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Professionelles Outsourcing – Theorie und Praxis

Veröffentlicht: 11. Okt 2004

Das Konzept des Outsourcings klingt überzeugend. Doch wie man weiß, klaffen Theorie und Praxis ja oft weit auseinander. Wie sich das bei einer zu einem Hosting-Partner ausgelagerten Website bemerkbar machen kann, schildert Marc Grote.

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Seit einigen Jahren hosten wir unsere Website bei einem großen Industriekonzern (Stichwort: Wir gehören zur Familie).

Wie es dazu gekommen ist: Mein Chef wollte uns in der EDV-Abteilung etwas entlasten und unsere Website in professionelle Hände geben (inklusive Backup, Hotline und allem, was dazu gehört).

Gesagt getan, drei Jahre lief das ganze prima – Outsourcing sei Dank? … bis wir an einem Montag feststellen müssen, dass die Website nicht mehr erreichbar ist. Kein Problem, die Website hat ja nur ca. 9.000 Hits am Tag. In Erwartung, dass die Webseite in einigen Stunden wieder erreichbar ist, versuche ich mittags erneut, die Seite aufzurufen – keine Besserung.

Anruf bei dem zuständigen Ansprechpartner beim Hosting-Anbieter. O-Ton:

Webhoster: Tut uns leid, aber bei unserem Webserver sind zwei Festplatten des RAID-Systems ausgefallen und wir bemühen uns um Ersatz.

Ich: Wann wird das sein, Sie haben ja einen großen Hardwarehersteller im Hintergrund zur Verfügung! Und wir haben SLAs mit Ihnen vereinbart.

Webhoster: Keine Ahnung, wir warten was passiert.

Ich: Dann spielen Sie nach der RAID-Reparatur das Backup zurück!

Webhoster: Ja, aber das Backup ist leider knapp drei Monate alt.

Ich: Prima, super Leistung, dann stellen Sie doch wenigstens das Backup wieder her!

Webhoster: Leider ist das Backup nicht vollständig! Haben Sie noch ein Backup, das Sie mir zuschicken können?

Ich: Nein, die Seite wird über ein Content-Management-System gehostet. Melden Sie sich, wenn Sie eine Lösung haben!

Tage später – wir schreiben Freitag und ich rufe mal wieder bei dem Webhoster an:

Ich: können Sie wenigstens den Behelfstext der Website dahingehend ändern, dass dort nicht steht – "Die Website ist vorübergehend nicht erreichbar – Probieren Sie es in einigen Minuten wieder." – schließlich ist ja heute schon Freitag.

Webhoster: Ja, wir dachten die Wiederherstellung wäre wesentlich schneller gewesen.

Ich: Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Fazit

Wir haben den Vertrag mit dem Webhoster gekündigt und werden die Website wieder auf unseren Webservern hosten und die Verwaltung selbst übernehmen.

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