Verwalten von Windows XP Service Pack 2-Funktionen mithilfe von Gruppenrichtlinien

Sicherheitsbezogene Richtlinieneinstellungen

Veröffentlicht: 01. Aug 2004

SP2 bietet zahlreiche Erweiterungen, mit denen die Sicherheit von Unternehmensnetzen erhöht werden kann. Hierzu gehören auch die folgenden Sicherheitsfunktionen, die mithilfe von Gruppenrichtlinien verwaltet werden können.

Die DCOM-Infrastruktur bietet neue Zugriffssteuerungsbeschränkungen, mit denen die Sicherheitsrisiken minimiert werden können, die von potenziellen Angriffen auf das Netzwerk ausgehen. Diese neuen computerweit gültigen Beschränkungen zum Steuern von Aufruf-, Aktivierungs- und Startanforderungen auf dem Computer können mithilfe von Gruppenrichtlinien verwaltet werden. Darüber hinaus können mit Richtlinieneinstellungen auch Ausnahmen von der DCOM-Aktivierungssicherheitsüberprüfung angegeben werden.

Das Sicherheitscenter, ein neues Feature von SP2, fungiert als zentrale Position zum Ändern von Sicherheitseinstellungen sowie zur Bereitstellung von Informationen, Empfehlungen und Aktualisierungen im Sicherheitsbereich. Es kann eine Sicherheitscenter-Gruppenrichtlinieneinstellung aktiviert werden, um die Computer im Organisationsnetzwerk zentral zu überwachen und so sicherzustellen, dass diese mit den neuesten Sicherheitspatches ausgestattet sind, und um die Benutzer zu warnen, wenn für die Computer eine Sicherheitsbedrohung besteht.

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Distributed COMDistributed COM
SicherheitscenterSicherheitscenter

Distributed COM

DCOM (Distributed COM, verteiltes COM) ist eine Erweiterung des Component Object Models (COM) und sorgt für die Kommunikation zwischen Objekten auf verschiedenen Computern. Mit DCOM können Anwendungen an den Positionen installiert und ausgeführt werden, die für Ihre Kunden und für die Anwendung am sinnvollsten sind.

COM bietet zwei Kategorien mit Sicherheitsberechtigungen, nämlich Start und Zugriff. Die Startsicherheit steuert, von welchen Objekten ein Client Instanzen erzeugen darf, d. h. welche Klassen der Client starten und aus welchen Klassen er Objekte abrufen (aktivieren) kann. Die Zugriffssicherheit legt fest, wie Sicherheit bei einer bestehenden Verbindung zwischen Client und Serverobjekt auf Aufrufebene durchgesetzt wird.

Weitere Informationen finden Sie unter "Component Object Model" auf der Microsoft-Website unter http://go.microsoft.com/fwlink/?LinkId=20922 (nur auf Englisch verfügbar).

Änderungen an DCOM in SP2

Mit SP2 stellt die DCOM-Infrastruktur neue Zugriffssteuerungsbeschränkungen bereit, die dazu beitragen, das Risiko eines erfolgreichen Netzwerkangriffs zu verringern.

Mit COM stehen computerweit gültige Zugriffssteuerungslisten (Access Control Lists, ACLs) bereit, die den Zugriff auf alle Aufruf-, Aktivierungs- oder Startanforderungen auf dem Computer steuern. Diese Zugriffssteuerungen können Sie sich am einfachsten als zusätzlichen AccessCheck-Aufruf einer computerweiten Zugriffssteuerungsliste vorstellen, der bei jedem Aufrufen, Aktivieren oder Starten eines COM-Servers auf dem Computer ebenfalls erfolgt. Diese Zugriffsprüfung erfolgt zusätzlich zu jedem AccessCheck-Aufruf der serverspezifischen ACLs. Wenn AccessCheck fehlschlägt, wird die Aufruf-, Aktivierungs- oder Startanforderung abgelehnt. Hiermit wird faktisch ein Mindestautorisierungsstandard gesetzt, der erfüllt werden muss, um auf COM-Server des Computers zugreifen zu können.

Die folgenden neuen ACLs können mit Gruppenrichtlinien konfiguriert werden:

Eine computerweite ACL für Startberechtigungen, die Aktivierungs- und Startrechte umfasst. Dies ist die Einstellung MachineLaunchRestriction.

Eine computerweite ACL für Startberechtigungen, die Aufrufrechte umfasst. Dies ist die Einstellung MachineAccessRestriction.

Diese computerweiten ACLs bieten die Möglichkeit, schwache Sicherheitseinstellungen, wie sie von der jeweiligen Anwendung vorgegeben werden, codegesteuert (z. B. mit CoInitializeSecurity) oder per Konfiguration, wie mit anwendungsspezifischen Sicherheitseinstellungen, außer Kraft zu setzen. Mit der Prüfung dieser ACLs entsteht ein minimaler Sicherheitsstandard, der unabhängig von den Einstellungen des jeweiligen Servers erfüllt werden muss. Zur Verwaltung dieser computerweiten ACLs empfiehlt sich die Verwendung von Gruppenrichtlinien.

Die ACLs MachineLaunchRestriction and MachineAccessRestriction werden geprüft, wenn auf die vom RpcSs-Dienst oder der DCOM-Anwendung bereitgestellten Schnittstellen zugegriffen wird. Diese ACLs bieten also eine Methode zur Steuerung, wer auf die DCOM-Anwendungen auf diesem System zugreifen darf. Mit diesen ACLs steht zudem eine zentrale Position bereit, an der allgemeine Autorisierungsrichtlinien festgelegt werden können, die für alle COM-Server des Computers gelten. RpcSs ist ein Systemdienst, der beim Starten des Systems ausgeführt wird. Dieser Dienst verwaltet die Aktivierung von COM-Objekten und die aktive Objekttabelle und stellt Hilfsdienste für die DCOM-Remoteinfrastruktur bereit.

Tabelle 5 enthält die stanardmäßigen ACLs für Computereinschränkungen unter Windows XP mit SP2.

Tabelle 5.  ACLs für Computereinschränkungen

BerechtigungAdministratorenJederAnonymous-Anmeldung

Starten

Lokaler Start – Zulassen

Remotestart – Zulassen

Lokale Aktivierung – Zulassen

Remoteaktivierung – Zulassen

Lokaler Start – Zulassen

Lokale Aktivierung – Zulassen

 

Zugriff

 

Lokaler Zugriff – Zulassen

Remotezugriff – Zulassen

Lokaler Zugriff – Zulassen

Obwohl viele COM-Anwendungen einigen sicherheitsspezifischen Code umfassen (wie den Aufruf von CoInitializeSecurity), könnten Anwendungen mit schwachen Sicherheitseinstellungen konfiguriert sein, die einen nicht authentifizierten Zugriff auf den Prozess ermöglichen. In älteren Windows-Versionen als Windows XP mit SP2 gibt es gegenwärtig für den Administrator keine Möglichkeit, diese Einstellungen außer Kraft und strengere Sicherheitseinstellungen durchzusetzen.

Der RpcSs-Dienst ist ein Teil der COM-Infrastruktur. RpcSs stellt RPC-Schnittstellen bereit, die remote aufgerufen werden können. Da einige COM-Server einen nicht authentifizierten Remotezugriff zulassen (siehe vorherigen Abschnitt), können diese Schnittstellen von allen, so auch von nicht authentifizierten Benutzern aufgerufen werden. RpcSs kann daher von böswilligen Benutzern über nicht authentifizierte Remotecomputer angegriffen werden.

In Versionen von Windows XP vor SP2 war es für den Administrator schwierig, den exakten Umfang der Offenlegung von COM-Servern auf einem Computer zu ermitteln. Der Administrator konnte sich eine ungefähre Vorstellung von der Gefährdung machen, indem er die konfigurierten Sicherheitseinstellungen für alle registrierten COM-Anwendungen des Computers systematisch überprüfte. Da allein in der Standardinstallation von Windows XP ca. 150 COM-Server enthalten sind, stellt diese Aufgabe eine echte Herausforderung dar. Es besteht jedoch keine andere Möglichkeit, die Einstellungen eines Servers zu prüfen, der die Sicherheit in der Software implementiert, als den Quellcode der Software zu überprüfen.

Die computerweiten DCOM-Zugriffsbeschränkungen tragen dazu bei, diese Sicherheitsprobleme in den Griff zu bekommen und ermöglichen darüber hinaus, eingehende DCOM-Aktivierungs-, Start- und Aufrufanforderungen zu deaktivieren.

Bevor Sie die DCOM-Richtlinieneinstellungen jedoch in der Praxis nutzen, sollten Sie die Informationen über Änderungen an DCOM lesen, die im Abschnitt "DCOM Security Enhancements" von "Part 2: Network Protection Technologies" des Whitepapers "Changes to Functionality in Microsoft Windows XP Service Pack 2" erläutert werden. Das Whitepaper finden Sie auf der Microsoft-Website unter http://go.microsoft.com/fwlink/?LinkId=29126 (nur auf Englisch verfügbar). Hierin werden alle mit SP2 eingeführten Änderungen an DCOM im Detail erörtert.

Wie bei allen Gruppenrichtlinieneinstellungen wird auch in diesem Fall dringend empfohlen, die DCOM-Richtlinieneinstellungen in einer Testumgebung zu prüfen, bevor Sie diese auf die Computer in der Produktionsumgebung übertragen. Weitere Informationen hierüber enthält das Kapitel "Staging Group Policy Deployments" des Buches "Designing a Managed Environment" im Microsoft Windows Server 2003 Deployment Kit, das auf der Windows Server System-Website unter http://go.microsoft.com/fwlink/?LinkId=30650 bereitsteht (nur auf Englisch verfügbar).

caution.gif  Vorsicht
Bei unsachgemäßer Konfiguration können DCOM-Richtlinieneinstellungen dazu führen, dass Anwendungen und Windows-Komponenten, die DCOM nutzen, fehlschlagen.
Besonders die Einstellung Deny ACE sollte mit Umsicht verwendet werden. Bevor Sie die Einstellung anwenden, sollten Sie sorgfältig die Auswirkungen prüfen. Deny ACE kann zu unerwünschten Ergebnissen führen und dafür sorgen, dass bestimmte Funktionen, auf die Benutzer zugreifen müssen, für diese gesperrt werden. Je nach Sicherheitsgruppe, für die Sie Deny ACE festlegen, kann diese Einschränkung auch für die Administratoren des lokalen Computers Auswirkungen haben.

Verwenden von Gruppenrichtlinien zum Verwalten von computerweiten DCOM-Zugriffsbeschränkungen

Zum Verwalten der computerweiten ACLs eines Unternehmens können die folgenden Gruppenrichtlinien verwendet werden, die sich im Knoten Computer Configuration\Windows Settings\Security Settings\Local Policies\Security Options befinden:

DCOM: Computerzugriffseinschränkungen in Security Descriptor Definition Language (SDDL)-Syntax Mit dieser Einstellung können Sie per Gruppenrichtlinie bestimmten Benutzern für alle Computer Zugriffsrechte auf DCOM-Anwendungen im Unternehmen gewähren.

DCOM: Computerstarteinschränkungen in Security Descriptor Definition Language (SDDL)-Syntax Mit dieser Einstellung können Sie per Gruppenrichtlinie bestimmten Benutzern für alle Computer Start- und Aktivierungsberechtigungen für DCOM-Anwendungen im Unternehmen gewähren.

DCOM: Computerzugriffseinschränkungen in Security Descriptor Definition Language (SDDL)-Syntax

Mit dieser Richtlinieneinstellung legen Sie fest, welche Benutzer und Gruppen remote oder lokal auf DCOM-Anwendungen zugreifen können. Die Einstellung wird verwendet, um die Angriffsfläche eines Computers mit DCOM-Anwendungen kontrollieren zu können.

Mit dieser Richtlinieneinstellung können Sie für bestimmte Benutzer Zugriffsberechtigungen auf DCOM-Anwendungen auf allen Computern im Unternehmen festlegen. Bei der Festlegung der Benutzer und Gruppen, für die die Berechtigung gelten soll, wird das Sicherheitsbeschreibungsfeld mit der Repräsentation dieser Gruppen und Rechte in SDDL-Syntax gefüllt. Bleibt die Sicherheitsbeschreibung leer, wird die Richtlinieneinstellungen zwar in der Vorlage definiert, jedoch nicht durchgesetzt. Benutzern und Gruppen können mit Zulassen und Verweigern explizite Rechte für den lokalen und den Remotezugriff gewährt werden.

Die Registrierungseinstellungen, die mit dem Aktivieren der Richtlinieneinstellung DCOM: Computerzugriffseinschränkungen in Security Descriptor Definition Language (SDDL)-Syntax erstellt werden, haben Vorrang (oberste Priorität) vor den vorherigen Registrierungseinstellungen in diesem Bereich. RpcSs prüft die neuen Registrierungsschlüssel im Abschnitt Policies auf Computereinschränkungen, und diese Registrierungsschlüssel haben Vorrang vor unter OLE vorhandenen Registrierungsschlüsseln. Dies bedeutet, dass vorher vorhandene Registrierungseinstellungen nicht länger gelten, und auch wenn Änderungen an den vorhandenen Einstellungen vorgenommen werden, sind die Computerzugriffsbeschränkungen für Benutzer hiervon nicht betroffen. Die Liste der Benutzer und Gruppen sollte sorgfältig und korrekt konfiguriert werden.

Mögliche Werte für diese Richtlinieneinstellung sind:

Leer. Dies ist die Methode, um mit der lokalen Sicherheitsrichtlinie den Schlüssel für die Aktivierung der Richtlinie zu löschen. Mit diesem Wert wird die Richtlinie gelöscht und der Status Nicht definiert gesetzt. Der Wert Leer wird mithilfe des ACL-Editors festgelegt und die Liste dann geleert. Klicken Sie anschließend auf OK.

SDDL. Dies ist die Repräsentation der von Ihnen beim Aktivieren der Richtlinie festgelegten Gruppen und Rechte in SDDL-Syntax.

Nicht definiert. Dies ist der Standardwert.

note.gif  Hinweis
Wird dem Administrator aufgrund der Änderungen an DCOM in SP2 der Zugriff auf DCOM-Anwendungen verwehrt, kann er die Richtlinieneinstellung DCOM: Computerzugriffseinschränkungen in Security Descriptor Definition Language (SDDL)-Syntax verwenden, um den DCOM-Zugriff auf den Computer zu verwalten. Mit dieser Einstellung kann der Administrator angeben, welche Benutzer und Gruppen lokal und remote auf die DCOM-Anwendung auf dem Computer zugreifen dürfen. Auf diese Weise liegt die Steuerung der DCOM-Anwendung wieder in den Händen des Administrators und der Benutzer. Öffnen Sie zu diesem Zweck die Einstellung DCOM: Computerzugriffseinschränkungen in Security Descriptor Definition Language (SDDL)-Syntax, und klicken Sie auf Sicherheit bearbeiten. Geben Sie die Gruppen an, die aufgenommen werden sollen, und die Computerzugriffseinschränkungen für diese Gruppen. Hiermit wird die Einstellung definiert und der entsprechende SDDL-Wert festgelegt.

DCOM: Computerstarteinschränkungen in Security Descriptor Definition Language (SDDL)-Syntax

Mit dieser Richtlinieneinstellung legen Sie fest, welche Benutzer und Gruppen remote oder lokal DCOM-Anwendungen starten oder aktivieren können. Die Einstellung wird verwendet, um die Angriffsfläche eines Computers mit DCOM-Anwendungen kontrollieren zu können.

Mit dieser Einstellung können Sie per Gruppenrichtlinie bestimmten Benutzern für alle Computer Zugriffsrechte auf DCOM-Anwendungen im Unternehmen gewähren. Bei der Definition der Einstellung und der Festlegung der Benutzer und Gruppen, für die die Berechtigung gelten soll, wird das Sicherheitsbeschreibungsfeld mit der Repräsentation dieser Gruppen und Rechte in SDDL-Syntax gefüllt. Bleibt die Sicherheitsbeschreibung leer, wird die Richtlinieneinstellungen zwar in der Vorlage definiert, jedoch nicht durchgesetzt. Benutzern und Gruppen können mit Zulassen oder Verweigern explizite Rechte für den lokalen und Remotestart sowie die lokale und Remoteaktivierung gewährt werden.

Die Registrierungseinstellungen, die mit dieser Richtlinie erstellt werden, haben Vorrang vor den vorherigen Registrierungseinstellungen in diesem Bereich. RpcSs prüft die neuen Registrierungsschlüssel im Abschnitt Policies auf Computereinschränkungen, und diese Registrierungsschlüssel haben Vorrang vor unter OLE vorhandenen Registrierungsschlüsseln.

Mögliche Werte für diese Gruppenrichtlinieneinstellung sind:

Leer. Dies ist die Methode, um mit der lokalen Sicherheitsrichtlinie den Schlüssel für die Aktivierung der Richtlinie zu löschen. Mit diesem Wert wird die Richtlinie gelöscht und der Status Nicht definiert festgelegt. Der Wert Leer wird mithilfe des ACL-Editors festgelegt und die Liste dann geleert. Klicken Sie anschließend auf OK.

SDDL. Dies ist die Repräsentation der beim Aktivieren der Richtlinie festgelegten Gruppen und Rechte in SDDL-Syntax.

Nicht definiert. Dies ist der Standardwert.

note.gif  Hinweis
Wenn dem Administrator aufgrund der Änderungen an DCOM in SP2 der Start- und Aktivierungszugriff auf DCOM-Anwendungen verwehrt wird, kann diese Richtlinieneinstellung verwendet werden, um die DCOM-Aktivierung und den DCOM-Start auf dem Computer zu steuern. Mit der Richtlinieneinstellung DCOM: Computerstarteinschränkungen in Security Definition Language (SDDL)-Syntax kann der Administrator angeben, welche Benutzer und Gruppen DCOM-Anwendungen sowohl lokal als auch remote auf dem Computer starten und aktivieren dürfen. Auf diese Weise liegt die Steuerung der DCOM-Anwendung wieder in den Händen des Administrators und festgelegter Benutzer. Öffnen Sie zu diesem Zweck die Einstellung DCOM: Computerstarteinschränkungen in Security Descriptor Definition Language (SDDL)-Syntax, und klicken Sie auf Sicherheit bearbeiten. Geben Sie die Gruppen an, die aufgenommen werden sollen, und die Computerstarteinschränkungen für diese Gruppen. Hiermit wird die Einstellung definiert und der entsprechende SDDL-Wert festgelegt.

Besondere Überlegungen betreffend die Delegierung von Gruppenrichtlinienergebnissen und computerweite DCOM-Zugriffsbeschränkungen

Wenn Sie den Zugriff auf Gruppenrichtlinienergebnisse delegieren, müssen Sie die Richtlinieneinstellung Windows-Firewall: Remoteverwaltungsausnahme zulassen auf den Zielcomputern aktivieren. Damit der Zielbenutzer, die Zielgruppe oder der integrierte Sicherheitsprinzipal über Remotezugriffsrechte verfügt, müssen Sie auf den Zielcomputern auch die folgenden DCOM-Sicherheitsrichtlinieneinstellungen festlegen:

DCOM: Computerzugriffseinschränkungen in Security Descriptor Definition Language (SDDL)-Syntax

DCOM: Computerstarteinschränkungen in Security Descriptor Definition Language (SDDL)-Syntax

note.gif  Hinweis
Mit SP2 wurden neben den computerweiten DCOM-Einschränkungen noch weitere spezifische DCOM-Sicherheitsrechte eingeführt, wozu auch das Recht Aktivierung gehört. Es kann allerdings Szenarien geben, in denen Sie eine Anwendung aus Gründen der Anwendungskompatibilität vom Zugriff mit dem Recht Aktivierung ausnehmen möchten. Die Richtlinieneinstellungen für die Aktivierungssicherheitsüberprüfungs-Ausnahme sollten äußerst umsichtig eingesetzt werden. Sie können die neuen Richtlinieneinstellungen verwenden, um eine Ausnahme von den DCOM-Aktivierungssicherheitsüberprüfungen zu definieren, wie im nächsten Abschnitt erläutert.

Verwenden von Gruppenrichtlinien zum Festlegen von DCOM-Aktivierungssicherheitsüberprüfungs-Ausnahmen

Die DCOM-Aktivierungssicherheitsüberprüfung erfolgt, bevor ein DCOM-Serverprozess gestartet wird und bevor eine Objektaktivierungsanforderung an den Serverprozess übergeben wird. Diese Zugriffsprüfung wird anhand der benutzerdefinierten Berechtigungssicherheitsbeschreibung Starten vorgenommen, sofern diese auf dem DCOM-Server vorhanden ist, oder anhand der standardmäßigen Computerstartberechtigungen.

Als Beispiel für die Änderungen an der DCOM-Aktivierungssicherheitsüberprüfung in SP2 soll das folgende Szenario dienen: Vor der Einführung von SP2 galt, dass, wenn die Berechtigung Starten für einen COM-Server auf Verweigern festgelegt wurde, diese Einschränkung nur für den Start des Servers zutraf. Mit SP2 betrifft die Einstellung Verweigern für die Berechtigung Starten nun sowohl das Starten als auch das Aktivieren (Erstellen) eines Objekts auf dem COM-Server. Dies bedeutet, dass ein Benutzer, der vor der Einführung von SP2 in der Lage war, Objekte auf einen COM-Server zu erstellen (vorausgesetzt, der Server wurde bereits ausgeführt), nun unter Windows XP mit SP2 daran gehindert werden kann (da das Zugriffsrecht Aktivieren verwehrt wird). In Szenarien wie dem vorstehend beschriebenen empfiehlt es sich, die ACL Starten neu zu konfigurieren, um auch diesen Benutzern das Aktivieren von Objekten zu gestatten, indem das entsprechend geeignete Recht Aktivieren (lokal oder remote) auf Zulassen festgelegt wird.

In vielen Fällen konfigurieren ISVs für ihre Anwendungen benutzerdefinierte Sicherheitseinstellungen für die DCOM-Aktivierung. Daher müssen Sie ggf. Kontakt zum Hersteller der Anwendung (ISV) aufnehmen und sich erkundigen, ob eine aktualisierte Version der Anwendung zur Verfügung steht.

Wenn eine Neukonfiguration der ACL Starten wie oben erläutert in Ihrer speziellen Situation nicht die geeignete Vorgehensweise darstellt (ggf. aufgrund von umfangreichen Bereitstellungsszenarien), können auch die neuen DCOM-Richtlinieneinstellungen verwendet werden, um diese COM-Server aus der neue computerweiten DCOM-Sicherheitsüberprüfung auszunehmen.

Die standardmäßigen ACLs für Computereinschränkungen finden Sie im Abschnitt "Änderungen an DCOM in SP2" an früherer Stelle in diesem Dokument.

Definieren einer Aktivierungssicherheitsüberprüfungs-Ausnahme

Diese Richtlinieneinstellung ermöglicht das Anzeigen und Ändern einer Liste mit DCOM-Server-Anwendungs-IDs (AppIDs), die von der DCOM-Aktivierungssicherheitsüberprüfung ausgenommen werden sollen.

DCOM verwendet zwei Listen mit DCOM-Server-AppIDs, von denen eine unter Verwendung der Gruppenrichtlinieneinstellung Aktivierungssicherheitsüberprüfungs-Ausnahmen definieren konfiguriert und die andere vom lokalen Administrator erstellt wird. Der Schlüssel AppID ist einer der von COM verwendeten Registrierungsschlüssel; hiermit werden die Konfigurationsoptionen für ein oder mehrere COM-Objekte an einer zentralen Position in der Registrierung abgelegt. Der Schlüssel beinhaltet den benannten Wert AppID, der die AppID-GUID angibt, die wiederum der benannten ausführbaren Datei entspricht.

Wird die Richtlinieneinstellung Aktivierungssicherheitsüberprüfungs-Ausnahmen definieren konfiguriert, ignoriert DCOM die zweite Liste, sofern die zugehörige Richtlinieneinstellung Lokale Aktivierungssicherheitsüberprüfungs-Ausnahmen zulassen ebenfalls aktiviert ist. DCOM-Server-AppIDs, die mit dieser Richtlinieneinstellung der Liste der DCOM-Server-AppIDs hinzugefügt werden sollen, müssen in geschweifte Klammern gesetzt werden, z. B. {b5dcb061-cefb-42e0-a1be-e6a6438133fe} (diese AppID-Nummer soll nur als Beispiel gelten). Wenn Sie eine nicht vorhandene oder unrichtig formatierte AppID eingeben, fügt DCOM diese zwar der Liste hinzu, prüft jedoch nicht auf Fehler.

Wird diese Gruppenrichtlinieneinstellung aktiviert, können Sie die Liste der mit Gruppenrichtlinieneinstellungen definierten DCOM-Aktivierungssicherheitsüberprüfungs-Ausnahmen anzeigen und ändern.

Sie können einen der folgenden Werte verwenden:

1. Wenn Sie der Liste eine AppID hinzufügen und deren Wert auf 1 festlegen, erzwingt DCOM nicht die Aktivierungssicherheitsüberprüfung für diesen DCOM-Server.

0. Wenn Sie der Liste eine AppID hinzufügen und deren Wert auf 0 festlegen, erzwingt DCOM immer die Aktivierungssicherheitsüberprüfung für diesen DCOM-Server, ungeachtet der lokalen Einstellungen.

note.gif  Hinweis
DCOM-Server, die dieser Ausnahmeliste hinzugefügt werden, werden nur ausgenommen, wenn in den benutzerdefinierten Startberechtigungen für beliebige Benutzer oder Gruppen keine spezifischen Berechtigungen für Lokaler Start, Remotestart, Lokale Aktivierung oder Remoteaktivierung auf Zulassen oder Verweigern festgelegt wurden. Die Ausnahmen für DCOM-Server-AppIDs, die Sie dieser Liste hinzufügen, gelten für die 32-Bit-Version und die 64-Bit-Version von Windows Server 2003, sofern vorhanden.

Lokale Aktivierungssicherheitsüberprüfungs-Ausnahmen zu lassen

Mit dieser Richtlinieneinstellungen können Sie festlegen, dass lokale Computeradministratoren die Liste Aktivierungssicherheitsüberprüfungs-Ausnahmen definieren ergänzen dürfen.

Wird diese Richtlinieneinstellung aktiviert und findet DCOM in der Richtlinie Aktivierungssicherheitsüberprüfungs-Ausnahmen definieren (sofern aktiviert) keinen expliziten Eintrag für eine DCOM-Server-Anwendungs-ID (AppID), sucht DCOM in der lokal konfigurierten Liste nach einem Eintrag.

Weitere Informationen über COM und den Registrierungsschlüssel AppID finden Sie unter "COM Registry Entries" in der Dokumentation zum COM-SDK in MSDN unter http://go.microsoft.com/fwlink/?LinkId=32831 (nur auf Englisch verfügbar).

Sicherheitscenter

Das Sicherheitscenter ist ein mit SP2 neu eingeführtes Feature, mit dem eine zentrale Position zum Ändern von Sicherheitseinstellungen und für Informationen über die Sicherheit bereitsteht. Hiermit wird sichergestellt, dass die Computer der Benutzer im Hinblick auf die von Microsoft empfohlenen wesentlichen Sicherheitseinstellungen immer auf dem neuesten Stand ist.

In einer Windows-Domänenumgebung können die Gruppenrichtlinien zum Aktivieren des Sicherheitscenters und zum Überwachen der Computer der Benutzer verwendet werden, um sicherzustellen, dass immer die neuesten Sicherheitsupdates implementiert wurden, und um die Benutzer zu warnen, wenn für die Computer ein potenzielles Risiko besteht. Wenn Sie in der Organisation die Richtlinie Sicherheitscenter verwenden, sorgen Sie dafür, dass auf den Computern der Benutzer die neues Antivirensoftware ausgeführt wird und dass die Computer automatisch aktualisiert werden, wenn Microsoft neue wichtige Sicherheitsupdates veröffentlicht.

Der Sicherheitscenterdienst läuft als Hintergrundprozess und prüft den Status der folgenden Komponenten auf den Computern der Benutzer:

Firewall. Das Sicherheitscenter prüft, ob die Windows-Firewall aktiviert oder deaktiviert ist. Darüber hinaus wird geprüft, ob weitere Firewallprogramme vorhanden sind, indem die von teilnehmenden Anbietern bereitgestellten spezifischen WMI-Provider abgefragt werden.

Virenschutz. Das Sicherheitscenter prüft auf Vorhandensein von Antivirensoftware, indem die von teilnehmenden Anbietern bereitgestellten speziellen WMI-Provider abgefragt werden. Wenn Informationen vorhanden sind, stellt der Sicherheitscenterdienst auch fest, ob sich die Software auf dem neuesten Stand befindet und ob Virenscannen in Echtzeit aktiviert ist.

Automatische Updates. Das Sicherheitscenter prüft, ob für das Feature Automatische Updates die empfohlene Einstellung gewählt wurde, mit der wichtige Updates automatisch gedownloadet und auf dem Computer des Benutzers installiert werden. Wenn das Feature Automatische Updates deaktiviert ist oder nicht die empfohlenen Einstellungen aufweist, gibt das Sicherheitscenter die geeigneten Empfehlungen.

Wird eine Komponente nicht gefunden oder mangelt es an Konformität mit dem Sicherheitscenter, erhält der Benutzer vom Sicherheitscenter eine Warnung, indem im Benachrichtigungsbereich der Taskleiste des Benutzers ein rotes Symbol angezeigt und bei der Anmeldung eine Warnmeldung ausgegeben wird. Diese Meldung enthält Links zum Öffnen der Benutzeroberfläche des Sicherheitscenters, auf der Informationen über das Problem sowie Empfehlungen zu seiner Behebung gegeben werden.

In Fällen, in denen Benutzer eine Firewall- oder Antivirensoftware ausführen, die vom Sicherheitscenter nicht erkannt wird, hat der Benutzer die Möglichkeit, im Sicherheitscenter die Warnung betreffend diese Komponente zu deaktivieren.

In der Systemsteuerung dient das Sicherheitscenter zudem auch als Ausgangspunkt für sicherheitsbezogene Programme aus der Systemsteuerung sowie für sicherheitsbezogene Weblinks. Standardmäßig wird das Feature Sicherheitscenter auf allen Computern in Arbeitsgruppen ausgeführt, d. h. auf Computern, die nicht Teil einer Windows-Domäne sind.

Mithilfe einer Gruppenrichtlinieneinstellung können Sie das Feature Sicherheitscenter für die Computer in einer Windows-Domäne zentral verwalten. Die Richtlinie Sicherheitscenter aktivieren (nur Domänencomputer) befindet sich im Knoten Computerkonfiguration\Administrative Vorlagen\Windows-Komponenten\Sicherheitscenter des Gruppenrichtlinienobjekt-Editors.

Verwenden von Gruppenrichtlinien für das Sicherheitscenter

Wenn Sie die Richtlinieneinstellungen Sicherheitscenter aktivieren (nur Domänencomputer) aktivieren, überwacht das Sicherheitscenter die wesentlichen Sicherheitseinstellungen (Firewall, Virenschutz und automatische Updates) und benachrichtigt den Benutzer, wenn für den Computer ein potenzielles Risiko besteht. Standardmäßig ist die Richtlinieneinstellungen Sicherheitscenter aktivieren (nur Domänencomputer) nicht aktiviert. Wenn das Sicherheitscenter deaktiviert ist, werden keine Benachrichtigungen ausgegeben, und auch der Statusbereich des Sicherheitscenters wird nicht angezeigt. Beachten Sie, dass das Sicherheitscenter bei Benutzern, die nicht Teil einer Windows-Domäne sind, nicht mit Gruppenrichtlinien deaktiviert werden kann.

note.gif  Hinweis
Unter dem ursprünglichen Windows XP konnte SP1 unter Verwendung des Schalters /quiet installiert werden, um die Installation des Service Packs für den Benutzer unsichtbar ablaufen zu lassen. Wird SP2 jedoch unter Verwendung der Schalter /quiet oder /q installiert, wird nach der ersten interaktiven Anmeldung nach der Installation das Sicherheitscenter in der Systemsteuerung angezeigt, damit die Benutzer die Sicherheitseinstellungen prüfen können. Es wird empfohlen, die Benutzer von diesem Verhalten in Kenntnis zu setzen, um mögliche Irritationen zu vermeiden.
Wenn SP2 in einer Domänenumgebung installiert wird, wird das Sicherheitscenter mit der Richtlinieneinstellung Sicherheitscenter: Sicherheitscenter aktivieren (nur Domänencomputer) gesteuert, die standardmäßig nicht aktiviert ist.

Das Sicherheitscenter selbst bewirkt keine Änderung des Systemsverhaltens, die Auswirkungen auf Anwendungen oder Dienste hätte. Allerdings sorgt das Sicherheitscenter dafür, dass sicherheitsrelevante Komponenten von Microsoft oder von Drittanbietern genutzt werden, die ggf. Probleme mit der Kompatibilität oder andere Probleme verursachen. Beispiele hierzu finden Sie im Abschnitt "Windows Firewall" im zweiten Kapitel des Leitfadens "Changes to Functionality in Microsoft Windows XP with Service Pack 2" auf der Microsoft-Website unter http://go.microsoft.com/fwlink/?LinkId=29126.

Weitere Informationen über das Sicherheitscenter finden Sie ebenfalls im Leitfaden "Changes to Functionality in Microsoft Windows XP with Service Pack 2" auf der Microsoft-Website unter http://go.microsoft.com/fwlink/?LinkId=29126.


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