TCP/IP-Grundlagen für Microsoft Windows

Kapitel 7 – Hostnamenauflösung

Veröffentlicht: 21. Apr 2005

Zusammenfassung

In diesem Kapitel werden die verschiedenen Methoden beschrieben, die Microsoft Windows-basierte Computer verwenden, um Hostnamen, beispielsweise www.example.com, in die zugehörigen IP-Adressen aufzulösen. Netzwerkadministratoren müssen wissen, wie die Hostnamenauflösung unter Windows funktioniert, um bei der Auflösung von Hostnamen auftretende Probleme beheben zu können, und um die komplexen Einzelheiten von DNS (Domain Name System) zu verstehen.

Auf dieser Seite
Ziele dieses KapitelsZiele dieses Kapitels
TCP/IP-BenennungsschemataTCP/IP-Benennungsschemata
Der Vorgang der HostnamenauflösungDer Vorgang der Hostnamenauflösung
Die Datei 'Hosts'Die Datei 'Hosts'
Der DNS-ClientauflösungscacheDer DNS-Clientauflösungscache
Zusammenfassung des KapitelsZusammenfassung des Kapitels
KapitelglossarKapitelglossar

Ziele dieses Kapitels

Nach der Lektüre dieses Kapitels werden Sie in der Lage sein, folgende Aufgaben auszuführen:

Definieren eines Hostnamens.

Erklären, wie ein Hostname mithilfe der Datei Hosts und dem DNS-Clientauflösungscache von Windows in eine IP-Adresse aufgelöst wird.

Erklären, wie ein Hostname mithilfe eines DNS-Servers in eine IP-Adresse aufgelöst wird.

Erklären, wie ein Hostname mithilfe zusätzlicher, Windows-spezifischer Methoden in eine IP-Adresse aufgelöst wird.

Beschreiben, wie die Datei Hosts geändert werden muss, damit die Auflösung von Hostnamen sowohl in IPv4- (Internet Protocol Version 4) als auch in IPv6-Adressen (Internet Protocol Version 6) möglich ist.

Beschreiben der Eigenschaften des DNS-Clientauflösungscache und wie mit dem Tool Ipconfig dieser Cache angezeigt und geleert wird.

TCP/IP-Benennungsschemata

Bevor die Kommunikation aufgenommen werden kann, muss jeder Schnittstelle eines jeden TCP/IP-Knotens eine IP-Unicastadresse zugewiesen werden. Einem TCP/IP-Host und seiner Schnittstelle können auch Namen zugewiesen werden. Jedoch bestimmt das Benennungsschemata auch die Art und Weise, in der Anwendungen einen Host oder eine Schnittstelle ansprechen. Zum Beispiel:

Bei einer Windows-Sockets-Anwendung gibt der Benutzer entweder eine IP-Adresse oder einen Hostnamen (auch als Domänenname bezeichnet) an. Gibt der Anwender einen Hostnamen an, versucht TCP/IP für Windows XP und Windows Server 2003, diesen Namen in eine IP-Adresse (IPv4 oder IPv6) aufzulösen. Gibt der Benutzer eine IP-Adresse an, ist eine Namenauflösung nicht notwendig.

Bei einer NetBIOS-Anwendung (Network Basic Input/Output System) gibt der Benutzer einen Computernamen an, den die Anwendung in einen 16 Zeichen langen NetBIOS-Namen konvertiert. TCP/IP für Windows XP und Windows Server 2003 versucht, den NetBIOS-Namen in eine IPv4-Adresse aufzulösen.

Bei NetBIOS-Anwendungen müssen die Benutzer immer den NetBIOS-Namen und nicht die IPv4-Adresse angeben. Windows-Sockets-Anwendungen erlauben den Benutzern, den Zielhost über seinen Hostnamen oder seine IP-Adresse anzusprechen.

Definition von Hostnamen

Ein Hostname ist ein Alias, der einen TCP/IP-Host oder seine Schnittstellen bezeichnet. In allen TCP/IP-Umgebungen werden Hostnamen verwendet. Die folgenden Ausführungen beschreiben einige Attribute eines Hostnamens:

Ein Hostname muss nicht dem NetBIOS-Computernamen entsprechen und kann bis zu 255 Zeichen lang sein.

Einem Host können mehrere Hostnamen zugewiesen werden.

Hostnamen sind leichter zu behalten als IP-Adressen.

Ein Benutzer kann bei einer Windows-Sockets-Anwendung, beispielsweise dem Tool Ping oder dem Internet Explorer, einen Hostnamen statt einer IP-Adresse angeben.

Einem Hostnamen muss eine IP-Adresse zugeordnet werden können; entsprechende Zuordnungstabellen sind entweder in der lokalen Datei Hosts oder in der Datenbank eines DNS-Servers gespeichert. TCP/IP für Windows XP und Windows Server 2003 verwendet außerdem NetBIOS-Namenauflösungsmethoden für Hostnamen.

Das Tool Hostname zeigt den Computernamen Ihres Windows-basierten Computers so an, wie er auf der Registerkarte Computername des Dialogfensters Systemeigenschaften System konfiguriert wurde.

Der Vorgang der Hostnamenauflösung

Die Hostnamenauflösung ist der Vorgang der Zuordnung eines Hostnamens zu einer IP-Adresse, bevor der Quellhost das erste IP-Paket sendet. Tabelle 7-1 beschreibt die Standardmethoden der Hostnamenauflösung von TCP/IP für Windows XP und Windows Server 2003.

AuflösungsmethodeBeschreibung

Lokaler Hostname

Der für den Computer konfigurierte Hostname, so wie ihn das Tool Hostname anzeigt. Dieser Name wird mit dem Namen des Zielhosts verglichen.

Datei Hosts

Ein lokale Textdatei, die in demselben Format vorliegt wie die Datei \etc\hosts von 4.3 BSD (Berkeley Software Distribution) UNIX. Diese Datei ordnet Hostnamen IP-Adressen zu. Bei TCP/IP für Windows XP und Windows Server 2003 wird der Inhalt der Datei Hosts in den DNS-Clientauflösungscache geladen. Weitere Informationen finden Sie im Abschnitt "Der DNS-Clientauflösungscache" dieses Kapitels.

DNS-Server

Ein Server, der eine Datenbank mit Zuordnungen von IP-Adressen zu Hostnamen verwaltet, und der für Zuordnungen, die in seiner Datenbank nicht enthalten sind, andere DNS-Server abfragen kann.

Tabelle 7-1 Standardmethoden der Hostnamenauflösung

Tabelle 7-2 beschreibt die zusätzlichen Methoden, die von TCP/IP für Windows XP und Windows Server 2003 für die Hostnamenauflösung verwendet werden.

AuflösungsmethodeBeschreibung

DNS-Clientauflösungscache

Eine im RAM-Speicher vorgehaltene Tabelle mit den in der lokalen Datei Hosts enthaltenen Einträgen sowie den Namen, deren Auflösung mithilfe eines DNS-Servers versucht wurde.

Cache der NetBIOS-Namen

Eine im RAM-Speicher vorgehaltene Tabelle mit den zuletzt aufgelösten NetBIOS-Namen und den ihnen entsprechenden IPv4-Adressen.

NBNS (NetBIOS Name Server)

Ein Server, der, wie in den RFCs (Requests for Comments) 1001 und 1002 spezifiziert, NetBIOS-Namen IPv4-Adressen zuordnet. Die Microsoft-Implementierung eines NBNS ist ein WINS-Server (Windows Internet Name Service).

Lokaler Broadcast

Bis zu drei NetBIOS-Namensanforderungen werden als Broadcastnachrichten an das lokale Subnetz gesendet, um dem gegebenen NetBIOS-Namen eine IPv4-Adresse zuzuordnen.

Die Datei Lmhosts

Eine lokale Textdatei, die NetBIOS-Namen von NetBIOS-Prozessen, die auf Computern in Remotesubnetzen laufen, IPv4-Adressen zuordnet.

Tabelle 7-2 Windows-spezifische Methoden der Hostnamenauflösung

Namenauflösung mit der Datei 'Hosts'

Wenn TCP/IP für Windows XP und Windows Server 2003 Namen auflöst, wird die Datei Hosts nicht direkt durchsucht. Vielmehr werden die Einträge dieser Datei automatisch in den DNS-Clientauflösungscache geladen. Daher vollzieht sich auf einem Windows-basierten Computer der Vorgang der Namenauflösung in folgender Weise:

1.

Die Namenauflösung beginnt, wenn ein Benutzer eine Windows-Sockets-Anwendung startet und einen Hostnamen für den Zielhost angibt. Windows prüft, ob der Hostname dem lokalen Hostnamen entspricht.

Entspricht der Hostname dem lokalen Hostnamen, wird der Hostname in eine dem lokalen Host zugeordnete IP-Adresse aufgelöst, und der Vorgang der Namenauflösung wird beendet.

2.

Ist der Hostname nicht der gleiche wie der lokale Hostname, sucht Windows im DNS-Clientauflösungscache nach einem Eintrag, der den Hostnamen enthält.

Findet Windows den Hostnamen im DNS-Clientauflösungscache nicht und es sind keine weiteren Namenauflösungsmethoden konfiguriert oder aktiviert (etwa DNS oder NetBIOS-Namenauflösungsmethoden), wird der Vorgang der Namenauflösung beendet und der Windows-Sockets-Anwendung wird signalisiert, dass ein Fehler vorliegt, worauf diese in der Regel eine Fehlermeldung anzeigt.

Findet Windows den Hostnamen im DNS-Clientauflösungscache, wird der Hostname in die IP-Adresse aufgelöst, die dem Eintrag im Cache entspricht.

3.

Nachdem der Hostname in die IP-Zieladresse aufgelöst wurde, leitet Windows das Paket an die IP-Folgeknotenadresse für das Ziel weiter (also entweder an das Ziel selbst oder an einen benachbarten Router).

Im Unterschied zu der Datei Lmhosts, die nur für NetBIOS-basierte Remotehosts und -IPv4-Adressen verwendet wird, ordnet die Datei Hosts Hostnamen sowohl von benachbarten als auch von Remotehosts ihren IPv4- oder IPv6-Adressen zu.

Namenauflösung mit einem DNS-Server

DNS ist ein verteiltes, hierarchisch geordnetes Benennungssystem, das im Internet und in den meisten Intranets verwendet wird, um voll qualifizierte Domänennamen (FQDN, Fully Qualified Domain Names) in IP-Adressen aufzulösen. Ein Beispiel für einen FDQN ist www.microsoft.com. Ein DNS-Server verwaltet typischerweise Informationen über einen Bereich des DNS-Namespace, etwa alle Namen, die mit wcoast.example.com enden, und behandelt DNS-Namensabfragen von DNS-Clientcomputern entweder selbst oder durch Abfragen anderer DNS-Server. Computer unter Windows XP oder Windows Server 2003 können als DNS-Clients arbeiten, und ein Computer unter Windows Server 2003 kann als DNS-Server arbeiten, der für einen DNS-Client oder andere DNS-Server Namen auflöst.

Ist TCP/IP für Windows XP und Windows Server 2003 mit der IP-Adresse eines DNS-Servers konfiguriert, vollzieht sich der Vorgang der Namenauflösung folgendermaßen:

1.

Startet ein Benutzer eine Windows-Sockets-Anwendung und gibt einen FQDN für den Zielhost ein, und dieser FQDN entspricht weder dem lokalen Hostnamen noch irgendeinem Eintrag im DNS-Clientauflösungscache, dann erstellt die DNS-Clientkomponente von TCP/IP für Windows XP und Windows Server 2003 eine DNS-Namensanforderung und sendet sie an den DNS-Server.

2.

Der DNS-Server prüft, ob für diesen Namen eine Zuordnung zu einer IP-Adresse entweder lokal oder auf einem anderen DNS-Server gespeichert ist. Gleichgültig, ob eine Zuordnung gefunden wurde oder nicht, sendet der DNS-Server eine Antwort auf die DNS-Namensanforderung an den DNS-Client zurück.

Beantwortet der DNS-Server die Anforderung nicht, sendet der DNS-Client weitere DNS-Namensanforderungen. Antwortet der DNS-Server auf keine dieser Anforderungen, und es sind weder andere DNS-Server konfiguriert, noch ist NetBIOS über TCP/IP aktiviert, wird der Windows-Sockets-Anwendung signalisiert, dass ein Fehler vorliegt, worauf diese in der Regel eine Fehlermeldung anzeigt.

3.

Nachdem der FQDN in die IP-Zieladresse aufgelöst wurde, leitet Windows das Paket an die IP-Folgeknotenadresse für das Ziel weiter (also entweder an das Ziel selbst oder an einen benachbarten Router).

Windows-Methoden der Auflösung von Hostnamen

Ist NetBIOS über TCP/IP aktiviert, versucht Windows standardmäßig Hostnamen mittels NetBIOS-Methoden aufzulösen, sobald die Standardmethoden fehlgeschlagen sind. Zu diesen NetBIOS-Methoden der Namenauflösung zählen der Cache der NetBIOS-Namen, konfigurierte WINS-Server, NetBIOS-Broadcasts und die Datei Lmhosts.

Wenn eine Anwendung Windows Sockets verwendet, und die Anwendung selbst oder der Benutzer gibt einen Hostnamen an, versucht TCP/IP für Windows XP und Windows Server 2003, wenn NetBIOS über TCP/IP aktiviert ist, den Namen in der folgenden Reihenfolge aufzulösen:

1.

Windows prüft, ob der Hostname dem lokalen Hostnamen entspricht.

2.

Ist der Hostname nicht der gleiche wie der lokale Hostname, durchsucht Windows den DNS-Clientauflösungscache.

3.

Kann der Hostname nicht mithilfe des DNS-Clientauflösungscache aufgelöst werden, sendet Windows DNS-Namensanforderungen an seine konfigurierten DNS-Server.

4.

Können auch die konfigurierten DNS-Server den Namen nicht auflösen, konvertiert Windows den Hostnamen in einen NetBIOS-Namen und überprüft den lokalen Cache der NetBIOS-Namen.

Windows konvertiert den Hostnamen, der kürzer als 16 Zeichen sein muss, in einen 16 Zeichen langen NetBIOS-Namen, wobei die ersten 15 Zeichen in Großbuchstaben umgewandelt werden und bei Bedarf Leerzeichen angehängt werden. Dann hängt Windows als letztes Zeichen das Zeichen mit dem Wert 0x00 an. Jeder Windows-basierte Computer, auf dem der Arbeitsstationsdienst ausgeführt wird, registriert seinen Computernamen mit 0x00 als letztem Zeichen. Daher wird die NetBIOS-Form des Hostnamens in der Regel zu der IPv4-Adresse des Computers aufgelöst, dessen NetBIOS-Computername dem Hostnamen entspricht.

Enthält der Hostname 16 oder mehr Zeichen, konvertiert Windows ihn nicht in einen NetBIOS-Namen und versucht auch nicht, den Hostnamen mittels NetBIOS-Methoden aufzulösen.

5.

Kann Windows den NetBIOS-Namen im Cache der NetBIOS-Namen nicht finden, kontaktiert Windows seine konfigurierten WINS-Server.

6.

Kann Windows auch mit den Anfragen an die WINS-Server den NetBIOS-Namen nicht auflösen, sendet Windows bis zu drei NetBIOS-Namensanforderungen als Broadcastnachrichten an das direkt angeschlossene Subnetz.

7.

Werden diese NetBIOS-Namensanforderungen nicht beantwortet, durchsucht Windows die lokale Datei Lmhosts.

Der Vorgang der Namenauflösung wird beendet, sobald Windows die erste IP-Adresse für diesen Namen findet. Kann Windows mit keiner dieser Methoden den Hostnamen auflösen, dann ist der Vorgang der Namenauflösung fehlgeschlagen und die Kommunikation mit dem Zielhost ist nur dann möglich, wenn entweder seine IP-Adresse oder ein anderer dem Host zugeordneten Namen angegeben wird, den Windows zu einer IP-Adresse auflösen kann.

Abbildung 7-1 zeigt alle Methoden, die von TCP/IP für Windows XP und Windows Server 2003 für die Hostnamenauflösung verwendet werden.

Abbildung 7-1  Die von TCP/IP für Windows XP und Windows Server 2003 für die Hostnamenauflösung verwendeten Methoden

Abbildung 7-1 Die von TCP/IP für Windows XP und Windows Server 2003 für die Hostnamenauflösung verwendeten Methoden
Bild maximieren

Die Datei 'Hosts'

Die Datei Hosts ermöglicht mittels einer lokal gespeicherten Textdatei, die Zuordnungen von IP-Adressen zu Hostnamen. Auf den meisten UNIX-basierten Computern finden Sie die Datei unter /etc/hosts. Auf Windows-basierten Computern ist die Datei Hosts im Ordner systemroot\System32\Drivers\Etc.

Die folgenden Ausführungen beschreiben einige der Attribute der Datei Hosts für Windows:

Ein Eintrag besteht aus einer IP-Adresse (IPv4 oder IPv6) und einem oder mehreren Hostnamen.

Der Inhalt der Datei Hosts wird automatisch in den DNS-Clientauflösungscache geladen, den Windows-Sockets-Anwendungen verwenden, um für lokale und Remotesubnetze Hostnamen in IP-Adressen aufzulösen.

Wenn Sie Einträge in der Datei Hosts erstellen und die Datei speichern, wird der Inhalt der Datei automatisch in den DNS-Clientauflösungscache geladen.

Die Datei Hosts enthält einen Standardeintrag für den Hostnamen localhost.

Die Datei Hosts kann mit jedem Texteditor bearbeitet werden.

Jeder Hostname kann maximal 255 Zeichen lang sein.

Bei den Einträgen in der Datei Hosts von Windows-basierten Computern wird zwischen Groß- und Kleinschreibung nicht unterschieden.

Der Vorteil der Datei Hosts besteht darin, dass Benutzer sie für ihre Zwecke anpassen können. Jeder Benutzer kann die Einträge erstellen, die er möchte, einschließlich einfach zu behaltender Spitznamen für Ressourcen, auf die häufig zugegriffen wird. Jedoch ist die individuelle Verwaltung der Datei Hosts nicht sonderlich gut dazu geeignet, eine große Zahl von FQDN-Zuordnungen zu speichern oder auf Änderungen von IP-Adressen von Server und Netzwerkressourcen zu reagieren. Die Lösung für die Speicherung und Verwaltung einer großen Zahl von FQDN-Zuordnungen bietet DNS. Die dynamische DNS-Konfiguration löst auch das Problem der Verwaltung von FQDN-Zuordnungen von sich ändernden IP-Adressen.

Ein Eintrag in der Datei Hosts hat das folgende Format:

Addresse          Name

Der Addresse-Teil des Eintrags ist eine IPv4- oder IPv6-Unicastadresse. Der Name-Teil nennt einen oder mehrere Namen, die durch mindestens ein Leerzeichen voneinander getrennt sind. Die Adresse muss von dem ersten Namen durch ein oder mehrere Leerzeichen oder Tabulatoren getrennt sein.

IPv4-Einträge

Bei IPv4-Einträgen wird die Adresse in der Datei Hosts als dezimale IPv4-Unicastadresse angegeben, deren Elemente durch Punkte voneinander getrennt sind. Das folgende Beispiel der Datei Hosts enthält IPv4-Einträge:

# 
# Table of IP addresses and host names 
# 
127.0.0.1        localhost 
131.107.34.1     router 
172.30.45.121    server1.central.example.com s1

In diesem Beispiel können Sie den Server mit der IPv4-Adresse 172.30.45.121 mit seinem FQDN (server1.central.example.com) oder mit seinem Spitznamen (s1) ansprechen. Dieses Beispiel geht davon aus, dass sich die IP-Adresse des Servers namens server1.central.example.com nicht irgendwann ändern wird. Dies gilt dann, wenn zum Beispiel dem Server server1.central.example.com manuell eine IP-Adresskonfiguration zugewiesen wurde, oder er eine DHCP-Clientreservierung (Dynamic Host Configuration Protocol) verwendet.

IPv6-Einträge

Bei IPv6-Einträgen wird die Adresse in der Datei Hosts als globale oder standortlokale IPv6-Adresse angegeben, deren Elemente durch Doppelpunkte voneinander getrennt sind. Das folgende Beispiel der Datei Hosts enthält sowohl IPv4- als auch IPv6-Einträge:

Hinweis: Einige der folgenden Codezeilen werden zur besseren Lesbarkeit in mehreren Zeilen wiedergegeben. Sie sollten in eine einzige Zeile eingegeben werden.

# 
# Table of IP addresses and host names 
# 
127.0.0.1                       localhost 
131.107.34.1                    router 
172.30.45.121                   server1.central.example.com s1 
fec0::fa3:2aa:ff:fe9f:2a40      webv6.central.example.com w1 
3ffe:ffff::10:2aa:ff:fe21:5a88  tsrvv6.wcoast.example.com ts1

Sie sollten in die Datei Hosts keine Einträge für verbindungslokale Adressen aufnehmen, weil Sie für diese Adressen keine Zonen-ID angeben können. Dieses Konzept ist ähnlich der Verwendung des Tools Ping zur Überprüfung eines verbindungslokalen Ziels ohne Angabe der Zonen-ID. Daher sind in der Datei Hosts nur Einträge für globale oder standortlokale IPv6-Adressen sinnvoll. Der Beispieleintrag für die standortlokale Adresse fec0::fa3:2aa:ff:fe9f:2a40 setzt voraus, dass nur ein einzelner Standort verwendet wird. Weitere Informationen zu IPv6-Adressen und die Verwendung der Zonen-ID finden Sie in Kapitel 3, "IP-Adressierung".

Der DNS-Clientauflösungscache

Der DNS-Clientauflösungscache ist eine im RAM-Speicher vorgehaltene Tabelle mit Einträgen aus der lokalen Datei Hosts sowie den Hostnamen, die Windows mithilfe von DNS aufzulösen versucht hat. Der DNS-Clientauflösungscache speichert sowohl erfolgreiche als auch erfolglose DNS-Namenauflösungen. Ein Name, der zwar abgefragt, jedoch nicht erfolgreich aufgelöst wurde, wird als negativer Cacheeintrag bezeichnet.

Die folgende Liste beschreibt die Attribute des DNS-Clientauflösungscache:

Er wird dynamisch aus den Einträgen der Datei Hosts und den DNS-Abfragen erstellt.

Aus DNS-Abfragen bezogene Einträge werden nur für einen bestimmten Zeitraum gespeichert, der als Time to Live (TTL) bezeichnet wird; die Länge dieses Zeitraums legt der DNS-Server fest, der die Zuordnungen von Namen zu IP-Adressen in einer lokalen Datenbank speichert.

Den aus der Datei Hosts bezogenen Einträgen ist keine TTL zugeordnet, und jeder Eintrag bleibt so lange gespeichert, bis er aus der Datei Hosts entfernt wird.

Sie können sich mit dem Befehl ipconfig /displaydns den Inhalt des DNS-Clientauflösungscache anzeigen lassen.

Mit dem Befehl ipconfig /flushdns leeren Sie den DNS-Clientauflösungscache und setzen ihn auf die Einträge zurück, die in der Datei Hosts enthalten sind.

Das folgende Beispiel zeigt, welche Informationen mit dem Befehl ipconfig /displaydns angezeigt werden:

C:\>ipconfig /displaydns 
  
Windows IP Configuration 
  
   localhost. 
   ------------------------------------------------------ 
     Record Name . . . . . : localhost 
     Record Type . . . . . : 1 
     Time To Live  . . . . : 31165698 
     Data Length . . . . . : 4 
     Section . . . . . . . : Answer 
     A (Host) Record . . . : 
                       127.0.0.1 
  
  
   dc7.corp.example.com. 
   ------------------------------------------------------ 
     Record Name . . . . . : dc7.corp.example.com 
     Record Type . . . . . : 1 
     Time To Live  . . . . : 852 
     Data Length . . . . . : 4 
     Section . . . . . . . : Answer 
     A (Host) Record . . . : 
                       157.60.23.170 
  
  
   1.0.0.127.in-addr.arpa. 
   ------------------------------------------------------ 
     Record Name . . . . . : 1.0.0.127.in-addr.arpa 
     Record Type . . . . . : 12 
     Time To Live  . . . . : 31165698 
     Data Length . . . . . : 4 
     Section . . . . . . . : Answer 
     PTR Record  . . . . . : 
                       localhost 
  
  
   mailsrv15.corp.example.com. 
   ------------------------------------------------------ 
     Record Name . . . . . : mailsrv15.corp.example.com 
     Record Type . . . . . : 1 
     Time To Live  . . . . : 2344 
     Data Length . . . . . : 4 
     Section . . . . . . . : Answer 
     A (Host) Record . . . : 
                       157.54.16.83

Zusammenfassung des Kapitels

In diesem Kapitel wurden folgende Schlüsselinformationen behandelt:

Windows-Sockets-Anwendungen verwenden Hostnamen oder IP-Adressen, um ein Ziel anzugeben. Hostnamen müssen in eine IP-Adresse aufgelöst werden, bevor die Kommunikation mit dem Ziel möglich ist.

Zu den Standardmethoden der Hostnamenauflösung zählen die Überprüfung des lokalen Hostnamens sowie der lokalen Datei Hosts und die Anfrage von DNS-Servern. Windows-basierte Hosts überprüfen außerdem den Inhalt des DNS-Clientauflösungscache, der die Einträge der Datei Hosts enthält.

Windows-basierte Hosts, bei denen NetBIOS über TCP/IP aktiviert ist, verwenden auch NetBIOS-Methoden, um einen Hostnamen in eine IPv4-Adresse aufzulösen.

Die Datei Hosts ist auf einem Windows-basierten Computer im Ordner systemroot\System32\Drivers\Etc gespeichert und enthält Einträge, die Hostnamen IPv4- oder IPv6-Adressen zuordnen.

Der Inhalt der Datei Hosts wird dynamisch in den im RAM-Speicher vorgehaltenen DNS-Clientauflösungscache geladen, der auch die Ergebnisse vorheriger DNS-Namensabfragen enthält.

Kapitelglossar

NetBIOS-Namen-Cache – Eine dynamisch verwaltete Tabelle auf einem für NetBIOS aktivierten Host; sie speichert die kürzlich aufgelösten NetBIOS-Namen und die ihnen zugeordneten IPv4-Adressen.

DNS – Siehe Domain Name System (DNS).

DNS-Clientauflösungscache – Eine im RAM-Speicher vorgehaltenen Tabelle, die den Inhalt der Datei Hosts und die Ergebnisse vorheriger DNS-Namensabfragen enthält.

DNS-Server – Ein Server, der eine Datenbank mit Zuordnungen von DNS-Domänennamen zu verschiedenen Daten, etwa IP-Adressen, verwaltet.

Domain Name System (DNS) – Eine hierarchisch aufgebaute, verteilte Datenbank, die Zuordnungen von DNS-Domänennamen zu verschiedenen Daten, etwa IP-Adressen, enthält. DNS erlaubt, Computers und Dienste über benutzerfreundliche Namen anzusprechen, und ermöglicht auch, andere in der Datenbank gespeicherte Informationen aufzufinden.

Hostname – Der Name eines Computers oder eines Geräts in einem Netzwerk. Benutzer sprechen Computer eines Netzwerks über ihre Hostnamen an. Um einen Computer zu finden, muss dessen Hostname entweder in der Datei Hosts enthalten oder dem DNS-Server bekannt sein. Bei den meisten Windows-basierten Computern entspricht der Hostname dem Computernamen.

Datei Hosts – Ein lokale Textdatei, die in demselben Format vorliegt wie die Datei \etc\hosts von 4,3 BSD UNIX. Diese Datei ordnet Hostnamen IP-Adressen zu und ist im Ordner systemroot\System32\Drivers\Etc gespeichert.

Datei Lmhosts – Ein lokale Textdatei, die NetBIOS-Namen IP-Adressen für Hosts in Remotesubnetzen zuordnet. Auf Windows-basierten Computern ist diese Datei im Ordner systemroot\System32\Drivers\Etc gespeichert.

Namenauflösung – Der Vorgang der Zuordnung eines Hostnamens zu einer IP-Zieladresse.

NBNS – Siehe NetBIOS Name Server (NBNS).

negative Cacheeinträge – In den DNS-Clientauflösungscache aufgenommene Hostnamen, die abgefragt wurden, jedoch nicht aufgelöst werden konnten.

NetBIOS-Name – Der 16 Zeichen lange Name eines Prozesses, der NetBIOS verwendet.

NetBIOS-Namenauflösung – Der Vorgang der Zuordnung eines NetBIOS-Namens zu einer IPv4-Adresse.

NetBIOS Name Server (NBNS) – Ein Server, der Zuordnungen von NetBIOS-Namen zu IPv4-Adressen speichert und für NetBIOS-aktivierte Hosts NetBIOS-Namen auflöst. WINS ist die Microsoft-Implementierung eines NBNS.

Windows Internet Name Service (WINS) – Die Microsoft-Implementierung eines NBNS (NetBIOS Name Server).

WINS – Siehe Windows Internet Name Service (WINS).


**
In diesem Beitrag
**