Handlungsfeld - Integration
Die Herausforderung besteht darin, eine durchgängige Kommunikation zwischen Krankenhäusern, Krankenkassen, niedergelassenen Ärzten und Pflegeeinrichtungen zu ermöglichen. Denn Medienbrüche gehören heute zum Alltag.
So zeichnen in Krankenhäusern im Durchschnitt 200 medizinische Geräte Daten auf, die meist nicht kompatibel sind. Krankenkassen setzen häufig dutzende Fachprogramme ein, die untereinander keine Daten austauschen können. Ärzte sowie Pflegekräfte nutzen in ihren Praxen und Einrichtungen ebenfalls miteinander kaum kompatible Programme.
Eine Verknüpfung aller beteiligten Lösungen, Softwareanwendungen und Datenquellen ist deshalb der Schlüssel zum Erfolg. Dadurch sinken der Umfang manueller Eingaben und die damit verbundenen Fehler. Der Verwaltungsaufwand wird minimiert. Weil alle vorhandenen Informationen berücksichtigt werden, steigt die Qualität. Eine solche Lösung muss höchste Sicherheitsanforderungen und strengste Datenschutzkriterien erfüllen. Auch müssen neue Schnittstellen problemlos zu integrieren sein.
Zukunftsmusik? Keineswegs! Dies zeigen Beispiele aus der Praxis:
-
58 Prozent weniger Doppeluntersuchungen
Im regionalen Medizinzentrum in Burlington, North Carolina, vermindert ein Krankenaktensystem die Zahl der Doppeluntersuchungen im Labor um 58 Prozent. Das Medizinzentrum spart jährlich rund 100.000 Dollar.
-
30 Millionen Dollar einsparung in acht Jahren
Am M.-D.-Anderson-Krebszentrum der Universität von Texas spart eine Bildmanagementlösung über 30 Millionen Dollar in acht Jahren ein.
-
Durch zentrale Patientendaten jährlich drei Millionen Pfund gespart
Das Cambridgeshire County Council (CCC) bietet in Großbritannien Hilfsleistungen an. Um die Zusammenarbeit zwischen den eigenen unterschiedlichen Bereichen und anderen Hilfsorganisationen zu vereinfachen, nutzt das CCC Tablet-PCs mit Microsoft Office InfoPath®. CCC-Mitarbeiter rufen nun Informationen über ihre Patienten vom zentralen Server ab, ganz gleich ob sie beim Patienten zuhause oder im Krankenhaus sind. Die Daten nutzen auch die Partnerorganisationen, die mit CCC zusammenarbeiten. Als Datenschnittstelle wird ein Microsoft BizTalk® Server 2004 eingesetzt. Alle Mitarbeiter verfügen dadurch über die gleichen aktuellen Daten. Nach CCC-Schätzungen betragen die jährlichen Einsparungen durch den Wegfall der Mehrfachverwaltung von Patienten im eigenen System rund drei Millionen britische Pfund.
Für die Integration der Daten und Prozesse mit dem IT-Bereich ist eine einheitliche IT-Infrastruktur für eine medienbruchfreie Kommunikation notwendig. Sie senkt nicht nur die Kosten im Bereich der medizinischen Geräte und dem Fachanwendungs-IT-Bereich, sondern beschleunigt meist auch die Arbeitsprozesse und sind der Schlüssel zu einer effizienten Arbeit. Mögliche Effizienzsteigerungen zeigen Beispiele aus der Praxis:
„Das Nachrüsten der alten Systeme hätte genauso viel gekostet wie das komplette Replatforming-Projekt.“
Uwe Pöttgen, Leiter Zentrale Dienste IT der Asklepios-Gruppe
-
Neue Plattform kostet genauso viel wie Update der alten
Unter dem Namen „OneIT“ harmonisierten und standardisierten die Asklepios-Kliniken in Hamburg ihre Netzwerk- und Rechnerumgebung. Asklepios brachte dabei 5.000 PCs an fünf Standorten in fünf Monaten auf ein einheitliches Niveau. Dadurch entfielen nach einer TCO-Studie nicht nur die Datenbrüche zwischen den Häusern. Das Vorgehen senkte unter anderem auch die Total Costs of Ownership (TCO) für jeden PC-Client um durchschnittlich 36,7 Prozent. Deren Ausfallzeiten gingen um 83 Prozent zurück.
Asklepios stellte in dem Projekt auch seine UNIX-Datenbank- und Applikationsserver auf eine SQL Server®-Lösung von Microsoft um. „Das Nachrüsten der alten Systeme hätte genauso viel gekostet wie das komplette Replatforming-Projekt“, sagt Uwe Pöttgen, Leiter Zentrale Dienste IT der Asklepios-Gruppe. Die Investition amortisierte sich deshalb bereits mit dem Betriebsstart.
Die Verbesserung ist deutlich: Nun dauert es nur noch ein Viertel der früheren Zeit, bis die Labordaten vorhanden sind. Die Radiologieergebnisse liegen bereits nach einem Zehntel der früheren Zeitdauer vor. Und die Mitarbeiter können nun bereichs- und standortübergreifend zusammenarbeiten.
-
Medizinische Geräte in Krankenhaus-IT integriert
„Medical Interconnect“ ist eine Lösung von Hewlett Packard, die auf Microsoft-Produkten basiert. Sie ermöglicht es, Untersuchungsergebnisse aus medizinischen Geräten übergreifend in die Krankenhaus-IT zu übertragen und zentral unter der klinikweiten Kennung des Patienten zu speichern. Das Krankenhausinformationssystem (KIS) greift, wie andere Systeme, auf diesen Datenbestand zu. Ärzte und Pflegepersonal müssen die Untersuchungsergebnisse und Befunde nicht mehr manuell eintragen. Manuelle Doppeleingaben, die häufig eine große Fehlerquelle bedeuten, entfallen. Und weil alle Daten immer – auch mobil – verfügbar sind, werden teure Doppeluntersuchungen überflüssig. Das alles spart sowohl Zeit als auch Kosten und erhöht die Qualität der Behandlung.
-
Softwarewartungskosten um 95 Prozent und Lizenzkosten um 83 Prozent gesenkt
Das Universitätsklinikum Aachen setzt auf Microsoft-Lösungen wie den Microsoft Exchange Server 2007 oder Microsoft Office 2007. Die Kommunikationsplattform erhöht die Performance gegenüber der Vorgängerlösung, synchronisiert mobile Geräte leichter und arbeitet einfacher mit Anwendungen Dritter zusammen. Das Uniklinikum konnte seine Verwaltungskosten deutlich senken, und die Zufriedenheit der Mitarbeiter stieg spürbar. Nach ersten Schätzungen werden die Softwarewartungskosten um 95 Prozent und die Lizenzkosten der Microsoft-Lösung um 83 Prozent unter der Vorgängerlösung liegen.
Microsoft-Lösungen für die Integration
Der Microsoft BizTalk Server ist die leistungsfähige Schnittstellenplattform für die Anbindung
unterschiedlichster Fachverfahren und Anwendungssysteme. Die Integration neuer Schnittstellen
ist einfach und sorgt für ein zukunftssicheres Gesamtsystem. Der BizTalk Server besitzt im
Paket beispielsweise den HL7-Konnektor sowie zahlreiche Schnittstellentemplates zu bekannten
Enterprise Resource Planning-(ERP-)Lösungen, Krankenhausinformationssystemen (KIS), gängigen
Programmen der Praxisverwaltungssoftware (PVS) und zu RFID-Konnektoren.
Durch die Office Business Application-(OBA-)Plattform können beliebige Prozesse und Informationen
aus Geschäftsanwendungen wie Microsoft Dynamics™, SAP oder Fachanwendungen
wie Krankenhaus- oder Praxisverwaltungssysteme in die gewohnte Office System-Oberfläche
integriert und so die Benutzerfreundlichkeit gesteigert werden.
Microsoft Visual Studio® 2008 bietet Entwicklungswerkzeuge für das Entwerfen, Programmieren
und Testen einer neuen Generation von Software und Diensten, die auf Windows®-
Computern, im Internet und mobil ausgeführt werden.
Windows Services for UNIX (SFU) integrieren Windows in UNIX-Umgebungen. So können
UNIX-Anwendungen in Webservices eingebunden oder in mobilen Diensten integriert werden.