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Zahlen & Fakten: Quo vadis Bildungsrepublik?

10.06.2010

Infratest-Umfrage unter Eltern, Schülern und Lehrern im Auftrag von Microsoft


Im Februar 2010 befragte TNS Infratest im Auftrag von Microsoft Lehrer, Eltern und Schüler, wie es aktuell um die Bildung in Deutschland steht.
 
Die Ergebnisse waren ernüchternd:
 
Unser Bildungssystem ist noch nicht in der Informationsgesellschaft angekommen.
 
61 Prozent der Schüler geben an, dass der Einsatz von PC und Internet im Unterricht die Ausnahme sei.

Die Modernisierung der Bildung stagniert. Das bedeutet schlechtere Zukunftschancen für jeden Einzelnen – und für das ganze Land.

Eine einhellige Meinung ist: Schulen brauchen mehr IT.
 
Hier die Ergebnisse der Befragung im Einzelnen:
 
  • IT gehört auf den Stundenplan. Darin sind sich Eltern, Lehrer und Schüler einig.
    90 Prozent der Mütter und Väter sowie 86 Prozent der Lehrer meinen, Kinder und Jugendliche sollten in der Schule den Umgang mit Computer, Internet und Software lernen. Dabei ist ihnen IT-Wissen wichtiger als Literatur: Kenntnisse über deutsche Dichter und Denker bewerten nur 45 Prozent der Eltern und zwei Drittel der Lehrer als zentral.
 
  • Eltern und Kinder halten IT-Kompetenz für eine Schlüsselqualifikation.
    92 Prozent der Eltern meinen, sie sei grundlegend, um sich in der Informationsgesellschaft zurechtzufinden. 85 Prozent sind der Ansicht, dass ohne gute Computerkenntnisse die Chancen auf einen Arbeitsplatz schlecht stehen (Kinder fast 75 Prozent). Dennoch sieht sich nur rund die Hälfte (53 Prozent) der Eltern in der Pflicht, IT-Wissen zu vermitteln. 42 Prozent weisen diese Aufgabe den Schulen zu. Diese Meinung vertreten auch Lehrer. So stimmen 95,7 Prozent der Lehrer der Aussage „ Es sollte Aufgabe der Schule sein, Schüler auf den Umgang mit Computer und Internet vorzubereiten“ voll und ganz oder eher zu.
 
  • Der Einsatz von IT im Unterricht solle ausgeweitet und verbessert werden.
    Das fordern 83 Prozent der Lehrer. Denn der Umgang mit Computer und Internet fördere das eigenverantwortliche Arbeiten der Schüler (68 Prozent). Auch halten nahezu 90 Prozent der Lehrer die Fähigkeit der Recherche und Bewertung von Informationen im Internet sowie Kenntnisse zum Aufbereiten und Präsentieren eigener Arbeiten am Computer für wichtig oder sehr wichtig. 75 Prozent der Lehrer setzen daher Computer gelegentlich oder häufig im Unterricht ein – nur zwei Prozent mehr als 2007. Eine mögliche Ursache ist, dass sie bei der Weiterbildung auf sich gestellt sind: 91 Prozent der Lehrer müssen sich ihr Wissen über Computer und Internet selbst erarbeiten. Dennoch erfreulich: Die Nutzung anderer „Neuer Medien“ wie Beamer, Internet oder Lernsoftware hat in den vergangenen 2 Jahren zugenommen. Immerhin knapp 60 Prozent der Lehrer greifen im Unterricht auf Beamer zu – eben so viele setzen Lernsoftware ein.
 
  • Die Schüler fühlen sich allein im Netz.
    Nur 39 Prozent der Schüler geben an, in der Schule den Umgang mit Computer und Internet zu lernen. Und rund ein Fünftel der Schüler (20,5 Prozent) nutzt in der Schule gar keinen Computer und kein Internet. Dabei macht Lernen mit IT aus Sicht der Jugendlichen mehr Spaß (87 Prozent) und fällt leichter (76 Prozent).  Nahezu 100 Prozent der Schüler nutzen jedoch in ihrer Freizeit Computer und Internet. Kein Wunder also, dass Drei Viertel der Schüler meinen, sich besser mit Computern auszukennen, als ihre Lehrer.
 
  • Eltern wünschen sich einen stärkeren Austausch mit ihrer Schule im Internet.
    58,9 Prozent der Eltern stimmen der Aussage „Die Schule sollte die Eltern im Internet stärker informieren und eine Plattform zum Austausch schaffen“ voll und ganz oder eher zu. Auch sagen.sie, dass sie ihre Kinder besser unterstützen könnten, wenn die Schule online über den aktuellen Lernstoff informieren würde (67 Prozent). 76 Prozent der Eltern wären gerne besser über Lehrpläne, Unterrichtsgestaltung sowie aktuelle Entwicklungen an der Schule ihres Kindes informiert.
 

Fazit
 
Über die Bedeutung von IT in Schulen sind sich Lehrer, Schüler und Eltern in weiten Teilen einig. Was fehlt, sind klar strukturierte Lehrpläne sowohl auf Seiten der Lehrerausbildung als auch der Schülerausbildung. Das Lehramtsstudium vermittelt zu wenige IT-Kenntnisse, dieser Aussage stimmt fast die Hälfte (49,5 Prozent) der Lehrer voll und ganz oder eher zu. Auch stimmen 56,3 Prozent der Lehrer der Aussage „Es gibt zu wenige Weiterbildungsangebote zum Thema Computer und Internet für Lehrer“ voll und ganz oder eher zu. Und 62,3 Prozent der Lehrer finden, dass IT-Weiterbildungen zu selten statt finden und nicht Schritt mit der rasanten Entwicklung halten.

Gesamtanschläge: 4608

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