
Von The Cable Guy
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Im Gegensatz zu Windows® XP ist bei Microsoft® Windows Vista™ IPv6 (Internet Protocol version 6) standardmäßig installiert und aktiviert. IPv6 sorgt normalerweise selbst für die passende Konfiguration. Trotzdem haben Sie jedoch die Möglichkeit, bestimmte IPv6-Konfigurationseinstellungen selbst festzulegen. Dieser Artikel befasst sich daher mit der manuellen Konfiguration von IPv6 und Windows Vista über die Benutzeroberfläche sowie über die Kommandozeile.
IPv6 wurde von Beginn an so entworfen, dass es einfacher als IPv4 (Internet Protocol version 4) zu konfigurieren ist. IPv6 kann sich automatisch selbst konfigurieren - und zwar auch ohne ein entsprechendes Konfigurationsprotokoll wie DHCPv6 (Dynamic Host Configuration Protocol for IPv6). Alle IPv6-Knoten konfigurieren für jede physische oder logische IPv6-Schnittstelle automatisch eine lokale Adresse mit dem Prefix fe80::/64. Diese Adressen können nur zur Kommunikation mit benachbarten Knoten verwendet werden. Sie werden nicht im DNS registriert, und wenn Daten an eine solche Adresse gesendet werden sollen, ist zusätzlich eine Zonen-ID notwendig.
Weitere IPv6-Adressen und andere Konfigurationsparameter können entweder automatisch oder manuell konfiguriert werden.
Solange es sich bei dem Knoten nicht um einen Router handelt, sind die folgenden automatischen Konfigurationen möglich:
| • | Automatische Konfiguration über die IPv6-Routererkennung: Ein IPv6-Host sendet eine Multicast-Router-Solicitation-Nachricht und empfängt eine oder mehrere Router-Advertisement-Nachrichten. In diesen Router-Advertisement-Nachrichten finden sich Subnet-Prefixes (diese nutzt der IPv6-Host zum Festlegen weiterer IPv6-Adressen und zum Hinzufügen von Routen zur IPv6-Routingtabelle) und weitere Konfigurationsparameter (zum Beispiel das Standardgateway). |
| • | Automatische Konfiguration über DHCPv6: Über DHCPv6 erhält der IPv6-Host Subnet-Prefixe und andere Konfigurationsparameter. Oft wird DHCPv6 bei IPv6-Hosts unter Windows zum Beispiel dazu genutzt, die IPv6-Adressen der DNS-Server zu konfigurieren - dies ist über die Routererkennung nicht möglich. |
Die Router-Advertisement-Nachricht, die vom IPv6-Host empfangen wird, zeigt dem Host über ein bestimmtes Feld in der Nachricht an, ob eine automatische Adresskonfiguration erfolgen soll.
Die meisten IPv6-Hosts brauchen nicht per Hand konfiguriert werden. Dies gilt jedoch nicht für IPv6-Router - auf diesen müssen IPv6-Adressen und Routingparameter konfiguriert werden. Diese Konfiguration können Sie über zwei Wege durchführen:
| • | Über die TCP/IPv6-Eigenschaften: Unter Windows Vista haben Sie die Möglichkeit, IPv6-Einstellungen über die grafische Benutzeroberfläche zu konfigurieren. |
| • | Über den Kontext interface ipv6 von netsh: Wie unter Windows XP können Sie die IPv6-Einstellungen unter Windows Vista auch über den Kontext interface ipv6 von Netsh.exe konfigurieren. Weitere Informationen zu Netsh.exe finden Sie im Cable Guy-Artikel Managing Windows 2000 Networking Components with Netsh (engl.). |
Um die IPv6-Einstellungen manuell über die Windows-Benutzeroberfläche zu konfigurieren, gehen Sie folgendermaßen vor:
| • | Klicken Sie im Ordner Connections and Adapters (im Vista Network Center) mit rechts auf die entsprechende Verbindung oder den entsprechenden Netzwerkadapter. Dann klicken Sie auf Properties. |
| • | Klicken Sie auf der Registerkarte Configure in der Liste unter This connection uses the following items doppelt auf Internet Protocol Version 6 (TCP/IP). |
Windows Vista zeigt nun das folgende Dialogfenster an:

Unter der Registerkarte General haben Sie die folgenden Konfigurationsmöglichkeiten:
| • | Obtain an IPv6 address automatically (IPv6-Adresse automatisch beziehen): Legt fest, dass die IPv6-Adressen für diese Verbindung oder diesen Adapter automatisch festgelegt werden. | ||||||
| • | Use the following IPv6 address (Die folgende Adresse verwenden): Legt fest, das die IPv6-Adresse und das Standardgateway für diese Verbindung oder diesen Adapter manuell angeben werden.
| ||||||
| • | Obtain DNS server address automatically (DNS-Serveradresse automatisch beziehen): Legt fest, dass die Adressen der DNS-Server automatisch konfiguriert werden (DHCPv6). | ||||||
| • | Use the following DNS server addresses (Die folgenden DNS-Serveradressen verwenden): Hier können Sie die Adressen des primären und sekundären DNS-Servers festlegen.
|
Wie bei IPv4 gibt es unter Windows Vista auch für IPv6 eine alternative Konfiguration. Mit der alternativen Konfiguration hat der Knoten die Möglichkeit, eine manuell konfigurierte Adresse zu nutzen, wenn er keine automatisch zugewiesene erhält. Diese Konfiguration kann zum Beispiel dann verwendet werden, wenn der Computer in mehr als einem Netzwerk genutzt wird und eines dieser Netzwerke über keinen DHCPv6-Server verfügt.
In der folgenden Abbildung sehen Sie ein Beispiel für die Registerkarte Alternate Configuration (Alternative Konfiguration).

Unter der Registerkarte Alternate Configuration (Alternative Konfiguration) haben Sie die folgenden Konfigurationsmöglichkeiten:
| • | Alternate IPv6 settings (Alternative IPv6-Einstellungen): Legt fest, ob IPv6 bei fehlender automatischer Konfiguration eine manuell konfigurierte Adresse nutzt. |
| • | IPv6 address (IPv6-Adresse): Hier können Sie die IPv6-Unicastadresse angeben. |
| • | Subnet prefix length (Länge des Subnet-Prefix): Hier legen Sie die Länge des Subnet-Prefix an (normalerweise 64). |
| • | Default gateway (Standardgateway): Hier legen Sie die IPv6-Unicastadresse an, die als Standardgateway verwendet wird. |
| • | Preferred DNS server (Primärer DNS-Server): Die IPv6-Unicastadresse des primären DNS-Servers. |
| • | Alternate DNS server (Sekundärer DNS-Server): Die IPv6-Unicastadresse des sekundären DNS-Servers. |
Anmerkung: Wenn die Option Use the following IPv6 address (Die folgende IPv6-Adresse verwenden) unter der Registerkarte General (Allgemein) konfiguriert wurde, gibt es die Registerkarte Alternate Configuration (Alternative Konfiguration) nicht.
Unter der Registerkarte General (Allgemein) können Sie auf Advanced (Erweitert) klicken und so das Dialogfenster Advanced TCP/IP Settings (Erweiterte TCP/IP-Einstellungen) öffnen. Dieses Dialogfenster entspricht dem Dialogfenster Advanced TCP/IP Settings (Erweiterte TCP/IP-Einstellungen) von TCP/IPv4 - die Registerkarten WINS (IPv6 nutzt kein NetBIOS beziehungsweise WINS) und Options (die TCP/IP-Filterung steht nur für IPv4 zur Verfügung) fehlen allerdings. Bei IPv6 gibt es im Dialogfenster von Advanced TCP/IP Settings (Erweiterte TCP/IP-Einstellungen) jedoch zwei zusätzliche Registerkarten: IP Settings (IP-Einstellungen) und DNS.
In der folgenden Abbildung sehen Sie ein Beispiel für die Registerkarte IP Settings (IP-Einstellungen).

Unter dieser Registerkarte haben Sie die folgenden Konfigurationsmöglichkeiten:
| • | Mehrere IPv6-Adressen: Für jede IPv6-Unicastadresse müssen Sie eine IPv6-Adresse und eine Subnet-Prefix-Länge angeben. Der Schalter Add (Hinzufügen) steht nur dann zur Verfügung, wenn die Option Use the following IPv6 address (Die folgenden IPv6-Adressen verwenden) unter der Registerkarte General (Allgemein) im Dialogfenster Internet Protocol Version 6 (TCP/IPv6) Properties (Eigenschaften von TCP/IPv6) aktiviert wurde. |
| • | Mehrere Standardgateways: Für jedes Standardgateway müssen Sie eine IPv6-Adresse angeben. Außerdem müssen Sie angeben ob die Metrik für dieses Gateway über die Verbindungsgeschwindigkeit beziehungsweise über die Geschwindigkeit des Adapters ermittelt werden soll oder ob Sie es selbst festlegen möchten. Der Schalter Add (Hinzufügen) steht nur dann zur Verfügung, wenn die Option Use the following IPv6 address (Die folgenden IPv6-Adressen verwenden) unter der Registerkarte General (Allgemein) im Dialogfenster Internet Protocol Version 6 (TCP/IPv6) Properties (Eigenschaften von TCP/Pv6) aktiviert wurde. |
| • | Metrik: Sie können festlegen, ob eine bestimmte Metrik für die IPv6-Adressen oder die Standardgateways verwendet werden soll oder ob diese über die Verbindungsgeschwindigkeit oder die Geschwindigkeit des Adapters ermittelt werden soll. |
In der folgenden Abbildung sehen Sie ein Beispiel für die Registerkarte DNS.

Unter dieser Registerkarte haben Sie die folgenden Konfigurationsmöglichkeiten:
| • | Sie können IPv6-Adressen für DNS-Server und deren Nutzungsreihenfolge festlegen. |
| • | Sie können ein primäres sowie verbindungsspezifische DNS-Suffixe festlegen. Die Einstellungen entsprechen denen von IPv4. |
Wie unter Windows XP können Sie auch unter Windows Vista IPv6-Adressen und anderen Einstellungen über den netsh-Kontext interface ipv6 konfigurieren.
Mit dem Befehl netsh interface ipv6 add address können Sie IPv6-Adressen konfigurieren. Hierbei gilt die folgende Syntax:
netsh interface ipv6 add address [interface=]Schnittstellenname_oder_Index [address=]IPv6_Adresse[/Länge_Prefix] [[type=]unicast|anycast] [[validlifetime=]Zeit|infinite] [preferredlifetime=]Zeit|infinite] [[store=]active|persistent]
| • | Interface: Der Name der Verbindung oder des Adapters oder der Index der Schnittstelle. |
| • | Address: Die hinzuzufügende IPv6-Adresse (optional gefolgt von der Länge des Subnet-Prefix - standardmäßig 64). |
| • | Type: Type der IPv6-Adresse - Unicast (Standard) oder Anycast. |
| • | Validlifetime: Die Lebensdauer, für die die Adresse gültig ist. Dieser Zeitraum kann in Tagen, Stunden, Minuten und Sekunden angegeben werden (zum Beispiel 1d2h3m4s). Standardmäßig ist die Lebensdauer unbegrenzt. |
| • | Preferredlifetime: Der Zeitraum, über den die Adresse bevorzugt wird. Er kann in Tagen, Stunden, Minuten und Sekunden angegeben werden (zum Beispiel 1d2h3m4s). Standardwert für diese Einstellung ist "unbegrenzt". |
| • | Store: Wie die IPv6-Adresse gespeichert werden soll - entweder aktiv (die Adresse wird beim System-Neustart entfernt) oder persistent (die Adresse bleibt beim System-Neustart erhalten, was auch die Standardeinstellung ist). |
Mit dem folgenden Befehl können Sie zum Beispiel die IPv6-Unicastadresse 2001:db8::290c:1291::1 für die Schnittstelle "Local Area Connection" persistent und mit unbegrenzter Lebensdauer konfigurieren:
netsh interface ipv6 add address "Local Area Connection" 2001:db8::290c:1291::1
Mit dem Befehl netsh interface ipv6 add route können Sie ein Standardgateway konfigurieren und eine Standardroute (::/0) hinzufügen. Hierbei gilt die folgende Syntax:
netsh interface ipv6 add route [prefix=]::/0 [interface=]Schnittstellename_oder_Index [[nexthop=]IPv6_Adresse] [[siteprefixlength=]Länge] [[metric=]Metric] [[publish=]no|yes|immortal] [[validlifetime=]Zeit|infinite] [[preferredlifetime=]Zeit|infinite] [[store=]active|persistent]
| • | Prefix: IPv6-Adressprefix und Länge des Prefix für die Standardroute. Für andere Routen verwenden Sie ::/0 und Adressprefix/Länge_des_Prefix. |
| • | Interface: Der Name der Verbindung oder des Adapters oder der Index der Schnittstelle. |
| • | Nexthop: Wenn der Prefix für nicht lokale Ziele gilt, ist dies die IPv6-Adresse des nächsten Routers. |
| • | Siteprefixlength: Wenn der Prefix für nicht lokale Ziele gilt, können Sie optional die Länge des Prefix angeben. |
| • | Metric: Ein Wert, der festlegt, wann die Route verwendet wird. Geringere Werte werden bevorzugt. |
| • | Publish: Bei Routern legt diese Option fest, ob das Subnet-Prefix der Route an Knoten übermittelt wird und ob die Lebensdauer des Prefix unbegrenzt sein soll. |
| • | Validlifetime: Die Lebensdauer, für die die Route gültig ist. Dieser Zeitraum kann in Tagen, Stunden, Minuten und Sekunden angegeben werden (zum Beispiel 1d2h3m4s). Standardmäßig ist die Lebensdauer unbegrenzt. |
| • | Preferredlifetime: Der Zeitraum, über den die Route bevorzugt wird. Er kann in Tagen, Stunden, Minuten und Sekunden angegeben werden (zum Beispiel 1d2h3m4s). Standardwert für diese Einstellung ist "unbegrenzt". |
| • | Store: Wie die Route gespeichert werden soll - entweder aktiv (die Route wird beim System-Neustart entfernt) oder persistent (die Route bleibt beim System-Neustart erhalten, was auch die Standardeinstellung ist). |
Um zum Beispiel eine Standardroute festzulegen, die die Schnittstelle mit dem Namen "Local Area Connection" nutzt und als nächsten Router die Adresse fe80::2aa:ff:fe9a:21b8 zu konfigurieren, verwenden Sie den folgenden Befehl:
netsh interface ipv6 add route ::/0 "Local Area Connection" fe80::2aa:ff:fe9a:21b8
Um DNS-Server hinzuzufügen, nutzen Sie den Befehl netsh interface ipv6 add dnsserver. Hierbei gilt die folgende Syntax:
netsh interface ipv6 add dnsserver [interface=]Schnittstellenname_oder_Index [[address=]IPv6-Adresse] [[index=]Reihenfolge]
| • | Interface: Der Name der Verbindung oder des Adapters oder der Index der Schnittstelle. |
| • | Address: Die IPv6-Adresse des DNS-Servers. |
| • | Index: Die Reihenfolge der DNS-Serveradresse. Standardmäßig wird der DNS-Server an das Ende der Liste gesetzt. Wenn Sie jedoch hier einen Wert angeben, wird der DNS-Server an die entsprechende Position der Liste gesetzt. |
Um zum Beispiel einen DNS-Server mit der Adresse 2001:db8::99:4acd::8 und der Schnittstelle "Local Area Connection" hinzuzufügen, verwenden Sie den folgenden Befehl:
netsh interface ipv6 add dnsserver "Local Area Connection" 2001:db8::99:4acd::8
Im Gegensatz zu Windows XP ist es unter Windows Vista nicht möglich, IPv6 zu deinstallieren. Sie können IPv6 jedoch auf die folgenden Arten deaktivieren:
| • | Über den Ordner Connections and Adapters (Verbindungen und Adapter) deaktivieren Sie für alle Verbindungen und Adapter die Option Internet Protocol version 6 (TCP/IPv6) in der Liste unter This connection uses the following items. Für die Tunneling-Schnittstellen und die Loopback-Schnittstelle bleibt IPv6 so erhalten. |
| • | Fügen Sie den folgenden Registrierungswert ein (DWORD) und setzen Sie ihn auf 0xFF: |
Weitere Informationen zu IPv6 finden Sie unter den folgenden Quellen:
| • | Microsoft-IPv6-Website (engl.) |
| • | Whitepaper: Einführung in IPv6 (engl.) |
| • | Änderungen bezüglich IPv6 unter Windows Vista und Windows Server "Longhorn" |