 E-Learning: Die neue Art des flexiblen Lernens Von Edigna MenhardUnternehmen können mit computer- oder online-basierten Lernprogrammen das Know-how ihrer Mitarbeiter steigern. Gerade für kleine und mittlere Unternehmen bringt diese Lernmethode Vorteile.
Dass in Deutschland ein Fachkräftemangel herrscht, davor warnen Experten schon seit längerer Zeit. Betroffen sind vor allem kleine und mittlere Firmen. Ihnen fällt es oft schwer, die richtigen und kompetenten Mitarbeiter zu finden, weil sie weniger bekannt sind und weniger Initiativbewerbungen bekommen. Das kann durchaus die Existenz bedrohen, wenn deshalb Unternehmen nicht auf Markt- und Kundenanforderungen reagieren kann. Viele Betriebe haben ihren Ausweg aus dieser Misere gefunden: Sie sorgen intern für die berufliche Weiterbildung ihrer Beschäftigten. Dabei nehmen sie nicht nur konventionelle Schulungsangebote mit Seminaren und Kongressen in Anspruch. Jede vierte Firma setzt auf E-Learning oder hält diese Art von Weiterbildungsprogrammen zumindest für sehr interessant. Zu diesem Ergebnis kommt das „Trendbarometer für kleine und mittelständische Unternehmen“, das die Marktforscher von TechConsult regelmäßig im Auftrag von Microsoft durchführen.
Verschiedene Alternativen
Mit E-Learning werden alle Formen des elektronisch gestützten Lernens bezeichnet. Man unterscheidet zwischen Computer Based Trainings (CBT), Web Based Training (WBT) und Blended Learning. Beim CBT arbeitet der Lernende am Computer mit einer Lernsoftware – er ist dabei in der Regel offline, also nicht notwendigerweise mit einem Netzwerk oder dem Internet verbunden. Im Gegensatz dazu werden beim WBT über Internet oder Intranet Aus- und Weiterbildungsprogramme angeboten. Hier gibt es oftmals auch die Möglichkeit, mit anderen Lernenden in Chatrooms zu diskutieren und sich über den Lernstoff auszutauschen. Bislang noch weniger verbreitet ist das Blended Learning. Bei dieser Form handelt es sich um eine Kombination von E-Learning- und Präsenzunterricht-Phasen.
Egal für welche E-Learning-Methode sich eine Firma entscheidet, die Vorteile liegen auf der Hand: Im Vergleich zu Trainings, die in einem Schulungscenter durchgeführt werden, bringt das Lernen via Computer enorme Kosten- und Zeitvorteile. Gerade kleinere und mittlere Firmen können es sich nicht immer leisten, Mitarbeiter für mehrere Tage zu Seminaren und Konferenzen zu schicken. Statt tageweise auf ihn zu verzichten, kann er im Unternehmen am Computer lernen – ohne großen Aufwand, einfach für ein paar Stunden. Der Lernende kann sich das Wissen dann aneignen, wenn er Zeit, Lust und Muse dazu hat. Zudem kann sich so eine Vielzahl von Mitarbeitern gleichzeitig weiterbilden und auf dieselben Lerninhalte zugreifen. Jeder kann sein Lerntempo selbst bestimmen. Die neuen E-Learning-Tools bieten zudem Abwechslung – interaktives, kreatives und problemorientiertes Lernen ist möglich. Inhalte können schnell aktualisiert werden. Bei WBTs kann man mit anderen Lernenden kommunizieren sowie die Lernerfolge kontrollieren.
 Finden Sie einen qualifizierten Microsoft-Partner in Ihrer Nähe.
Doch das Büffeln via Computer oder Internet hat auch Nachteile: Vielen ist der persönliche Kontakt zu einem Lehrenden wichtig. Manche, gerade ältere Mitarbeiter, finden sich mit den Programmen schon mal nicht so schnell zurecht. Außerdem verfügt nicht jeder über das notwendige Maß an Selbstdisziplin, Motivation und Selbstorganisation, um über längere Zeit an Schulungen teilzunehmen und die verschiedenen Kurselemente durchzuführen. Beim Trendbarometer von TechConsult sprach immerhin jeder zweite Geschäftsführer seinen Mitarbeitern diese Kompetenz ab.
Bislang bieten viele Betriebe keine E-Learning-Programme an, weil sie sich von den standardisierten Lernprogrammen keinen Mehrwert erwarten, so die Umfrage weiter. 60 Prozent bemängelten, dass die E-Learning-Angebote nicht auf ein Unternehmen oder eine Branche zugeschnitten sind. Vor allem kleine Unternehmen finden deshalb auch kein Schulungsprogramm, das zu ihren Anforderungen passt. Die Alternative dazu wäre, Individuallösungen selbst entwickeln zu lassen. Doch das halten kleine und mittlere Unternehmen für zu teuer, und eine eigene Lernplattform aufzusetzen und die organisatorische Betreuung zu bewerkstelligen, halten sie für zu aufwändig.
Weiter auf Seite 2 
Weitere Artikel zum Thema: |