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Digitale Vernetzung verbessert medizinische Versorgungsqualität und bietet Mehrwert für Ärzte und Krankenhäuser

Klinik der Zukunft

Die Qualität der Patientenbetreuung verbessern, die Effizienz der Behandlungsprozesse steigern und zugleich die Kosten für die Verwaltung senken – das ist nicht länger die Quadratur des Kreises. Die vollständige Vernetzung von niedergelassenen Ärzten, Patient und Klinikpersonal verbessert die medizinische Behandlungsqualität (Schnelligkeit und Richtigkeit) und sorgt für mehr wirtschaftliche Effizienz.

Hightechapparate für Diagnose und Therapie sind in der modernen Medizin längst gang und gäbe, nun ist auch der Einsatz von modernen Informations- und Kommunikationstechnologien am deutschen Gesundheitsmarkt mehr und mehr im Kommen: Innovative IT-Anwendungen, die niedergelassene Ärzte, Patienten und Kliniken auch über große Entfernungen hinweg vernetzen und damit Reibungsverluste an den Schnittstellen der klassischen Sektoren – ambulante Versorgung, stationäre Behandlung sowie Reha und Pflege – reduzieren.

Über sogenannte Einweiserportale der Kliniken können niedergelassene Ärzte bereits in der Sprechstunde Behandlungsslots für ihre Patienten reservieren. Kliniken stellen Portale mit medizinischen Inhalten bereit, über die Ärzte ihre Diagnose überprüfen und im Zweifelsfall absichern können. In den USA sind entsprechende Early Detection-Programme für das Einholen einer Zweitmeinung bereits Vorschrift. RIS/PACS-Systeme (Radiologisches Informationssystem/digitales Archiv) ermöglichen Parallelbefunde an verschiedenen klinischen Arbeitsplätzen, wodurch Kliniken ihre radiologischen Befundungsprozesse deutlich beschleunigen.

Vernetzung bald Standard

Private Klinikketten und Krankenhäuser wie die Asklepios Klinik Barmbek in Hamburg, das Referenzzentrum des Asklepios Future Hospital Programms, gehören zu den Vorreitern auf diesem Gebiet. In der Barmbeker Klinik verschafft ein nahezu lückenloses Breitband-Kommunikationsnetz (WLAN) mit über 150 Tablet PCs und 700 Desktop-Rechnern den Ärzten und dem Pflegepersonal schnellen Zugriff auf elektronische Patientenakten. Sämtliche Anwendungen des klinischen Wissensmanagements, wie virtuelle Nachschlagewerke oder Onlinebibliotheken, sind auf einer zentralen IT-Plattform abrufbar. Demnächst ist zudem im Rahmen der patientenorientierten Arzneimittelversorgung geplant, Patienten mithilfe von funkgesteuerten Armbändern vor der Einnahme falscher Medikamente zu schützen.

„Die Notwendigkeit, zu vernetzen und dadurch Mehrwert für Patienten in Bezug auf Sicherheit und medizinische Behandlungsqualität zu bieten, ist heute bei allen medizinischen Leistungsanbietern gegeben“, findet auch Professor Wilfried von Eiff, Leiter des Centrums für Krankenhaus-Management (CKM) in Münster. Die gesamte Branche werde sich in diese Richtung entwickeln, so von Eiff, „das ist nur eine Frage von Zeit und Geld“.

Gerade auf dem flachen Land führen Netzverbünde zu einer höheren medizinischen Versorgungsqualität, da Ärzte über telemedizinische Dienste eine Zweitmeinung einholen und/oder Erstbefunde bei komplizierten Fällen vornehmen können. Dies ist besonders bei kritischen Fällen, zum Beispiel Schlaganfallpatienten, wertvoll, wo es auf jede Minute ankommt. „Jede Klinik sollte in ein klinisches Netz integriert sein, allerdings kann die Integrationstiefe unterschiedlich sein“, rät von Eiff.

Organisatorisches Fachkonzept vor Technologieeinsatz

Einen Königsweg zum Krankenhaus der Zukunft gibt es nicht. Die Errichtung eines Einweiserportals ist nach von Eiffs Ansicht „ein guter Anfang“. Wer hingegen nur über begrenzte Mittel verfüge, könne mit einem RIS/PACS-System beginnen, so der CKM-Leiter. In jedem Fall aber gilt: Erst die Prozesse verändern und dann die entsprechenden Technologien einführen. „Sonst kann sich die Mächtigkeit der Technologie nicht entfalten“, warnt von Eiff. Das betreffe in erster Linie den Kerngeschäftsprozess der Klinik, den Patientendurchlauf, an zweiter Stelle aber auch Einkauf und Logistiksteuerung.

Effizienzsteigerungen und technische Modernisierung werden auf mittlere Sicht das Selbstverständnis der Kliniken verändern. „Im Gesundheitssystem der Zukunft sind Krankenhäuser nur noch Kristallisationskerne eines dezentralen Gesundheitsparks, umgeben von Satelliten wie mobilen Pflegediensten, Physiotherapie-Praxen, medizinischen Versorgungszentren, Patientenhotels sowie Wellness- und Fitnessanlagen“, prophezeit Eike Wenzel, Trend- und Zukunftsforscher am Zukunftsinstitut Kelkheim/Frankfurt.


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