Zusammenfassung In diesem Kapitel ist eine Einführung in TCP/IP (Transmission Control Protocol/Internet Protocol) enthalten, wobei sowohl der Industriestandard dieser Protokollfamilie als auch seine Unterstützung durch Windows Server™ 2003 und den Windows® XP-Betriebssystemen beschrieben wird. Netzwerkadministratoren müssen die Entwicklung der TCP/IP-Protokollfamilie kennen, sowie die aktuellen Standardisierungsprozesse und die zur Beschreibung von Netzwerkgeräten und Netzwerkbereichen verwendeten Begriffe. Bezüglich der TCP/IP-Komponenten von Windows Server 2003 und Windows XP müssen Netzwerkadministratoren die Installations- und Konfigurationsunterschiede zwischen den Komponenten von IPv 4 (Internet Protocol Version 4) und denen von IPv6 (Internet Protocol Version 6) sowie die wichtigsten Tools zur Problembehandlung kennen. Auf dieser Seite
Ziele dieses KapitelsNach der Lektüre dieses Kapitels werden Sie in der Lage sein, folgende Aufgaben auszuführen:
Entwicklung von TCP/IPTCP/IP (Transmission Control Protocol/Internet Protocol) ist ein standardisierter Satz von Protokollen, ausgelegt für große Netzwerke, die aus einzelnen, über Router miteinander verbundenen Netzwerksegmenten bestehen. TCP/IP ist das Protokoll, das im Internet verwendet wird, einer Ansammlung tausender Netzwerke in aller Welt, die Forschungseinrichtungen, Universitäten, Bibliotheken, Behörden, Privatunternehmen und Einzelpersonen miteinander verbinden. Die Wurzeln von TCP/IP lassen sich auf die Forschungen zurückführen, die in den späten sechziger und frühen siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts von der DARPA (Defense Advanced Research Projects Agency) im Auftrag des US-Verteidigungsministeriums (Department of Defense, DoD) durchgeführt worden waren. Die folgende Liste hebt einige wichtige Meilensteine der Entwicklung von TCP/IP hervor:
Weitere Informationen zu diesen Protokollen und den einzelnen Schichten der TCP/IP-Protokollarchitektur finden Sie in Kapitel 2, "Die Architektur der TCP/IP-Protokollfamilie". In den Kapiteln dieses Online-Buches werden folgende Definitionen verwendet, die sich aus der weiteren Ausarbeitung des Standards IPv6 und seiner zunehmenden Akzeptanz ergeben:
Der InternetstandardisierungsprozessDa TCP/IP das Protokoll des Internet ist, hat es sich auf der Basis grundlegender Standards entwickelt, die in mehr als 30 Jahren definiert und akzeptiert wurden. Die Zukunft von TCP/IP ist eng verbunden mit den Fortschritten und der Verwaltung des Internet sowie den weiteren Standards, die noch immer entwickelt werden. Zwar besitzt keine Organisation das Internet und seine Technologien, doch überwachen und verwalten verschiedene Organisationen diese neuen Standards, beispielsweise die Internet Society und das Internet Architecture Board. Die Internet Society (ISOC) wurde 1992 gegründet und ist als globale Organisation verantwortlich für die Netzwerktechnologien und -anwendungen im Internet. Erste Aufgabe der ISOC ist zwar die Förderung des Ausbaus und der Verfügbarkeit des Internet, doch ist sie auch verantwortlich für die weitere Entwicklung der Standards und Protokolle, die das Funktionieren des Internet gewährleisten. Die ISOC sponsert das IAB (Internet Architecture Board), eine Gruppe technischer Berater, die Internetstandards definiert, RFCs veröffentlicht und den Internetstandardisierungsprozess überwacht. Das IAB führt folgende Einrichtungen:
RFCs (Requests for Comments)Die Standards für TCP/IP werden in Form einer Reihe von RFCs (Requests for Comments, Anforderung von Kommentaren) genannten Dokumenten veröffentlicht. RFCs beschreiben die interne Arbeitsweise des Internet. TCP/IP-Standards werden immer als RFCs veröffentlicht, obgleich nicht alle RFCs Standards definieren. Manche RFCs liefern auch nur experimentelle, historische oder zusätzliche Informationen. Ein RFC wird zunächst als Entwurf formuliert, in der Regel von einem oder mehreren Autoren einer IETF-Arbeitsgruppe. Eine IETF-Arbeitsgruppe setzt sich aus verschiedenen Einzelpersonen zusammen, die für einen bestimmten Technologiebereich der TCP/IP-Protokollfamilie verantwortlich sind. So richtet zum Beispiel die IPv6-Arbeitsgruppe ihre Bemühungen auf die Fortentwicklung des IPv6-Standards. Nach einer Periode der Überprüfung und nachdem er übereinstimmend akzeptiert wurde, veröffentlicht die IETF die endgültige Version des Internetentwurfs als RFC und weist ihr eine RFC-Nummer zu. RFCs werden außerdem eine der fünf Anforderungsstufen zugeordnet, die in Tabelle 1-1 aufgeführt sind:
Tabelle 1-1 Anforderungsstufen von RFCs Wird ein RFC als Standard angesehen, muss er verschiedene Stadien der Entwicklung, Überprüfung und Akzeptanz durchlaufen. Im Rahmen des Internetstandardisierungsprozesses werden diese Stadien formal als Reifegrade bezeichnet. Internetstandards besitzen einen der drei in Tabelle 1-2 genannten Reifegrade. Der Reifegrad wird von der für das RFC zuständigen IETF-Arbeitsgruppe festgelegt, und ist nicht abhängig von der Anforderungsstufe.
Tabelle 1-2 Reifegrade von Internetstandards Muss ein als RFC formulierter Standard geändert werden, veröffentlicht die IETF einen neuen Internetentwurf und, nach einer Überprüfungsperiode, ein neues RFC mit einer neuen Nummer. Das ursprüngliche RFC wird niemals aktualisiert. Daher sollten Sie immer überprüfen, ob Sie über das aktuellste RFC für ein bestimmtes Thema oder einen Standard verfügen. Wir beziehen uns zum Beispiel in den Kapiteln dieses Online-Buches durchgehend auf RFCs. Wenn Sie die technischen Einzelheiten eines Internetstandards in seinem RFC nachsehen möchten, dann vergewissern Sie sich, dass Sie das neueste RFC besitzen, das diesen Standard beschreibt. Sie erhalten RFCs unter http://www.ietf.org/rfc.html (nur auf Englisch verfügbar). TCP/IP-TerminologieDie Internetstandards verwenden eine bestimmte Menge von Begriffen zur Beschreibung der Netzwerkelemente und -konzepte von TCP/IP-Netzwerken. Diese Begriffe bilden das Fundament für die folgenden Kapitel. Abbildung 1-1 zeigt die Komponenten eines IP-Netzwerks. Im Folgenden einige wichtige Begriffe und Konzepte von TCP/IP und ihre Definition:
TCP/IP-Komponenten in WindowsTabelle 1-3 nennt die Vorteile der TCP/IP-Protokollfamilie und der Integration von TCP/IP-Komponenten in Windows.
Tabelle 1-3 Vorteile der TCP/IP-Protokollfamilie und der TCP/IP-Komponenten in Windows. Windows bietet sowohl auf IPv4 als auch auf IPv6 basierende TCP/IP-Komponenten. Konfigurieren der auf IPv4 basierenden TCP/IP-Komponenten in WindowsDie auf IPv4 basierende TCP/IP-Komponente wird in Windows Server 2003 und Windows XP standardmäßig installiert und im Ordner Netzwerkverbindungen als Komponente Internet-Protokoll (TCP/IP) angezeigt. Im Gegensatz zu früheren Versionen von Windows können Sie die Komponente Internet-Protokoll (TCP/IP) nicht deinstallieren. Sie können jedoch deren Standardkonfiguration mithilfe des Befehls netsh interface ip reset wiederherstellen. Weitere Informationen über Netsh-Befehle finden Sie in Windows Server 2003 oder Windows XP unter Hilfe und Support. Die TCP/IP-Komponente kann entweder automatisch oder mittels manuell eingegebener Einstellungen konfiguriert werden. Standardmäßig bezieht diese Komponente ihre Adresskonfiguration automatisch. Abbildung 1-2 zeigt die Registerkarte Allgemein des Dialogfelds Eigenschaften von Internet-Protokoll (TCP/IP). ![]() Abbildung 1-2 Die Registerkarte 'Allgemein' des Dialogfelds 'Eigenschaften von Internet-Protokoll (TCP/IP)' Automatische KonfigurationWenn Sie sich für die automatische Konfiguration entscheiden, dann versucht die TCP/IP-Komponente, beim Start von Windows die Konfiguration von einem DHCP-Server (Dynamic Host Configuration Protocol) zu beziehen. Viele TCP/IP-Netzwerke verwenden DHCP-Server, um TCP/IP-Konfigurationsinformationen für die Clients im Netzwerk bereitzustellen. Kann die TCP/IP-Komponente keinen DHCP-Server finden, dann überprüft sie die Einstellungen auf der Registerkarte Alternative Konfiguration. Abbildung 1-3 zeigt diese Registerkarte. Diese Registerkarte enthält zwei Optionen:
Wenn Sie die APIPA-Konfiguration oder die benutzerdefinierte automatische Konfiguration verwenden, überprüft die TCP/IP-Komponente im Hintergrund alle 5 Minuten, ob ein DHCP-Server gefunden werden kann. Findet die TCP/IP-Komponente einen DHCP-Server, verwendet sie nicht mehr APIPA- oder die benutzerdefinierte automatische Konfiguration, sondern die von dem DHCP-Server bereitgestellte IPv4-Adresskonfiguration. Manuelle KonfigurationUm die TCP/IP-Komponente manuell zu konfigurieren, was auch als statische Konfiguration bezeichnet wird, müssen Sie mindestens folgende Informationen angeben:
Weitere Informationen zu IPv4-Adressen und Subnetzmasken finden Sie in Kapitel 3, "IP-Adressierung". Sie müssen diese Parameter für jeden Netzwerkadapter des Knotens konfigurieren, der die TCP/IP-Komponente verwendet. Wenn Sie eine Verbindung zu Knoten außerhalb des lokalen Subnetzes herstellen möchten, müssen Sie auch die IPv4-Adresse eines Standardgateways angeben, einem Router im lokalen Subnetz, an den der Knoten angeschlossen ist. Die TCP/IP-Komponente sendet Pakete, die für Remotenetzwerke bestimmt sind, an den Standardgateway, sofern für den lokalen Host keine anderen Routen konfiguriert sind. Sie können auch die IPv4-Adressen des bevorzugten und des alternativen DNS-Servers konfigurieren. Die TCP/IP-Komponente verwendet DNS-Server, um Domänennamen, beispielsweise www.example.com, in IPv4- oder IPv6-Adressen zu übersetzen. Abbildung 1-4 enthält ein Beispiel für eine manuelle Konfiguration der TCP/IP-Komponente. Sie können die TCP/IP-Komponente auch manuell mithilfe der über netsh interface ip verfügbaren Befehle an der Eingabeaufforderung konfigurieren. Installieren und Konfigurieren der auf IPv6 basierenden TCP/IP-Komponente in WindowsWindows XP mit Service Pack 1 (SP1) und Windows Server 2003 sind die ersten Versionen von Windows, die IPv6 für den Produktionseinsatz unterstützen. Sie installieren IPv6 als Komponente in den Netzwerkverbindungen; die Komponente heißt Microsoft TCP/IP Version 6 in Windows Server 2003 und Microsoft IPv6 Developer Edition in Windows XP mit SP1. Hinweis Die in Windows XP ohne Servicepacks enthaltene Microsoft IPv6 Developer Edition-Komponente war nur für Anwendungsentwickler gedacht, nicht für den Einsatz in Produktionsumgebungen. Daher enthielten alle Hilfethemen für diese Version einen Warnhinweis, der die Einschränkungen und die unterstützten Einsatzzwecke beschrieb. SP1 enthält eine Version von IPv6, die für den Produktionseinsatz gedacht ist. Jedoch wurden für SP1 die Hilfethemen nicht aktualisiert. Daher können Sie den Warnhinweis ignorieren, wenn Sie SP1 installiert haben. Im Unterschied zur TCP/IP-Komponente, wird die IPv6-Komponente nicht standardmäßig installiert, und Sie können sie auch deinstallieren. Sie können die IPv6-Komponente auf folgende Weisen installieren:
Um die IPv6-Komponente von Windows Server 2003 mit dem Ordner Netzwerkverbindungen zu installieren, gehen Sie wie folgt vor:
Im Unterschied zur TCP/IP-Komponente stellt die IPv6-Komponente kein Eigenschaften-Dialogfeld zur Verfügung, in dem Sie die IPv6-Adressen und -Einstellungen konfigurieren können. Die Konfiguration von IPv6-Hosts sollte automatisch und die von IPv6-Routern manuell erfolgen. Automatische KonfigurationDie Microsoft TCP/IP Version 6-Komponente unterstützt die automatische Adresskonfiguration. Alle IPv6-Knoten erzeugen automatisch eindeutige IPv6-Adressen für die Verwendung mit den benachbarten Knoten eines Subnetzes. Um auch Remoteknoten erreichen zu können, sendet jeder IPv6-Host beim Start Routeranforderungen aus und versucht so, lokale Router im Subnetz aufzuspüren. Ein IPv6-Router im Subnetz antwortet mit einer Routerankündigung, die der IPv6-Host verwendet, um automatisch die IPv6-Adressen, den Standardrouter und andere IPv6-Einstellungen zu konfigurieren. Manuelle KonfigurationEinen typischen IPv6-Host müssen Sie nicht manuell konfigurieren. Sollte ein Host manuelle Konfiguration benötigen, verwenden Sie die von netsh interface ipv6 zur Verfügung gestellten Befehle, um Adressen oder Router hinzufügen oder andere Einstellungen vorzunehmen. Wenn Sie einen Computer unter Windows XP mit SP1 oder Windows Server 2003 als IPv6-Router konfigurieren müssen, verwenden Sie die von netsh interface ipv6 zur Verfügung gestellten Befehle, um die IPv6-Komponente manuell mit Adresspräfixen zu konfigurieren. Namenszuordnungsdateien in WindowsDie TCP/IP- und die Microsoft TCP/IP Version 6-Komponenten unterstützen die Verwendung von Namenszuordnungsdateien für die Zuordnung von Hosts, Netzwerken, Protokollen und Diensten. Tabelle 1-4 führt diese Namenszuordnungsdateien auf, die im Ordner Systemroot\System32\Drivers\Etc gespeichert sind.
Tabelle 1-4 Namenszuordnungsdateien in Windows TCP/IP-Tools in WindowsTabelle 1-5 nennt die TCP/IP-Diagnosetools, die mit Windows Server 2003 und Windows XP geliefert werden. Sie können diese Tools verwenden, um TCP/IP-Netzwerkprobleme aufzuspüren und zu beseitigen.
Tabelle 1-5 TCP/IP-Diagnosetools in Windows Windows Server 2003 und Windows XP bieten außerdem Befehlszeilentools für die Datenübertragung mit FTP, TFTP (Trivial File Transfer Protocol), Telnet und Verbindungen zu UNIX-basierenden Ressourcen. Nachdem Sie TCP/IP konfiguriert haben, können Sie mit den Tools Ipconfig und Ping Ihre Konfiguration sowie die Verbindung mit anderen TCP/IP-Hosts und -Netzwerken überprüfen. Das Tool IpconfigMit dem Tool Ipconfig können Sie die TCP/IP-Konfiguration eines Hosts überprüfen, darunter folgende Parameter:
Mit Ipconfig können Sie auch ermitteln, ob die Konfiguration initialisiert wurde oder doppelte IP-Adressen konfiguriert wurden. Geben Sie an der Eingabeaufforderung ipconfig ein, um diese Informationen anzuzeigen. Hier ein Beispiel für die Informationen, die das Tool Ipconfig bei einem Computer anzeigt, der IPv4 und IPv6 verwendet. C:\>ipconfig Geben Sie an der Eingabeaufforderung ipconfig /all ein, um die IPv4- und IPv6-Adressen von DNS-Servern, die IPv4-Adressen von WINS-Servern (Windows Internet Name Service; diese Server ordnen NetBIOS-Namen IP-Addressen zu), die IPv4-Adresse des DHCP-Servers sowie Zuweisungsinformationen für über DHCP konfigurierte IPv4-Adressen anzuzeigen. Das Tool PingNachdem Sie mit dem Tool Ipconfig die Konfiguration überprüft haben, können Sie mit dem Tool Ping die Verbindungen testen. Ping ist ein Diagnosetool, das TCP/IP-Konfigurationen testet und Verbindungsfehler aufspürt. Für IPv4 verwendet Ping ICMP-Echoanforderungen und -antworten um zu ermitteln, ob ein bestimmter auf IPv4 basierender Host verfügbar ist und funktioniert. Für IPv6 verwendet Ping ICMPv6-Echoanforderungen und -antworten (ICMP für IPv6). Die grundsätzliche Befehlssyntax ist ping Ziel, wobei Ziel entweder eine IPv4- oder IPv6-Adresse darstellt oder ein Name, dem eine IPv4- oder IPv6-Adresse zugeordnet werden kann. Es folgt ein Beispiel für die Informationen, die das Tool Ping für ein IPv4-Ziel anzeigt: C:\>ping 157.60.136.1 Hier ein Beispiel für die Informationen, die das Tool Ping für ein IPv6-Ziel anzeigt: C:\>ping 3ffe:ffff:1:21ad:210:ffff:fed6:58c0 Gehen Sie folgendermaßen vor, um die Konfiguration eines Computers und die Routerverbindungen zu überprüfen:
Wenn Sie bereits mit Schritt 3 begonnen haben und erfolgreich waren, können Sie davon ausgehen, dass auch die Schritte 1 und 2 erfolgreich verlaufen würden. Hinweis Sie können das Tool Ping nicht für die Fehlerbehandlung von Verbindungen verwenden, wenn Router mit Paketfiltern und Host-Firewalls den ICMP- und ICMPv6-Verkehr verwerfen. NetzwerkmonitorSie können den Netzwerkmonitor zur Behebung komplexer Netzwerkprobleme verwenden, denn dieses Tool sammelt im Netzwerk übertragene Daten und zeigt sie zur Analyse an. Der Netzwerkmonitor konfiguriert einen Netzwerkadapter so, dass alle ausgehenden und ankommenden Pakete gesammelt werden. Sie können Sammlungsfilter definieren, damit nur spezielle Rahmen gesammelt werden. Als Filterbedingungen sind MAC-Adressen für Quelle und Ziel, Protokolladressen für Quelle und Ziel sowie Musterübereinstimmungen möglich. Nachdem ein Paket gesammelt wurde, können Sie Anzeigefilter verwenden, um ein Problem weiter einzugrenzen. Wurde ein Paket gesammelt und gefiltert, interpretiert der Netzwerkmonitor das Paket und zeigt die Daten in lesbarer Form an. Hinweis Die in Windows Server 2003 enthaltene Version von Netzwerkmonitor kann nur Daten des lokalen Computers sammeln. Die in Microsoft Systems Management Server enthaltene Version kann auch Daten von Remotecomputern erfassen. Gehen Sie folgendermaßen vor, um den Netzwerkmonitor von Windows Server 2003 zu installieren:
Wollen Sie den Netzwerkverkehr mit dem Netzwerkmonitor analysieren, müssen Sie die Sammlung starten, den zu beobachtenden Netzwerkverkehr generieren, die Sammlung beenden und dann die Daten anzeigen lassen. Starten einer SammlungDer Netzwerkmonitor verwendet verschiedene Fenster, um die Daten auf unterschiedliche Weise anzuzeigen. Das wichtigste Fenster ist das Fenster Sammlungszusammenfassung. Abbildung 1-5 zeigt ein Beispiel eines Sammlungsfensters. Ist dieses Fenster aktiv, dann stehen in der Symbolleiste Schaltflächen zur Verfügung, mit denen Sie die Sammlung starten, pausieren, beenden oder die gesammelten Daten anzeigen können. Klicken Sie im Menü Sammlung auf Sammlung starten, um mit der Sammlung zu beginnen. Während die Daten gesammelt werden, sind im Sammlungsfenster statistische Informationen zu sehen. Beenden einer SammlungNachdem Sie den zu analysierenden Netzwerkverkehr generiert haben, klicken Sie im Menü Sammlung auf Sammlung beenden, damit die Datensammlung abgebrochen wird. Sie können jetzt eine weitere Sammlung starten oder die gerade gesammelten Daten anzeigen lassen. Klicken Sie im Menü Sammlung auf Beenden und Anzeigen, um die Sammlung zu beenden und die Daten sofort anzuzeigen. Anzeigen der DatenWenn Sie eine Sammlung zur Anzeige auswählen, wird das Fenster Sammlungszusammenfassung geöffnet, das die Liste der gesammelten Rahmen anzeigt. Für jeden Rahmen wird die Rahmennummer, der Zeitpunkt seines Empfangs, die Quell- und Zieladressen, das Protokoll der in dem Rahmen verwendeten höchsten Schicht sowie eine Beschreibung des Rahmens angegeben. Abbildung 1-6 zeigt ein Beispiel des Fensters Sammlungszusammenfassung. Ausführlichere Informationen zu einem bestimmten Rahmen erhalten Sie, wenn Sie im Menü Fenster auf Fensterbereich vergrößern klicken. In dieser Ansicht zeigt das Fenster Sammlungszusammenfassung zwei weitere Bereiche an, den Detailbereich und den Hexadezimalbereich. Im Detailbereich sind die Einzelheiten der Protokollinformationen zu sehen. Im Hexadezimalbereich werden die einzelnen Bytes des Rahmens angezeigt. Abbildung 1-7 zeigt einen Rahmen einer Beispielsammlung in vergrößerter Ansicht. Zusammenfassung des KapitelsIn diesem Kapitel wurden folgende Schlüsselinformationen behandelt:
KapitelglossarAdresse – Ein Bezeichner, der für die Quelle oder das Ziel von IP-Paketen verwendet werden kann und der in der Internet-Schicht einer Schnittstelle oder einem Satz von Schnittstellen zugewiesen wird.? APIPA – Siehe Automatic Private IP Addressing. Automatic Private IP Addressing – Eine Funktion in Windows Server 2003 und Windows XP, die automatisch eine IPv4-Adresse aus dem Bereich 169.254.0.1 bis 169.254.255.254 mit der Subnetzmaske 255.255.0.0 konfiguriert. APIPA wird verwendet, wenn die TCP/IP-Komponente für automatische Adressierung konfiguriert ist, kein DHCP-Server verfügbar ist und die Option Automatisch zugewiesene, private IP-Adresse gewählt wurde. Host – Ein Knoten, der in der Regel sowohl die Quelle als auch das Ziel des IP-Verkehrs ist. Hoste verwerfen stillschweigend den von ihnen empfangenen Verkehr, der nicht ausdrücklich an sie adressiert ist. Schnittstelle – Die physische oder logische Verbindung eines Knotens mit einem Subnetz. Beispiel für eine physische Schnittstelle ist ein Netzwerkadapter. Beispiel für eine logische Schnittstelle ist eine Tunnelschnittstelle, die verwendet wird, um IPv6-Pakete durch ein IPv4-Netzwerk zu senden. IP – Features oder Eigenschaften, die sowohl für IPv4 als auch IPv6 gelten. So ist beispielsweise eine IP-Adresse entweder eine IPv4-Adresse oder eine IPv6-Adresse. IPv4 – Die Protokolle der Internet-Schicht innerhalb der TCP/IP-Protokollfamilie, die im RFC 791 definiert sind. IPv4 ist heute weit verbreitet. IPv6 – Die Protokolle der Internet-Schicht innerhalb der TCP/IP-Protokollfamilie, die im RFC 2460 definiert sind. IPv6 gewinnt heute zunehmende Akzeptanz. LAN-Segment – Ein Abschnitt eines Teilnetzes, bestehend aus einem Netzwerkmedium, das durch Brücken oder Layer-2-Switches begrenzt wird. Nachbar – Ein Knoten, der mit demselben Subnetz verbunden ist wie ein anderer Knoten. Netzwerk – Zwei oder mehr durch Router miteinander verbundene Subnetze. Ein anderer Begriff für Netzwerk ist Internet. Knoten – Jedes Gerät, darunter auch Router und Hosts, auf dem eine Implementierung von IP läuft. Paket – Die der Internet-Schicht zugeordnete PDU (Protocol Data Unit), die aus einem IP-Header und den Nutzdaten besteht. Request for Comments (RFC) – Ein offizielles Dokument, das die Details der Protokolle festlegt, die Bestandteil der TCP/IP-Protokollfamilie sind. Die IETF (Internet Engineering Task Force) formuliert und aktualisiert die RFCs für TCP/IP. RFC – Siehe Request for Comments (RFC). Router – Ein Knoten, der sowohl Quelle als auch Ziel des IP-Verkehrs sein und IP-Pakete weiterleiten kann, die nicht an den Router selbst adressiert sind. In einem IPv6-Netzwerk gibt ein Router typischerweise seine Präsenz und Host-Konfigurationsinformationen bekannt. Subnetz – Eines oder mehrere LAN-Segmente, die durch Router begrenzt werden und das gleiche IP-Adresspräfix verwenden. Statt Subnetz werden auch die Begriffe Netzwerksegment und Link gebraucht. TCP/IP – Siehe Transmission Control Protocol/Internet Protocol (TCP/IP). Transmission Control Protocol/Internet Protocol (TCP/IP) – Ein Satz von Netzwerkprotokollen, darunter auch IPv4 und IPv6, der im gesamten Internet verwendet wird und der die Kommunikation zwischen miteinander verbundenen Computernetzwerken unterschiedlicher Hardwarearchitektur und unterschiedlichen Betriebssystemen ermöglicht. Protokoll der oberen Schicht – Ein Protokoll oberhalb von IP, das IP als Transportmedium verwendet. Beispiele sind Protokolle der Internet-Schicht, etwa ICMP (Internet Control Message Protocol), und Protokolle der Transportschicht, wie TCP (Transmission Control Protocol) und UDP (User Datagram Protocol). | In diesem Beitrag |