 Egal ob sie ihre Hausaufgaben am Familiencomputer im Wohnzimmer erledigen oder auf dem Rücksitz im Auto mit ihrem Mobiltelefon Textnachrichten versenden und im Internet surfen – die Kinder scheinen heutzutage permanent online zu sein. Kontakt-Webseiten sind bei Teenagern äußerst beliebt und werden auch von jüngeren Kindern immer häufiger genutzt. Sie nutzen diese Webseiten zur Kommunikation mit ihren Schulfreunden oder auch mit anderen Kindern auf der ganzen Welt. Kinder verwenden Kontakt-Webseiten, um ihre Gefühle auszudrücken, und gelegentlich nutzen sie diese Sites sogar, um Informationen über andere Kinder zu erhalten, die sie auf Partys oder in der Schule kennen gelernt haben. So kann zum Beispiel ein Kind, das ein anderes Kind persönlich kennengelernt hat, dessen Webseite aufrufen, um nähere Informationen zu erfahren und herauszufinden, ob es mit ihm befreundet sein möchte. Heutzutage unterscheiden die Kinder kaum zwischen dem Leben in der realen Welt und dem im Internet. Kinder besuchen Kontakt-Webseiten, die speziell für sie entwickelt wurden (z. B. Webkinz und Club Penguin), oder Sites, die sich an Erwachsene richten, wie Windows Live Spaces, YouTube, MySpace, Flickr, Twitter, Facebook und viele andere. Die Kinder sollten sich aber stets im Klaren darüber sein, dass jeder, der über eine Internetverbindung verfügt, frei auf viele dieser Seiten zugreifen kann.
Kinder verwenden diese Seiten für Folgendes: | • | Chatten | | • | Spiele spielen | | • | Fotos und Videos ins Internet stellen oder die anderer anschauen | | • | Bloggen | | • | Onlineprofil bereitstellen |
Die Informationen, die die Kinder auf ihre Seiten stellen, machen sie jedoch leicht zum Opfer von Phishingbetrug sowie Tyrannisierung und Pädophilen im Internet. Im Folgenden werden einige Möglichkeiten vorgestellt, wie Sie dazu beitragen können, dass Ihr Kind Kontakt-Webseiten sicher nutzen kann.
| • | Unterhalten Sie sich mit Ihrem Kind über seine Erlebnisse im Internet. Ermuntern Sie Ihr Kind, Ihnen zu erzählen, wenn ihm etwas auf diesen Webseiten nicht geheuer ist oder unangenehm und bedrohlich vorkommt. Bleiben Sie ruhig, und sagen Sie Ihrem Kind wiederholt, dass es keinen Ärger bekommt, wenn es Sie auf etwas aufmerksam macht. Versichern Sie Ihrem Kind, dass Sie ihm bei der Lösung des Problems helfen werden.
| | • | Stellen Sie Regeln für die Internetnutzung zuhause auf. Wenn Ihr Kind damit beginnt, das Internet selbständig zu nutzen, sollten Sie sich auf eine Liste mit Regeln einigen. Anhand dieser Regeln sollte zum Beispiel festgelegt werden, ob und in welchem Umfang Ihr Kind Kontakt-Webseiten nutzen darf. Weitere Informationen zum Festlegen von Regeln erhalten Sie auf der Seite Familienabkommen zum Onlineschutz Ihrer Kinder. | | • | Achten Sie darauf, dass sich Ihr Kind nach den Altersbeschränkungen der jeweiligen Webseite richtet. Das empfohlene Mindestalter zur Anmeldung bei den Kontakt-Webseiten liegt in der Regel bei 13 Jahren. Kinder unter 13 Jahren sollten diese Webseiten nicht nutzen. Verlassen Sie sich nicht auf die Dienste selbst, wenn Sie verhindern möchten, dass Ihr Kind sich dort anmeldet. | | • | Machen Sie sich selbst mit der Webseite vertraut. Schauen Sie sich die Webseite an, die Ihr Kind nutzen möchte, und stellen Sie sicher, dass sowohl Sie als auch Ihr Kind die Datenschutzrichtlinien und Verhaltensregeln verstehen. Prüfen Sie, ob der jeweilige Dienst den Inhalt überwacht, der auf die Seiten gestellt wird. Darüber hinaus sollten Sie die Seite Ihres Kindes regelmäßig überprüfen. Weitere Vorschläge hierzu erhalten Sie unter Sicherheitstipps für Eltern und Kinder zum Thema Blogging. | | • | Bestehen Sie darauf, dass Ihr Kind sich niemals persönlich mit Kontakten trifft, mit denen es nur online kommuniziert hat, und raten Sie ihm, nur mit Personen zu chatten, die es auch persönlich kennt. Ein Treffen mit einer Person, mit der Ihr Kind bisher nur online kommuniziert hat, kann eine echte Gefahr darstellen. Sie können Ihr Kind davor schützen, indem Sie ihm nahe legen, die Webseiten nur zum Kommunizieren mit Freunden zu nutzen, nicht jedoch mit Fremden, die es nicht persönlich kennt. Möglicherweise reicht es jedoch nicht aus, Ihrem Kind einfach zu sagen, dass es nicht mit Fremden reden soll, da Ihr Kind jemanden, den es online kennen gelernt hat, eventuell nicht als Fremden betrachtet. Weitere Ratschläge zum Schutz Ihres Kindes im Internet erhalten Sie unter Pädophile im Web: Was können Sie tun, um Ihr Kind zu schützen | | • | Achten Sie darauf, dass Ihr Kind nicht seinen vollständigen Namen angibt. Ihr Kind sollte nur seinen Vornamen oder einen Spitznamen angeben. Im Idealfall ist ein geschlechtsneutraler Anzeigename zu verwenden, der keine falsche Aufmerksamkeit auf sich zieht. Untersagen Sie Ihrem Kind, die vollständigen Namen seiner Freunde zu nennen. | | • | Achten Sie darauf, welche weiteren persönlichen Informationen im Profil Ihres Kindes enthalten sind. Viele Kontakt-Webseiten ermöglichen es Kindern, öffentlichen Gruppen beizutreten, die etwa alle Besucher einer bestimmten Schule aufnehmen. Seien Sie vorsichtig, wenn Ihr Kind Informationen angibt, die zu seiner Identifizierung verwendet werden könnten, z. B. ein Vereinsmaskottchen, den Namen der Schule oder den Wohnort. Gibt Ihr Kind zu viele Informationen an, kann es zum Opfer von Tyrannisierung und Pädophilen im Internet, Onlinebetrug oder Datendiebstahl werden. Weitere Informationen finden Sie unter Erkennen von Phishingbetrug und gefälschten E-Mails. | | • | Verwenden Sie eine Webseite, die nicht „allzu öffentlich“ ist. Einige Kontakt-Webseiten ermöglichen es Ihnen, Ihre Webseite mit einem Kennwort zu schützen oder andere Methoden einzusetzen, mit denen nur Besucher zugelassen werden, die Ihr Kind kennt. Bei Windows Live Spaces können Sie beispielsweise mithilfe von Berechtigungen festlegen, wer Ihre Webseite aufrufen darf. Dabei können Sie sämtliche Internetbenutzer oder nur ausgewählte Personen zulassen. | | • | Beachten Sie auch Details auf Fotos. Erklären Sie Ihrem Kind, dass Fotos viele persönliche Informationen offenbaren. Raten Sie Ihrem Kind, keine Fotos von sich selbst und seinen Freunden mit eindeutig identifizierbaren Details im Internet zu veröffentlichen, z. B. Straßenschilder, Autonummernschilder oder einem Vereinsnamen auf dem T-Shirt. | | • | Warnen Sie Ihr Kind davor, seine Gefühle gegenüber Fremden auszudrücken. Sie haben Ihr Kind sicherlich bereits ermahnt, nicht direkt mit Fremden online zu kommunizieren. Kinder nutzen Kontakt-Webseiten jedoch dazu, Tagebücher und Gedichte zu verfassen, in denen sie häufig starke Gefühle zum Ausdruck bringen. Erklären Sie Ihrem Kind, dass diese Worte von allen Personen mit Internetzugang gelesen werden können, und dass sich Pädophile häufig auf emotional verletzliche Kinder konzentrieren. Weitere Informationen hierzu erhalten Sie unter Die zehn wichtigsten Regeln für den sicheren Umgang mit dem Internet. | | • | Klären Sie Ihr Kind über das Thema Tyrannisierung über das Internet auf. Sobald Ihre Kinder alt genug sind, um Kontakt-Webseiten zu verwenden, sollten Sie sie über die Gefahren von Tyrannisierung über das Internet aufklären. Erklären Sie ihnen, dass sie sich umgehend an ein Elternteil, einen Lehrer oder einen anderen vertrauenswürdigen Erwachsenen wenden sollten, wenn sie das Gefühl haben, im Cyberspace tyrannisiert zu werden. Sie sollten Ihre Kinder außerdem anleiten, mit Personen im Internet genau so zu kommunizieren, wie sie es in einem persönlichen Gespräch tun würden. Ermahnen Sie Ihre Kinder, andere mit demselben Respekt zu behandeln, den sie selbst erfahren möchten.
| | • | Lassen Sie die Webseite Ihres Kindes entfernen. Wenn Ihr Kind sich weigert, die von Ihnen zu seinem Schutz aufgestellten Regeln zu befolgen, und Sie sich bemüht haben, eine Änderung der Verhaltensweisen Ihres Kindes zu bewirken, können Sie sich direkt mit der Bitte an die Kontakt-Webseite wenden, die Seite Ihres Kindes zu entfernen. Sie können auch Programme zum Filtern von Webinhalten als Ergänzung – nicht als Ersatz – zur elterlichen Kontrolle nutzen.
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Weitere Informationen zum Schutz Ihres Kindes im Internet erhalten Sie unter Kinder und das Internet: Häufig gestellte Fragen (FAQs).
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