In diesem Abschnitt werden die Vorteile eines verkabelten LANs anhand von Nutzungsszenarien aufgezeigt. Darüber hinaus wird erläutert, wie ein solches LAN entworfen und implementiert wird. Auf dieser Seite
Ermitteln übergeordneter FaktorenDas verkabelte LAN zeichnet sich in erster Linie durch Hochgeschwindigkeitsverbindungen zwischen Geräten, Clients und Servern aus. Besonders Unternehmen mit hohem Datenaufkommen, datenintensive Anwendungen und Unternehmen mit hohen Speicheranforderungen profitieren von Hochgeschwindigkeitsverbindungen im Netzwerk. Das verkabelte LAN wird in folgenden Bereichen eingesetzt: | • | Verbinden unterschiedlicher Netzwerkgeräte wie Firewall und drahtlose Zugriffspunkte | | • | Verbinden von Servern mit dem Netzwerk | | • | Verbinden von Clientarbeitsstationen |
Planen eines verkabelten lokalen NetzwerkesDie wichtigsten Aufgaben bei der Planung eines verkabelten LANs sind im Folgenden aufgeführt: 1. | Ermitteln der Anzahl der Clients, Server und Geräte: Sie müssen die Anzahl der Geräte im vorhandenen Netzwerk ermitteln. | 2. | Planen des Netzwerklayouts: Sie müssen ein allgemeines Layout für das Netzwerk entwerfen. Der Entwurf des Layouts impliziert Entscheidungen wie die Position von Switches und das Zusammenschalten von Geräten. | 3. | Auswählen der Netzwerkhardware: Es muss ein Netzwerkswitch ausgewählt werden, der den aktuellen und zukünftigen Anforderungen im Hinblick auf die Kapazität, die Verwaltung und die Leistung des verkabelten Netzwerkes gerecht wird. |
Ermitteln der Anzahl der Clients, Server und GeräteZu den Clients, Servern und Geräten im vorhandenen Netzwerk zählen Netzwerkgeräte wie Firewalls, drahtlose Zugriffspunkte, Switches, Drucker, Clientarbeitsstationen, Server und Remoteverwaltungskarten. Die Anzahl der aktuell im Netzwerk befindlichen verkabelten Geräte sollte als Grundlage für die Festlegung der Mindestanzahl von Ports herangezogen werden, die von Netzwerkgeräten unterstützt werden müssen. Kategorisieren Sie die Anzahl der Geräte basierend auf der Entfernung zwischen Gerätestandort und Netzwerkanschluss. Wenn die Netzwerkkabel eines Büros an einer zentralen Position enden, können die Netzwerkswitches zentral an dieser Position aufgestellt werden. Wenn die Netzwerkkabel an zwei oder mehr Positionen enden, ist für jeden Endpunkt ein Switch erforderlich. Diese Angaben sind für die Planung des Netzwerklayouts und die Auswahl der Netzwerkhardware unverzichtbar. Planen des NetzwerklayoutsListen Sie alle Geräte, Server und Clients in der Umgebung nach ihrem physischen Standort auf, und erstellen Sie eine Übersicht mit der Position dieser Komponenten in der vorhandenen Umgebung. Berücksichtigen Sie beim Entwurf des Netzwerklayouts die folgenden Faktoren: | • | Stellen Sie fest, wo sich die vorhandenen, an das Netzwerk angeschlossenen Geräte befinden. | • | Zeichnen Sie einen Grundriss, auf dem Sie eintragen, wo die Geräte stehen. | | • | Notieren Sie die Entfernung zwischen angeschlossenen Geräten. |
| | • | Definieren Sie die Anforderungen an die vorhandene Netzwerkverkabelung, und planen Sie zukünftigen Bedarf mit ein. | • | Stellen Sie fest, ob die Netzwerkkabel an einem oder an mehreren Standorten enden. | | • | Wenn die Netzwerkkabel an mehreren Standorten enden, klären Sie, ob an allen Endpunkten Switches erforderlich sind. | | • | Klären Sie, ob die Switches zusammengeschaltet werden müssen, damit sich die Clients in einem Netzwerk befinden. | | • | Ermitteln Sie die Entfernung zwischen den Switches. | | • | Stellen Sie fest, welche Datenmenge zwischen den Switches übertragen wird, wenn die Clients auf Server und andere mit dem Netzwerk verbundene Computer zugreifen. |
| | • | Ermitteln Sie die Position im Büro, an der sich die Internetverbindung befindet, über die das gesamte Büro mit dem Internet verbunden ist. | | • | Legen Sie die Standorte von Servern, Druckern und anderen Geräten fest. | | • | Ermitteln Sie die verfügbare und die benötigte Übertragungsbandbreite zwischen den Standorten, für Benutzer an Heimarbeitsplätzen und für den Internetzugriff. | | • | Stellen Sie fest, ob eine Ethernet-Vernetzung mit 10 MBit/s, 100 MBit/s oder 1 GBit/s (Gigabit-Ethernet) zwischen bereits vernetzten und den neu zu vernetzenden Computern erforderlich ist. | | • | Stellen Sie fest, welcher Kabeltyp für den Anschluss von Switches und Clients benötigt wird. Hierbei kann es sich z. B. um Glasfaserkabel, Kat-5-Kabel (UTP) oder eine andere Netzwerkkabelart handeln. |
Entwerfen und zeichnen Sie ein Netzwerklayout, nachdem die Netzwerktopologie festgelegt wurde. Ein Beispiel für ein einfaches Netzwerklayoutdiagramm finden Sie in der Abbildung
Infrastruktur für eine IT-Lösung für kleine Unternehmen im Abschnitt Übersicht über den Netzwerkentwurf an früherer Stelle in diesem Kapitel. Zeichnen Sie das Netzwerklayout idealerweise in den Grundriss der Büroräume ein. Auswählen der NetzwerkhardwareBei den Angaben in diesem Abschnitt wird davon ausgegangen, dass es sich bei dem vorhandenen ebenso wie bei dem geplanten Netzwerk um ein Ethernet-Netzwerk handelt. In der Vergangenheit wurden zur Bereitstellung der grundlegenden Netzwerkkonnektivität Hubs verwendet, mittlerweile werden jedoch mehrheitlich Switches eingesetzt. Switches bieten ähnliche Funktionen wie Hubs, sind aber sicherer, schneller und kostengünstiger. In Small IT Solution wird die Verwendung von Switches für die Bereitstellung von Netzwerkkonnektivität empfohlen. Bei der Anschaffung von Netzwerkswitches sollten die folgenden Empfehlungen berücksichtigt werden: | • | Anstelle von vielen kleinen Switches sollte ein einziger großer Switch verwendet werden. | | • | Werden mehrere Switches verwendet, die sich am gleichen Standort befinden, sollten diese über die Backplane zusammengeschaltet werden. Befinden sich die Switches auf unterschiedlichen Etagen oder ist die Entfernung zwischen ihnen zu groß, sollten sie unter Verwendung von Hochgeschwindigkeits-Uplinks verbunden werden. | | • | Werden kaskadierende Switches verwendet, sollten die Server über den Hauptswitch und nicht über einen kaskadierenden Switch verbunden werden. | | • | Auch die Firewall sollte an den Hauptswitch angeschlossen sein. |
Wahlmöglichkeiten bei SwitchesAuf dem Markt werden unterschiedliche Arten von Switches angeboten. Diese Switches können grundlegend in drei Gruppen unterteilt werden. Die folgende Tabelle enthält eine Liste der unterschiedlichen Switchtypen und deren Features. Switches der unteren Leistungsklasse | 4 bis 12 nicht verwaltbare Ports Portgeschwindigkeit 10/100 MBit/s | Gering | Switches der unteren Leistungsklasse mit Gigabit-Ports | 4 bis 24 nicht verwaltbare Ports Portgeschwindigkeit 10/100 MBit/s 1 oder 2 Ports mit 1 GBit/s | Gering bis mittel | Switches der mittleren Leistungsklasse | 12 bis 24 verwaltbare Ports Portgeschwindigkeit 10/100 MBit/s 1 oder 2 Ports mit 1 GBit/s Upgradefähigkeit des Ethernet-Ports Flexibilität des Uplinkports Konfigurierbarkeit, Verwaltbarkeit und Remotezugriff Bietet ggf. Unterstützung für Sprache über IP (Voice over Internet Protocol - VoIP) Bietet ggf. Unterstützung für VLAN | Gering bis mittel |
Tabelle 3. Wahlmöglichkeiten bei Switches EmpfehlungenBeachten Sie folgende Empfehlungen: | • | Anzahl Ports: Ermitteln Sie die aktuell erforderliche Anzahl Ports. Prognostizieren Sie den zu erwartenden Anstieg bei der Anzahl der Clients, und verwenden Sie Switches mit einer skalierbaren Anzahl Ports, so dass auch ein zukünftiges Wachstum keine negativen Auswirkungen auf die Netzwerkleistung hat. | | • | Portgeschwindigkeit: Ports mit automatischer Geschwindigkeitsermittlung (so genannte Autosense-Ports) mit 10/100 MBit/s sind die Minimalanforderung. Verwenden Sie für Server und andere Hochleistungscomputer, die mehr Bandbreite benötigen, Gigabit-Ethernet. | | • | Hochgeschwindigkeits-Uplinkports: Verwenden Sie Gigabit-Ethernet oder andere Hochgeschwindigkeits-Uplinkports zum Verbinden von Switches an unterschiedlichen Standorten. | | • | Remoteverwaltung und -überwachung: In großen Umgebungen (mehr als 30 Clients) erweisen sich Switches mit integrierten Remoteverwaltungs- und -überwachungsfunktionen als außerordentlich nützlich, insbesondere bei der Behandlung von Netzwerkproblemen. |
Welcher Switchtyp für ein kleineres Büro am besten geeignet ist, ist von der Anzahl der Netzwerkgeräte abhängig, die an den Switch angeschlossen werden sollen. Die nachstehende Tabelle soll als allgemeine Richtschnur für die Auswahl der Netzwerkswitches basierend auf der Bandbreite und der geforderten Anzahl Ports dienen. 1 bis 12 Netzwerkgeräte | Switch der unteren Leistungsklasse | Ein Switch mit 16 Ports | 12 bis 24 Netzwerkgeräte | Switch der unteren Leistungsklasse | Ein Switch mit 24 Ports oder zwei Switches mit 16 Ports | 24 bis 48 Netzwerkgeräte (bei geringen Anforderungen an die Bandbreite) | Switch der unteren Leistungsklasse | Zwei Switches mit je 24 Ports | 24 bis 48 Netzwerkgeräte (bei hohen Anforderungen an die Bandbreite) | Switch der unteren Leistungsklasse mit 1 GBit/s | Zwei Switches mit je 24 Ports mit einem oder zwei Ports mit 1 GBit/s oder über die Backplane zusammengeschaltet | 48 bis 75 Netzwerkgeräte | Switch der unteren Leistungsklasse mit 1 GBit/s | Vier Switches mit je 24 Ports mit einem oder zwei Ports mit 1 GBit/s oder über die Backplane zusammengeschaltet |
Tabelle 4. Empfehlungen für die Auswahl des geeigneten Switches
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