil von Microsoft Azure. Die Datenbank ist

ausfallsicher als Cluster angelegt, sodass Spieler bei einem Datenbank-Crash nichts mitkriegen, weil die zweite Instanz sofort übernimmt. "Auch das Backup-Konzept überzeugt uns auf ganzer Linie", sagt Axenbeck. Regelmäßig werden von den virtuellen Maschinen Snapshots mit dem aktuellen Stand erstellt.

"Microsoft Azure bringt genau die Flexibilität und Offenheit, die wir als Spieleentwickler brauchen. Technik und Wirtschaftlichkeit der Plattform stimmen", sagt Axenbeck. Die nächsten Schritte sind schon geplant. Als nächstes Feature will Bytro Labs das sogenannte Autoscaling einrichten, bei dem das Zu- und Abschalten virtueller Maschinen automatisch nach vorher definierten Regeln erfolgt. "Bisher steuern wir diesen Prozess noch manuell", sagt Axenbeck. Nach diesem Schritt kann sich Bytro Labs noch stärker auf die Spieleentwicklung konzentrieren.