Erfahren Sie mehr über die verschiedenen Lizenzierungsoptionen für Microsoft Exchange 2013 (englisch).
Microsoft Exchange Server 2010: Lizenzierung für die On-Premise-Bereitstellung
Dieser Abschnitt enthält wichtige Informationen zur korrekten Lizenzierung, um Microsoft Exchange Server 2010 für das eigene Unternehmen (On-Premise) zu beziehen.
Lizenzarten
Die Lizenzen für die On-Premise-Bereitstellung von Microsoft Exchange Server 2010 werden über das Server- und Client Access License (CAL)-Modell abgerechnet, genau wie bei früheren Versionen von Microsoft Exchange Server. Es gibt drei verschiedene Lizenzarten:
1. Serverlizenzen
Für jede Instanz der eingesetzten Serversoftware muss eine Lizenz erworben werden. Microsoft Exchange ist in zwei Servereditionen erhältlich:
Standard Edition: Ausgelegt auf die Messaging-Infrastrukturanforderungen in kleinen bis mittelgroßen Unternehmen.
Enterprise Edition: Ausgelegt auf den Bedarf größerer Organisationen, die eine höhere Anzahl von Postfachdatenbanken benötigen.
Client Access Licenses (CALs)
Exchange erfordert eine CAL für jeden Anwender bzw. jedes Endgerät, die auf die Serversoftware zugreifen. Hier gibt es gibt zwei CAL-Varianten :
Standard CAL: Ermöglicht jedem Anwender ein produktives Arbeiten über nahezu jede Plattform, jeden Browser und jedes mobile Endgerät.
Enterprise CAL: Bietet zusätzliche Funktionen, die Unternehmen bei der Senkung von Kosten und der Erfüllung von Compliance-Anforderungen unterstützen, z. B. durch die Funktionalitäten für Archivierung und Informationsschutz oder durch die Integration von Unified Messaging.
Die Enterprise CAL ist ein Add-on zur Standard CAL und erweitert diese um spezifische Funktionalitäten. Um die Enterprise CAL-Funktionen zu aktivieren, muss für jeden Anwender eine Standard CAL plus eine Enterprise CAL lizenziert werden.
Hinweis: Beide CALs können mit beiden Servereditionen genutzt werden.
3. External Connector-Lizenzen
Über einen External Connector kann unbegrenzt vielen Clients Zugriff auf einen Exchange Server gegeben werden. Diese Lizenzen eignen sich für Einsatzszenarien, in denen die Anzahl der CALs unbekannt ist.
Der Zugriff über die External Connector-Lizenz darf nur von Personen genutzt werden, die keine Mitarbeiter Ihres Unternehmens sind, z. B. Geschäftspartner, Lieferanten, Kunden und externe Dienstleister.
Die Anzahl der erforderlichen External Connector-Lizenzen muss der Anzahl der Server in Ihrer Microsoft Exchange-Umgebung entsprechen.
Funktionsüberblick von Microsoft Exchange Server 2010
Funktionen nach Servereditionen
In beiden Servereditionen wurden die Funktionen im Vergleich zu früheren Versionen weiterentwickelt. Die folgende Tabelle zeigt eine Funktionsaufschlüsselung für beide Editionen von Microsoft Exchange Server 2010:
Die Server-CAL der Standard Edition umfasst außerdem die folgenden Voraussetzungen und Optionen:
Erforderlich sind: Windows 2008 64 Bit, Active Directory und Exchange Native Mode
Unterstützung von fünf (5) Datenbanken, auch als DAG mit Windows Enterprise Cluster
Speicherplatz: 16 TB pro Datenbank
Unterstützte Rollen: Mailbox, Client Access und Hub Transport, aber auch UM
Die Server-CAL der Enterprise Edition bietet zusätzlich die folgenden Funktionen:
Vergleich mit früheren Versionen
Einzelheiten zu den Lizenzierungsunterschieden zu Microsoft Exchange Server 2003 und Microsoft Exchange Server 2007 finden Sie in der folgenden Tabelle.
Neben den neuen Funktionen sind die wichtigsten Änderungen bei der Lizenzierung von Microsoft Exchange Server 2010:
Die Anzahl der maximal unterstützten Postfachdatenbanken wurde für Enterprise Server von 50 auf 100 verdoppelt.
Bei Microsoft Exchange Server 2003 gab es unterschiedliche Speicherbegrenzungen für Standard Server und Enterprise Server. In den Versionen 2007 und 2010 wurde die Speicherbegrenzung für alle Servereditionen auf 16 TB erhöht.
Für Microsoft Exchange Server 2010 wurden mehrere Hochverfügbarkeitsoptionen in einer Option zusammengefasst (Mailbox Resiliency), die sowohl für die Standard als auch für die Enterprise Edition angeboten wird. Die Features für Local Continuous Replication, Standby Continuous Replication und Cluster Continuous Replication wurden in dieser Mailbox Resiliency-Funktion von Microsoft Exchange 2010 zusammengefasst. Dies ermöglicht einen vereinfachten Ansatz für Hochverfügbarkeit und Notfallwiederherstellung.
Voraussetzungen für Exchange Server 2010
Für jede Microsoft Exchange Server 2010-Instanz müssen Sie auch eine Windows Server 2008-Lizenz erwerben. Die erforderliche Edition von Windows Server hängt von den genutzten Funktionen in Microsoft Exchange Server 2010 ab. Für Server, die die Mailbox Resiliency-Funktionen für Hochverfügbarkeit nutzen, sind aufgrund der benötigten Clustering-Features entweder die Windows Server 2008 Enterprise Edition oder die Datacenter Edition erforderlich. Für alle übrigen Microsoft Exchange Server 2010-Szenarien ist die Windows Server Standard Edition ausreichend.
Die folgende Tabelle zeigt die möglichen Szenarien und ihre entsprechenden Voraussetzungen:
Exchange 2010 Client Access Licenses (CALs)
Ebenso wie die Serverlizenzen sind auch die Microsoft Exchange Server 2010-CALs im Vergleich zu früheren Versionen von Exchange deutlich erweitert worden. Die Exchange Enterprise CAL kann wie bisher als Variante mit oder ohne Services bezogen werden. Die folgende Tabelle zeigt die Features je nach CAL-Edition von Microsoft Exchange Server 2010:
Kunden können die Standard CAL als Standalone-Lizenz kaufen. Wenn zusätzlich Enterprise-Funktionen genutzt werden sollen, müssen sowohl die Standard als auch die Enterprise CALs erworben werden.
Die Enterprise CAL mit Services bietet alle oben genannten Features plus Serviceabonnements für Antivirus und Antispam- aus Microsoft Forefront.
Vergleich mit früheren Versionen
Einzelheiten zu den Lizenzierungsunterschieden zu Microsoft Exchange Server 2003 und Microsoft Exchange Server 2007 finden Sie in der folgenden Tabelle.
Neben den neuen Funktionen sind die wichtigsten Änderungen bei der Lizenzierung von Microsoft Exchange Server 2010:
Die Lizenz für Exchange 2003 wurde nur mit einer CAL angeboten; die Lizenzen für Exchange 2007 und Exchange 2010 werden hingegen sowohl mit Standard als auch mit Enterprise CALs vertrieben.
Die Exchange 2003 CAL umfasste die Rechte für den Outlook-Client. Für Exchange 2007 und Exchange 2010 muss die Outlook-Clientlizenz separat erworben werden.
Die Verwaltungsfunktionen für die E-Mail-Aufbewahrung wurden vom Postfachmanager in Exchange 2003 über die Verwalteten Ordner in Exchange 2007 zu den Aufbewahrungsrichtlinien in Exchange 2010 weiterentwickelt.
Mit SP1 wurden für die Exchange 2007 Enterprise CAL auch Advanced Exchange ActiveSync Mobile-Richtlinien eingeführt.
Unified Messaging, Verwaltete Ordner und die Journalfunktion pro Anwender/Verteilerliste wurden mit der Exchange 2007 Enterprise CAL eingeführt.
Voraussetzungen für Microsoft Exchange Server 2010 Client Access Licenses (CALs):
Für jede Microsoft Exchange Server 2010 CAL gibt es zwei mögliche Nutzungsvoraussetzungen für die zugrunde liegenden Microsoft-Technologien. Erstens ist in allen Szenarien eine Windows Server 2008 CAL für jeden Anwender oder jedes Endgerät erforderlich. Zweitens wird eine Windows 2008 Rights Management Server (RMS) CAL für jeden Anwender oder jedes Endgerät von Microsoft Exchange Server 2010 benötigt, die die Funktionen für Information Rights Management (IRM) nutzen werden.
Die folgende Tabelle zeigt die möglichen Szenarien und die entsprechenden Voraussetzungen: