Microsoft-Forschungslabore geben Einblick in die Zukunft des Computings
Im Rahmen seines jährlich stattfindenden „TechFest“ hat Microsoft Anfang März 2008 auf dem Campusgelände in Redmond (USA) mehr als 40 seiner innovativsten Forschungsprojekte der Öffentlichkeit präsentiert. Aus den Bereichen Suche im Internet, Grafik, Sicherheit, E-Science und Mobiles Computing wurden zahlreiche Demos vorgeführt. „Computing beeinflusst alle Bereiche unseres Lebens, von der Art zu arbeiten bis hin zu der Art und Weise, wie wir lernen und leben. Unsere Aufgabe in der Forschung ist es, Technologien beständig voranzutreiben, um unser Leben spürbar zu verbessern", sagte Rick Rashid, Vize-Präsident von Microsoft Research, vor Vertretern aus Industrie, Forschung und Lehre.
Craig Mundie, Research-Chef und Strategie-Verantwortlicher bei Microsoft, betonte, wie wichtig es sei, in Forschung zu investieren. Mit Hilfe von Software und den Computerwissenschaften könnten Innovationen unterstützt werden, die die dringendsten Probleme im Bildungs- und Gesundheitswesen ebenso wie in der Energieversorgung oder im Umweltschutz angehen. In diesem Zusammenhang wurde die sofortige Verfügbarkeit von „Singularity“ angekündigt, dem Prototyp eines Betriebssystems für Computer-wissenschaftliche Forschungsumgebungen. Dieses ist für akademische und nicht-kommerzielle Zwecke kostenfrei nutzbar. Singularity soll die Software-Systemstabilität verbessern und innovative Forschung in Systemen, Entwicklersprachen und -werkzeugen fördern.
Auch im Bereich der Suche im Internet wurden neue Projekte vorgestellt. Browser und Suchmaschinen unterstützen im Regelfall nur eine einzelne Person, die zu einem bestimmten Zeitpunkt für sich alleine arbeitet. Microsoft Research stellte drei neue Benutzeroberflächen vor, die die Möglichkeiten bei der Suche stark erweitern:
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CoSearch ermöglicht einer Gruppe von Personen, die sich einen einzigen Rechner teilen, bei der Websuche zusammenzuarbeiten, indem sie mehrere Mäuse oder sogar Mobiltelefone nutzen
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SearchBar hilft Anwendern Suchergebnisse zusammenzuführen, wenn die Suche unterbrochen wurde
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SearchTogether hilft Personengruppen bei ihrer Suche im Netz zusammenzuarbeiten, indem es die Historie der Gruppenabfrage anzeigt.
WorldWide Telescope ist eine Visualisierungsumgebung, die als virtuelles Teleskop einsetzbar ist. Sie kombiniert Bilder hoch entwickelter Teleskope auf der Erde und im Weltall und ermöglicht so die übergangslos geführte Erkundungen des Universums. WorldWide Telescope läuft unter der Visual Experience Technologie, die von Microsoft Research entwickelt wurde, und mit der unzählige Mengen an Bildern, Daten und Textmaterial aus verschiedenen Quellen im Internet zu einem einzigartigen Erlebnis verschmolzen werden können. Derartige Projekte könnten zu neuen Entdeckungen führen und junge Leute für Mathematik oder andere Wissenschaften begeistern, so Craig Mundie.
Auch das European Microsoft Innovation Center (EMIC) mit Sitz in Aachen war auf dem TechFest 2008 vertreten und präsentierte eine Lösung für die Softwareentwicklung auf Sensornetzwerken. Das Aachener Forscherteam (http://www.microsoft.com/emic/default.mspx) entwickelt aus innovativen Ideen Technologien, die binnen drei bis sechs Jahren zur Anwendungsreife gelangen. Die Schwerpunkte der Forschung sind Web Services, Mobile Computing, Security, Software-Verifikation, Recommender Technologien und Embedded Systems.
EMICs Framework für verteilte Sensor-Anwendungen unterstützt den abstrakten Entwurf von Sensor-Anwendungen und bietet ein innovatives Implementierungsmodell für verteilte Anwendungen - und zwar unabhängig davon, ob es sich bei den Plattformen des verteilten Systems um stationäre PCs, mobile Endgeräte, .NET-fähige Sensoren oder einfache Sensorknoten handelt, die .NET-Programme nicht direkt ausführen können. Derartige Sensoren sind in vielen Anwendungsbereichen wie der Logistik, dem Gesundheitswesen sowie der Heim- und Industrieautomation zu einer Schlüsseltechnologie geworden. Das jetzt verbesserte Zusammenspiel einfacher Sensorknoten mit komplexeren, eingebetteten Systemen, mobilen Endgeräten und stationären Backend-Systemen eröffnet viel versprechende neue Möglichkeiten. Die Anwendungsentwicklung für verteilte Systeme ist nun weniger zeitintensiv und fehleranfällig. Das vorgestellte System basiert auf bestehenden Microsoft-Technologien wie dem .NET Micro Framework und dem Microsoft Robotics Studio.
Im Internet sind weitere Informationen zu Microsoft Research und dem TechFest unter http://www.microsoft.com/presspass/events/msrtechfest/default.mspx verfügbar.