Auf die Annehmlichkeiten des Internets möchte heute niemand mehr verzichten. Dafür bietet das World Wide Web zu viele Chancen. Ob als Informationsquelle, Kontaktmedium oder wirtschaftliches Betätigungsfeld: Die digitale Welt trägt entscheidend zum Fortschritt unserer Gesellschaft bei.

Unternehmen tragen eine besondere Verantwortung für Kundendaten

Der Austausch und die Nutzung von Daten sind dabei allgegenwärtig. Grundsätzlich bestimmt jeder Einzelne selbst, welche auf seine Person bezogenen Informationen er weiter gibt. Für die Sicherheit der sensiblen Kundendaten tragen vor allem die Unternehmen eine besondere Verantwortung. "Microsoft hat den Datenschutz zur obersten Priorität erklärt und in den vergangenen Jahren interne Datenschutzrichtlinien entwickelt, die bei der Entwicklung aller Produkte gelten. Ein Ziel dabei ist, Verbrauchern die Kontrolle über ihre persönlichen Informationen zu geben", sagt Dr. Severin Löffler, Senior Director Legal and Corporate Affairs von Microsoft Deutschland.

Schutz durch hochentwickelte Sicherheitstechnologien

Doch auch die Internetnutzer sind aktiv zur Selbsthilfe aufgefordert, wenn es darum geht, ihre Daten vor unbefugtem Gebrauch Dritter zu sichern. Mithilfe moderner Softwareprogramme können sich die Anwender immer besser gegen mögliche Risiken aus dem Internet schützen. Trotz dieser hochentwickelten Sicherheitstechnologien gehen die Internet-Nutzer noch zu sorglos und nachlässig mit ihren persönlichen Angaben in der virtuellen Welt um - das beweist die TNS-Umfrage "Umgang mit persönlichen Daten und Datenschutz im Internet", die Microsoft seit 2009 jährlich in Auftrag gibt.

Internetnutzer ergreifen immer seltener Vorsorgemaßnahmen

In diesem Jahr zeigt sie auf, dass die Anwender im Gegensatz zu den beiden Vorjahren immer seltener Vorsorgemaßnahmen zum Schutz ihrer Daten ergreifen. So ist die Anzahl der Verbraucher, die regelmäßig Virenprogramme aktualisieren, von 86,2 Prozent auf 79,5 Prozent gesunken. Stattdessen steigt die freiwillige Preisgabe von Daten bis zu 15 Prozent! Darüber hinaus hat jeder Vierte der Befragten keine Firewall auf seinem Rechner installiert. Ebenfalls alarmierend: Fast 30 Prozent der Anwender öffnen Mails von unbekannten Absendern.

Die Sorge vor Datenmissbrauch steigt

Die Studie belegt jedoch auch: Obwohl ein nachlässiger Umgang mit dem Datenschutz besteht, nimmt die generelle Sorge vor Datenmissbrauch bei Verbrauchern zu. Wirtschaft und Politik stehen deshalb vor der Herausforderung, die Internetnutzer für einen besseren Schutz ihrer persönlichen Daten zu sensibilisieren.

Verbrauchern verständlich aufzeigen, was sie selber tun können

Ein erster entscheidender Ansatz dafür ist es, dass die Verbraucher die technischen Möglichkeiten nutzen, die von der Internet- und Softwareindustrie zur Verfügung gestellt werden. "Es ist wichtig, den Anwendern einfach und verständlich aufzuzeigen, was sie selbst tun können. Anbieter müssen darauf achten, ihre Datenschutzgrundsätze transparent darzustellen. Der Nutzer muss Herr seiner Daten sein. Microsoft hat dafür beim Internet Explorer 9 den ‚Tracking Schutz‘ entwickelt, der die Privatsphäre des Internetnutzers schützt", erklärt Dr. Löffler weiter.



Stärkerer Datenschutz durch Warnsignale im Internet

Die geplante Auditierung von Datenschutz-Standards und Vergabe von freiwilligen Gütesiegeln durch die von der Politik beschlossene Stiftung Datenschutz ist ebenfalls ein wichtiger Beitrag zu mehr Verbrauchervertrauen, Datenschutz und Datensicherheit.

Den von 52 Prozent der Befragten geäußerten Wunsch nach Einführung von Warnsignalen findet deshalb bei Dr. Severin Löffler volle Unterstützung: "Die von der Bundesregierung geplante Stiftung Datenschutz muss schnell ihre Arbeit aufnehmen, um Aufklärungsarbeit zu leisten und über Gütesiegel vertrauenswürdige Angebote im Netz zu fördern."

Datenschutzrecht muss sich den technischen Entwicklungen anpassen

Die raschen technologischen Entwicklungen bieten den Nutzern enorme Möglichkeiten, stellen aber den Gesetzgeber immer wieder vor neue Herausforderungen. Das Problem: Seit Mitte der 1970iger Jahr hat sich der rechtliche Rahmen für den technischen und organisatorischen Datenschutz in Deutschland kaum verändert und beruht immer noch auf dem Bild der Informationstechnik der damaligen Zeit. Um dem globalen Fortschritt gerecht zu werden, ist es daher von entscheidender Bedeutung, das bestehende Datenschutzrecht an die Erfordernisse der heutigen Informationsgesellschaft anzupassen - das fordern auch über 70 Prozent der befragten Studienteilnehmer.

Technologische Entwicklungen dürfen nicht ausgebremst werden

Immer noch laufen neue Technologien wie zum Beispiel das Cloud Computing Gefahr, mit dem Datenschutzargument ausgebremst zu werden, obwohl unmittelbar keine persönlichen Rechte betroffen sind. Zentrales Ziel muss es deshalb sein, einen Rechtsrahmen zu entwickeln, der die Zukunftsfähigkeit des Technologiestandorts Deutschland gewährleistet und der nicht dazu führt, dass Unternehmen ins Ausland abwandern. Dazu Prof. Dr. Jo Groebel, Direktor des Deutschen Digital-Instituts:"Wirtschaftlicher und technologischer Fortschritt wie Cloud Computing darf nicht durch langwierige Datenschutz-Bewertungsabläufe verhindert werden. Denn das Ausbremsen solcher Innovationen würde sich negativ auf den Wirtschaftsstandort Deutschland auswirken. Ziel in der modernen Informationsgesellschaft sollte es sein, auf jeweilige Problemstellungen passgenaue Antworten zu finden."