![]() Fallen bei der Existenzgründung: Kein Überblick über flüssige MittelAus dem Buch " Die 100 häufigsten Fallen nach der Existenzgründung" von Cordula Nussbaum und Gerhard Grubbe Wollen Sie erfolgreich am Markt bestehen, dann muss Ihr Unternehmen jederzeit genügend Mittel haben, um Lieferantenrechnungen, Gehälter, Miete und alle anderen Verbindlichkeiten bezahlen zu können. Gelingt Ihnen das nicht, haben Sie ein Problem. Dass Banken Sie in einer solchen Situation unterstützen, können Sie vergessen. Für Beteiligungsgesellschaften sind Sie nur ab einer bestimmten Größe und mit einer außergewöhnlich innovativen Geschäftsidee interessant. Und wenn Ihnen das Geld bereits (fast) ausgegangen ist und Ihnen nur eine schnelle Finanzspritze weiterhilft, sind Sie dort sowieso an der falschen Adresse. Bleibt Ihnen nur der undankbare Weg, Familie oder Freunde um Hilfe zu bitten. Die geniale Geschäftsidee, viele Aufträge oder gute Zukunftsperspektiven nützen Ihnen nichts, wenn die Grundvoraussetzung, – nämlich ständig liquide zu sein – nicht gegeben ist. Sichern Sie die Zahlungsfähigkeit mit einfachen, aber wirkungsvollen Kniffen (siehe Falle 5 im Originalbuch) und räumen Sie der Liquiditätsplanung allerhöchste Priorität ein. Mit der Umsatz- und Kostenplanung haben Sie dafür schon zwei wichtige Voraussetzungen. Praxis-BeispielWie liquide ist Hans Neumaier?Hans Neumaier schreibt am Jahresende seine für das kommende Jahr geplanten Erlöse (pessimistische Variante) und Kosten in die Tabelle Liquiditätsplanung. Er erkennt, dass es im Frühjahr wohl eng wird und seine Kreditlinie von 5.000 Euro möglicherweise nicht mehr ausreicht. Somit weiß er zur rechten Zeit, dass er Maßnahmen ergreifen muss, um seine Liquidität zu sichern oder frühzeitig frisches Geld in die Firma holen muss (Kapitalerhöhung, Kredit). Nach jedem abgelaufenen Monat ersetzt Neumaier die Planzahlen durch die Ist-Zahlen und berücksichtigt, dass die Erlöse erst durchschnittlich vier bis sechs Wochen nach Rechnungsstellung auf seinem Konto eingehen.
Permanente LiquiditätsengpässeLiquiditätsengpässe gehören zum Alltag von Firmen, die keine finanziellen Reserven haben – was bei jungen Unternehmen eher Regel als Ausnahme ist. Fest eingeplante Aufträge kommen nicht zustande, Kunden zahlen zu spät oder gar nicht, unvorgesehene Ausgaben, zum Beispiel für Reparaturen an der Computeranlage, fallen an. Dieses Problem bekommen Sie besser in den Griff mit der eben beschriebenen Liquiditätsplanung und frühzeitigen Maßnahmen. Im Folgenden finden Sie eine Auswahl dessen, was Sie tun können, um liquide zu bleiben. Forderungen und VerbindlichkeitenSo können Sie beispielsweise mehr flüssige Mittel in die Kassen holen, indem Sie besser mit Ihren Forderungen umgehen (siehe Falle 7 im Originalbuch). Aber auch auf der Seite Ihrer Verbindlichkeiten haben Sie Spielraum. Handeln Sie mit Ihren Lieferanten möglichst lange Zahlungsziele aus und nutzen Sie diese auch. Schreiben Sie die Überweisung nicht dann, wenn Sie gerade Zeit haben, sondern wenn die Rechnung tatsächlich fällig wird, und nutzen Sie dafür die Termin-Funktion, die viele Online-Banking-Produkte bieten. Wenn es Ihr Kontostand zulässt, zahlen Sie so schnell, dass Sie Skonto in Anspruch nehmen können. Damit sparen Sie nicht nur Geld, sondern erwerben sich auch den Ruf eines guten und verlässlichen Zahlers. Das kann Ihnen bei künftigen Preisverhandlungen Vorteile bringen und verbessert damit mittel- und langfristig Ihre Liquidität. Leasing statt KaufSchonen Sie Ihre flüssigen Mittel, indem Sie Firmen-Equipment wie Maschinen, EDV, Fahrzeuge oder Räumlichkeiten nicht kaufen (auch nicht auf Kredit!), sondern leasen. Leasinggesellschaften finanzieren fast immer 100 Prozent der Anschaffungskosten. Es fällt also keine Anzahlung an und Sie bezahlen überschaubare monatliche Leasingraten, die außerdem als Betriebsaufwand Ihre Steuerlast mindern. Zusätzliche Vorteile: Sie können Serviceangebote wie Pflege und Wartung in Anspruch nehmen und nach Ablauf des Leasingvertrags Ihre Ausrüstung auf den neuesten Stand bringen. Aber es gilt auch: Sie werden für Ihre schlechte Liquidität bestraft, denn unterm Strich ist Leasing fast immer teurer als kaufen. EXPERTEN-TIPPTeil der Einnahmen als Tagesgeld anlegenLegen Sie einen Teil Ihrer Einnahmen regelmäßig an, um eine Liquiditätsreserve zu schaffen. Damit es schnell verfügbar ist, empfiehlt sich ein Tagesgeld-Konto. Infos über die besten Zinssätze bieten Anlegermagazine wie Finanztest oder www.focus.de. Mit freundlicher Unterstützung des Haufe Verlags und von
Das gesamte Buch können Sie kostenpflichtig bei Redmark unter folgender Adresse herunterladen: Die 100 häufigsten Fallen nach der Existenzgründung Weitere Artikel zu diesem Thema | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||