Green IT - Für eine nachhaltige Entwicklung



Hinter dem Schlagwort "Green IT" verbergen sich eine Fülle an Bestrebungen, die Nutzung der IT über deren gesamten Lebenszyklus hinweg ressourcenschonend zu gestalten und damit zur Optimierung des Energieverbrauches im gesamten Unternehmen beizutragen.


Die größten Stromfresser sind die Rechenzentren, in denen Energiedichte und Kühlungsbedarf sowohl der eigentlichen Server als auch der notwendigen Peripherien - von der Netzwerkinfrastruktur bis zu den Speicherressourcen - stetig ansteigen. Studien zeigen, dass sich der Stromverbrauch von Rechenzentren im Vergleich zum Jahr 2000 mehr als verdoppelt hat und mittlerweile bei bis zu 1,5% des gesamten Stromverbrauchs entwickelter Staaten ausmacht.


Green IT einmal ganz anders: Die Gemeinde Uitikon im Kanton Zürich hat nicht einmal 4000 Einwohner. Doch die Bewohner des Örtchens können sich neuerdings über eine technische Sensation freuen: Das Wasser in den Schwimmbecken wird nämlich nicht wie gewöhnlich mit teurer Energie aus dem öffentlichen Stromnetz erwärmt, sondern durch die Abwärme ein, die das Rechenzentrum des örtlichen IT-Dienstleisters GIB-Services abgibt.


Das Unternehmen handelt nicht uneigennützig: Wärme ist nach wie vor ein lästiges Nebenprodukt, das zwangsläufig beim Betrieb von PCs und Servern entsteht. Das Rechenzentrum von GIB-Services nutzt diese Wärme, statt sie einfach entweichen zu lassen.


Dementsprechend sinnvoll ist es, Green-IT Projekte zunächst im Rechenzentrum anzusetzen und dort konsolidierend und virtualisierend den Energieverbrauch zu senken. Der ökologische Fußabdruck eines Unternehmens ist damit jedoch noch lange nicht vermessen. Denn "nachhaltiger IT Einsatz" bedeutet auch, dass durch mobile Szenarien Reisetätigkeiten und Fahrwege der Mitarbeiter reduziert werden oder durch intelligentes Informations-Management der Papierbedarf verringert wird. Entscheidend ist natürlich auch, dass treffsichere Analysen über den Energieverbrauch im Unternehmen und die Auswirkungen von Green-IT-Maßnahmen Auskunft geben. Letztendlich tragen auch die flexiblen Betriebsmodelle, die Microsoft seinen Kunden bietet, dazu bei, den IT-Einsatz präzise und abgestimmt auf die betrieblichen Anforderungen und finanziellen Möglichkeiten zu gestalten. Entscheidend dabei ist, dass der Kunde die Wahlfreiheit hat, sich das Beste aus allen Welten herauszupicken und trotzdem jederzeit die Kontrolle zu behalten.


Diese Flexibilität ist für kleine Unternehmen genauso wichtig wie für große. So konnte die Bank Austria durch die Verlagerung sämtlicher Controlling-relevanten Daten vom hostbasierten Datawarehouse auf die Microsoft Plattform erreichen, dass heute 90 Prozent aller Rechenoperationen im Controlling ohne teure Host-CPU-Zeiten auskommen, während nebenbei die Abfrage-Antwortzeiten um bis zu 90 Prozent reduziert werden konnten. Das bedeutet "jährliche Einsparungen von 7-stelligen Millionenbeträgen", wie Dipl. Ing. Christian Schulz-Kittler, Stellenleiter für Controlling-Systeme, Bank Austria, versichert.


Vor diesem Hintergrund hat Green IT nur Zukunft, wenn sie nicht als Besinnungsthema für die Adventzeit behandelt, sondern an ihrem Wert für das Business gemessen wird. Kein Wunder, dass Green IT in wirtschaftlich angespannten Zeiten vor allem über die Hintertür der Kosten den Raum betritt: "Grüne IT um ihrer selbst willen ist 2009 kein Thema mehr", stellt Stephan Kaiser, Analyst beim IT-Beratungsunternehmen Pierre Audoin Consultants (PAC), ernüchternd fest. In der IT werden, so Kaiser, ressourcenschonende Projekte fast immer durch Sparvorgaben vorangetrieben. Und der Nutzen für die Umwelt ist eher ein positiver Begleiteffekt.


Wie dem auch sei, es bleibt positiv festzuhalten, dass "sich Investitionen in moderne, Strom sparende IT mitunter so schnell rechnen, dass sie in der Krise sogar vorgezogen werden", beobachtet Rolf Kühn, Leiter des Geschäftsbereichs Green IT bei Accenture.

Fragen an Experten

Andrew Read
Andrew Read
Enterprise Strategy Architect
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