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Initiative „Mein Papa liest vor!“ jetzt auch in Berlin

Initiative „Mein Papa liest vor!“ jetzt auch in Berlin

Artikel vom 07.04.2014

Mit Buchklassikern für kleine Leseratten wie „Die kleine Raupe Nimmersatt“, „Pippi Langstrumpf“ oder „Der Räuber Hotzenplotz“ wissen Familienväter nur wenig anzufangen. Denn Männer sind Vorlesemuffel, wie die Stiftung Lesen in einer im Oktober 2013 veröffentlichten Studie herausgefunden hat.

Während 29 Prozent der Mütter sich mit ihren Kindern jeden Tag in ein Buch vertiefen, machen dies nur neun Prozent der Väter. Gerade Jungen fehlt damit ein männliches Rollenvorbild für das Lesen. „Viele Jungen empfinden Lesen als ‚uncool‘, weil für sie Lesen ‚weiblich‘ ist. Tatsächlich sind es meistens die Mütter, Erzieherinnen oder Großmütter, die den Kindern vorlesen“, erklärt Dr. Jörg Maas, Hauptgeschäftsführer von Stiftung Lesen.

„Mein Papa liest vor!“ jetzt auch in Berlin

Dies soll sich in Zukunft ändern: Das Projekt „Mein Papa liest vor!“ ist nach Hessen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Hamburg nun auch in Berlin gestartet. Das Projekt, das die Stiftung Lesen mit Förderung der Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales, der Stiftung Berliner Sparkasse und Microsoft Deutschland in Berlin umsetzt, soll insbesondere Väter dazu animieren, ihren Kindern mehr vorzulesen.

Mario Czaja, Berliner Senator für Gesundheit und Soziales, ging mit gutem Beispiel voran. Am 31. März las der Vater einer kleinen Tochter bei der Auftaktveranstaltung, die bei Microsoft Berlin stattfand, einer Schulklasse aus Berlin-Neukölln vor. „Es ist wichtig, dass mehr Väter ihren Kindern vorlesen, und das möglichst regelmäßig. Sie sollten diese besonderen Momente zwischen Eltern und Kind nicht den Müttern allein überlassen“, betonte der Politiker. „Eltern sind die ersten Vorbilder für ihre Kinder und helfen ihnen durch das Vorlesen, sich zu vielseitig interessierten, sprachbegabten Menschen zu entwickeln“, so Mario Czaja weiter.

Digitale Vorlesehilfen bei Vätern beliebt

Digitale Lesehilfen finden insbesondere bei Männern großen Anklang: „Wir gehen von einer Gleichwertigkeit aller Medien aus. Das heißt, wir sehen klassische Bücher und digitale Medien nicht als Gegensätze an sondern als sinnvolle Ergänzungen. In unserer Arbeit stellen wir immer wieder fest, dass elektronische Medien einen großen Reiz auf Väter ausüben“, sagt Dr. Jörg Maas.

Um die Vorleselust der Väter aktiv zu wecken, stellt die Initiative „Mein Papa liest vor!“ großen Unternehmen in Deutschland immer freitags über das Intranet eine Lesegeschichte zur Verfügung, die ausgedruckt mit nach Hause genommen werden kann. „Leseförderung ist angesichts der hohen Zahl von 7,5 Millionen funktionalen Analphabeten in Deutschland nicht nur eine politische, sondern auch eine unternehmerische Aufgabe“, macht Dr. Jörg Maas, deutlich. „Wir rufen daher alle Arbeitgeber auf, über die Teilnahme an ‚Mein Papa liest vor!‘ einen einfachen und effektiven Beitrag zu einer familienfreundlicheren Arbeitskultur und zur Steigerung der Bildungschancen der Kinder ihrer Mitarbeiter zu leisten.“

Henrik Tesch, Direktor Politik und Gesellschaftliches Engagement Microsoft Deutschland, fügt ergänzend hinzu: „Schon jetzt steht der deutsche Arbeitsmarkt vor großen Herausforderungen: 14,5 Prozent der 15-Jährigen in Deutschland haben Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben und sind damit kaum ausbildungsfähig. Für den Wirtschaftsstandort Deutschland ist es daher ein Muss, in die Lese- und Schreibfähigkeit junger Menschen zu investieren.“