In diesem Abschnitt wird beschrieben, wie Windows Storage Server in die Small IT Solution integriert wird. Die Integration des Storage-Servers umfasst die Umleitung von Ordnern mit Benutzerdaten, die Einbindung von Verwaltungs- und Unterstützungsfunktionen und andere die Dateidienste betreffende Überlegungen. Auf dieser Seite
Anfangskonfiguration von Windows Storage ServerWindows Storage Server-Geräte sollen voll funktionsfähige Dateiserver mit minimaler Konfiguration darstellen. Der Server sollte anfangs für das Unternehmensnetzwerk konfiguriert und der Domäne hinzugefügt werden. Die folgende Tabelle enthält die Konfigurationseinstellungen für Windows Storage Server. Diese Einstellungen können auf der Registerkarte Netzwerk der webbasierten Verwaltungsoberfläche von Windows Storage Server vorgenommen werden.
Tabelle 1. Detaildaten zur Speichergerätekonfiguration Konfigurieren von DateidienstenDie in diesem Kapitel beschriebenen Dateidienstkonfigurationen basieren auf den Empfehlungen, die im Kapitel "Small IT Solution - Dienste für kleine Unternehmen" dargestellt wurden. DateifreigabeprotokolleEs sind viele verschiedene Protokolle für die Dateifreigabe verfügbar. Hierzu gehören folgende Protokolle:
In den folgenden Abschnitten werden diese Protokolle eingehender erläutert. Server Message Block (SMB)SMB ist das systemeigene Dateifreigabeprotokoll für die Windows-Betriebssysteme. Die aktuelle SMB-Version ist mit früheren SMB-Versionen kompatibel und bietet jetzt auch CIFS-Unterstützung. VorteileSMB bietet folgende Vorteile:
NachteilKeine Verschlüsselung auf der Transportebene: SMB unterstützt keine Verschlüsselung auf der Transportebene. Dateidaten, die über das Netzwerk übermittelt werden, müssen durch Verwendung von IPSec-Tunneling (Internet Protocol Security) geschützt werden. EmpfehlungSMB wird für fast alle Dateifreigabeszenarien empfohlen. Das Protokoll Microsoft Server Message Block sollte auf dem Storage-Server aktiviert werden. Konfigurieren von Server Message Block (SMB)In der Regel wird SMB aktiviert, wenn die Option Datei- und Druckerfreigabe für Microsoft-Netzwerke aktiviert wird. Diese Option lässt sich mit den folgenden Schritten deaktivieren:
Um den SMB-Zugriff auf eine bestimmte Freigabe zu beschränken, lässt sich die Option mit den folgenden Schritten deaktivieren:
NFS (Network File System)Das NFS-Protokoll wird durch das Produkt "Services für NFS" bereitgestellt, das für Windows Storage Server lizenziert und installiert werden kann. NFS ist eine Gruppe von in den Storage-Server integrierten Diensten, die UNIX-basierten NFS-Clients den Zugriff auf Serverressourcen ermöglichen. VorteileNFS bietet u.a. folgende Vorteile:
NachteilZusätzliche Ressourcenvoraussetzungen: Der Hauptnachteil von NFS liegt in den Ressourcenvoraussetzungen, die zur Unterstützung der Ausführung von Services für NFS auf dem Windows Storage Server erfüllt werden müssen. EmpfehlungenIm Allgemeinen sind die NFS-Dienste in einer Umgebung eines kleinen Unternehmens nicht erforderlich, weil dort in der Regel keine UNIX-Clients vorhanden sind, die das NFS-Protokoll für die gemeinsame Nutzung von Dateien verwenden. Beachten Sie jedoch folgende Empfehlungen:
FTP (File Transfer Protocol)FTP kann für den Upload und Download von Dateien fast beliebiger Größe auf bzw. von einem zentralen Server benutzt werden. FTP ist ein gut eingeführtes und konsistent implementiertes Protokoll, das auf dem Windows Storage Server aktiviert werden kann. VorteileNFS bietet u.a. folgende Vorteile:
NachteilDer Hauptnachteil von FTP besteht darin, dass Daten und Anmeldeinformationen unverschlüsselt über das Netzwerk gesendet werden. Dies könnte dazu führen, dass Anmeldekonten und Kennwörter erkannt werden. Diese Informationen können von unbefugten Personen dazu benutzt werden, auf andere Systeme zuzugreifen. EmpfehlungenFür FTP gelten folgende Empfehlungen:
Konfigurieren von FTPZum Konfigurieren von FTP führen Sie folgende Schritte aus:
Wenn über FTP auf eine Freigabe zugegriffen werden muss, lässt sich der FTP-Zugriff mit folgenden Schritten aktivieren:
WebDAVWebDAV (auch Webordner genannt) ist ein Dateiübertragungsprotokoll, das sichere Dateiübertragungen über Intranet und Internet unterstützt. Mit WebDAV können Sie Dateien auf einem Remotecomputer mithilfe regulärer Dateisystembefehle übertragen. WebDAV bietet eine ähnliche Funktionalität wie FTP, stellt jedoch eine sicherere Umgebung für Dateiübertragungen zur Verfügung. Beim Einsatz von FTP werden Anmeldeinformationen als reiner Text übermittelt. Bei Verwendung von WebDAV kann die Digest- oder integrierte Windows-Authentifizierung zur sicheren Übermittlung von Anmeldeinformationen benutzt werden. SSL kann zur Verschlüsselung von Dateien eingesetzt werden, die über das Netzwerk übertragen werden; zudem wird EFS unterstützt. VorteileDie Verwendung von WebDAV bietet u.a. folgende Vorteile:
NachteileDie Verwendung von WebDAV hat folgende Nachteile:
EmpfehlungWebDAV sollte anstelle von FTP verwendet werden. WebDAV sollte für Dateiübertragungen im Internet benutzt werden. Konfigurieren von WebDAVZur Aktivierung von WebDAVauf dem Storage-Server konfigurieren Sie die HTTP-Eigenschaften auf dem Server und bei den einzelnen Freigaben derart, dass HTTP-Zugriff gewährt wird, und weisen Lese- und Schreibberechtigungen zu. Mit folgenden Schritten können die HTTP-Eigenschaften auf dem Server über die Web-Benutzeroberfläche konfiguriert werden:
Mit den folgenden Schritten können Freigaben für HTTP konfiguriert werden:
AppleTalk und "Services für Netware"Windows Server 2003 unterstützt die Dateifreigabe über das AppleTalk-Protokoll für Macintosh®-Clients und über "Services für NetWare" für NetWare-Clients. "Services für NetWare" ist als Add-On für den Storage-Server verfügbar und sollte über einen Vertragshändler (VAR) bezogen werden. Weitere Informatioen zu AppleTalk erhalten Sie, wenn Sie unter Windows Server 2003 in Hilfe und Support nach "AppleTalk" suchen. Wenn Sie an näheren Informationen zu "Services für Netware" interessiert sind, suchen Sie in Hilfe und Support nach "Netware". DateidiensttechnologienDas Kapitel "Small IT Solution - Dienste für kleine Unternehmen" gibt einen Überblick über die Empfehlungen für grundlegende Dateidiensttechnologien, die in einer Umgebung mit einem Server verwendet werden. Dieser Abschnitt enthält ähnliche Empfehlungen für die Verwendung von Dateidiensten, wenn ein Windows Storage Server der Umgebung hinzugefügt wird. Zu den Dateidiensttechnologien zählen:
Der Inhalt der folgenden Abschnitte bezieht sich speziell auf diese Dateidiensttechnologien: Hinweis: Einige Punkte dieses Abschnitts werden auch im Abschnitt "Dateidienste" im Kapitel "Small IT Solution - Dienste für kleine Unternehmen" beschrieben. Die Kapitel unterscheiden sich hauptsächlich in den Empfehlungen und den Anweisungen zur Konfiguration der Dateidienste. NTFSNTFS bietet viele Optionen zur Optimierung und Verwaltung eines Dateisystems. Ein allgemeines Feature ist die Bereitstellung von NTFS-Dateisystemen, womit man ein Volume um Speicherplatz erweitern kann, ohne das Volume auf einem größeren Datenträger neu erstellen zu müssen. Hierzu werden Ordner auf anderen NTFS-Volumes als Ordner des lokalen Volumes bereitgestellt. VorteileDie Verwendung der NTFS-Dateibereitstellung bietet folgende Vorteile:
NachteilVerwaltungsaufwand: Bei Verwendung der NTFS-Dateibereitstellung müssen Objekte auf Dateisystemebene, z.B. Datenträgervolumes, verwaltet werden, was zeitaufwändig sein kann und möglicherweise den Verwaltungsaufwand erhöht. EmpfehlungDie NTFS-Dateibereitstellung sollte in der Umgebung eines kleines Unternehmens nicht verwendet werden. Die NTFS-Dateibereitstellung sollte nur in Ausnahmesituationen benutzt werden, beispielsweise wenn auf einem Server der Speicherplatz erschöpft ist oder wenn Verzeichnisse mit verschiedenen Datenträgerkontingenten miteinander verknüpft werden müssen und das DFS nicht verfügbar ist. Konfigurieren der DateibereitstellungZur Konfiguration von NTFS und der Bereitstellung von NTFS-Volumes kann über lokale Konsolen auf den Storage-Server zugegriffen werden; hierzu kann der Remotedesktop für Verwaltung und die lokale Systemkonsole eingesetzt werden. DFSMit dem DFS-Dienst lassen sich eine beliebige Anzahl von Freigaben auf Servern, NAS-Speichergeräten und Clientcomputer unter einem einzigen logischen Dateisystem vereinen. DFS vereinfacht die Suche nach in einem Netzwerk freigegebenen Dateien für Benutzer, weil der Benutzer nur den Namen des DFS-Stamms kennen muss. VorteileDie Verwendung von DFS bietet u.a. folgende Vorteile:
NachteilDer Nachteil von DFS liegt im Verwaltungsaufwand, der durch seine Erstellung und Wartung bedingt wird. EmpfehlungVerwenden Sie einen Domänen-DFS-Stamm statt eines eigenständigen DFS-Stamms, und fügen Sie diesem Stamm alle relevanten Netzwerkfreigaben als Verknüpfung hinzu. Auf dem Storage-Server ist vom OEM möglicherweise ein einzelner lokaler DFS-Stamm angelegt worden. In einer domänen-basierten Umgebung wird die Verwendung eigenständiger DFS-Stämme nicht empfohlen, weil Features wie die Replikation sowie Optionen für Leistung und Verfügbarkeit nicht verfügbar sind. Die Konfigurationsdaten zu einem Domänen-DFS-Stamm werden in Active Directory gespeichert, und auf den Namespace kann über den Domänennamen zugegriffen werden, statt über den Namen des Servers, auf dem der Stamm gespeichert ist. Freigaben zum Speichern servergespeicherter Profile und umgeleiteter Ordner sollten als Verknüpfungen unter dem DFS-Stamm hinzugefügt werden, und zur Konfiguration servergespeicherter Profile und umgeleiteter Ordner sollten DFS-Pfade verwendet werden. Konfigurieren von DFSBerücksichtigen Sie die folgenden DFS-Empfehlungen für den Storage-Server:
EFSEFS ermöglicht es Benutzern, Dateidaten zu verschlüsseln. EFS ergänzt die NTFS-Zugriffssteuerungslisten durch die Möglichkeit, eine Datei oder ein Verzeichnis zu verschlüsseln. Auch wenn die Berechtigungen für eine Datei oder einen Ordner geändert werden, sind die Daten noch geschützt, weil nur der Benutzer, der die Daten verschlüsselt hat, oder ein Konto, das als Wiederherstellungs-Agent fungiert, die Daten entschlüsseln können. EFS ist zur Sicherung von Daten auf Computern sinnvoll, die leicht gestohlen werden können, z. B. tragbare Computer. EFS verwendet zum Verschlüsseln und Entschlüsseln von Daten ein Schlüsselpaar, das aus einem öffentlichen und einem privaten Schlüssel besteht, und einen dateispezifischen Schlüssel. Wenn Benutzer eine Datei verschlüsseln, erzeugt EFS einen Dateiverschlüsselungsschlüssel zum Verschlüsseln der Daten. Dieser Verschlüsselungsschlüssel wird wiederum mit dem öffentlichen Schlüssel des Benutzers verschlüsselt und in der Datei gespeichert. Wenn der Benutzer sein Anmeldekennwort vergisst oder ein Administrator dieses Kennwort ändert, dann sind die Hauptschlüssel des Benutzers nicht mehr verfügbar, weil der Entschlüsselungsschlüssel aus dem Kennwort des Benutzers abgeleitet wird und das System die Hauptschlüssel nicht mehr entschlüsseln kann. Ohne Hauptschlüssel sind verschlüsselte EFS-Dateien für den Benutzer nicht mehr zugänglich. Diese Dateien können nur von einem Datenwiederherstellungs-Agenten wiederhergestellt werden. In den Gruppenrichtlinien sollte mindestens ein Wiederherstellungs-Agent eingerichtet werden. Die Benutzer sollten ihr Kennwort ändern, solange sie angemeldet sind, indem Sie STRG+ALT+ENTF drücken und die Option Kennwort ändern auswählen. Beim Speichern von verschlüsselten Dateien auf Remoteservern ist Folgendes zu beachten:
VorteileDie Verwendung von EFS bietet u.a. folgende Vorteile:
NachteileDie Verwendung von EFS hat folgende Nachteile:
EmpfehlungenEs wird empfohlen, dass Benutzer vertrauliche Dateien mithilfe von EFS verschlüsseln, insbesondere Dateien, die auf Netzwerkfreigaben oder tragbaren Computern gespeichert werden. Bei Verwendung von EFS auf Remotenetzwerkfreigaben wird empfohlen, eine Zertifizierungsstelle zur Erzeugung von EFS-Zertifikaten zu konfigurieren. Bei der Small IT Solution ist die Verwendung einer Zertifizierungsstelle allerdings nicht erforderlich. In der Standardeinstellung wird für Mitgliedscomputer einer Domäne das Konto des Domänenadministrators als Wiederherstellungs-Agent benutzt. EFS erstellt und verwendet standardmäßig ein selbstsigniertes Zertifikat für EFS. Wenn das selbstsignierte Zertifikat jedoch verloren geht oder beschädigt wird, können auch die Daten, die unter Verwendung dieses Zertifikats verschlüsselt wurden, verloren gehen. Um die Wahrscheinlichkeit, dass ein solcher Fall eintritt, möglichst gering zu halten, kann der öffentliche Schlüssel des Benutzers in einem servergespeicherten Profil gesichert werden, und von der Freigabe, auf der das Profil gespeichert ist, sollten regelmäßig Sicherheitskopien erstellt werden. Konfigurieren von EFSDie oben genannten, zur Unterstützung von EFS notwendigen Bedingungen müssen in der Umgebung gegeben sein, aber es ist keine weitere Konfiguration erforderlich, um freigegebene Ordner auf dem Storage-Server zu verschlüsseln. DatenträgerkontingenteMithilfe von Datenträgerkontingenten wird die Datenträgerspeicherplatz-Nutzung für NTFS-Volumes verfolgt und gesteuert. Administratoren können Windows so konfigurieren, dass Benutzer daran gehindert werden, ihr Kontingent zu überschreiten, und ein Ereignis protokolliert wird, wenn ein Benutzer eine gegebene Speicherplatzbeschränkung überschreitet. VorteilDatenträgerkontingente können eingesetzt werden, um Benutzer dahingehend einzuschränken, dass sie auf freigegebenen oder umgeleiteten Ordnern nicht zu viel Speicherplatz belegen. NachteileDie Verwendung von Datenträgerkontingenten hat folgende Nachteile:
EmpfehlungDatenträgerkontingente sollten auf den Volumes des Storage-Servers implementiert werden, um eine ordnungsgemäße Verwendung des geplanten Speicherplatzes sicherzustellen. Konfigurieren von KontingentenUm Kontingente auf dem Storage-Server zu konfigurieren, klicken Sie in der Web-Benutzeroberfläche auf die Verknüpfung Datenträger und anschließend auf die Registerkarte Volumes. Klicken Sie auf die Schaltfläche Standardkontingentsgrenzen setzen..., und geben Sie Kontingentbeschränkungen für neue Benutzer und Benutzer an, deren Kontingentsgrenzen noch nicht festgelegt wurden. Klicken Sie auf die Schaltfläche Kontingentseinträge festlegen..., um vorhandene Kontingenteinträge zu ändern oder neue hinzuzufügen. Volumeschattenkopien von freigegebenen OrdnernDas Feature "Schattenkopien von freigegebenen Ordnern" verwendet den Volumeschattenkopie-Dienst, um es Benutzern zu ermöglichen, eine vorherige Version einer Datei oder eine gelöschte oder überschriebene Datei wiederherzustellen. VorteileDie Verwendung von "Schattenkopien von freigegebenen Ordnern" bietet folgende Vorteile:
NachteileDie Verwendung von "Schattenkopien von freigegebenen Ordnern" hat folgende Nachteile:
Empfehlungen"Schattenkopien von freigegebenen Ordnern" kann nur für freigegebene Ordner verwendet werden und sollte auf allen Volumes konfiguriert werden, die freigegebene Ordner mit Benutzerdaten enthalten. Hierzu gehören:
Wenn der Volumeschattenkopie-Dienst für mehrere Volumes auf einem Server aktiviert wird, sollte ein dediziertes Volume für Snapshots erstellt werden. Durch die Verwendung dedizierter Volumes wird die Erstellung von Snapshots eines Volumes beschleunigt. Die Entscheidung über die Erstellung eines dedizierten Volumes sollte während der Einrichtung von Windows Storage Server gefällt werden, weil die vorhandenen Snapshots gelöscht werden, sobald der Snapshot-Speicherort geändert wird. Wenn sich Kundendateidaten häufig ändern oder wenn der Kunde gelöschte Daten über einen längeren Zeitraum hinweg aufbewahren möchte, sollte mehr Speicherplatz für Snapshots reserviert werden. Konfigurieren von SchattenkopienUm "Schattenkopien von freigegebenen Ordnern" auf dem Storage-Server zu konfigurieren, klicken Sie in der Web-Benutzeroberfläche auf die Registerkarte Datenträger und anschließend auf die Verknüpfung Schattenkopien. Markieren Sie das Volume, auf dem "Schattenkopien" aktiviert werden soll, und klicken Sie auf die Schaltfläche Aktivieren. Sie können mithilfe dieser Schnittstelle eine neue Schattenkopie erstellen, vorhandene Schattenkopien anzeigen, den Zeitplan für Schattenkopien festlegen und die Gesamtspeichermenge festlegen, die für Schattenkopien verfügbar ist. | In diesem Beitrag |