Familienforschung: Erkennen Sie die Tricks von Betrügern im Netz

Veröffentlicht: 11. Oktober 2006 | Aktualisiert: 30. Januar 2009
Elternteil und Kind hinter Bäumen

Bevor Sie sich auf die Onlinesuche nach Ihren Wurzeln machen, lesen Sie die folgenden Tipps, um gängige Betrugsmethoden bei der Familienforschung zu erkennen und sich vor ihnen zu schützen.

4 gängige Betrugsmethoden bei der Familienforschung:


1.

Irreführende Software und Dienstleistungen. Bei manchen Softwareprodukten und Onlinediensten für Familienforschung werden irreführende Angaben zum Leistungsumfang gemacht, zum Beispiel zur Zusammenstellung von Familiennamen und Stammbaumdaten.

In den meisten Fällen sind diese Informationen auch kostenlos im Internet erhältlich. Sicherlich könnte behauptet werden, dass diese Produkte und Dienste Ihnen einen Teil der Arbeit abnehmen, doch es empfiehlt sich in jedem Fall, erst einmal kostenlose Quellen aufzurufen, bevor Sie zur Kreditkarte greifen.

2.

Die Masche mit der Erbschaft. Bei dieser Betrugsmethode geht es darum, angeblichen Erben mit erfundenen Verwaltungskosten Geld aus der Tasche zu ziehen.

Der Ablauf ist folgender: Sie erhalten die Mitteilung, dass Ihnen eine Erbschaft aus dem Familienkreis zusteht und Sie in Kürze weitere Informationen erhalten, wie Sie Ihre Ansprüche darauf anmelden können – nachdem Sie diverse Gebühren für die Verwaltung jenes Nachlasses bezahlt haben, den es in Wahrheit gar nicht gibt.

Tipp

Tipp:  Weitere Informationen zu ähnlichen Betrugsmethoden finden Sie unter Erkennen von und Schützen vor Vorschussbetrug.

3.

Die vollständige Chronik der Familie [Ihr Nachname]! Vielleicht haben Sie schon einmal eine solche Anzeige gesehen, in der eine einzigartige Chronik Ihrer Familie angeboten wird, die teilweise mehrere Jahrhunderte zurückreichen soll.

In Wahrheit handelt es sich dabei um massengefertigte, leicht aufgepeppte Telefonbücher, in denen Ihr Nachname mit einer Liste zufällig ausgewählter Namen in Verbindung gebracht wird, begleitet von einem kurzen geschichtlichen Abriss, der mit Ihrer Familie nicht das Geringste zu tun hat. Weit besser: Stellen Sie eigene Nachforschungen an.

4.

Unseriöse Genealogen. Es mag Bescheinigungen von privaten Anbietern geben, doch die Berufsbezeichnung Genealoge ist nicht geschützt und erfordert keinerlei Zulassung.

Jeder, der möchte, kann sich so nennen. Genealogische Daten sind leicht zu fälschen, und Betrüger machen sich dies zunutze. Wer einen Genealogen beauftragen möchte, sollte sich auf nachprüfbare Referenzen oder anerkannte Organisationen verlassen.

Veröffentlichen genealogischer Informationen

Das Internet eignet sich hervorragend für den Austausch genealogischer Informationen über Ihre eigene Familie oder die Familien anderer. Denken Sie aber immer daran, dass diese Informationen von Datendieben benutzt werden könnten, die zu Finanzbetrugszwecken nach persönlichen Daten suchen, oder von Betrügern, die Ihnen die von Ihnen erhaltenen Informationen neu verpackt, in Form eines billig produzierten Buchs oder Softwareprogramms, zurückverkaufen wollen.

(Es gibt auch seriöse Unternehmen, die Ihre genealogischen Daten professionell verpacken. Weitere Informationen dazu erhalten Sie bei anerkannten Genealogie-Organisationen).

Entfernen persönlicher Informationen

Wenn Sie genealogische Daten allgemein zugänglich ins Internet stellen möchten, sollten Sie die persönlichen Informationen aller angezeigten Familienmitglieder entfernen, zum Beispiel:

Volle Namen (verwenden Sie möglichst nur Initialen)

Sozialversicherungsnummern

Vollständige Geburtsdaten (geben Sie nur das Geburtsjahr an)

Genaue Privatanschriften der Familienmitglieder, einschließlich früherer Anschriften

Telefonnummern

E-Mail-Adressen

Private Mitgliedschaften, zum Beispiel Studentenverbindungen

Angaben zum Privatbesitz, zum Beispiel Immobilien oder Grundbesitz

Geben Sie keine potenziellen Kennwörter preis

Darüber hinaus ist es möglich, dass jemand in Ihrer Familie den Namen eines anderen Familienmitglieds (oder Haustieres) als Kennwort verwendet.

Viele Onlineunternehmen, zum Beispiel Kreditkarteninstitute, nutzen Mädchennamen von Frauen oder Namen von Haustieren als Methode, vergessene Kennwörter abzurufen. Diese Angaben sollten daher komplett entfernt werden.

Tipp

Tipp:  Wie Sie sicherere Kennwörter für all Ihre Onlinekonten erstellen, erfahren Sie unter Erstellen und Verwenden sicherer Kennwörter.

Private Communities

Wenn Ihre genealogischen Daten vertraulich bleiben sollen, gibt es die Möglichkeit, Familienstammbäume, -chroniken und -fotos in einer der zahlreichen Onlinecommunities zu veröffentlichen, die private, kennwortgeschützte Webseiten anbieten.

Diese kennwortgeschützte Community können Sie dann privat im Familien- oder Freundeskreis nutzen.