The Cable Guy – April 2005

Das Verhalten von Windows XP und Windows Server 2003 bei einer Verbindung mit einem drahtlosen und einem normalen Netzwerk

Veröffentlicht: 01. Apr 2005
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Von The Cable Guy

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EinleitungEinleitung
Verbindung mit einem Netzwerk
Verbindung mit einem Netzwerk
Netzwerkverkehr bei einer gleichzeitigen Verbindung mit einem WLAN und einem normalen Netzwerk
Netzwerkverkehr bei einer gleichzeitigen Verbindung mit einem WLAN und einem normalen Netzwerk
Zusätzliche InformationenZusätzliche Informationen

Einleitung

Moderne Notebooks verfügen meist über einen normalen Ethernet- und einen WLAN-Adapter. Beim Ethernet-Adapter handelt es sich typischerweise um eine 100BaseT/10BaseT-Version, und der WLAN-Adapter unterstützt wahrscheinlich 802.11b (11 Mbps - Megabit per second), 802.11g (54 Mbps), 802.11a (54 Mpbs) oder eine Kombination der 802.11-Technologien. Wenn ein WLAN-Notebook nicht in der Docking-Station ist, besteht nur noch WLAN-Konnektivität. Wenn es jedoch gedockt ist, dann ist eine Ethernet- und eine WLAN-Konnektivität vorhanden.

In diesem Artikel wird beschrieben, wie sich Computer unter Microsoft® Windows® XP oder Windows Server™ 2003 verhalten, wenn sie mit dem normalen Netzwerk und dem WLAN verbunden sind. Außerdem werden Workarounds gezeigt, mit denen Sie dafür sorgen können, dass immer nur ein Adapter aktiviert ist oder mit denen der Großteil des Netzwerkverkehrs über einen bestimmten Netzwerkadapter geleitet werden kann.

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Verbindung mit einem Netzwerk

Eine Mehrfachkonnektivität kann zwar ihre Vorteile haben (zum Beispiel Fehlertoleranz), aber es gibt auch Nachteile:

Mit zwei Netzwerkverbindungen werden zwei IPv4-Adressen verwendet. In einigen Netzwerken stehen dem DHCP-Server nicht so viele Adressen zur Zuweisung zur Verfügung. Jeder Client soll daher möglicherweise nur eine Adresse bekommen.

Mit zwei Verbindungen kann nicht so einfach festgestellt werden, über welche Verbindung Netzwerkverkehr weitergeleitet wird.

Bei einigen WLAN-Infrastrukturen ist die Bandbreite relativ knapp (zum Beispiel aufgrund von nur wenigen Access Points). Daher sollten WLAN-Verbindungen hier nur dann verwendet werden, wenn tatsächlich keine normale Ethernet-Verbindung zur Verfügung steht.

Im Moment sind Computer unter Windows XP oder Windows Server 2003 nicht in der Lage, WLAN-Adapter bei Verfügbarkeit einer normalen Ethernet-Verbindung automatisch zu deaktivieren und diese später wieder zu aktivieren. Wenn Sie keine simultane Konnektivität möchten, dann müssen Sie diese manuell durchführen. Die hierzu erforderlichen Vorgehensweisen sind je nach der verwendeten Version von Windows XP und Windows Server 2003 unterschiedlich.

Bei Computern unter Windows XP ohne Service Packs, Windows XP mit Service Pack 1 (SP1) oder Windows Server 2003 ohne Service Packs können Sie den WLAN-Adapter über den Benachrichtigungsbereich auf dem Desktop oder über den Ordner Netzwerkverbindungen aktivieren und deaktivieren. Hierzu klicken Sie zuerst auf das WLAN-Symbol und dann auf Aktivieren oder Deaktivieren.

Bei Computern unter Windows XP mit Service Pack 2 (SP2) oder Windows Server 2003 mit Service Pack 1 (SP1) können Sie ebenso vorgehen. Zusätzlich können Sie aber auch ein neues Feature von Windows XP SP2 und Windows Server 2003 SP1 verwenden. Mit diesem können Sie die Aktivierung und die Deaktivierung automatisch durchführen.

Um das WLAN manuell zu deaktivieren, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das WLAN-Symbol im Benachrichtungsbereich. Dann klicken Sie auf Verfügbare Drahtlosnetzwerke anzeigen. Im Dialogfenster Drahtlosnetzwerk auswählen klicken Sie doppelt auf das aktuell verwendete Netzwerk. Sie werden nun gefragt, ob Sie die Verbindung mit dem WLAN trennen möchten. Wenn Sie Ja auswählen, wir die Verbindung getrennt. Der Status des betreffenden WLANs ändert sich dann im Dialogfenster Drahtlosnetzwerk auswählen von Verbunden zu Manuell - sie müssen eine erneute Verbindung also per Hand vornehmen. Um sich manuell wieder mit dem WLAN zu verbinden, klicken Sie im Dialogfenster Drahtlosnetzwerk auswählen doppelt auf dessen Namen. Außerdem haben Sie die Möglichkeit, das WLAN für eine Bei-Bedarf-Verbindung zu aktivieren. Hierzu deaktivieren Sie einfach das Kontrollkästchen Verbinden, wenn das Netzwerk in Reichweite ist auf der Registerkarte Verbindung in den Eigenschaften des betreffenden WLANs.

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Netzwerkverkehr bei einer gleichzeitigen Verbindung mit einem WLAN und einem normalen Netzwerk

Die folgende Zusammenfassung zeigt das Verhalten eines Computers unter Windows XP oder Windows Server 2003, wenn dieser sowohl mit einem WLAN als auch mit einem normalen Netzwerk verbunden ist (diese Konfiguration wird im folgenden als Multihomed-Computer bezeichnet):

Netzwerkverkehr, der von anderen Computern initiiert wird, bei denen es sich um Nachbarn des Multihomed-Computers handelt, wird über den Netzwerkadapter gesendet, der mit dem Subnetz verbunden ist. Wenn der Netzwerkverkehr zum Beispiel von einem Nachbarcomputer im Ethernet-Subnetz des Multihomed-Computers initiiert wird, wird der Netzwerkverkehr über den Ethernet-Adapter gesendet.

Netzwerkverkehr, der von anderen Remotecomputern initiiert wird, die sich nicht im lokalen Subnetz befinden, wird über den Adapter gesendet, über dessen IP-Adresse der ursprüngliche Netzwerkverkehr empfangen wurde. Ein Multihomed-Computer unter Windows XP registriert zum Beispiel die IP-Adressen sowohl für den WLAN-Adapter als auch für den normalen Ethernet-Adapter im DNS (über die dynamische DNS-Aktualisierung). Wenn ein anderer Computer nur den Namen des Multihomed-Computers auflöst, dann erhält er beide IP-Adressen in zufälliger Reihenfolge zurück. Der DNS-Resolver von Windows XP verwendet die erste IP-Adresse, die er vom DNS-Server zurückerhält.

Netzwerkverkehr, der durch den Multihomed-Computer initiiert wird und an Nachbarcomputer geht, wird über den Netzwerkadapter gesendet, der mit dem Subnetz verbunden ist. Wenn ein Nachbarcomputer also zum Beispiel mit dem Ethernet-Subnetz des Multihomed-Computers verbunden ist, wird der Netzwerkverkehr über den Ethernet-Adapter gesendet.

Netzwerkverkehr, der durch den Multihomed-Computer initiiert wird und an Remoteziele geht, wird über den Adapter gesendet, der von der aktuellen Standardroute in der IP-Routingtabelle verwendet wird - es sei denn, es gibt direktere Routen zum Remoteziel.

Wenn man davon ausgeht, dass der Multihomed-Computer meist Clientanwendungen ausführt und auf Server in Remote-Subnetzen zugreift, dann wird der meiste Netzwerkverkehr in die letzte Kategorie fallen.

TCP/IP für Windows ermittelt die Standardroute auf Basis der folgenden Kriterien:

Es wird die Standardroute mit der geringsten Metrik ausgewählt.

Wenn es mehrere Standardrouten mit gleicher Metrik gibt, wird die Standardroute des Netzwerkadapters gewählt, der in der Bindungsreihenfolge ganz oben steht. Um die Bindungsreihenfolge anzuzeigen und zu bearbeiten, öffnen Sie den Ordner Netzwerkverbindungen. Dann klicken Sie auf Erweitert und auf Erweiterte Einstellungen. Im Feld Verbindungen der Registerkarte Netzwerkkarten und Bindungen sehen Sie die Bindungsreihenfolge.

Standardmäßig ermittelt TCP/IP für Windows die Metrik der Standardroute über das Automatic Metric-Feature. Dieses weist einem Adapter eine Metrik auf Basis seiner Geschwindigkeit zu. Weitere Informationen hierzu finden Sie im Artikel An explanation of the Automatic Metric feature for Internet Protocol routes (englischsprachig).

In Tabelle 1 finden Sie Kombinationen von LAN- und WLAN-Technologien, deren automatisch zugewiesenen Metriken und den daraus resultierenden standardmäßigen Gateway-Adaptern für einen Multihomed-Computer unter Windows XP mit SP2.

LANAutomatische MetrikWLANAutomatische MetrikStandardmäßiger Gateway-Adapter

10BaseT

30

802.11b

40

10BaseT (LAN)

10BaseT

30

802.11a or 802.11g

25

802.11a or 802.11g (WLAN)

100BaseT

20

802.11b

40

100BaseT (LAN)

100BaseT

20

802.11a oder 802.11g

25

100BaseT (LAN)

Tabelle 1: Kombinationen von LAN- und WLAN-Technologien und die resultierenden standardmäßigen Gateway-Adapter.

Anmerkung: 802.11b unterstützt zwar eine maximale Bitrate von 11 Mbps, die effektive Bitrate liegt jedoch darunter. Dies liegt am 802.11 MAC-Protokolloverhead (Media Access Control). Die automatisch berechnete Metrik für 802.11b ist daher höher als für ein 10-Mbps-Ethernet.

Um die automatisch berechnete Metrik für die Standardroute einer IP-Adresse manuell zu überschreiben, geben Sie diese über die erweiterten Eigenschaften der TCP/IP-Konfiguration an. Weitere Informationen hierzu finden Sie unter Default Gateway Behavior for Windows TCP/IP (englischsprachig).

Um die automatisch berechnete Metrik für die Standardroute einer IP-Adresse für alle Windows XP- oder Windows Server 2003-DHCP-Clients zu überschreiben, können Sie die herstellerspezifische Microsoft-Option „Default Router Metric Base" nutzen.

Um dies zu erreichen, fügen Sie die Option 003 Microsoft-Standard-Routerbasismetrik zum Bereich für das entsprechende Subnetz hinzu. Wählen Sie hierzu auf der Registerkarte Erweitert als Herstellerklasse Microsoft Windows 2000-Optionen und als Benutzerklasse Standardbenutzerklasse aus. In der folgenden Abbildung sehen Sie ein Beispiel für die entsprechende Konfiguration.

cg040501

Um die automatisch berechnete Metrik nur für einen Teil der Computer unter Windows XP und Windows Server 2003 zu überschreiben, gehen Sie folgendermaßen vor:

1.

Erstellen Sie eine neue DHCP-Benutzerklasse. (Weitere Informationen zu Benutzerklassen finden Sie in den Artikeln Microsoft DHCP-Hersteller und Benutzerklassen und How to Create a New DHCP User or Vendor Class - englischsprachig).

2.

Konfigurieren Sie die betreffenden DHCP-Clients mit der neuen Benutzerklasse - verwenden Sie hierzu den Befehl ipconfig /setclassid.

3.

Fügen Sie den Bereichsoptionen für das betreffende Subnetz die Option 003 Microsoft-Standard-Routerbasismetrik hinzu. Wenn Sie die Option hinzufügen oder konfigurieren, geben Sie unter der Registerkarte Erweitert die Klasse Microsoft Windows 2000-Optionen als Herstellerklasse und die neue Benutzerklasse ein. In der folgenden Abbildung sehen Sie ein Beispiel für die entsprechende Konfiguration.

cg040502
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Zusätzliche Informationen

Weitere Informationen zur WLAN-Unterstützung von Windows und dem Verhalten bezüglich standardmäßiger Gateways finden Sie unter den folgenden Quellen:

Microsoft Wi-Fi-Website (englischsprachig).

Default Gateway Behavior for Windows TCP/IP (englischsprachig).

Erläuterung der Funktion "Automatische Metrik" für Internetprotokollrouten


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