Willkommen im Innovations- zeitalter!

Ja, Sie haben richtig gelesen: Willkommen im Innovationszeitalter! Der Titel markiert eine Wende. Das Informationszeitalter war einmal – als die „Technologie der Informationsverarbeitung“ noch im Zentrum stand. Heute fokussieren wir auf das Business und auf das, was wir daraus machen. IT als Serviceleistung, die wir abrufen können, wenn wir sie brauchen. Plattformübergreifend, an jedem Ort und auf jedem Device. IT im Dienste der Anwender. IT kann beflügeln, nicht nur das Dosengetränk. Die entscheidenden Fragen: Wie macht sie das? Und was hat das Ganze mit der Cloud zu tun?

Es ist kein Zufall, dass die neue Welt der Arbeit und Cloud Computing beinahe zeitgleich zu entscheidenden Motoren unserer Business-Realität werden. Auf der einen Seite die Idee einer weitgehend automatisierten, pulsierenden Infrastruktur, die in der Lage ist, uns überallhin zu folgen; die keine Belastung ist – für den Anwender, der sie mitschleppen oder für die IT-Abteilung, die sie kreditfinanzieren muss –, sondern Motor, der das Business vorantreibt, indem er die Services schnell und punktgenau dorthin bringt, wo sie gebraucht werden. Ohne Overheads und quasi auf Knopfdruck.

Während die Bereitstellung eines Servers früher Wochen dauerte, dauert es heute „im Idealfall wenige Minuten, um ein Service oder ein ganzes Anwendungsbündel als virtuelle Instanz auf einer Hardwareplattform freizuschalten“, wie Andreas Erlacher, Business Group Lead, Microsoft Österreich, betont. „Alles dreht sich heute um diesen Service-Charakter. Wir reden nicht mehr von einzelnen Servern, wir reden von Plattformen, Services und Devices. Den Anwender kümmert es nicht, ob dieses Service aus der Cloud kommt oder aus dem Unternehmen.“

Die neue Rolle der IT als Service

Doch gehen wir noch einmal einen Schritt zurück. Während die Cloud-„Nutzung“ die Art und Weise beschreibt, wie wir die IT-Services, die wir brauchen, beziehen – ob als Public Cloud Service (über ein Microsoft Rechenzentrum), als Private Cloud (On-Premise bzw. lokal) oder in einer Mischform als Hybrid-Cloud – beschreibt die Cloud-„Technologie“ zunächst einmal einen neuen Zugang für den Betrieb UND das Management dieser IT-Infrastrukturen. Das UND ist entscheidend, wenn IT als Service bereitgestellt werden soll. Denn nur so ist das notwendige Standardisierungs- und Automatisierungsniveau möglich, das für Unternehmen genauso wie für Anwender einen enormen Freiheits- und Flexibilitätsgewinn bedeutet.

Das ist die andere Seite der Cloud. Die neue Welt der Arbeit, in der Mitarbeiter einen Grad an Mobilität und Freiheit leben können, wie niemals zuvor. Auch, weil sie von stupiden (immer wiederkehrenden und dadurch automatisierbaren) Tätigkeiten zunehmend freigeschaufelt sind. Denn im Unterschied zur Industriearbeit besteht Wissensarbeit eben nicht in Routineaufgaben, sondern darin, dass der Einzelne in unterschiedlichen Situationen die Informationen, die ihm zur Verfügung stehen, intelligent verarbeitet und seine Handlungsspielräume kreativ nutzt. Dazu braucht er Devices und Services, auf die er plattformübergreifend und ortsunabhängig zugreifen kann.

“The Cloud OS shifts the focus forever. It’s not a single server anymore. It’s a data-center mindset now”
- Jeffrey Snover, Lead Architect for Windows Server -

Die Welt verändert sich sprunghaft und mit ihr die Rolle der IT. Kein Wunder, dass Microsoft davon nicht unberührt bleibt. Die Art und Weise, wie Microsoft den Schritt in die Cloud macht, ist für Satya Nadella, President, Server & Tool Business, Microsoft Redmond, ein entscheidendes Gestaltungselement dieses Wandels: „For the moment, however, we’re in the midst of transition. And transitions certainly don’t happen by cutting off old ways of doing things and forcing customers to embrace change. Although Microsoft’s move to services-based offerings is exciting on some levels and forward-leaning, the firm’s biggest strength during this transition, I think, is that it hasn’t abandoned customers’ continued needs for traditionally delivered software. That is, in addition to services, Microsoft has continued to invest in more traditional server products—Windows Server, System Center, SQL Server, and Exchange Server. And it has engineered these products to work in a hybrid mode where they can interact, often seamlessly, with their services-based brethren. This, folks, is transition done right.“

Wenn Microsoft von der Cloud spricht, bedeutet das für die Kunden kein Entweder-Oder. Die Cloud schließt keine Fenster, sie öffnet sie – und schafft damit neue Möglichkeiten und Freiheiten. Zu schön, um wahr zu sein? Bloßes Marketing-BlaBla? Mitnichten! Aber wie kann es sich Microsoft leisten, auf zwei Kirtagen zu tanzen? In der Cloud-Welt und in der On-Premise-Welt? Die Antwort heißt Cloud OS und besteht im Kern aus Windows Server 2012 und System Center 2012.

Windows Server 2012: Das Cloud-Betriebssystem

Dazu schauen wir zurück ins Jahr 2009: “For the first year in the Windows Server 2012 planning and development process, no one on the Windows Server team was allowed to write code. It was "pens down,"erinnert sichJeffrey Snover, Lead Architect for Windows Server. Man wollte den Windows Server von Grund auf (oder „from the cloud up“, wie es im Englischen sehr pointiert gewendet wird) neu denken und das Know-how, das man im Betrieb von weltweiten Rechenzentren aufgebaut hat, in das neue Server-Betriebssystem einfließen lassen. „Das Entscheidende dabei ist“, wie Andreas Rynes, Lead Architect Datacenter, Microsoft Redmond, unterstreicht, „dass wir damit unseren Kunden, die ihre Windows Plattform im Unternehmen betreiben wollen – natürlich in einer kleineren Dimension aber –, von der Struktur und den Möglichkeiten her das Gleiche bieten wie in unseren Rechenzentren. Und diese Strukturähnlichkeit ist die Basis für jene Freiheit, von der alle sprechen.“ „Das ist ein bisschen so, wie wenn alle den Rennschi von Marcel Hirscher fahren?“, ergänze ich mit einem Fragezeichen. Andreas Rynes nickt zustimmend: „Wenn Sie so wollen.“

“Cloud computing is services plus management plus automation.”
- Mike Schutz, General Manager for Server and Cloud Division, Microsoft Redmond -

Aufgrund dieser Strukturähnlichkeit macht es auch Sinn, von Private Cloud zu sprechen, obwohl es sich dabei um eine lokale Lösung – aber eben auf einem bestimmten Management- und Automatisierungsniveau – handelt. Mit dem wesentlichen Nebeneffekt, dass dadurch ein Admin die Anwendungen, Speicher- oder Rechenressourcen verschieben kann, wie er will – vom lokalen Rechenzentrum in die Microsoft Cloud oder zu einem Service Provider seiner Wahl. Und er kann sie mit einem einheitlichen Toolset managen. Das heißt, dass der Administrator bei Bedarf nicht nur sein eigenes Datacenter überwacht, sondern zum Beispiel auch die Services, die er vom Microsoft Datacenter aus der Cloud bezieht. Genauso kann er sich aussuchen, ob er einen Server in der unternehmenseigenen Private Cloud oder in der Microsoft Public Cloud bereitstellt. Hier ist es wieder: dieses UND. Betrieb UND Management heißt, dass die Prozessautomatisierung über Rechenzentrumsgrenzen hinausgeht.


„Das ist natürlich nur möglich, wenn die Prozesse mitspielen“, ergänzt Andreas Rynes und bezieht sich auf die Praxis: „Wenn wir mit Unternehmen zum Beispiel in Richtung Private Cloud gehen, dann liegen 50% der Arbeit in den Prozessen und in den Konzepten. Datacenter Automatisierung verlangt klare Prozesse, sonst ist die Komplexität nicht zu managen.“

Aber der Aufwand lohnt sich allemal, wenn man bedenkt, was man dafür bekommt: Erstens eine enorme Agilität (durch schnelle und einfache Bereitstellung von Services), zweitens eine optimale Auslastung der Ressourcen (durch bedarfsgerechte Zuordnung) und drittens eine hohe Transparenz (in Bezug auf Performance, Sicherheit und Kosten). Können sie sich an früher erinnern? Als Ihre Hände aufgrund getätigter Investitionen gebunden, ihre Server nur zu 15% ausgelastet, ihre IT-Mitarbeiter mit Maintenance-Arbeiten eingedeckt waren und die tatsächlichen IT-Kosten im Dunkeln lagen? Dann kennen Sie ja den Unterschied!

Die Cloud als Business Modell

Möglichkeiten schaffen Spielräume. Und Spielräume sind die Basis für Ideen. Womit wir beim Cloud-„Business“ angekommen sind. Angenommen, Sie erwarteten in einer Woche Gäste. Wichtige Gäste. Sie wissen aber nicht, ob sie auch wirklich auftauchen und wie viele es sein werden. Was werden Sie tun? Einen Großeinkauf tätigen, alles auf Lager legen und zur Not das Meiste wegwerfen oder verschenken, wenn der Besuch nicht kommt? Oder werden Sie sich nur ein paar wesentliche Dinge zulegen, die Sie ohnehin brauchen und nicht verderben und für den Rest einen Deal mit einem Caterer ausmachen, der schnell, frisch und zuverlässig liefern kann, auch wenn Sie ihre Bestellung erst am Abend vor dem Termin bestätigen?

Sie meinen, das ist keine Frage? Ein schöner Nebeneffekt der Cloud ist, dass sie eine gewisse Sensibilisierung in Bezug auf IT-Ressourcen im Unternehmen vorantreibt: Was ist wichtig, was ist zentral, was möchte ich im Haus haben, was kann ich auslagern, was bringt mich kurzfristig weiter und was ist langfristig sinnvoll?

So werden Unternehmen überall dort, wo mit kurzzeitigen Belastungsspitzen zu rechnen ist, zweimal überlegen, ob sie dafür Infrastruktur-Investitionen tätigen oder die Ressourcen nach Bedarf und für Stunden bzw. Tage anmieten. Beispiele sind Video-Streaming-Services oder Ticket-Services bei Veranstaltungen oder – noch etwas konkreter – die Grazer Gemeinderatswahl [1] letzten Herbst, wo man für die Live-Wahlberichterstattung eine Azure-Lösung bereitstellte, die 450.000 Seitenaufrufe in wenigen Stunden problemlos und vor allem auch sicher bewältigte; und sich danach auch nicht mit dem Rückbau der dafür benötigten Infrastruktur beschäftigen musste. Oder ganz aktuell die Azure Cloud-Lösung für die alpine Ski WM in Schladming, bei der alle wichtigen Informationen vor Ort zentral gesammelt, aufbereitet und für Journalisten über Infoscreens, Großleinwand oder mobile Geräte zugänglich gemacht wurden.

Ähnliches gilt für den Umgang mit Daten. Da gibt es welche, die ich ohne Nachdenken auslagern kann und andere, die essentiell sind und das Unternehmen auf keinen Fall verlassen sollen. Aber selbst für den Fall, dass Daten ein Unternehmen nicht verlassen, müssen bestimmte Richtlinien zur Datenhaltung und -verarbeitung (Stichwort: Compliance) eingehalten werden. Sie sehen: das Datenthema beginnt nicht erst in der Cloud. Ähnlich ist es mit dem Management-Thema, dem Mobilitätsthema oder dem Sicherheitsthema. Fakt ist, dass es bei komplexen Aufgaben die Profis leichter haben. Damit sind Unternehmen gemeint, die IT zu ihrer Kernkompetenz zählen.

Die Cloud als Ökosystem

Wer in einer komplexen Welt die richtigen Entscheidungen treffen will, braucht eine ganzheitliche Perspektive. Teillösungen hinken. Deshalb bietet Microsoft ein komplettes Cloud-Ökosystem auf Basis von Windows Server 2012/ Windows Azure und System Center 2012 (inklusive Windows Intune für mobiles Device-Management und AD Identity Management). Die Daten legt man in den SQL Server bzw. SQL Azure und für die Entwicklung steht Visual Studio bereit.

Wohlgemerkt: wir reden nicht mehr von einzelnen Servern, sondern von einer Computing-Plattform, die IT-Services flexibel und auf allen Devices bereitstellen und managen kann. Das ist auch die Grundlage für die Entwicklung moderne Arbeitsstile. Technologien implementieren ist zu wenig. „Business model innovation is the new contribution of IT“, wie es Werner Boeing, CIO von Roche Diagnostics [2] auf den Punkt bringt.

Womit der Kreis geschlossen ist.