Damit Anwendern ein größtmöglicher Nutzen geboten wird, sollten offene und kommerzielle Lösungen problemlos miteinander funktionieren. Für dieses unkomplizierte Zusammenwirken setzt sich Microsoft intensiv ein. Wie, das beschreibt James Utzschneider, General Manager Open Source bei Microsoft.

In der Vergangenheit schlossen sich kommerzielle und lizenzfreie Software aus. Ist das heute auch noch so?

Sie haben sich nicht nur ausgeschlossen, sie haben sich sogar massiv angefeindet. Aber das ist vorbei. In den letzten zehn Jahren hat sich sehr viel verändert. Auch Microsoft ist offener geworden. Und wir tragen dies nach außen. Wir kooperieren intensiv mit der Open Source Community und anderen Wettbewerbern. Und wir investieren hohe Summen sowohl in Interoperabilitätsszenarien als auch in die Unterstützung und Integration offener Standards. Das habe ich auch während meines Deutschlandaufenthaltes mit führenden Persönlichkeiten aus der Politik besprochen.

Ist dieses Vorgehen Teil einer neuen Strategie?

Nein, diese Prinzipien verfolgen wir schon seit Jahren. Aber komischerweise - und das habe ich auch hier bei Gesprächen in Berlin erlebt - haben manche Menschen das Bedürfnis, wenn Microsoft mit im Raum ist, Open Source mit kommerzieller Software zu vergleichen. Fakt ist aber, dass dieses Thema nicht mehr relevant ist. Unsere Kunden legen Wert darauf, dass Produkte verschiedener Anbieter problemfrei miteinander funktionieren. Dies stellen wir sicher, beispielsweise durch eine aktive Mitarbeit in 150 Standardisierungsgremien weltweit.

Bietet Microsoft Open-Source- Lösungen an?

Ja, das tun wir in vielfacher Hinsicht. Wir bieten zum Beispiel eine Plattform für Open-Source-Entwickler an. Darauf sind aktuell rund 20.000 Projekte zu finden, die die -Microsoft-Produkte ergänzen oder erweitern. Und auf der weltgrößten Verwaltungsplattform für Open-Source-Projekte laufen inzwischen mehr als 350.000  der dort verfügbaren 440.000 Open-Source-Anwendungen auf Windows. Das wissen viele nicht, aber das unterstreicht genau unseren Kurs, den wir seit mehreren Jahren pflegen.

Häufig heißt es, Open Source Software sei sicherer als kommerzielle Software …

Sie könnten genauso fragen, ob ein rotes Auto schneller als ein grünes fährt. Das basiert ganz auf der Infrastruktur, in die die Software integriert wird.

… und vor allem wirtschaftlicher …

Ob Unternehmen oder öffentliche Verwaltungen - in ganz vielen Fällen bietet Microsoft die wirtschaftlichere Lösung an. Aber eigentlich mag ich diese Fragen nicht, denn wir wollen wegkommen von diesem Vergleich, ob frei zugängliche oder kommerzielle Software besser oder schlechter ist. Software ist Software. Ein Nutzer achtet in erster Linie darauf, ob eine Software leicht zu handhaben ist. Da spielt es für ihn keine Rolle, ob sie nun eine kommerzielle oder eine frei zugängliche ist. Und in der Cloud ist das sowieso völlig egal. Hier zahlt man den Anbieter für seine Dienstleistung. Wer den Nutzen und den Einsatz von Technologien auf eine Diskussion herunterschraubt, ob sie nun Open Source oder kommerziell ist, vergibt eine ganze Menge Chancen.

Cloud Computing ist in aller Munde - wie verhalten sich die webbasierten Angebote von Microsoft gegenüber Open Source?

Unternehmen und öffentliche Verwaltungen sind begeistert von Cloud Computing, denn die Technologie hat das Potenzial, die Wirtschaft und die Bereitstellung von Daten im Geschäftsleben maßgeblich zu verändern. Die Microsoft-Cloud-Lösung -unterstützt offene Standards und Programmiersprachen, das heißt, Open-Source-Entwickler können ihre Software schreiben und über unsere Cloud-Computing-Plattform anbieten.