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Über Lizenzierung

Lizenzierung virtueller Umgebungen

Licensing for Virtual Environments

Ein stetig steigendes Volumen an Transaktionen und Informationen stellt die IT-Infrastruktur von Unternehmen vor immer neue Herausforderungen. Die Optimierung der IT-Kapazitäten, höhere Verfügbarkeit und Flexibilität, Kostenreduktion und Green IT – dies sind Ziele, die auch im Jahre 2011 bei vielen Unternehmen im Fokus stehen.
Wie kann dies erreicht werden? Dank der Microsoft Virtualisierungslösungen lassen sich vorhandene Systeme nicht nur schnell und einfach konsolidieren, auch Kapazitäten eingesetzter Serversysteme lassen sich besser ausschöpfen. Gleichzeitig sinkt der Stromverbrauch und damit vermindern sich die Betriebskosten.

Auch den Anforderungen an eine höhere Verfügbarkeit wird Virtualisierung gerecht, denn Systeme können schnell wiederhergestellt oder einfach auf andere Hosts geschoben werden. Aber wie ist die Software in einer virtuellen Umgebung zu lizenzieren?

Windows Virtual Desktop Access (Windows VDA)

Hinter Windows Virtual Desktop Access (Windows VDA) verbirgt sich die Lizenzierung eines virtuellen Windows-Desktop-Betriebssystems.

Abonnementlizenz

Windows VDA ist eine Abonnementlizenz, das heißt, Sie erhalten mit VDA ein temporäres Nutzungsrecht an einem virtuellen Windows-Desktop-Betriebssystem bis zum Ablauf des Abonnements. Eine Windows VDA-Lizenz wird einem spezifischen Gerät zugewiesen. Die Lizenz kann jedoch nach Ablauf von 90 Tagen auch dauerhaft einem neuen Gerät zugewiesen werden. Liegt ein Hardware-Fehler vor, kann die Lizenz auch vorzeitig neu zugewiesen werden. Windows VDA wird als eigenständige Lizenz unter den Microsoft-Volumenlizenzprogrammen (mit Ausnahme von Open License) angeboten. Für Kunden mit Software Assurance-Abdeckung des Windows-Desktops steht die VDA-Lizenz während der Software Assurance-Laufzeit als kostenfreier Service zur Verfügung.

Flexibler, virtueller Einsatz

Mit Windows VDA können die Windows-Versionen Windows 7/Windows Vista/Windows XP auf virtuellen Maschinen (Virtual Machines, VMs) in verschiedenen Kombinationen aus Hardware und Storage installiert werden. Sie können dabei uneingeschränkt zwischen Servern und Storages verschoben werden.

Mit Windows VDA gewinnt der Hauptnutzer eines Windows VDA-Geräts an Mobilität. Eine Windows VDA- Lizenz wird zwar einem spezifischen Gerät zugewiesen, aber dank eines erweiterten Windows VDA Roaming Use-Rechts kann der Hauptnutzer dieses Geräts auf bis zu vier virtuelle Desktops von jedem beliebigen Gerät aus außerhalb des Unternehmensnetzwerks zugreifen, wie beispielsweise von einem privaten Heim-PC oder einem öffentlichen PC aus.

Software Assurance Services

Windows VDA beinhaltet Software Assurance (SA) Services wie unter anderem:

  • Technischen Support 24x7, Trainingsgutscheine oder

  • Rechte auf die Premium-Edition Windows Enterprise

  • Zudem besteht das Recht, Produkte zu lizenzieren, die exklusiv Software Assurance-Kunden zur Verfügung stehen (z.B. Microsoft Desktop Optimization Pack (MDOP)).

Volumenaktivierung

Die Dynamik des Einsatzes von virtuellen Desktops wird durch die KMS/MAK-Volumenaktivierung unterstützt.

Einsatz virtueller Instanzen von Desktop-Applikationen

Wurde eine Desktop-Applikation wie Office, Visio oder Project mit Software Assurance lizenziert, erhält der Hauptnutzer des lizenzierten Geräts ein so genanntes Roaming-Use-Recht. Er ist damit berechtigt, von jedem beliebigen Gerät außerhalb des Unternehmensnetzwerks aus auf die virtuelle Instanz der Microsoft-Desktop-Applikation zuzugreifen. Zu den beliebigen Geräten zählen beispielsweise der Heim-PC des Mitarbeiters, PCs in Internet Cafés oder auch andere öffentliche PCs.

Greift ein Hauptnutzer eines mit Software Assurance für die entsprechende Desktop-Applikation lizenzierten Geräts innerhalb des Unternehmensnetzwerks von verschiedenen PCs aus auf eine virtuelle Instanz der Desktop-Applikation zu, so müssen alle Geräte innerhalb des Unternehmens, von welchen aus der Zugriff erfolgt, über eine Lizenz für die entsprechende Desktop-Applikation verfügen. Software Assurance wird in diesen Fällen nicht vorausgesetzt.

Server-Virtualisierung

Die Server-Virtualisierung verleiht der IT-Infrastruktur Ihres Unternehmens mehr Agilität und hat das Ziel, ein dynamisches Rechenzentrum zu realisieren. Durch die flexible Platzierung von virtuellen Maschinen werden die im Rechenzentrum vorhandenen Hardware-Ressourcen dynamisch ausgelastet. Dadurch kann der bestehende Pool an physischen Hosts kontinuierlich mit hoher Auslastung betrieben werden.

Wie können Sie ein dynamisches Rechenzentrum lizenzieren?

Windows Server 2008 R2

Die richtige Wahl der Windows Server-Edition ist sowohl für den Einsatz des Windows Server-Betriebssystems in einer virtuellen Umgebung als auch für die Anzahl der zusätzlich eingesetzten virtuellen Instanzen der Windows Server-Software ausschlaggebend.

Die Datacenter-Edition des Windows Server bietet hierbei die größte Flexibilität mit einer unbeschränkten Anzahl virtueller Instanzen.

Der folgenden Tabelle können Sie die Anzahl erlaubter Instanzen für jede Betriebssystemlizenz entnehmen:

BetriebssystemErlaubte Instanzen in physischen und virtuellen OSEs auf einem einzelnen Server
Windows Server 2008 R2 Standard und Windows MultiPoint Server 2010 Academic1* + 1
Windows Server 2008 R2 Enterprise1* + 4
Windows Server 2008 R2 Datacenter1 + Unbeschränkt
Windows Small Business Server 2011 Standard1* oder 1

*Falls die Höchstzahl der zulässigen Instanzen ausgeführt wird, darf die Instanz in der physischen OSE nur verwendet werden, um die Hardware-Virtualisierungssoftware auszuführen, Hardware-Virtualisierungsdienste bereitzustellen oder um die Software für die Verwaltung und Wartung von OSEs auf dem lizenzierten Server auszuführen.

Neben dem Einsatz der Serverlizenz (bzw. der Prozessorlizenz im Falle des Windows Server 2008 R2 Datacenter) benötigen alle Serverbetriebssystem-Produkte eine CAL für alle Nutzer oder Geräte, die auf die Serversoftware zugreifen.

SQL Server 2008 R2

Pro-Prozessor-Lizenzmodell

Wird SQL Server 2008 R2 nach dem Pro-Prozessor-Lizenzmodell lizenziert, ist für den Einsatz der Software in einer virtuellen Betriebssystemumgebung (OSE) zu beachten, dass die Anzahl der virtuellen OSEs, in denen SQL Server 2008 R2 eingesetzt und genutzt werden, von den folgenden Kriterien abhängig ist:

  • Welche SQL Server 2008 R2-Edition wurde lizenziert?

  • Wurden alle physischen Prozessoren des Servers lizenziert?

Werden alle physischen Prozessoren des Servers nach dem Pro-Prozessor-Lizenzmodell lizenziert, können SQL Server-Instanzen in einer bestimmten Anzahl an OSEs, wie in der folgenden Tabelle aufgeführt, eingesetzt werden:

Edition (alle Prozessoren lizenziert)Anzahl der OSEs in der SQL Server genutzt werden darf
SQL Server 2008 R2 Datacenter1 physische OSE und beliebig viele virtuelle OSEs
SQL Server 2008 R2 EnterpriseBis zu 4 OSEs pro Lizenz

Achtung: Wird nur ein Teil der physischen Prozessoren auf dem Server lizenziert, ist die Anzahl an virtuellen Prozessoren, die jede virtuelle OSE unterstützen, und an Prozessorkernen (Cores) pro physischen Prozessor festzuhalten. Üblicherweise besitzt jeder virtuelle Prozessor sein Äquivalent in Form eines Prozessorkerns.

Edition Anzahl der OSEs in der SQL Server genutzt werden darf
SQL Server 2008 R2 Standard und Workgroup Jede Serverlizenz erlaubt, die Software in einer physikalischen oder virtuellen OSE einzusetzen.
SQL Server 2008 R2 Enterprise Jede Serverlizenz erlaubt, die Software in bis zu vier physikalischen und/oder virtuellen OSEs einzusetzen.

Bitte beachten Sie, dass Zugriffe von Nutzern oder Geräten in diesem Modell immer lizenziert werden müssen. Ob der SQL Server oder nur einzelne Komponenten in einer physischen oder virtuellen OSE laufen, ist hierbei ohne Belang.

Erweiterte Nutzungsrechte mit Software Assurance (SA)

Ist die SQL Server Enterprise-Edition durch SA abgedeckt, erhalten Kunden bis zur nächsten SQL Server-Version folgende zusätzliche Nutzungsrechte:

  • SQL Server Enterprise (Server/CAL-Modell): Ausführung einer beliebigen Anzahl an Instanzen der SQL Server 2008 R2 Enterprise-Software in einer physischen OSE und einer beliebigen Anzahl virtueller OSEs auf einem lizenzierten Server.

  • SQL Server Enterprise (Pro-Prozessor-Modell): Eine Instanz der SQL Server 2008 R2 Enterprise-Software kann in einer physischen OSE und in einer beliebigen Anzahl virtueller OSEs auf einem lizenzierten Server ausgeführt werden.

    Windows Server 2008 R2-Lizenzierung

System Center Management Server

Auch für die Editionen der System Center-Produktfamilie gilt: Bevor Sie eine Instanz der Serversoftware unter einer Softwarelizenz ausführen, müssen Sie diese Lizenz einem Ihrer Server zuweisen. Dieser Server gilt dann als der lizenzierte Server für die entsprechende Lizenz. Eine Hardware-Partition oder ein Blade-Server gilt in diesem Zusammenhang als separater Server.

Für jede Serversoftwarelizenz des System Center-Produkts, die Sie zuweisen, sind Sie berechtigt, jederzeit eine beliebige Anzahl an Instanzen der Serversoftware gleichzeitig in einer physischen oder virtuellen OSE auf dem lizenzierten Server auszuführen.

Die Lizenz-Mobilität des Applikations-Servers (wie unter "Lizenz-Mobilität" beschrieben) greift hier nicht. Eine Serverlizenz darf nicht kurzzeitig (das heißt, nicht innerhalb von 90 Tagen nach der letzten Zuweisung) neu zugewiesen werden. Liegt ein dauerhafter Hardware-Fehler vor, sind Sie selbstverständlich dazu berechtigt, eine Softwarelizenz früher neu zuzuweisen.

Für die verwalteten physischen oder virtuellen Maschinen müssen so genannte Management-Lizenzen erworben werden.

Windows Server 2008 R2-Lizenzierung

Lizenzmobilität für Applikations-Server

Was heißt Lizenzmobilität?

Die Lizenzmobilität verleiht Ihnen das Recht, Software- und externe Connector-Lizenzen innerhalb einer Serverfarm jederzeit neu zuzuweisen. Das Verbot der kurzzeitigen Neuzuweisung gilt also nicht für Software- und externe Connector-Lizenzen, die Servern innerhalb derselben Serverfarm zugewiesen werden.

Eine Serverfarm besteht hierbei aus maximal zwei Rechenzentren, die physisch wie folgt angeordnet sein müssen:

  • In einer Zeitzone, die maximal vier Stunden von der örtlichen Zeitzone des anderen Rechenzentrums entfernt ist (Koordinierte Weltzeit (UTC) und nicht DST) und/oder

  • innerhalb der Europäischen Union (EU) und/oder der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA).

Jedes Rechenzentrum darf nur zu einer Serverfarm gehören. Es ist aber möglich, ein Rechenzentrum von einer Serverfarm einer anderen Serverfarm neu zuzuweisen. Dies ist jedoch nicht kurzzeitig möglich. In diesem Fall muss eine Karenzzeit von 90 Tagen nach der letzten Zuweisung eingehalten werden.

Diese Regelung gilt unter anderem für Dynamics CRM 4.0 Professional und Enterprise Server, Exchange Server 2010 Standard und Enterprise, Exchange Server 2007 Standard für Small Business, SharePoint Server 2010, Forefront Identity Manager 2010, Forefront Unified Access Gateway 2010, Project Server 2010, SQL Server 2008 R2 (im Server-pro- CAL-Modus lizenziert).

Eine Liste der Server-Produkte, für die die oben dargestellte Lizenzmobilität greift, können Sie den aktuellen Produktbenutzungsrechten entnehmen.

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