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Exchange-Migration unter geregelten Umständen

Veröffentlicht: 11. Okt 2004

Oft kann man noch so genau arbeiten – und dennoch eine kleine, entscheidende Regel übersehen. Peter Forster machte diese Erfahrung bei der Migration eines Exchange-Servers.

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Es war wieder mal so weit: An einem unserer Standorte musste ein bestehender Server ausgetauscht werden. Da es der einzige Server in der Site war, musste auf dem neuen alles wieder konfiguriert werden. Exchange, Datei- und Druckdienste... und ein Domänencontroller sollte es auch noch werden.

Gut gelaunt fürs Wochenende startete ich zum Standort in Deutschland. Der Samstag verging und alles sah gut aus. Der neue Server war installiert, die Exchange-Postfächer waren verschoben. Nun ging es ans große Testen. Die Datenrücksicherung lief und sah gut aus. Noch ein kurzer Vergleich und der erste Punkt der Liste war abgehakt. Nun kamen die Postfächer des Exchange-Servers an die Reihe.

Postfach 1, Postfach 2 usw. wurden verschoben. Keine Fehler im Eventlog, bis dahin sah alles sehr gut aus. Als dann die rund 30 Postfächer verschoben waren, kam der Test. Eine E-Mail an ein externes Postfach klappte. Eine E-Mail an einen internen Benutzer... oh Schreck, da kam nichts an. Sicherheitshalber noch einige Test-E-Mails geschickt (die ebenfalls nicht ankamen), dann schnell im Exchange-Systemmanager die Transaktionsprotokolle angesehen. Alles im grünen Bereich. Die E-Mails wurden an den Informationsspeicher übermittelt, ein Fehler war nicht zu finden. Das bedeutete also, dass der Exchange-Server die Nachrichten erhielt und an das Postfach weitersendete. Aber warum erschien dort nichts?

Erster Gedanke: Der Benutzer hat in Outlook etwas verstellt. Also meldete ich mich über einen Server am Postfach an, sah dort aber nur dasselbe Ergebnis: keine neue E-Mail im Posteingang. Auf zu einem neuen Versuch. Vom betreffenden Benutzer aus versendete ich eine E-Mail nach intern und extern. Diese kamen ohne Probleme an. Langsam erhöhte sich mein Puls, denn ich wollte ja nicht das ganze Wochenende arbeiten. Dann ein weiterer Versuch. Von extern eine E-Mail an dasselbe Postfach und siehe da: Es klappte.

Also fassen wir zusammen:

Intern an das Postfach: geht nicht.

Extern an das Postfach: geht.

Intern an ein internes Postfach: geht.

Mir gingen langsam schon die Ideen aus, bis ich mal den Posteingang des Benutzers aufklappte und viele Unterordner zu Gesicht bekam. Dort gab es einen Ordner, der sich "EDV" nannte und ungelesene Nachrichten enthielt. Hey, da waren ja meine ganzen Testnachrichten. Mist, zwei Stunden umsonst investiert... wenn ich nur gleich nachgesehen hätte.

Der Grund dafür war aber ganz einfach. Der Benutzer hatte sich für so ziemlich alles eine Regel erstellt – unter anderem auch für E-Mails, die ihm Mitarbeiter der EDV-Abteilung schicken. Diese E-Mails wurden gleich in den Ordner "EDV" abgelegt.

Die internen E-Mails wurden natürlich passend zur Regel verschoben. Die externen Nachrichten, die von einer anderen E-Mail-Adresse eingingen, wurden nicht automatisch abgelegt und blieben im Posteingang.

Also nicht verzweifeln, wenn mal was nicht funktioniert. Schuld hat nicht immer der Server oder der Administrator. Scheinbar unergründliche Probleme können auch mal mit Usern zu tun haben – und mit deren eigenartigen Ideen ;-).

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