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Nicht in brachliegende Infrastruktur investieren

Die Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern setzt auf die Virtualisierungstechnologie Hyper-V. Damit verbessert sie die Auslastung ihrer Serversysteme und erhöht so die Wirtschaftlichkeit ihrer IT. Über die Gründe für die Einführung der Microsoft-Lösung sprachen wir mit Stefan Rakowski, Dezernat 230 der Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern.

Rakowski EPG Public: Herr Rakowski, vor einigen Jahren hatten Sie die Serverinfrastruktur von LAPIS, dem Landes-Polizei-Informationssystem von Mecklenburg-Vorpommern, mit Windows Server 2003 modernisiert. Jetzt erfolgt der nächste Schritt, die Servervirtualisierung mit Windows Server 2008 und Hyper-V. Warum?

Rakowski: Zunächst einmal, warum Windows Server 2008? Es ist uns wichtig, mit aktuellen Produkten zu arbeiten. Das ist unserer Erfahrung nach eine wichtige Voraussetzung für guten Support und – wie im Fall von Microsoft – eine überdurchschnittliche Projektunterstützung. Im Zuge der zyklischen Erneuerung der Serverhardware wurde unter dem Blickwinkel der Wirtschaftlichkeit auf realisierbare Mehrwerte geschaut. Eine Migration der Serverbetriebssysteme auf das aktuelle Produkt der nächsten Jahre drängte sich da geradezu auf.

Die Wirtschaftlichkeit führt uns auch zur zweiten Teilfrage, zur Virtualisierung. Moderne Hardware ist in weiten Teilen durch den klassischen Ein-Server-Ansatz nicht auszulasten. Um also nicht in brachliegende Infrastruktur zu investieren, spielte die Frage der Virtualisierung im Vorfeld des Hardwaretausches eine große Rolle. Unser Ziel war ein gut ausgelasteter Maschinenpark.

EPG Public: Welche Anforderungen stellten Sie grundsätzlich an die einzuführende Virtualisierungstechnologie, und was gab letztlich den Ausschlag zugunsten von Microsoft?

Rakowski: Die Wahl des Produktes ist natürlich immer ein heikles Thema. Zwei Aspekte sind für uns stets von zentraler Bedeutung: Stabilität und Bedienbarkeit. Ersteres spricht natürlich eher für eingeführte Produkte, aber für uns war ja jedes Produkt neu. Es musste also zu uns passen, sich in die Struktur einfügen und den Administratoren leicht zugänglich sein.

Durch jede neue Technologie, jedes zusätzliche Produkt erhöht sich die Komplexität des Systems. Das ist unvermeidlich. Wenn Sie aber so wie wir unter den Gesichtspunkten Optimierung und Effizienz in ein solches Projekt gehen, gelingt dies nur mit einer durchgängigen Produktphilosophie und klar strukturierten Prozessen. Sie müssen die Quantität der Servicepartner senken, deren Qualität erhöhen. Mit Microsoft haben wir einen Partner, der in diese Strategie passt.

EPG Public: Welchen konkreten Nutzen bringt die virtualisierte Infrastruktur den Anwendern von LAPIS in den einzelnen Polizeiverwaltungsstellen auf Landes- und Gemeindeebene?

Rakowski: Nun, unser Vorgehen ist auf die Optimierung des Rechenzentrums ausgelegt. Idealerweise bemerkt der Nutzer also nichts. Aber natürlich erwarten wir eine höhere Flexibilität bei veränderten Anforderungen und eine schnellere Reaktion bei notwendigem Leistungszuwachs.

EPG Public: Welche Vorteile und Synergien ergeben sich darüber hinaus?

Rakowski: : Gerade für den Bereich der polizeifachlichen Anwendungen erwarten wir in Bezug auf die Verfügbarkeit durch die Virtualisierung positive Effekte.

EPG Public: Welche strategischen und technologischen Ziele verfolgt die Landespolizei generell mit der Servervirtualisierung?

Rakowski: Servervirtualisierung ist eine moderne Technologie mit vielen Möglichkeiten. Denkmodelle reichen vom virtuellen Desktop bis zum virtuellen Rechenzentrum. Im Vergleich dazu sind wir mit einer eher überschaubaren Zielsetzung in das Projekt gegangen. Wir haben unsere Ziele erreicht, uns die Technologie zugänglich gemacht und können nun auf der Basis unserer Erfahrungen in Zukunft prüfen, wann und wo Virtualisierung für uns gewinnbringend einzusetzen ist.

EPG Public: Im Jahr 2007 fand der Weltwirtschaftsgipfel in Mecklenburg-Vorpommern statt. Großveranstaltungen dieser Art, aber auch die bundes- und europaweite Vernetzung der Polizeiarbeit stellen die Landespolizei vor wachsende polizeifachliche Anforderungen. Inwieweit lassen sich vor allem die Sicherheitsanforderungen besser erfüllen?

Rakowski: Der Besuch des US-Präsidenten im Jahr 2006 erfolgte viel spontaner. Für uns ist es wichtig, in solchen Situationen rasch und flexibel zu reagieren. Virtuelle Umgebungen kommen diesem Anspruch sehr weit entgegen, indem sie Organisation und Physik der Infrastruktur quasi entkoppeln.

EPG Public: Servervirtualisierung in Wirtschaft und öffentlicher Verwaltung — welche Gemeinsamkeiten, welche Unterschiede sehen Sie? Wie kann man voneinander lernen?

Rakowski: Die Gemeinsamkeiten sind da sicher bedeutend größer als die Unterschiede. Auch in der öffentlichen Verwaltung ist die IT zum Produktionsfaktor geworden. Sie ist Träger entscheidender Geschäftsprozesse, muss zuverlässig und serviceorientiert sein. Und natürlich effizient, denn auch einer öffentlichen Verwaltung sind die „Produktionskosten“ nicht gleichgültig.

EPG Public: Stichwort „grüne Bilanz“ der IT-Infrastruktur. Ist Ihre besser geworden?

Rakowski: Ja, natürlich. Wir haben den Materialeinsatz gesenkt, also weniger Rohstoffe und weniger Energie einsetzen können. Auch wenn das nicht im Fokus unserer Bemühungen lag, ist es doch ein angenehmer Effekt.

Wir danken für das Gespräch.

Weiterführende Informationen

Windows Server 2008 und Hyper-V

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