Neno Lojes Vista-Tagebuch

Tag 2: Die Qual der Wahl (Teil 1 von 2)

Noch bevor Windows Vista auf einen Produktivrechner kommt, stehen bei den meisten erst einmal viele Fragen im Raum:

Sollte ich überhaupt umsteigen?

Wann ist ein günstiger Zeitpunkt?
(für beide Fragen: vgl. Beitrag von gestern))

Laufen meine bestehenden Anwendungen dann überhaupt noch?

Welche Edition von Windows Vista ist die Richtige? Was sind die Unterschiede?

Noch 32-bit oder gleich die 64-bit-Version?

Deutsch vs. englisch?

Upgrade von Windows XP oder saubere Neuinstallation?

Treiber für Ihre Hardware

Wenn Sie das "Abenteuer Vista" nicht mit neuer Hardware beginnen, sollten Sie unbedingt vorher die Verfügbarkeit von Vista-Treibern für das System und ggf. alle externen Zusatzgeräte prüfen. Beachten Sie dabei, dass Sie für die 64-bit-Versionen von Windows Vista spezielle Treiber brauchen und diese, insbesondere für ältere Geräte, nicht von jedem Hersteller bereitgestellt werden.

Microsoft bietet zu diesem Zweck auch den Vista Upgrade Advisor an. Mit dessen Hilfe kann man das System auf bekannte Kompatibilitätsprobleme – sowohl mit Hard- als auch mit Software - prüfen lassen. Die Liste kompatibler Softwareprodukte, die das Programm verwendet, kann auch online eingesehen werden.

Laufen meine Anwendungen noch?

Der Kompatibilitätskiller Nummer 1 ist Vista's Sicherheitsfeature "User Account Control" ("Benutzerkontensteuerung" in der dt. Version). Es sorgt dafür, dass alle Benutzer mit gleichen Berechtigungen – nämlich als einfacher Benutzer – auf dem System unterwegs sind.

Sie können vorher schon auf einfache Art und Weise prüfen, ob ein Programm damit Schwierigkeiten hat: richten Sie unter Windows 2000 oder XP einen Benutzer mit Standardrechten ein und versuchen Sie mit diesem die Software zu starten. Gelingt das, wird es auch unter Windows Vista mit einer hohen Wahrscheinlichkeit funktionieren, da Vista in dieser Beziehung eher weniger restriktiv ist.

Die neuen Sicherheitsfunktionen und User Account Control werden in den kommenden Wochen noch ausgiebig dargestellt.

Ein Vista kommt selten allein: Welche Edition sollte ich installieren?

Es gibt insgesamt 6 Editionen von Windows Vista. So gibt es aus Windows XP Professional bekannte Funktionen wie Remote Desktop und Fax-Funktionalität nur in der Business-Edition, die Media Center-Funktionalität wiederum in der Home Premium-Variante. Möchte man beides, kommt man an der Ultimate Edition nicht umher.

Die gute Nachricht trotz vieler Editionen: sie basieren alle auf der selben Codebasis (was bei Windows XP mit der Media Center Edition und der Tablet PC Edition nicht immer der Fall war). Der Produktschlüssel entscheidet bei der Installation, welche Version tatsächlich installiert wird. Der Vorteil für Sie als Softwareentwickler: Sie brauchen Ihre Anwendungen nur noch gegen die alles umfassende Ultimate Edition zu testen – natürlich einmal gegen die 32-bit und dann nochmals gegen die 64-bit Version, sofern Sie diese unterstützen (und ich rate es Ihnen unbedingt an, da die Zahl der 64-bit-Installationen momentan kontinuierlich zunimmt und es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis sie sich durchsetzen!).

Morgen geht es im zweiten Teil weiter mit Fragen zur 64-bit-Version, den Sprachversionen und Updates bzw. Neuinstallationen.

Bis dahin,

Ihr Neno Loje

Neno Loje
Freier Berater & Fachautor
Sie haben Fragen zu Visual Studio Team System (VSTS) oder Anregungen und Kommentare zu meinem Vista-Tagebuch? Dann freue ich mich auf Ihre Nachricht.

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