Zusammenfassung In diesem Handbuch wird die Planung einer Bereitstellung von Microsoft® Windows® XP Service Pack 2 (SP2) in Unternehmensumgebungen beschrieben. Das Handbuch umfasst Informationen zur Bereitschaftsbewertung, zur Anwendungskompatibilität sowie zur Schulung und Infrastruktur. Es richtet sich an IT-Architekten und -Planer, die eine SP2-Bereitstellung vorbereiten. Weitere Informationen zum Verwenden von Technologien zum Implementieren dieses Bereitstellungsplans finden Sie im Windows XP Service Pack 2 – Implementierungshandbuch für Unternehmen. Auf dieser SeiteÜbersichtWindows XP Service Pack 2 (SP2) stellt eine schnelle und kostenlose Möglichkeit dar, um den Schutz für die auf Windows XP basierenden Computer in Ihrer Organisation zu optimieren. Das SP2 bietet fortgeschrittene Sicherheitstechnologien und Neuerungen von Microsoft und führt zu einer widerstandfähigeren Sicherheitsinfrastruktur, die bei der Abwehr von Viren, Hackern und Würmern hilft. Das SP2 enthält auch einige Tools, mit denen die Bedienbarkeit und Steuerung ermöglicht wird, um den Ablauf zu vereinfachen sowie die Gesamtproduktivität zu verbessern, indem mögliche Bedrohungen für Benutzer abgewendet werden, deren Handhabung ihn ansonsten viel Zeit kostet. Weitere Informationen zu den Vorteilen der Bereitstellung von SP2 finden Sie unter Windows XP Service Pack 2 - Ressourcen für IT-Profis. Diese Technologien in SP2 sind nicht als Ersatz für regelmäßige Sicherheitsaktualisierungen gedacht, sondern sie sollen den Gesamtabwehrmechanismus von Windows XP gegen böswillige Angriffe stärken:
Microsoft ist sich bewusst, dass die Sicherheitstechnologien nur einen Aspekt einer problemlosen Sicherheitsstrategie für eine gründliche Abwehr darstellen. Die hier aufgeführten Sicherheitstechnologien stellen die nächsten, von der "Trustworthy Computing"-Initiative durchzuführenden Schritte dar, um die Systeme der Kunden gegenüber bösartigen Angriffen widerstandsfähiger zu gestalten. Die Bereitstellung einer Betriebssystemaktualisierung (wie dem SP2) für Tausende von Computern, die normalerweise in großen Unternehmen vorzufinden sind, stellt ein enormes Unterfangen dar. Damit die Kosten sowie die Komplexität für diese Art von Projekt verringert werden, müssen Sie die Bereitstellung sorgfältig planen, die Risiken kennen und den Plan unter Berücksichtigung dieser Risiken umsetzen. Dieses Handbuch unterstützt Sie beim Planen Ihrer SP2-Bereitstellung. Das Windows XP Service Pack 2 – Implementierungshandbuch für Unternehmen erläutert, wie Sie die Bereitstellung mithilfe von Microsoft® Software Update Services (SUS), Systems Management Server (SMS) und der Gruppenrichtlinie durchführen können. Hinweis: Vor dem Planen und Ausführen einer SP2-Bereitstellung sollten alle Teammitglieder den Handbuch zum Installieren und Bereitstellen von Microsoft Windows XP Service Pack 2 lesen. Es bietet Hintergrundinformationen und technische Details zum SP2. Hinweis: Das Microsoft® Solutions Framework (MSF) bietet einen flexiblen und skalierbaren Rahmen, der angepasst werden kann, um den Anforderungen beliebiger Projekte (unabhängig von der Größe oder Komplexität) hinsichtlich Planung, Erstellung und Bereitstellung unternehmensgesteuerter Technologielösungen zu entsprechen. Das MSF ist für die Bereitstellung von SP2 in großen Unternehmen hervorragend geeignet, insbesondere für komplizierte SP2-Bereitstellungsprojekte. Erwägen Sie die Verwendung von MSF, um bei der Zusammenstellung des Teams, bei den Prozessmodellen, dem Risikomanagement usw. zu helfen. Weitere Informationen zu MSF finden Sie im Microsoft Solutions Framework (nur auf Englisch verfügbar). Rollen und VerantwortungsbereicheDie Bereitstellung von SP2 im Unternehmen beginnt mit der Zusammenstellung des Teams. Stellen Sie die folgenden Teams als Minimum für die SP2-Bereitstellung zusammen:
Bei komplizierten und sehr großen SP2-Bereitstellungsprojekten sollte die Übernahme des MSF-Teammodells (Microsoft Solutions Framework) erwägt werden. Das MSF-Teammodell beschreibt den Ansatz von Microsoft, Mitarbeiter und ihre Aufgaben zu strukturieren, um erfolgreiche Projekte zu realisieren. Im Modell werden Rollen, Funktionsbereiche, Verantwortlichkeiten und Anleitungen festgelegt, die Teammitgliedern dabei helfen, ihre eindeutigen Ziele im Lebenszyklus des Projekts zu erreichen. Definieren von Umfang und ZielenAls ersten Schritt der Bereitstellungsplanung legen Sie den Umfang und die Ziele für Ihre SP2-Bereitstellung fest. Dieser Teil des Bereitstellungsplans sollte mindestens folgende Informationen einbeziehen:
Beurteilen der aktuellen UmgebungBevor Sie mit der Planung für die SP2-Bereitstellung beginnen können, müssen Sie die aktuelle IT-Umgebung Ihrer Organisation bewerten. Bevor Sie das SP2 bereitstellen, müssen Sie z. B. möglicherweise die in der Organisation verwendete hardware- und betriebssystembezogene Software aktualisieren. Daher ist es wichtig, dass Sie umfassende Hardware- und Softwarebestandslisten für alle Computer im Netzwerk erstellen, die Windows XP ausführen, bevor Sie mit der Planung der Bereitstellung beginnen. Auswählen einer InventurmethodeVerwenden Sie eine automatisierte Methode, um Hardware- und Softwarebestände für Ihre Windows XP-Computer zu verwalten. (Eine manuelle Methode wird nicht empfohlen.) Microsoft bietet zwei automatisierte Methoden zum Erstellen von Bestandslisten:
In Tabelle 1 werden diese beiden Methoden verglichen. Tabelle 1. Vergleich der Inventarisierungsmethoden
Hinweis: Zusätzlich zu diesen beiden Lösungen von Microsoft gibt es verschiedene, nicht von Microsoft stammende Anwendungen, mit denen Sie die Hardware- und Softwarebestände in Ihrer Organisation aufnehmen können. Einige dieser Anwendungen erstellen die Bestandslisten sogar über SMS. Sie können auch Windows-Skripts und WMI zusammen mit SMS verwenden, um die Inventarisierungsmöglichkeiten von SMS zu erweitern. Entwickeln Sie Skripts, die angepasste Bestandsdaten erfassen, und melden Sie die erfassten Bestandsdaten dann über SMS. Weitere Informationen zum Schreiben von Skripts, die Informationen über SMS melden können, finden Sie unter Extending Hardware Inventory (nur auf Englisch verfügbar). Aufnehmen einer HardwarebestandslisteDokumentieren Sie die Hardwarebestandsdaten für jeden Computer in Ihrer Organisation, der Windows XP ausführt. In Tabelle 2 werden die zu erfassenden Hardwarebestandsdaten sowie Informationen dazu aufgeführt, wie diese Daten bei der SP2-Bereitstellung behilflich sind. Tabelle 2. Hardwarebestand und Bereitstellungsplanung
Aufnehmen einer SoftwarebestandslisteNehmen Sie den gesamten Bestand der in Ihrer Organisation verwendeten Anwendungen auf, einschließlich aller benutzerdefinierten (internen) Anwendungen. Dokumentieren Sie die Softwarebestandsdaten für jeden Computer in Ihrer Organisation, der Windows XP ausführt. In Tabelle 3 werden die zu erfassenden Softwarebestandsdaten sowie Informationen dazu aufgeführt, wie diese Daten bei der SP2-Bereitstellung behilflich sind. Tabelle 3. Softwarebestand und Bereitstellungsplanung
Überprüfen der BestandsdatenWenn Sie über eine vollständige Liste der in der Organisation verwendeten Hardware und Software verfügen, vergleichen Sie die erfassten Daten mit den minimalen Hardwareanforderungen für Windows XP. Eine Liste dieser Anforderungen finden Sie unter Assessing Your Current Configuration (nur auf Englisch verfügbar). Windows XP ausführende Computer sollten bereits den Mindestanforderungen an die Hardware des SP2s entsprechen. Abhängig von den gewählten Service Pack-Optionen müssen Sie jedoch möglicherweise bestimmte Hardwareressourcen aufrüsten. In Tabelle 4 sind die Hardwareressourcen und mögliche Gründe für die Aufrüstung aufgeführt. Tabelle 4. Aufrüsten von Hardwareressourcen
Vermeiden der Zustellung über Windows UpdateObwohl die Vorteile für die Sicherheit durch das Windows XP SP2 anerkannt werden, fordern einige Organisationen die Möglichkeit, die Zustellung dieser Aktualisierung über automatische Aktualisierungen und das Microsoft® Windows® Update temporär deaktivieren zu können. Diese Organisationen besitzen PC-Bestände, für die sie automatische Aktualisierungen aktiviert haben, um sicherzustellen, dass diese PCs alle kritischen Sicherheitsaktualisierungen erhalten. Diese Anleitung gilt nicht für Unternehmen mit vorhandenen SMS- oder SUS-Infrastrukturen, die Desktopcomputer nicht mithilfe automatischer Aktualisierungen und Windows Update aktualisieren. Da das SP2 ab dem 16. August 2004 an PCs, die Windows XP oder Windows XP mit Service Pack 1 ausführen, ausgeliefert wird, müssen diese Kunden die Zustellung von SP2 temporär sperren, um zusätzliche Zeit zum Überprüfen und Testen der Aktualisierung zu erhalten. Als Reaktion auf diese Anfragen stellt Microsoft das Toolkit to Temporarily Block Delivery of Windows XP SP2 to a PC Through Automatic Updates and Windows bereit. Weitere Informationen zum Verwenden dieses Toolkits finden Sie unter Windows XP Service Pack 2 - Installation per Windows Update und Automatische Updates zeitweise blockieren. Hinweis: Der Mechanismus zum temporären Deaktivieren der Zustellung von SP2 steht ab dem 16. August 2004 für einen Zeitraum von 120 Tagen (4 Monaten) zur Verfügung. Am Ende dieses Zeitraums wird das SP2 an alle Windows XP- und Windows XP SP1-Systeme ausgeliefert. Testen der AnwendungskompatibilitätEin Hauptfaktor für eine erfolgreiche SP2-Bereitstellung ist das sorgfältige Testen in einer Testumgebung, die der Produktionsumgebung bei der Simulation sehr nahe kommt. Eine Testumgebung besteht aus einem oder mehreren Labors und umfasst Pläne, die den Testumfang ausführlich aufführen sowie Fälle beschreiben, wie jede einzelne Komponente getestet wird. Das Testlabor kann aus einem oder mehreren Labors bestehen, von denen jedes Testläufe unterstützt, ohne ein Risiko für die Produktionsumgebung darzustellen. Im Testlabor können Mitglieder des Bereitstellungsteams ihre Annahmen für den Bereitstellungsentwurf prüfen, Bereitstellungsprobleme erkennen und ihre Kenntnisse zum SP2 aufbessern. Diese Aktivitäten verringern das Fehlerrisiko während der Bereitstellung und minimieren die Ausfallzeit für die Produktionsumgebung. Einrichten eines TestlaborsEin sorgfältig ausgearbeitetes Labor bietet eine gesteuerte Umgebung für die unterschiedlichsten Tests, die während des gesamten Projektzyklus erforderlich sind – vom Experimentieren im Umgang mit der Technologie bis hin zum Optimieren des Verteilungsvorgangs. Abbildung 1 zeigt einige der Aufgaben, die im Testlabor durchgeführt werden können und veranschaulicht die MSF-Phasen, in denen jede dieser Aktivitäten eintreten kann. (Die Zeitrahmen sind Schätzwerte und können bei den einzelnen Bereitstellungen variieren.) Hinweis: Weitere Informationen zum Erstellen eines Testlabors finden Sie unter Planning the Test Lab (nur auf Englisch verfügbar), Designing the Test Lab (nur auf Englisch verfügbar) und Developing the Test Lab (nur auf Englisch verfügbar). Erstellen von TestfällenBei der Dokumentierung der Testfälle wählen die Organisationen eine Vielzahl von Ansätzen, die vom Entwickeln ausführlicher Schritte bis hin zum Schreiben allgemeiner Beschreibungen reichen. Bei ausführlichen Testfällen beschreiben die Schritte exakt, wie der Test durchzuführen ist. Bei beschreibenden Testfällen entscheidet der Tester während des Tests, wie der Test unter Verwendung welcher Daten durchgeführt wird. Erstellen Sie, wenn möglich, immer ausführliche Testfälle, da das Bestimmen von Kriterien für das Bestehen normalerweise mit dieser Art von Testfällen leichter fällt. Ausführliche Testfälle sind außerdem reproduzierbar und einfacher zu automatisieren als beschreibende Testfälle. Dies erweist sich insbesondere beim Vergleichen von im Lauf der Zeit angesammelten Testergebnissen als wichtiges Element, z. B. beim Optimieren von Konfigurationen. Ausführliche Testfälle sind zeitaufwendiger bei der Entwicklung und Pflege, während auslegbare Testfälle nicht wiederholbar sind und das Debuggen erfordern können. Testfälle sollten von einem Teammitglied erstellt werden, das die getestete Funktion oder Technologie versteht. Jeder Testfall sollte von einem zweiten Teammitglied geprüft und entsprechend überarbeitet werden. Ein Testfall umfasst Folgendes:
In Tabelle 5 wird ein Beispiel für die ersten vier Schritte eines ausführlichen Testfalls gezeigt. Tabelle 5. Beispiel für einen ausführlichen Testfall
Denken Sie beim Planen der Tests daran, dass es nicht möglich ist, alle Eventualitäten zu testen. Anstelle zu versuchen, sämtliche Kombinationen zu testen, bilden Sie Schwerpunkte, damit Sie die wichtigsten Tests zuerst durchführen – Tests, die sich auf Bereiche konzentrieren, die das größte Risiko darstellen oder mit höchster Wahrscheinlichkeit eintreten. Sie können auf diese Weise z. B. den langsamsten Clientcomputer, den am meisten ausgelasteten Server oder die unzuverlässigste Netzwerkverbindung testen. Wenn es die Zeit dann noch zulässt, können Sie Tests mit geringerer Priorität durchführen. Entwickeln Sie Testfälle für kommerzielle und benutzerdefinierte Anwendungen. Benutzerdefinierte Anwendungen erfordern ausführlichere Tests als kommerzielle Anwendungen, da diese normalerweise vor der Freigabe nicht so ausgiebig getestet werden wie die kommerziellen Anwendungen. Hinweis: Weitere Informationen zum Entwickeln von Testfällen für kommerzielle Anwendungen finden Sie unter Testing Commercial Applications (nur auf Englisch verfügbar). Weitere Information zum Entwickeln von Testfällen für benutzerdefinierte Anwendungen finden Sie unter Testing Custom Applications (nur auf Englisch verfügbar). Weitere Information zum Schreiben von Testplänen finden Sie unter Creating an Application Compatibility Test Plan (nur auf Englisch verfügbar). Durchführen von TestsWenn Sie Tests durchführen, müssen Sie für jeden Test den Beschreibungen im Testfall folgen. Anschließend müssen Sie die Testergebnisse auswerten und auftretende Probleme eskalieren, bis diese gelöst sind. Abschließend müssen Sie die Testergebnisse dokumentieren. In Abbildung 2 wird das Verfahren zum Durchführen von Testfällen und Lösen von Problemen veranschaulicht, die während des Testens aufkommen. ![]() Abbildung 2. Verfahren zum Durchführen von Testfällen und Lösen von Problemen Hinweis: Bevor Sie mit dem Testen beginnen, müssen Sie möglicherweise die Einrichtung des Testlabors ändern, um den im jeweiligen Testfall angegebenen Anforderungen zu entsprechen. Wenn Sie einen Test durchführen, müssen Sie den dokumentierten Testfällen sorgfältig folgen. Damit sie die Ergebnisse ordnungsgemäß bewerten oder einen Test reproduzieren können, um an verschiedenen Zeitpunkten erhaltene Ergebnisse vergleichen zu können, müssen die Teammitglieder genau wissen, welche Schritte Sie in welcher Reihenfolge durchgeführt haben. Erkennen von Problemen mit TestfällenWenn ein Test abgeschlossen ist, müssen Sie die Ergebnisse mit den Kriterien im Testfall auswerten, um zu ermitteln, ob der Test erfolgreich durchgeführt wurde. Nicht alle Tests schlagen aufgrund von Problemen mit der Systemimplementierung fehl. Gründe hierfür können Probleme mit dem Test selbst, bei der Einrichtung des Testlabors oder mit dem beabsichtigten Entwurf sein. Wenn eines dieser Probleme zu einem fehlgeschlagenen Test führt, treffen Sie die entsprechenden Vorkehrungen, um diese Art von Problemen zu vermeiden. In Tabelle 6 sind einige typische Testprobleme mit den dazugehörigen Lösungen enthalten. Tabelle 6. Testprobleme und Lösungen
Zeichnen Sie alle Testergebnisse als optimale Vorgehensweise in einem Verfolgungsprogramm auf, damit Sie den Testfortschritt überwachen können. Hinweis: Denken Sie daran, dass sich das Labor regelmäßig ändert, wenn Tests erneut ausgeführt werden oder neue Tests starten. Erstellen Sie Sicherungen der Ausgangskonfigurationen, damit die Tester einen Computer schnell wieder in seinen vorherigen Zustand zurückversetzen können. Stellen Sie in gleicher Weise sicher, dass der Wiederherstellungsprozess getestet wird. Dokumentieren Sie die Sicherungsdateien, und speichern Sie sie an einem sicheren, erreichbaren Ort. Lösen von Problemen mit der AnwendungskompatibilitätWenn das Testen von Anwendungen mögliche Kompatibilitätsprobleme zwischen einer Anwendung und Windows XP offen legt, muss eine Lösung gefunden werden, damit die Anwendung wie erwartet ausgeführt werden kann. Sie können Probleme mit der Anwendungskompatibilität durch einen oder mehrere der folgenden Schritte lösen:
Planen einer SP2-KonfigurationDas Entwerfen einer Konfiguration für SP2 fällt in die Zuständigkeit des Implementierungsteams. Das Planungsteam muss jedoch die Anforderungen für die Konfiguration des SP2 angeben. Diese Anforderungen basieren größtenteils auf den Ergebnissen der Anwendungstests und den Sicherheitsrichtlinien der Organisation. Geben Sie diese Anforderungen im Bereitstellungsplan an. Nachfolgend finden Sie spezifische Betrachtungen beim Planen einer SP2-Konfiguration:
Auswählen einer BereitstellungsmethodeFür das SP2 gibt es zwei Installationsoptionen. Sie können entweder eine eigenständige Installation von SP2 auf Computern durchführen, die bereits Windows XP ausführen, wodurch der Computer aktualisiert wird, oder Sie führen eine integrierte Installation von Windows XP mit SP2 bei einer Neuinstallation des Betriebssystems durch. In dieser Anleitung werden drei Methoden zum Bereitstellen eigenständiger Installationen von SP2 beschrieben, die keine Benutzereingriffe erfordern und bei denen die vorhandenen Benutzerkonfigurationen erhalten bleiben. Für Umgebungen mit größtenteils unbeaufsichtigten Computern oder mit Computern, die bereits zahlreiche Aktualisierungen erfahren haben, stellt eine eigenständige Installation möglicherweise nicht die beste Wahl dar. Das Aktualisieren vorhandener Konfigurationen mit dem SP2 bringt alle vorhandenen Probleme zu Tage, bekannte und unbekannte, die in der vorherigen Konfiguration enthalten waren. Das Ergebnis ist ein komplizierterer, fehleranfälliger Bereitstellungsprozess, der anschließend einen höheren Verwaltungs- und Supportaufwand bedeutet. Das Bereitstellen von SP2 mithilfe einer integrierten Installation, um komplett neue Installationen des Betriebssystems zu erstellen, scheint die optimale Gelegenheit zu bieten, um die Kontrolle über die Computer in der Organisation zu gewinnen und dadurch die Kosten und Komplexität zu verringern. Hinweis: In diesem Handbuch wird nicht der integrierte Installationsprozess oder komplett neue Installationen beschrieben. Weitere Informationen zu integrierten Installationen finden Sie unter Handbuch zum Installieren und Bereitstellen von Microsoft Windows XP Service Pack 2. Eine Anleitung zum Planen und Ausführen einer integrierten Installation auf neuen Computern finden Sie unter Solution Accelerator for Business Desktop Deployment (nur auf Englisch verfügbar). Der nächste Schritt beim Planen der SP2-Bereitstellung ist die Auswahl der zu verwendenden Bereitstellungsmethode. Die empfohlenen Methoden zum Bereitstellen des Service Packs umfassen:
Jede dieser Methoden erfordert, dass die Infrastruktur für diese Methode bereits vorhanden ist. Damit Sie SMS verwenden können, muss SMS bereits in Ihrer Organisation bereitgestellt sein. Daher wird die von Ihnen gewählte Bereitstellungsmethode zu großen Teilen von der in Ihrer Organisation vorhandenen Infrastruktur bestimmt. Wenn in Ihrer Organisation jedoch mehrere dieser Infrastrukturen vorhanden sind, müssen Sie sich der Vor- und Nachteile der einzelnen Bereitstellungsmethoden bewusst sein. Software Update ServicesVerwenden Sie SUS, um das SP2 für die folgenden Fälle bereitzustellen:
Verwenden Sie eine der anderen Methoden, um das SP2 für die folgenden Fälle bereitzustellen:
Tabelle 7 fasst die Vor- und Nachteile der Verwendung von SUS zum Bereitstellen von SP2 zusammen. Tabelle 7. Vor- und Nachteile von SUS
Systems Management ServerVerwenden Sie SMS, um das SP2 für die folgenden Fälle bereitzustellen:
Verwenden Sie eine der anderen Methoden, um das SP2 für die folgenden Fälle bereitzustellen:
Tabelle 8 fasst die Vor- und Nachteile der Verwendung von SMS zum Bereitstellen von SP2 zusammen. Tabelle 8. Vor- und Nachteile von SMS
GruppenrichtlinieVerwenden Sie die Gruppenrichtlinie, um das SP2 für die folgenden Fälle bereitzustellen:
Verwenden Sie eine der anderen Methoden, um das SP2 für die folgenden Fälle bereitzustellen:
Tabelle 9 fasst die Vor- und Nachteile der Verwendung der Gruppenrichtlinie zum Bereitstellen von SP2 zusammen. Tabelle 9. Vor- und Nachteile der Gruppenrichtlinie
Planen der InfrastrukturDie logische und physische Netzwerkinfrastruktur in Ihrer Organisation muss in der Lage sein, die SP2-Bereitstellung zu unterstützen. Während der Bereitstellung müssen Sie die für Ihre Infrastruktur erforderlichen Ressourcenupgrades ermitteln (z. B. das Erhöhen der Netzwerkbandbreite bzw. des verfügbaren Speicherplatzes auf den Servern oder das Upgraden von Routern). In verteilten Umgebungen müssen Sie sicherstellen, dass entweder die Infrastruktur der Organisation die Übertragung des Service Packs zwischen den einzelnen Standorten unterstützt oder Sie über Offlinemethoden zum Verteilen des Service Packs an die Zweigstellen verfügen. Im letzten Schritt beim Planen der Infrastruktur müssen Sie sicherstellen, dass die täglichen Geschäftsabläufe nicht betroffen sind. Planen der NetzwerkanforderungenDie SP2-Bereitstellung erfordert eine wesentliche Menge der verfügbaren Netzwerkbandbreite und des freien Speicherbereichs. In den meisten Fällen stellt die Erweiterung des verfügbaren Speicherbereichs auf den zum Bereitstellen des Service Packs verwendeten Servern eine relativ einfache und kostengünstige Lösung dar. Die Erhöhung der verfügbaren Netzwerkbandbreite kann sich als kompliziert und teuer erweisen. Normalerweise stellt die verfügbare Netzwerkbandbreite innerhalb des lokalen Intranets der einzelnen Organisationsstandorte kein Problem dar. Die WAN-Verbindungen (Wide Area Network) zwischen den Standorten stellen im Allgemeinen den Engpass dar, da sie manchmal nur 1/100 oder 1/10 der Datenrate der LAN-Verbindung (Local Area Network) entsprechen. Zusätzlich zur Datenrate kann auch die Latenzzeit bei der Signalübertragung zwischen den Standorten ein entscheidender Faktor sein. Eine WAN-Verbindung zwischen Nordamerika und Australien kann z. B. eine Verzögerung von 6 ms (Millisekunden) aufweisen. Wenn die Verbindungen über ein VPN (Virtual Private Network) miteinander verbunden sind, kann sich die Wartezeitverzögerung noch signifikanter auswirken. Ein VPN, das z. B. ein Point-to-Point Tunneling Protocol (PPTP) zwischen Nordamerika und Australien verwendet, kann für jedes versendete Packet eine Verzögerung von bis zu 12 ms erfahren, da das PPTP auf TCP basiert und für jedes versendete Paket eine Bestätigung empfangen werden muss. Somit ergibt sich eine Verzögerung von 6 ms beim Senden des Pakets sowie eine Verzögerung von 6 ms beim Empfangen der Bestätigung (insgesamt 12 ms). Die SP2-Bereitstellung kann WAN-Verbindungen wie folgt beeinflussen:
NetzwerkbandbreiteDer erste Schritt bei der Planung Ihrer Netzwerkanforderungen ist die Bewertung Ihres vorhandenen Netzwerks hinsichtlich der Leistungsfähigkeit für die Unterstützung der SP2-Bereitstellung. Das Hauptanliegen sind die WAN-Verbindungen in Ihrer Organisation. In Tabelle 10 sind die allgemeinen WAN-Verbindungstypen, die entsprechenden Datenraten sowie die Dauer zum Übertragen des Service Packs für den jeweiligen Verbindungstyp aufgeführt. Selbst bei WAN-Hochgeschwindigkeitsverbindungen kann die Übertragungszeit für das Service Pack erheblich sein. Tabelle 10. Allgemeine WAN-Typen, Datenraten und Übertragungsdauern
Die in Tabelle 10 aufgeführten Zeitangaben gehen davon aus, dass Ihnen 100% der verfügbaren Bandbreite der WAN-Verbindung zur Verfügung stehen. Wenn die WAN-Verbindung anderen Netzwerkverkehr zulässt, was sehr wahrscheinlich ist, erhöht sich die zum Übertragen des Service Packs in Ihre Umgebung erforderliche Zeit entsprechend. Für die Verteilung des Service Pack Images auf Server der einzelnen Remotestandorte sind WAN-Hochgeschwindigkeitsverbindungen ausreichend. Für das gleichzeitige Downloaden des Service Pack Images auf mehrere Clientcomputer sind selbst WAN-Hochgeschwindigkeitsverbindungen wahrscheinlich nicht ausreichend. Wenn Ihr Verbindungstyp nicht in Tabelle 10 enthalten ist, können Sie die Übertragungsdauer für das Service Pack schätzen, indem Sie die folgende Berechnung anstellen:
Angenommen Sie verfügen über eine Frame Relay-Verbindung mit einer Datenübertragungsrate von 3,2 Mbit/s (Megabit pro Sekunde). Die Dauer für die Übertragung des Service Packs über die Frame Relay-Verbindung beträgt 11 Minuten (2112 Mbit ÷ 3,2 Mbit × 60). WAN-VerbindungenIn einigen Fällen sind die Büros der Zweigstellen möglicherweise klein genug, dass die lokale Infrastruktur minimal ist. In diesen Fällen sind möglicherweise keine lokalen Server vorhanden, auf denen das Service Pack Image gespeichert wird. Außerdem verfügen diese Zweigstellenbüros normalerweise über keine lokalen IT-Mitarbeiter, d. h., dass die SP2-Bereitstellung vollständig automatisch und fehlerfrei erfolgen muss. Wenn die Anzahl gleichzeitiger Clientbereitstellungen gering genug ist, können Sie das Service Pack über WAN-Verbindungen bereitstellen. Wenn Sie die Dauer für die gleichzeitige Bereitstellung des Service Packs für mehrere Computer ermitteln möchten, multiplizieren Sie die in Tabelle 10 aufgeführte Dauer mit der Anzahl der Computer. Wenn Sie das Service Pack z. B. über eine T1 WAN-Verbindung gleichzeitig für drei Computer downloaden möchten, beträgt die erforderliche Zeit ungefähr 72 Minuten (24 Minuten × 3). Abhängig von der Größe des Zweigstellenbüros können Sie die Benutzer in der Zweigstelle als Benutzer mobiler Geräte behandeln. Weitere Informationen zum Bereitstellen von SP2 für Benutzer mobiler Geräte finden Sie im Abschnitt "Bereitstellen für Benutzer mobiler Geräte", der später in diesem Handbuch folgt. Planen verteilter UmgebungenViele große Unternehmen besitzen zahlreiche Zweigstellenbüros und haben individuelle Anforderungen bei der Bereitstellung von SP2. Einige Zweigstellenbüros können an das Intranet der Organisation über langsame Netzwerkverbindungen oder über Verbindungen angeschlossen sein, die häufig von Ausfällen betroffen sind. Außerdem kann die reine Anzahl der Zweigstellenbüros schon logistische Probleme während des Bereitstellungsprozesses verursachen. Basierend auf der von Ihnen gewählten Bereitstellungsmethode existieren drei Methoden, die sich an die Aufgaben dieser verteilten Umgebungen richten: SUS, SMS und Gruppenrichtlinie. In Abbildung 3 wird eine Organisation mit einer Hauptstelle veranschaulicht, die mit regionalen Niederlassungen verbunden ist. Die regionalen Niederlassungen sind wiederum mit Zweigstellenbüros verbunden. SUS in verteilten UmgebungenWenn Sie SUS zum Bereitstellen von SP2 in verteilten Umgebungen verwenden, müssen Sie die Positionierung der SUS-Server an den geografischen Standorten ermitteln. Sie müssen Folgendes sicherstellen:
NetzwerkverbindungenAufgrund der Größe von SP2 müssen Sie Hochgeschwindigkeitsverbindungen zwischen den Clientcomputern und den entsprechenden SUS-Servern bereitstellen. In den Zweigstellenbüros müssen die Clientcomputer entweder mit einem lokalen SUS-Server oder mit einem SUS-Server an einem anderen Standort verbunden sein. (Stellen Sie einen SUS-Server in das Zweigstellenbüro, wenn die Netzwerkverbindung zu diesem Büro die Bereitstellung von SP2 nicht unterstützt. Andernfalls können die Clients die Verbindung zu SUS-Servern an anderen Standorten herstellen.) Damit Sie einen SUS-Server eines anderen Standorts verwenden können, ist eine Netzwerkverbindung erforderlich, die eine gleichzeitige Installation des Service Packs durch mehrere Benutzer in angemessener Zeit unterstützen kann. Weitere Informationen zu den Netzwerkanforderungen finden Sie weiter vorne in diesem Handbuch unter "Planen der Netzwerkanforderungen". In Abbildung 4 wird eine fiktive Organisation veranschaulicht, die SUS zum Bereitstellen von SP2 verwendet. In Tabelle 11 wird jeder Standort sowie die Entscheidungen aufgeführt, die beim Platzieren der SUS-Server getroffen wurden. Die Organisation hat entschieden, dass innerhalb eines Standorts nicht mehr als 10 Prozent der Clients das SP2 gleichzeitig bereitstellen. Tabelle 11. Platzierung der SUS-Server in der fiktiven Organisation
Verteilen auf die SUS-ServerAufgrund der Größe von SP2 müssen Sie über Hochgeschwindigkeitsverbindungen zu jedem SUS-Server verfügen oder eine Offlinemethode zum Verteilen des Service Pack Images an die SUS-Server verwenden. Die häufigste Offlinemethode stellt das Kopieren des Service Pack Images auf CD-ROM, DVD-ROM oder einen anderen Wechseldatenträger dar, der dann an den gewünschten Standort verfrachtet wird, wo das Upload des Images auf den SUS-Server erfolgt. Damit Sie das Service Pack Image auf einen SUS-Server eines anderen Standorts verteilen können, ist eine Netzwerkverbindung erforderlich, die eine Übertragung des Images in angemessener Zeit unterstützen kann. Weitere Informationen zu den Netzwerkanforderungen finden Sie weiter vorne in diesem Handbuch unter "Planen der Netzwerkanforderungen". Hinweis: Verteilen Sie die Service Pack Images außerhalb der Hauptzeiten des Netzwerkverkehrs. Die fiktive Organisation hat die folgenden Entscheidungen zum Verteilen von SP2 auf die SUS-Server getroffen:
SMS in verteilten UmgebungenWenn Sie SMS zum Bereitstellen von SP2 in verteilten Umgebungen verwenden, müssen Sie die Positionierung von SMS-Verteilungspunkten an geografischen Standorten ermitteln. Sie müssen Folgendes sicherstellen:
NetzwerkverbindungenAufgrund der Größe von SP2 müssen Sie Hochgeschwindigkeitsverbindungen zwischen den Clientcomputern und den entsprechenden SMS-Verteilungspunkten bereitstellen. In den Zweigstellenbüros müssen die Clientcomputer mit einem lokalen SMS-Verteilungspunkt oder mit einem Verbindungspunkt an einem anderen Standort verbunden sein. (Stellen Sie einen SMS-Verteilungspunkt in das Zweigstellenbüro, wenn die Netzwerkverbindung zu diesem Büro die Bereitstellung des Service Packs über einen Verteilungspunkt an einem anderen Standort nicht unterstützt. Andernfalls können die Clients die Verbindung zu SMS-Verteilungspunkten an anderen Standorten herstellen.) Damit Sie einen SMS-Verteilungspunkt eines anderen Standorts verwenden können, ist eine Netzwerkverbindung erforderlich, die eine gleichzeitige Installation des Service Packs durch mehrere Benutzer in angemessener Zeit unterstützen kann. Weitere Informationen zu den Netzwerkanforderungen finden Sie weiter vorne in diesem Handbuch unter "Planen der Netzwerkanforderungen". In Abbildung 5 wird eine fiktive Organisation veranschaulicht, die SMS zum Bereitstellen von SP2 verwendet. In Tabelle 12 wird jeder Standort sowie die Entscheidungen aufgeführt, die beim Platzieren der Verteilungspunkte getroffen wurden. Die Organisation hat entschieden, dass innerhalb eines Standorts nicht mehr als 10 Prozent der Clients das SP2 gleichzeitig bereitstellen. Tabelle 12. Platzierung von SMS-Verteilungspunkten in der fiktiven Organisation
Verteilen des Service PacksAufgrund der Größe von SP2 müssen Sie über Hochgeschwindigkeitsverbindungen zu jedem Verteilungspunkt verfügen oder eine Offlinemethode zum Verteilen des Service Pack Images an die Verteilungspunkte verwenden. Die häufigste Offlinemethode stellt das Kopieren des Service Pack Images auf CD-ROM, DVD-ROM oder einen anderen Wechseldatenträger dar, der dann an den gewünschten Standort verfrachtet wird, wo das Upload des Images auf den Verteilungspunkt erfolgt. Erstellen Sie dann ein Paket, das das Service Pack innerhalb des Standorts verteilt (SMS-Standort). Damit Sie das Service Pack Image auf einen Verteilungspunkt eines anderen Standorts verteilen können, ist eine Netzwerkverbindung erforderlich, die eine Übertragung des Images in angemessener Zeit unterstützen kann. Weitere Informationen zu den Netzwerkanforderungen finden Sie weiter vorne in diesem Handbuch unter "Planen der Netzwerkanforderungen". Hinweis: Verteilen Sie die Service Pack Images außerhalb der Hauptzeiten des Netzwerkverkehrs. Die fiktive Organisation hat die folgenden Entscheidungen zum Verteilen von SP2 auf die SMS-Verteilungspunkte getroffen:
Verteilen des Service Packs mithilfe der SMS Fan-Out-FunktionSie können auch die Arbeitsauslastung des Ausgangsstandorts verringern, indem Sie die Fan-Out-Funktion in SMS verwenden. Mithilfe der Fan-Out-Funktion können die Standorte den Paketinhalt über untergeordnete Standorte an Standorte verteilen, die sich auf einer niedrigeren Ebene befinden, anstelle dies direkt vorzunehmen. Eine Fan-out-Verteilung erfolgt automatisch, wenn der initiierende Standort über keine SMS-Adresse für den Zielstandort verfügt. Wenn ein Standort z. B. ein Paket an seine untergeordneten sowie deren untergeordnete Standorte verteilen muss, gibt es zwei Möglichkeiten für den Ausgangsstandort:
Neben der Verringerung der Auslastung des Ausgangsstandorts reduziert die Fan-Out-Funktion auch die Auslastung der Netzwerkverbindung zwischen dem Ausgangsstandort und den anderen Standorten, die häufig ein wesentliches Problem darstellt. Diese Funktion ist besonders effizient, wenn Sie große Softwarepakete wie das SP2 verteilen. In Abbildung wird die zusätzliche Belastung für den zentralen Standort veranschaulicht, wenn die Fan-Out-Funktion nicht verwendet wird. Gruppenrichtlinie in verteilten UmgebungenWenn Sie Gruppenrichtlinie zum Bereitstellen von SP2 in verteilten Umgebungen verwenden, müssen Sie die Positionierung der Dateiserver an den geografischen Standorten ermitteln. Die Gruppenrichtlinie verwendet freigegebene Ordner auf einem Dateiserver als Speicherplatz für das Service Pack. Sie müssen Folgendes sicherstellen:
NetzwerkverbindungenAufgrund der Größe von SP2 müssen Sie Hochgeschwindigkeitsverbindungen zwischen den Clientcomputern und den entsprechenden freigegebenen Ordner auf dem Dateiserver bereitstellen, auf den in der Gruppenrichtlinie verwiesen wird. In den Zweigstellenbüros müssen die Clientcomputer mit einem lokalen freigegebenen Ordner oder mit einem freigegebenen Ordner an einem anderen Standort verbunden sein. (Stellen Sie einen Dateiserver in das Zweigstellenbüro, wenn die Netzwerkverbindung zu diesem Büro die Bereitstellung des Service Packs über einen Dateiserver an einem anderen Standort nicht unterstützt. Andernfalls können die Clients die Verbindung zum Dateiserver eines anderen Standorts herstellen.) Damit Sie einen freigegebenen Ordner auf einem Dateiserver an einem anderen Standort verwenden können, ist eine Netzwerkverbindung erforderlich, die eine gleichzeitige Installation von SP2 durch mehrere Benutzer in angemessener Zeit unterstützen kann. Weitere Informationen zu den Netzwerkanforderungen finden Sie weiter vorne in diesem Handbuch unter "Planen der Netzwerkanforderungen". In Abbildung 7 wird eine fiktive Organisation veranschaulicht, die die Gruppenrichtlinie zum Bereitstellen von SP2 verwendet. In Tabelle 13 wird jeder Standort sowie die Entscheidungen aufgeführt, die beim Platzieren der Dateiserver getroffen wurden. Die Organisation hat entschieden, dass innerhalb eines Standorts nicht mehr als 10 Prozent der Clients das SP2 gleichzeitig bereitstellen. ![]() Abbildung 7. Platzierung der Dateiserver für die Gruppenrichtlinienbereitstellungen der fiktiven Organisation Tabelle 13. Platzierung der Dateiserver in der fiktiven Organisation
Verteilen auf DateiserverAufgrund der Größe von SP2 müssen Sie über Hochgeschwindigkeitsverbindungen zu jedem Dateiserver verfügen oder eine Offlinemethode zum Verteilen des Service Pack Images an die Dateiserver verwenden. Die häufigste Offlinemethode stellt das Kopieren des Service Pack Images auf CD-ROM, DVD-ROM oder einen anderen Wechseldatenträger dar, der dann an den gewünschten Standort verfrachtet wird, wo das Upload des Images auf den Dateiserver erfolgt. Damit Sie das Service Pack Image auf einen Dateiserver eines anderen Standorts verteilen können, ist eine Netzwerkverbindung erforderlich, die eine Übertragung des Images in angemessener Zeit unterstützen kann. Weitere Informationen zu den Netzwerkanforderungen finden Sie weiter vorne in diesem Handbuch unter "Planen der Netzwerkanforderungen". Hinweis: Verteilen Sie die Service Pack Images außerhalb der Hauptzeiten des Netzwerkverkehrs. Die fiktive Organisation hat die folgenden Entscheidungen zum Verteilen von SP2 auf die Dateiserver getroffen:
Aufrechterhalten des GeschäftsbetriebsEines der primären Entwurfsziele beim Planen der Bereitstellung ist es, den normalen Geschäftsbetrieb während des Bereitstellungsprozesses so wenig wie möglich zu stören. Sämtliche Ausfälle aufgabenkritischer Computer können die Möglichkeiten Ihrer Organisation wesentlich einschränken, den Geschäftsbetrieb aufrecht zu erhalten. Führen Sie die folgenden Schritte durch, um sicherzustellen, dass der Geschäftsbetrieb aufrecht erhalten bleibt:
Bereitstellung für Benutzer mobiler GeräteBenutzer mobiler Geräte können für Ihre SP2-Bereitstellung eine einmalige Herausforderung darstellen. Verwenden Sie die folgenden Methoden, um das Service Pack für Benutzer mobiler Geräte bereitzustellen:
In Tabelle 14 sind die Bereitstellungskriterien für Benutzer mobiler Geräte sowie die empfohlenen Methoden für die einzelnen Kriterien aufgeführt. Sie können auch eine Kombination dieser Methoden verwenden, um das Service Pack für die Benutzer mobiler Geräte bereitzustellen. Tabelle 14. Bereitstellungskriterien und -methoden
Wählen Sie, wenn möglich, immer die VPN-Methode zum Bereitstellen von SP2. Wählen Sie die CD-ROM-Methode, wenn Benutzern mobiler Geräte nur der Zugriff über DFÜ-Modem möglich ist. (Denken Sie daran, dass es 11 Stunden und 30 Minuten dauert, um das SP2 über eine 56 Kbit/s-Verbindung zu installieren.) Wählen Sie das Windows Update, wenn Ihre Infrastruktur für den Remotezugriff für die Bereitstellung von SP2 für Benutzer mobiler Geräte über ein VPN nicht ausreicht und diese Benutzer in der Lage sind, das SP2 selbst zu installieren. VPNDas Bereitstellen von SP2 über ein VPN stellt die empfohlene Lösung dar, aber möglicherweise sind die RAS-Server der Organisation nicht in der Lage, die Bereitstellung zu unterstützen. Wenn Sie das Service Pack über ein VPN bereitstellen, übernehmen Sie die folgenden Empfehlungen:
CD-ROMDas Verteilen von SP2 auf CD-ROM wird empfohlen, wenn das Service Pack nicht über ein VPN bereitgestellt werden kann. Bei der Verteilung per CD-ROM können Sie eine umfassendere Kontrolle über die letztendliche Konfiguration bewahren, indem Sie benutzerdefinierte Skripts zum Starten der Installation und Konfigurieren der Arbeitsstation gemäß der Desktopstandards in Ihrer Organisation erstellen. Stellen Sie sicher, dass Sie diese benutzerdefinierten Skripts im Labor und in der Pilotbereitstellung testen. Stellen Sie die erforderlichen Anweisungen für die Benutzer mobiler Geräte bereit, damit diese das Installationsskript erfolgreich starten können. Hinweis: Wenn die Desktopstandards Ihrer Organisation keine bestimmten Einstellungen für die Service Pack-Konfiguration erfordern, dann können die Benutzer mobiler Geräte das Service Pack einfach von der CD-ROM installieren, ohne ein benutzerdefiniertes Skript zu erfordern. Stellen Sie sicher, dass Sie für die IT-Supportmitarbeiter und Benutzer Schulungsmöglichkeiten anbieten, die das SP2 über eine CD-ROM installieren müssen. Windows UpdateWenn Sie das Service Pack weder über VPN noch über CD-ROM bereitstellen können, stellen Sie den Benutzern mobiler Geräte Anweisungen für das Bereitstellen von SP2 mithilfe von Windows Update bereit. Diese Methode wird möglicherweise für kleinere Zweigstellenbüros oder Benutzer mobiler Geräte bevorzugt. Stellen Sie wie bei der Methode mit der CD-ROM sicher, dass Sie für die IT-Supportmitarbeiter und Benutzer Schulungsmöglichkeiten anbieten, die das SP2 über eine CD-ROM installieren müssen. Planen der KommunikationEine effektive Kommunikation zwischen den Projektteams und den Benutzern stellt sicher, dass alle Projektteilnehmer gut informiert sind und über die erforderlichen Informationen zum Treffen von Entscheidungen verfügen. Legen Sie in Ihrem SP2-Bereitstellungsplan fest, wie im Projekt zuverlässig dafür gesorgt wird, dass der Projektstatus und Neuigkeiten zum Projekt für alle entsprechenden Beteiligten sichtbar sind und somit die Kooperation gewährleistet wird. Dieser Teil des Plans kennzeichnet die zum Sicherstellen einer zeitgemäßen Erfassung, Verteilung und Verwaltung von Projektdaten für alle Projektteilnehmer erforderlichen Prozesse, Methoden und Tools.
Schulung für IT-Mitarbeiter und BenutzerBevor Sie das SP2 bereitstellen, müssen Sie eine sachbezogene Schulung für IT-Mitarbeiter und Benutzer in Ihrer Organisation anbieten. Abhängig von der Zielgruppe sollte die Schulung in verschiedenen Phasen des Bereitstellungsprozesses erfolgen. Stellen Sie die Schulung für die einzelnen IT-Mitarbeiter bereit, bevor diese ihre Aufgabe im Bereitstellungsprozess erledigen. Stellen Sie die Schulung für die Benutzer vor dem Installieren von SP2 bereit. IT-MitarbeiterAbhängig von ihrer Rolle bei der Bereitstellung müssen Sie für die verschiedenen Mitglieder der IT-Abteilung zu unterschiedlichen Zeitpunkten während des Bereitstellungsprozesses Schulungen anbieten. In Abbildung 8 wird die Schulungszeitachse für die verschiedenen IT-Rollen mithilfe des MSF-Prozessmodells veranschaulicht. Denken Sie daran, dass diese IT-Rollen eine Möglichkeit bieten, um Zuständigkeiten zu kategorisieren, während die Aufgaben in Ihrer Organisation möglicherweise anders verteilt sind. Beachten Sie, dass bei fortschreitendem Bereitstellungsprozess mehr Mitglieder der IT-Abteilung geschult sind. Stellen Sie sicher, dass die gesamte IT-Abteilung vor der Bereitstellungsphase geschult ist. Während der Phase zum Ermitteln übergeordneter Faktoren sollten die Projektleiter der einzelnen Teams möglicherweise an einer Schulung mit den Architekten teilnehmen. Auf diese Weise wird den Projektleitern der Projektumfang verdeutlicht, was ihnen beim Planen der Schulungstermine für die entsprechenden Teammitglieder helfen kann. In Tabelle 15 werden übergeordnete IT-Rollen und die Art der für sie erforderlichen Schulung aufgeführt. Tabelle 15. IT-Rollen und die Art der erforderlichen Schulung
BenutzerIn den meisten Fällen sind für die Benutzer wenige oder keine Änderungen nach Abschluss der SP2-Bereitstellung erkennbar. Wenn jedoch Anwendungsinkompatibilitäten auftreten oder Anwendungen Änderungen an der Benutzeroberfläche (UI – User Interface) erfordern, müssen Sie die Benutzer über diese Änderungen informieren. In Tabelle 16 werden die Benutzertypen und die für sie erforderlichen Schulungen aufgeführt. Tabelle 16. Benutzertypen und die für sie erforderlichen Schulungen
Wie Sie in Abbildung 8 sehen können, sollte die Benutzerschulung auf Basis der in Tabelle 16 aufgeführten Benutzertypen während der Entwicklungsphase beginnen (für Benutzer, die eine Schulung ähnlich der für Administratoren und IT-Supportmitarbeiter erfordern). Die anwendungsbezogene Schulung für Benutzer sollte vor der Bereitstellung von SP2 auf dem Computer des Benutzers erfolgen. Hinweis: Sie müssen den Schulungsinhalt für Änderungen an Anwendungen in Ihrer Organisation entwickeln. Informationen zu Schulungen zum Installieren von SP2 und zu den neuen Netzwerkfunktionen finden Sie unter Windows XP Service Pack 2 - Ressourcen für IT-Profis. Entwerfen der BereitstellungNachdem das Planungsteam den SP2-Bereitstellungsplan erstellt, überprüft und akzeptiert hat, wird das Projekt an das Implementierungsteam übergeben. Das Windows XP Service Pack 2 – Implementierungshandbuch für Unternehmen beschreibt, wie das SP2 mithilfe von SUS, SMS und der Gruppenrichtlinie bereitgestellt wird. Außerdem enthält es schrittweise Anweisungen für die Verwendung jeder dieser Technologien zum Bereitstellen des Service Packs. Dieses Handbuch enthält die folgenden Abschnitte:
Bevor Sie mit der technischen Implementierung Ihrer SP2-Bereitstellung beginnen, sollten Sie nach Möglichkeit die von Microsoft zur Verfügung gestellte Dokumentation lesen. Da Windows XP SP2 einen großen Sprung im Hinblick auf Sicherheit bietet, ist es wichtig, dass Sie die neuen Sicherheitsfeatures verstehen. Durch diese Dokumentation können nicht nur die Vorgehensweisen zum Testen, Anpassen und Bereitstellen des Service Packs, sondern auch die aktuellen Sicherheitsverfahren und -richtlinien geändert werden. Die Ressourcen im Abschnitt "Weitere Informationen" sollten unbedingt gelesen werden. Weitere Informationen
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