
Von:
Professor Windows und Amit Marlov, Windows XP Regional Director, Microsoft Israel
Review durch:
Brian Marr, Senior Product Manager, Microsoft Corporation und Brian Shafer, Project Manager, Microsoft Corporation
| Einleitung | |
| Was ist die Windows XP Professional x64-Edition? | |
| Gleiche Optik, mehr Power | |
| Anwendungen unter 64-Bit-Windows | |
| Ein Hinweise für Entwickler | |
| Wo erhalte ich mehr Informationen? |
Es ist allgemein bekannt, dass neue Hardware auch immer zu neuer Software führt. Nachdem inzwischen mehr und mehr 64-Bit-Hardware (x64) auf den Markt kommen, nähern wir uns auch einer neuen Windows-Variante - der Windows x64-Familie.
64-Bit-Windows ist zum Beispiel auf technische, mathematische oder medizinische Anwendung ausgerichtet. Oder auf Fans von PC-Spielen. Die Windows XP Professional x64-Edition unterstützt im Moment bis zu 32 GB RAM und bietet im Fall von steigender Hardwareleistung und Speichergröße eine potenzielle Unterstützung für bis zu 16 TB virtuellem Speicher. Dieser großartige Leistungssprung führt dazu, dass die x64-Editionen von Windows schon heute einen Blick wert sind. Der vorliegende Artikel konzentriert sich hierbei hauptsächlich auf die Windows XP Professional x64-Edition.
64-Bit heißt, dass es 64-Bit CPU-Register gibt - bei der SIMD-Implementierung (Single Instruction Multiple Data - eine Anweisung/mehrere Daten) macht das einen großen Unterschied. Tatsächlich bedeutet es, dass mehr Leistung bei geringerer Auslastung zur Verfügung steht.
In der folgenden Tabelle sehen Sie die Vorteile von 64-Bit-Windows in Bezug auf den Arbeitsspeicher:
| 32-Bit-Windows | 64-Bit-Windows | |
Virtueller Speicher | 4 GB | 16 TB |
Systemcache | 1 GB | 1 TB |
Größe der Auslagerungsdatei | 16 TB | 512 TB |
Ausgelagert | 470 MB | 128 GB |
Nicht-Ausgelagert | 256 MB | 128 GB |
Mehr Arbeitsspeicher unter 64-Bit-Windows
In Bezug auf die Grafik stehen Spiele in der 64-Bit-Welt deutlich besser da als ihr 32-Bit-Äquivalent. 64-Bit eröffnet Spieleentwicklern die Möglichkeit, neuere und bessere Versionen ihrer Spiele mit mehr dargestellten Objekten zu erstellen.
In Abbildung 1 sehen Sie zum Beispiel die 32-Bit-Version eines Spiels - in Abbildung 2 sehen Sie das gleiche Spiel, diesmal jedoch für 64-Bit optimiert. Es sind mehr darstellbare Objekte möglich, und so wird mehr Realismus erreicht.
Die Windows x64-Editionen stellen eine solide Basis für 64-Bit-Anwendungen dar - und bieten gleichzeitig eine vollständige Rückwärtskompatibilität für die meisten 32-Bit-Anwendungen.
Windows XP Professional x64 Edition wird im zweiten Quartal 2005 verfügbar sein und kann auf x64-Prozessoren wie zum Beispiel AMD Opteron und Athlon64 oder Intel Xeon mit EM64T und Intel Pentium 4 mit EM64T ausgeführt werden (nicht jedoch auf Itanium Prozessoren).
Machen Sie sich keine Sorgen darüber, dass Sie die Bedienung einer neuen Windows-Version lernen müssen - die Windows x64-Editionen verwenden die gleiche Benutzeroberfläche, die gleichen administrativen Tools, die gleichen Verwaltungstools, die gleichen Verfahren für Installation und Fehlersuche usw. wie die bisherigen Windows-Versionen. Das bedeutet für Unternehmen, dass sie kein IT-Budget für die Schulung des IT-Mitarbeiterstabs aufbringen müssen.
Außerdem enthält Windows XP Professional x64 Edition bereits alle Sicherheitstechnologien aus Windows XP Service Pack 2 (Netzwerkschutz, sicheres Browsen im Web, sichere E-Mails und Instant-Messaging, Speicherschutz, einfache Verwaltung).
Eines der wichtigsten Features von SP2 - die Windows Firewall - ist standardmäßig aktiviert und ermöglicht so Sicherheit beim Systemstart und eine Verwaltung über Gruppenrichtlinien und zwei Profile (Domänenprofil und Standardprofil). Netzwerkadministratoren sind so in der Lage, Benutzer auch außerhalb des Büros zu schützen.
Das Wichtigste ist wohl, dass mit der 64-Bit-Hardware eine neue Technologie eingeführt wurde: Die NX-Technologie (No eXecute - Ausführungsschutz). Bei NX handelt es sich um ein Zusammenspiel von Hardware- und Softwaremechanismen. In Bezug auf Pufferüberläufe stellt diese Technologie die bei weitem beste Lösung dar. Bei AMD heißt sie “Enhanced Virus Protection” und bei Intel “Execute Disable Bit”: Intel liefert bereits seit 2001 Itanium CPUs mit „Execute Disable Bit“-Funktionalität aus, und im ersten Quartal 2005 wird diese auch für die Desktop- und Server-Prozessorfamilien zur Verfügung stehen.
Wichtig: Sie können 32-Bit-Treiber unter Windows XP Professional x64 Edition nicht nutzen. Sie müssen sich die entsprechenden Treiber für die Windows x64-Editionen beschaffen. Einige Treiber erhalten Sie über Windows Update. Außerdem empfehlen wir einen Besuch auf der Webseite Ihres OEMs. Bedenken Sie, dass einige Anwendungen möglicherweise nicht mehr korrekt arbeiten (zum Beispiel solche, in die Treiber direkt implementiert sind). Quellen für Windows x64-Treiber finden Sie auch in den Links am Ende dieses Artikels.
Zusammenfassend kann man sagen, dass Sie bei der Arbeit mit prozessor- und speicherintensiven Anwendungen deutlich mehr Flexibilität erlangen.
Wie Sie sich vielleicht schon gedacht haben, benötigen Sie eine Emulationsschicht, um Win32-basierende Anwendungen unter einem 64-Bit-Windows auszuführen. Über RPC ist eine Kommunikation zwischen 64-Bit- und 32-Bit-Prozessen möglich.
Es gibt allerdings einige Einschränkungen: Wenn Sie zum Beispiel versuchen, eine 16-Bit-Anwendung unter einem 64-Bit-Windows auszuführen, dann führt dies zu einem Fehler. Das liegt daran, dass Handles unter 64-Bit-Windows 32 Bits verwenden - wenn solche Handles an ein 16-Bit-Windows übergeben werden, dann gehen logischerweise Informationen verloren.
Die meisten Win32-Anwendungen werden unter Windows x64-Editionen über den x86-Emulator (WOW64) problemlos ausgeführt. 32-Bit- und 64-Bit-Anwendungen werden vom System vollständig isoliert. Es gibt daher keine Kollisionen in Bezug auf Dateien oder die Registrierung. Für den Benutzer ergibt sich kein Unterschied zwischen beiden Anwendungstypen und deren Interoperabiltät - er kann weiterhin vollkommen frei zwischen beiden kopieren und einfügen. Sie sollten sich jedoch über den Einsatzzweck von WOW64 im Klaren sein: Der Emulator soll eine nahtlose Integration von 32-Bit- und 64-Bit-Anwendungen garantieren. Er ist nicht dafür gedacht, Serveranwendungen (zum Beispiel SQL Server 2000) auszuführen. Für solche Anwendungen stehen eigene 64-Bit-Editionen zur Verfügung (auch hierzu erfahren Sie mehr über die Links am Ende des Artikels).
Möglicherweise müssen Sie Anwendungen, die im Kernelmodus ausgeführt werden, aktualisieren (zum Beispiel Virenscanner). Hierzu sollten Sie die Website Ihres OEMs auf aktualisierte Software für x64-Editionen überprüfen.
Ich habe in der Vergangenheit bereits bei Softwareunternehmen gearbeitet, die 16-Bit-Anwendungen auf 32-Bit portieren mussten. Für alle unter Ihnen, die dies auch durchmachen mussten, möchte ich sagen: Die Portierung von 32-Bit-Anwendungen auf 64-Bit-Anwendungen ist viel einfacher. Microsoft bietet verschiedenste Hilfen an, um den Übergang von 32-Bit zu 64-Bit so reibungslos wie möglich zu gestalten. Lesen Sie hierzu den Artikel Getting Ready for 64-bit Windows.
Wie bereits gesagt, können Sie unter den Windows x64-Editionen keine 16-Bit-Anwendungen ausführen. Solche Anwendungen müssen also neu erstellt werden. Denken Sie daran, dass einige 32-Bit-Anwendungen noch teilweise 16-Bit-Code verwenden (in den meisten Fällen betrifft das die Installer-Funktionalität). Solche Anwendungen werden ebenfalls nicht funktionieren.
Außerdem kann es ein, dass Sie beim Kompilieren Ihres 32-Bit-Codes mit einem 64-Bit-Compiler einige Warnungen und Fehler erhalten. Es ist zwar möglich, nur einzelne Teile Ihres alten 32-Bit-Codes auf 64-Bit zu portieren - empfehlenswert ist die jedoch nicht. Testen Sie Ihren Code sorgfältig und vermeiden Sie, kurzfristige Maßnahmen und temporäre Vorteile zu erlangen. Entscheiden Sie selbst, ob Sie 32-Bit oder 64-Bit Testtools verwenden. Die meisten Entwickler setzen jedoch auf eine Kombination aus beidem. Das Testen Ihrer 32-Bit- und 64-Bit-COM- und RPC-Komponenten stellt sicher, dass diese korrekt kommunizieren. Um die 32-Bit-Komponenten zu testen, kompilieren Sie den Code als erstes für 64-Bit neu. Führen Sie den Code dann aus und beheben Sie alle möglicherweise vorhandenen Probleme. Dann kompilieren Sie den Code ein weiteres Mal für 32-Bit und testen erneut. Als letztes kompilieren Sie den Code wieder für 64-Bit und testen noch einmal.
Unter den folgenden Links finden Sie weitere Informationen:
| • | Windows XP Professional x64 Edition-Homepage http://www.microsoft.com/windowsxp/64bit/ |
| • | Windows Server 2003 x64-Editionen http://www.microsoft.com/windowsserver2003/64bit/ |
| • | Getting Ready for Windows 64-Bit for Developers http://msdn.microsoft.com/library/default.asp?url=/library/en-us/win64/win64/getting_ready_for_64_bit_windows.asp |
| • | SQL Server 2000 - 64-Bit http://www.microsoft.com/sql/64bit/ |
Gerätetreiber finden Sie unter den folgenden Links:
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| • | Realtek - http://www.realtek.com/tw/downloads/downloads1-3.aspx?keyword=RTL8169S | ||||||||||
| • | Creative Soundblaster - http://preview.creativelabs.com/default.aspx | ||||||||||
| • | Treibersammlungen:
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