
Unternehmensübergreifende Zusammenarbeit erforderlich
Outsourcing wird in der Logistik immer wichtiger. In Westeuropa geben die Unternehmen bereits 64 Prozent ihres Logistikbudgets für externe Dienstleister aus. Das zeigt eine aktuelle Studie der Management-Beratung Capgemini und des Georgia Institute of Technology, für die weltweit 1.430 Logistikmanager befragt wurden. Für die nächsten fünf Jahre rechnen die befragten Manager mit weiteren Zuwachsraten von zwölf bis 17 Prozent. Asien liegt jetzt schon mit einer Outsourcing-Quote von 63 Prozent fast gleichauf mit Europa, nur die USA und Lateinamerika liegen mit 48 und 39 Prozent weiter zurück.
Beim Outsourcing von Dienstleistung der Logistik geht es noch vorrangig um klassische Aufgaben: Transport (gesamt 90 Prozent, Westeuropa 95 Prozent), Lagerhaltung (74/76 Prozent) und Zollabfertigung (70/59 Prozent). Höherwertige Dienstleistungen, wie Sendungskonsolidierung, produktnahe Mehrwertleistungen oder auch Rückwärtslogistik, werden seltener nachgefragt. Selbst die deutsche Bundeswehr lagert heute Logistik aus und fliegt beispielsweise ihre Soldaten mit angemieteten Antonow-Flugzeugen zu Auslandseinsätzen.
Insgesamt sind die Unternehmen dabei ziemlich zufrieden mit ihren Dienstleistern, zeigt die Studie von Capgemini. Allerdings stimmt nur die Hälfte der Befragten der Aussage zu, dass ihr Logistiker ihnen neue und innovative Ansätze zur Steigerung der Effektivität bietet. „Zunächst einmal müssen die Logistikunternehmen ihre Hausaufgaben bei den Basisdienstleistungen machen und hohe Qualität zu akzeptablen Preisen liefern“, sagt Dr. Martin Raab, Leiter der Beratungssparte für die Logistikindustrie bei Capgemini. „Die Kür stellen die neuen, höherwertigen Dienstleistungen sowie Innovationen dar.“ Der Preis muss natürlich auch stimmen. Nach Untersuchungen des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) existieren beispielsweise in der Luftfracht Preisunterschiede von bis zu 150 Prozent. In der Seefracht sind es sogar 200 Prozent.
Für den allergrößten Teil der von Capgemini befragten Logistikmanager (92 Prozent) gehören bestimmte IT-Standards und adäquate Logistiksoftware zum unbedingten Pflichtprogramm ihrer Dienstleister. Fast zwei Drittel unterziehen ihre Outsourcing-Partner und deren Logistiksoftware sogar einer besonderen IT-Prüfung, bevor sie einen Auftrag vergeben. Im Kontrast dazu steht aber ihre tatsächliche Zufriedenheit mit der IT des Logistikdienstleisters: Lediglich 35 Prozent äußern sich positiv. „Für die Logistikanbieter wird dies zu einem wunden Punkt“, sagt Raab. „Die künftigen Dienstleistungen und die Vernetzung mit Kundensystemen erfordern immer bessere Informationstechnologien. Eine integrierte IT-Plattform wird damit zu einem geschäftskritischen Faktor.“
Das Outsourcing von Logistikdienstleistungen funktioniert also nur dann gut, wenn danach die Prozess- und Bestandskosten niedrig sowie die Lieferzeiten kurz sind und die Liefertreue des Dienstleisters hoch ist. Bei der modernen Logistik geht es darum, kundenorientiert und kostenminimal das richtige Produkt zur richtigen Zeit zum richtigen Preis am richtigen Ort in der richtigen Menge und der richtigen Qualität bereitzustellen. Funktionieren kann dies heute nur noch, wenn die externen Logistikdienstleister eng an ein Unternehmen angebunden sind und die richtigen Daten zum richtigen Zeitpunkt schnell, einfach und zuverlässig ausgetauscht werden. Moderne Unternehmenssteuerungs- und Planungssysteme (Enterprise Resource Planning, ERP) bieten entsprechende Programmmodule und Schnittstellen. Microsoft Dynamics NAV und Microsoft Dynamics AX unterstützen Logistikprozesse und machen auch eine Zusammenarbeit zwischen Dienstleister und Kunden über Unternehmensgrenzen hinweg möglich. Microsoft Dynamics-Partner bieten zudem Branchenlösungen, die auf die besonderen Anforderungen von Logistikunternehmen ausgerichtet sind. Nicht zuletzt ermöglicht Microsoft BizTalk Server die Anbindung von Fremdsystemen für einen nahtlosen Daten- und Informationsaustausch.
