Virtualisierung mit dem Rechenstift – Warum Virtualisierung auch und gerade in angespannten Zeiten Sinn macht

Virtualisierung ist schon lange kein rein technisches Thema mehr. Es geht um neue Business-Modelle und nicht um punktuelle Korrekturen. Es geht um eine neue, tragfähige Architektur und nicht um geschmäcklerische Innenraumgestaltung. Es geht um Dinge, die Ihrem Business weiterhelfen. Den Rechenstift brauchen Sie dafür gar nicht aus der Hand legen, denn der Motor, der dieses Thema vorantreibt, waren von Anbeginn die Kosten.


Denken Sie an das klassisches Stichwort der Serverkonsolidierung: Wenn Sie mehrere Anwendungen (und sogar ganze Test- und Entwicklungsumgebungen) auf weniger Hardware betreiben und je nach Rechenbedarf (und Auslastung) dynamisch verteilen können, sparen Sie bei den Ressourcen und – Stichwort Green IT – auch bei den Strom- bzw. Energiekosten.

Aber Vorsicht: Sie tappen sofort wieder in die Kostenfalle, wenn Sie sich aus Administratorensicht damit neue (Virtualisierungs-) Inseln schaffen. Nur wer reale und virtuelle Welten einheitlich und transparent managen kann, kann den neuen Abstraktions- bzw. Komplexitätsgrad, der durch die Virtualisierung entsteht, auch im Griff haben und die Einfachheit auf einer neuen Produktivitäts- und Sicherheitsstufe wieder zurückgewinnen.

Interview:
Virtualisierung im Elchtest

Hans Berndl, Server Business Group, Microsoft Österreich

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Sicherheitsstufe? Natürlich! Denn Sie können auch eine real existierende Zweigstelle als virtuelle Einheit betreiben und damit sicherstellen, dass sie in punkto Verfügbarkeit (Datensicherheit und Backup) und SLAs sich auf dem gleichen Niveau bewegt wie die Zentrale. Und das mit schlanken Infrastrukturen, die ausgelastet sind und ohne Overheads auskommen. Das ist gerade in wirtschaftlich angespannten Zeiten, in denen auch Verfügbarkeit einen Preis hat, ein heikles Thema.

Sicherheit und Verfügbarkeit kosten – keine Frage. Die Frage ist vielmehr, ob man vorher investiert – bei planbaren und in der Regel überschaubaren Kosten – oder nachher blutet, wenn die Schadensbegrenzung Unsummen verschlingen kann. Dank Virtualisierung können Unternehmen heute auf Ausfälle und Systeminstabilitäten flexibel und präzise reagieren. Weil man im Hardware-Störfall die Möglichkeit hat, virtuell betriebene Systeme und Applikationen zu nehmen und auf andere Systeme zu verschieben.

Bedarfsgerechter Einsatz von IT heißt: 1) keine Overheads aufbauen, 2) punktgenau und präzise Ressourcenauslastung und 3) kostenbewusstes Management. Wobei natürlich auch das Thema Verfügbarkeit ein Kostenthema ist. Denn wenn eine geschäftskritische Anwendung steht, steht – wie der Name schon sagt – eben auch das Geschäft. Was das kostet, kann sich jeder für sein Business ausrechnen. Das hängt natürlich auch davon ab, wie gut man im Rennen ist.

Auf der anderen Seite bringt Virtualisierung für ein Unternehmen auch völlig neue Freiheiten. Denn ob Sie heute Rechnerleistung brauchen oder Speicherplatz oder ein Funktionsbündel, das früher Anwendung hieß – alles wird vor diesem Hintergrund zur Utility, die Sie lokal oder auch in der CLOUD nutzen können. „IT on Demand“ bedeutet ja nichts anderes, als dass der Nutzen das Setting bestimmt und nicht umgekehrt. Damit kommt eine Dynamik ins Spiel, die David Chappell mit dem folgenden Satz auf den Punkt bringt: „Fail fast or scale fast“.

Früher haben Investoren für eine gute Idee ein Rechenzentrum gebaut bzw. bereitgestellt. Heute rühren Sie in so einem Fall keinen Finger mehr. Stattdessen sagen Sie: „Nimm deine Idee und probier sie aus. Nimm dir die virtuelle Rechenleistung, die du dazu brauchst und mache zuerst einmal den Elchtest in der Praxis. Und dann reden wir weiter.“ Weil man heute in punkto Rechenleistung virtuell aus dem Vollen schöpfen kann, kann man auch problemlos von 20 auf 20.000 Besucher an einem Tag skalieren.

Vor diesem Hintergrund wird klar, warum Virtualisierung auch ein Business-Modell ist. Denn früher haben Investoren in Rechenzentren investiert, heute investieren sie in Ideen.