Am 21. März diskutierten wir auf dem vierten Forum unserer Veranstaltungsreihe zu Cloud Computing die Chancen und Potenziale dieser Technologie für die Wirtschafts- und Arbeitswelt. Durch die Bereitstellung von IT-Infrastruktur und Serverkapazitäten aus der Cloud können Kosten gespart und betriebsinterne Abläufe effizienter gestaltet werden. "In zehn Jahren ist das Arbeiten in der Cloud eine Selbstverständlichkeit", antwortete der Bundestagsabgeordnete Garrelt Duin auf die Frage, welche Chancen er für die Cloud-Technologie sehe. Durch den zeit- und ortsunabhängigen Zugriff auf Daten werden Strukturen bei Arbeit und Beschäftigung neu geordnet. Diesen Strukturwandel will die Politik positiv begleiten, so der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD.

Eine deutliche Hebelwirkung der Cloud für den Wirtschaftsstandort Deutschland stellte auch Dr. Möbius vom Bundesverband der deutschen Industrie (BDI) fest. Dies liege darin begründet, dass Cloud-Infrastrukturen einfach bereitzustellen seien, wodurch sich Investitionen lohnen, die die Wirtschaft ankurbeln. Ohne geeignete IT-Infrastruktur kann ein Unternehmen am Markt heute kaum noch bestehen. Da die Anschaffung eigener Computernetzwerke gerade für Start-Ups einen hohen Kostenfaktor darstellt, verringert die bedarfsgerechte Anmietung von Cloud-Infrastruktur Markteintrittsbarrieren.

Durch "Coworking" – virtuelle Arbeitsräume in der Cloud – wird grenzüberschreitendes Arbeiten zur Realität. In einer globalisierten Welt bietet diese Form des Arbeitens enorme Vorteile. Dass durch Cloud-Technologien Teamwork über räumliche Grenzen hinweg möglich wird, zeigte Gründerin Andrea Wittek am Beispiel ihres Unternehmens, das mit Hilfe von Cloud-Plattformen in London, Berlin und Augsburg gemeinsam an Projekten arbeite. Die Jungunternehmerin betonte in diesem Kontext die Kostenersparnis, die gerade für Unternehmen in der Gründungsphase ein wesentlicher Faktor sei.

Nicht nur in Betrieben kann das Teilen von Daten in der Cloud das tägliche Arbeiten erleichtern – auch in der Wissenschaft lassen sich durch koordinierte Coautorenschaften Qualitätsverbesserungen in Publikationen erzielen. Professor Wagner vom DIW hielt trotz mancher Skepsis fest, dass die Zahl der Publikation dadurch deutlich gestiegen sei.

Zum Abschluss unterstrich Konrad Klingenburg vom DGB seine positive Sichtweise auf die Cloud mit den Worten: "Wir sollten aufhören, die Gefahren der grauen Wolke an die Wand zu malen". Durch Cloud Computing werden neue Arbeitsplätze geschaffen, Wettbewerbsvorteile entstehen und flexibles Arbeiten ermöglicht. Für Arbeitnehmer wird ein auf individuelle Bedürfnisse zugeschnittenes Arbeiten Realität. Mit dieser neuen Freiheit müsse man allerdings auch lernen umzugehen: die richtige Balance zwischen Beruf und Freizeit sollte stets gehalten werden.

Cloud Computing hält sowohl für den Wirtschaftsstandort Deutschland als auch für die moderne Arbeitswelt zahlreiche Chancen und Potenziale bereit. Nun gilt es, Rahmenbedingungen zu schaffen, die die Nutzung neuer Technologien unterstützen und fördern. Dazu müssen Wirtschaft und Politik gemeinsam das Vertrauen in neue Technologien stärken.