Zusammenfassung In diesem Kapitel wird ausführlich beschrieben, wie das Domain Name System (DNS) in Windows mithilfe der DNS-Client- und DNS-Serverdienste unterstützt wird. Der DNS-Clientdienst ist in den verschiedenen Versionen der Betriebssysteme Microsoft® Windows® XP und Microsoft Windows Server™ 2003 enthalten. Microsoft Windows Server™ 2003 enthält zusätzlich den DNS-Serverdienst. Um eine DNS-Namensinfrastruktur effektiv zu verwalten und Probleme bei der Namensauflösung in einem Windows-Netzwerk zu beheben, muss ein Netzwerkadministrator mit den Funktionen und der Konfiguration der DNS-Client- und DNS-Serverdienste vertraut sein. Auf dieser Seite
ZielsetzungNach dem Lesen dieses Kapitels werden Sie zu Folgendem in der Lage sein:
DNS-ClientdienstIn Windows Server 2003 und Windows XP ist der DNS-Clientdienst verantwortlich für die Namensauflösung, das Zwischenspeichern aufgelöster Namen (einschließlich nicht aufgelöster Versuche), das Verfolgen verbindungsspezifischer Domänennamen und das Priorisieren mehrerer Ressourceneinträge desselben Typs auf Grundlage der IP-Adressen. In den folgenden Abschnitten wird die Konfiguration des DNS-Clientdiensts und die Namensauflösung durch den DNS-Clientdienst beschrieben. DNS-ClientkonfigurationSie können den DNS-Clientdienst durch folgende Verfahren konfigurieren:
Führen Sie einen der folgenden Schritte aus, um die IP-Adressen der DNS-Server und den DNS-Domänennamen zu ermitteln, die den Verbindungen des Windows Server 2003 oder Windows XP ausführenden Computers zugewiesen wurden:
In den folgenden Abschnitten wird die Konfiguration des DNS-Clientdiensts beschrieben. DHCP-Konfiguration des DNS-ClientdienstsWie bereits in Kapitel 6 ("Dynamic Host Configuration-Protokoll") beschrieben wurde, stellt DHCP den DHCP-Clients Informationen zur IP-Konfiguration zur Verfügung. Über die DHCP-Option DNS Server (Option 6) können Sie den DHCP-Clients die IPv4-Adressen von DNS-Servern und über die DHCP-Option DNS-Domänenname (Option 15) können Sie ihnen einen DNS-Domänennamen zuweisen. Der DNS-Clientdienst ignoriert die DHCP-basierten DNS-Einstellungen, wenn in den Eigenschaften der Komponente Internetprotokoll (TCP/IP) die DNS-Server oder der verbindungsspezifische Domänenname manuell konfiguriert sind. Manuelle Konfiguration des DNS-Clientdiensts über NetzwerkverbindungenWenn Sie den DNS-Clientdienst für eine bestimmte Verbindung über den Ordner Netzwerkverbindungen manuell konfigurieren möchten, rufen Sie für diese Netzwerkverbindung die Eigenschaften der Komponente Internetprotokoll (TCP/IP) ab. In den Eigenschaften dieser Komponente können Sie die folgenden Einstellungen des DNS-Clientdiensts konfigurieren:
In Abbildung 9-1 wird die Konfiguration der Adressen des primären und des alternativen DNS-Servers auf der Registerkarte Allgemein dargestellt. ![]() Abbildung 9-1 Primärer und alternativer DNS-Server auf der Registerkarte "Allgemein" In diesem Beispiel sind die IPv4-Adressen des primären und des alternativen DNS-Servers für eine Verbindung statisch konfiguriert. Sie können diese Adressen auch manuell für eine Verbindung angeben, die zum automatischen Abrufen einer IPv4-Adresse (mit DHCP) konfiguriert wurde. Wie in Abbildung 9-2 dargestellt wird, können Sie die IPv4-Adressen eines primären und eines alternativen DNS-Servers auch festlegen, indem Sie eine alternative Konfiguration angeben (bspw. um ein Laptop problemlos im Büro in einem Netzwerk mit DHCP und zu Hause in einem Netzwerk mit einer statischen IPv4-Konfiguration zu betreiben). ![]() Abbildung 9-2 Primärer und alternativer DNS-Server auf der Registerkarte "Alternative Konfiguration" Das Beispiel in Abbildung 9-2 zeigt die typische Konfiguration eines primären DNS-Servers in einem Heimnetzwerk, in dem ein Internetgateway-Gerät (IGD – Internet Gateway Device) verwendet wird. Hierbei dient das IGD für die Computer des Heimnetzwerks als DNS-Server. Wenn Sie für eine Verbindung die IPv4-Adressen weiterer DNS-Server manuell angeben oder zusätzliche Einstellungen des DNS-Clientdiensts konfigurieren möchten, öffnen Sie den Ordner Netzwerkverbindungen, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die gewünschte Verbindung, und klicken Sie dann auf Eigenschaften. Klicken Sie anschließend auf Internetprotokoll (TCP/IP), ohne das zugehörige Kontrollkästchen zu deaktivieren, klicken Sie auf Eigenschaften und dann auf die Registerkarte DNS. In Abbildung 9-3 wird die Registerkarte DNS dargestellt. ![]() Abbildung 9-3 Registerkarte "DNS" der erweiterten Konfiguration von "Internetprotokoll (TCP/IP)" Auf der Registerkarte DNS können Sie die folgenden Einstellungen konfigurieren:
Manuelle Konfiguration mit NetshSie können die Einstellungen des DNS-Clientdiensts für DNS-Server auch über die Befehlszeile konfigurieren. Konfigurieren Sie diese Einstellungen für den lokalen Computer oder einen Remotecomputer mit dem Netsh-Tool und dem folgenden Befehl: netsh interface ip set dns [name=]Zeichenfolge [source=]dhcp|static [addr=]IP-Adresse|none [[register=]none|primary|both] Für netsh interface ip set dns gelten die folgenden Parameter:
Verwenden Sie zum Konfigurieren eines Remotecomputers als letzten Parameter der Befehlszeile den Parameter –r Remotecomputer. In der Standardeinstellung verwendet der DNS-Clientdienst für alle DNS-Nachrichten IPv4. Wenn Sie die Komponente Microsoft TCP/IP Version 6 installiert haben und Ihre DNS-Server IPv6-fähig sind, können Sie den DNS-Clientdienst mit den IPv6-Adressen der DNS-Server konfigurieren, sodass für alle DNS-Nachrichten IPv6 verwendet wird. Verwenden Sie den folgenden Befehl: netsh interface ipv6 add dns interface=Name oder Index address=IPv6-Adresse index=Vorrangsstufe Für netsh interface ipv6 add dns gelten die folgenden Parameter:
Konfiguration für RAS-ClientsDFÜ- oder VPN-basierte RAS-Clients, auf denen Windows XP oder Windows Server 2003 ausgeführt wird, erhalten die Ausgangskonfiguration für den primären und den alternativen DNS-Server bei der Aushandlung der PPP-Verbindung (Point-to-Point-Protokoll). Die PPP-Aushandlung umfasst entsprechend RFC 1877 die IPCP (Internet Protocol Control-Protokoll)-Optionen Primäre DNS-Serveradresse und Sekundäre DNS-Serveradresse. Weiterhin verwenden RAS-Clients, auf denen Windows XP oder Windows Server 2003 ausgeführt wird, eine DHCPInform-Nachricht, um eine aktualisierte Liste der DNS-Server und den DNS-Domänennamen abzurufen. Wenn auf dem RAS-Server, auf dem Windows Server 2003 ausgeführt wird, die Routingprotokollkomponente DHCP-Relay-Agent ordnungsgemäß konfiguriert ist, wird die DHCPInform-Nachricht an einen DHCP-Server weitergeleitet und die Antwort (eine DHCPAck-Nachricht) an den RAS-Client zurückgeliefert. Wenn der RAS-Client eine Antwort auf die DHCPInform-Nachricht empfängt, werden die bei der Aushandlung der PPP-Verbindung konfigurierten DNS-Server durch die in der DHCPAck-Nachricht enthalten DNS-Server ersetzt. Konfiguration von DNS-Einstellungen mit einer GruppenrichtlinieSie können DNS-Einstellungen auch mit einer Computerkonfigurations-Gruppenrichtlinie und dem Gruppenrichtlinienobjekt-Editor-Snap-In konfigurieren. Mit diesem Snap-In können Sie Gruppenrichtlinienobjekte für Systemcontainer (z. B. Sites, Domänen oder Organisationseinheiten) innerhalb des Active Directory®-Verzeichnissystems ändern. Öffnen Sie zum Konfigurieren von DNS-Einstellungen das Gruppenrichtlinienobjekt-Editor-Snap-In, und klicken Sie wie in Abbildung 9-4 dargestellt in der Struktur auf den Knoten Computerkonfiguration\Administrative Vorlagen\Netzwerk\DNS-Client. ![]() Abbildung 9-4 DNS-Einstellungen in einer Computerkonfigurations-Gruppenrichtlinie Gruppenrichtlinienbasierte DNS-Einstellungen überschreiben die entsprechenden Einstellungen, die auf dem lokalen Computer oder mit DHCP konfiguriert wurden. Vorgehensweise bei der NamensauflösungWenn eine Anwendung die Windows-Socketfunktionen getaddrinfo() oder gethostbyname() verwendet, führt die Auflösungskomponente des DNS-Clientdiensts die in Kapitel 7 ("Hostnamensauflösung") beschriebene Namensauflösung durch. Der DNS-Clientdienst überprüft den lokalen Hostnamen und den lokalen Auflösungscache des DNS-Clients und sendet anschließend DNS-Name Query Request-Nachrichten. Wenn die DNS-Namensauflösung fehlschlägt und der Name aus mehr als 15 Byte besteht, schlägt die Namensauflösung fehl und TCP/IP für Windows meldet der Anwendung die Fehlerbedingung. Wenn der Name höchstens 15 Byte lang ist, wird vom Auflösungsprogramm überprüft, ob NetBIOS über TCP/IP aktiviert ist. Ist dies nicht der Fall, schlägt die Auflösung fehl. Wenn NetBIOS aktiviert ist, wird der Name vom Auflösungsprogramm in einen NetBIOS-Namen umgewandelt und eine NetBIOS-Namensauflösung gestartet. Bevor das Auflösungsprogramm DNS-Name Query Request-Nachrichten sendet, wird der Typ des aufzulösenden Namens ermittelt. Eine Anwendung kann einen der folgenden Namenstypen übergeben:
Namensauflösung für FQDNsWenn die Anwendung einen FQDN angibt, fragt das Auflösungsprogramm diesen Namen im DNS ab. Andere Kombinationen werden nicht verwendet. Namensauflösung für unvollständige Domänennamen mit einer BezeichnungWenn die Anwendung einen unvollständigen Domänennamen mit einer Bezeichnung angibt, wandelt das Auflösungsprogramm diesen Namen in FQDNs um, indem nacheinander verschiedene DNS-Suffixe und ein Punkt angefügt werden, und überträgt diese FQDNs zur Namensauflösung an das DNS. Die Vorgehensweise, nach der das Auflösungsprogramm die DNS-Suffixe an den unvollständigen Domänennamen mit einer Bezeichnung anfügt, können Sie in der Komponente Internetprotokoll (TCP/IP) im Dialogfeld Erweiterte TCP/IP-Einstellungen auf der Registerkarte DNS mit den Kontrollkästchen Primäre und verbindungsspezifische DNS-Suffixe anhängen und Diese DNS-Suffixe anhängen steuern. Wenn das Kontrollkästchen Primäre und verbindungsspezifische DNS-Suffixe anhängen aktiviert ist, werden vom Auflösungsprogramm jeweils die folgenden Namen angefügt und einzelne Abfragen gesendet:
Wenn der Name nach wie vor nicht erfolgreich aufgelöst werden kann und das Kontrollkästchen Übergeordnete Suffixe des primären DNS-Suffixes anhängen aktiviert ist, werden vom Auflösungsprogramm neue FQDNs erzeugt, indem dem unvollständigen Domänennamen mit einer Bezeichnung ausgehend vom primären DNS-Suffixnamen nacheinander der jeweils übergeordnete Suffix angefügt wird. Dieser Vorgang wird beim Domänennamen zweiter Ebene abgebrochen. Dieser Vorgang wird als Name Devolution (Namensumwandlung) bezeichnet. Wenn die Anwendung beispielsweise den Namen emailsrv7 angibt und der primäre DNS-Suffix mktg.central.example.com. ist, versucht das Auflösungsprogramm die FQDNs emailsrv7.central.example.com. und emailsrv7.example.com. aufzulösen. Wenn der Name nach wie vor nicht erfolgreich aufgelöst werden kann und das Kontrollkästchen Diese DNS-Suffixe anhängen aktiviert ist, werden vom Auflösungsprogramm nacheinander mithilfe der Suffixe in der Suchliste FQDNs erstellt und an den DNS-Server übertragen, bis das Auflösungsprogramm eine Entsprechung findet oder das Ende der Liste erreicht ist. Wenn die Anwendung beispielsweise den Namen filesrv11 angibt und die DNS-Suffixliste aus den Einträgen admin.wcoast.example.com., admin.ecoast.example.com. und admin.central.example.com. besteht, versucht das Auflösungsprogramm die FQDNs filesrv11.admin.wcoast.example.com., filesrv11.admin.ecoast.example.com. und filesrv11.admin.central.example.com. aufzulösen. Namensauflösung für unvollständige Domänennamen mit mehreren BezeichnungenWenn eine Anwendung einen unvollständigen Domänennamen mit mehreren Bezeichnungen angibt, geht das DNS-Auflösungsprogramm zum Auflösen des Namens auf dieselbe Weise vor, die bei einem unvollständigen Domänennamen mit einer Bezeichnung verwendet wird. Vorrang für IPv6-AdressenWenn ein DNS-Server mit einer DNS-Name Query Response-Nachricht antwortet, die IPv4- und IPv6-Adressen enthält, und auf dem DNS-Client das IPv6-Protokoll installiert ist, gibt das Auflösungsprogramm zunächst die IPv6-Adressen an die Anwendung zurück. DNS-ServerdienstDer DNS-Serverdienst von Windows Server 2003 unterstützt die folgenden Funktionen:
Die Active Directory- und DNS-Integration wird auf Computern, auf denen das Betriebssystem Microsoft Windows Server 2003, Web Edition, ausgeführt wird, nicht unterstützt. Installieren des DNS-ServerdienstsSie können den DNS-Serverdienst unter Windows Server 2003 folgendermaßen installieren:
Gehen Sie folgendermaßen vor, um den DNS-Serverdienst über das Element Software zu installieren:
Damit Sie diesen Vorgang durchführen können, müssen Ihnen die entsprechenden Rechte zugewiesen sein oder Sie müssen sich als Mitglied der Gruppe Administratoren am lokalen Computer anmelden. Wenn der Computer einer Domäne beigetreten ist, kann dieser Vorgang möglicherweise auch von den Mitgliedern der Gruppe Domänen-Admins durchgeführt werden. Nach der Installation des DNS-Serverdiensts können Sie sich mit der Konfiguration des Diensts und seinen Zonen befassen. Informationen über Zonen und den Startvorgang des DNS-Serverdiensts sind in lokalen Textdateien enthalten, und Sie können diese Informationen mit einem Text-Editor aktualisieren. Diese Methode wird in diesem Kapitel jedoch nicht näher erläutert. Sie sollten nach Möglichkeit das DNS-Snap-In und das Befehlszeilenprogramm Dnscmd verwenden, da diese die Verwaltung des DNS-Serverdiensts vereinfachen. Es wird nicht empfohlen, die Textdateien manuell zu bearbeiten, wenn Sie den DNS-Serverdienst bereits mit dem Snap-In oder über die Befehlszeile verwalten. DNS und Active DirectoryDurch die Integration von DNS und Active Directory wird Active Directory-Operationen ein Standortdienst zur Verfügung gestellt und DNS-Zonen werden in Active Directory gespeichert. Dadurch werden die Sicherheits- und Replikationsvorteile von Active Directory genutzt. Ein Verzeichnis ist eine hierarchische Struktur, in der Informationen über die im Netzwerk vorhandenen Objekte gespeichert werden. Ein Verzeichnisdienst wie Active Directory bietet Methoden, mit denen Verzeichnisdaten gespeichert und den Benutzern und Administratoren des Netzwerks zur Verfügung gestellt werden können. Active Directory speichert beispielsweise Informationen über Benutzerkonten (Namen, Standorte, Telefonnummern usw.) und ermöglicht autorisierten Benutzern im selben Netzwerk den Zugriff auf diese Daten. Active Directory-StandortdienstActive Directory muss zum Speichern verschiedener Typen von DNS-Ressourceneinträge DNS verwenden, damit Active Directory-Clients und -Domänencontroller einander finden und verschiedene Arten von Domänenoperationen durchführen können. Beispielsweise verwendet ein startender Active Directory-Client zum Durchzuführen von Anmelde- und Authentifizierungsfunktionen DNS-Abfragen, um den nächsten Active Directory-Domänencontroller an seinem Standort zu finden. Um diesen Standortdienst für Active Directory-Clients einzurichten, müssen auf den DNS-Servern, die die Active Directory-Clients verwenden, die folgenden Einträge vorhanden sein:
Wenn Sie einen DNS-Server mit dem Assistenten zum Installieren von Active Directory installieren, werden diese Einträge automatisch hinzugefügt. Speicherung von in Active Directory integrierten ZonenWenn der DNS-Serverdienst auf einem Domänencontroller ausgeführt wird, stehen Ihnen nach der Installation von Active Directory die beiden folgenden Optionen zum Speichern und Replizieren von Zonen zur Verfügung:
Für Netzwerke, die DNS zur Unterstützung von Active Directory einsetzen, sind verzeichnisintegrierte primäre Zonen sehr zu empfehlen, da sie die folgenden Vorteile bieten:
Konfiguration des DNS-ServerdienstsDie Konfiguration des DNS-Serverdiensts besteht aus verschiedenen Eigenschaften für den DNS-Server und Zonendateien für Forward- und Reverse-Lookup. Eigenschaften des DNS-ServersÖffnen Sie zum Ändern der Eigenschaften eines DNS-Servers das DNS-Snap-In, klicken Sie mit der rechten Maustaste in der Struktur auf den Namen des Servers, und klicken Sie dann auf Eigenschaften. Abbildung 9-5 zeigt ein Beispiel für das anschließend angezeigte Dialogfeld Eigenschaften von Servername. In diesem Dialogfeld können Sie auf den folgenden Registerkarten verschiedene Eigenschaften konfigurieren:
Verwalten von ZonenSie können mit dem DNS-Snap-In zwei Haupttypen von Zonen verwalten:
Forward-LookupzonenUm mit dem DNS-Snap-In eine Forward-Lookupzone zu erstellen, öffnen Sie das Snap-In, klicken Sie in der Struktur mit der rechten Maustaste auf den Knoten Forward-Lookupzonen, und klicken Sie dann auf Neue Zone. Der Assistent zum Erstellen neuer Zonen wird gestartet und führt Sie durch die Erstellung einer Forward-Lookupzone. In diesem Assistenten müssen Sie die folgenden Fragen beantworten:
Um die Eigenschaften einer Forward-Lookupzone zu ändern, öffnen Sie das DNS-Snap-in, klicken Sie in der Struktur mit der rechten Maustaste im Ordner Forward-Lookupzonen auf die Zone, und klicken Sie dann auf Eigenschaften. Abbildung 9-6 zeigt ein Beispiel des anschließend angezeigten Dialogfelds Eigenschaften von Name der Forward-Zone. In diesem Dialogfeld können Sie auf den folgenden Registerkarten verschiedene Eigenschaften konfigurieren:
Reverse-LookupzonenUm mit dem DNS-Snap-In eine Reverse-Lookupzone zu erstellen, öffnen Sie das Snap-In, klicken Sie in der Struktur mit der rechten Maustaste auf den Knoten Reverse-Lookupzonen, und klicken Sie dann auf Neue Zone. Der Assistent zum Erstellen neuer Zonen wird gestartet und führt Sie durch die Erstellung einer Reverse-Lookupzone. In diesem Assistenten müssen Sie die folgenden Fragen beantworten:
Um die Eigenschaften einer Reverse-Lookupzone zu ändern, öffnen Sie das DNS-Snap-in, klicken Sie in der Struktur mit der rechten Maustaste im Ordner Reverse-Lookupzonen auf die Zone, und klicken Sie dann auf Eigenschaften. Abbildung 9-6 zeigt ein Beispiel des anschließend angezeigten Dialogfelds Eigenschaften von Name der Reverse-Zone. In diesem Dialogfeld können Sie auf den folgenden Registerkarten verschiedene Eigenschaften konfigurieren:
Die Erstellung von Reverse-Lookupzonen für IPv6-Adressen in der Domäne ip6.int wird vom DNS-Snap-In in Windows Server 2003 nicht unterstützt. Erstellen Sie diese mit dem Dnscmd-Tool. DelegierungUm eine Delegierung durchzuführen, öffnen Sie das DNS-Snap-In, klicken Sie mit der rechten Maustaste in der Struktur auf die übergeordnete Zone, und klicken Sie dann auf Neue Delegierung. Der Assistent zum Erstellen neuer Delegierungen wird gestartet und führt Sie durch die Erstellung einer Delegierung sowie der Verbindungsdatensätze für eine einer vorhandenen Domäne untergeordneten Domäne. In diesem Assistenten müssen Sie die folgenden Einstellungen festlegen:
Um die Delegierung abzuschließen, erstellen Sie auf den im Assistenten zum Erstellen neuer Delegierungen angegebenen Servern die delegierten Domänenzonen. ZonenübertragungenSie können Zonenübertragungen im Eigenschaftendialogfeld der Zone auf der Registerkarte Zonenübertragungen konfigurieren. Abbildung 9-8 zeigt ein Beispiel der Registerkarte Zonenübertragungen für eine Forward-Lookupzone. ![]() Abbildung 9-8 Registerkarte 'Zonenübertragungen' einer Forward-Lookupzone Auf der Registerkarte Zonenübertragungen können Sie die folgenden Einstellungen konfigurieren:
RessourceneinträgeDer DNS-Serverdienst speichert Ressourceneinträge in den entsprechenden Containern einer Zone. Sie können die folgenden üblichen Ressourceneinträge manuell konfigurieren:
IPv4-AdresseinträgeUm einen IPv4-Adresseintrag (auch bekannt als A-Adresseintrag) manuell hinzuzufügen, öffnen Sie das DNS-Snap-In, klicken Sie in der Struktur mit der rechten Maustaste auf die entsprechende Forward-Lookupzone, und klicken Sie dann auf Neuer Host (A). Geben Sie im Dialogfeld Neuer Host den Hostteil des Domänennamens und seine IPv4-Adresse ein. Sie können auch den zugehörigen PTR-Eintrag automatisch erstellen, eine nicht autorisierte Aktualisierung des Eintrags gestatten und die Time-to-Live (TTL – Lebensdauer) für die A- und PTR-Einträge angeben. Computer, auf denen Windows Server 2003 oder Windows XP ausgeführt wird, fügen über dynamische Updates die Ressourceneinträge ihrer IPv4-Hostadresse automatisch hinzu. Weitere Informationen finden Sie in diesem Kapitel unter "Dynamische Updates und sichere dynamische Updates". IPv6-AdresseinträgeUm einen IPv6-Adresseintrag (auch bekannt als AAAA-Eintrag) manuell hinzuzufügen, öffnen Sie das DNS-Snap-In, klicken Sie in der Struktur mit der rechten Maustaste auf die entsprechende Forward-Lookupzone, und klicken Sie dann auf Weitere neue Einträge. Klicken Sie im Dialogfeld Ressourceneintragstyp auf IPv6-Host (AAAA), und klicken Sie dann auf Eintrag erstellen. Geben Sie im Dialogfeld Neuer Host den Hostteil des Domänennamens und seine IPv6-Adresse ein. Sie können einen veralteten Eintrag auch automatisch löschen lassen und die TTL angeben. Wenn Sie das IPv6-Protokoll auf einem Computer installieren, auf dem Windows Server 2003 oder Windows XP ausgeführt wird, werden durch das IPv6-Protokoll mit dynamischen Updates automatisch AAAA-Ressourceneinträge für Site-Local- und globale IPv6-Adressen hinzugefügt. Weitere Informationen finden Sie in diesem Kapitel unter "Dynamische Updates und sichere dynamische Updates". Durch das IPv6-Protokoll werden über dynamische Updates keine Link-Local-Adressen oder globalen Adressen mit temporären Schnittstellenkennungen registriert. ZeigereinträgeUm einen Zeigereintrag (PTR) für eine IPv4-Adresse manuell hinzuzufügen, öffnen Sie das DNS-Snap-In, klicken Sie in der Struktur mit der rechten Maustaste auf die entsprechende Reverse-Lookupzone, und klicken Sie dann auf Neuer Zeiger (PTR). Geben Sie im Dialogfeld Neuen Eintrag erstellen die IPv4-Adresse des Hosts (gegebenenfalls in umgekehrter Reihenfolge) und den FQDN des Hosts ein. Sie können einen veralteten Eintrag auch automatisch löschen lassen, eine nicht authentifizierte Aktualisierung zulassen und die TTL angeben. Computer, auf denen Windows Server 2003 oder Windows XP ausgeführt wird, fügen ihre PTR-Einträge automatisch über dynamische Updates hinzu. Weitere Informationen finden Sie in diesem Kapitel unter "Dynamische Updates und sichere dynamische Updates". DNS-Verkehr über IPv6In der Standardeinstellung hört der DNS-Serverdienst in Windows Server 2003 keinen über IPv6 gesendeten DNS-Verkehr ab. Sie können Windows Server 2003 ausführende DNS-Server und Windows XP oder Windows Server 2003 ausführende DNS-Clients so konfigurieren, dass sie durch lokal konfigurierte oder bekannte Unicastadressen von DNS-Servern DNS-Verkehr über IPv6 verwenden. Verwenden von lokal konfigurierten UnicastadressenBei dieser Methode senden die DNS-Clients und -Server den DNS-Verkehr über IPv6 an eine dem DNS-Server lokal zugewiesene Unicastadresse, z. B. eine Site-Local- oder globale Adresse des DNS-Servers, die mithilfe der IPv6-Adressautokonfiguration konfiguriert wurde. Für diese Methode sind die folgenden Schritte erforderlich:
Verwenden von bekannten UnicastadressenBei dieser Methode senden die DNS-Clients und -Server den DNS-Verkehr über IPv6 an mehrere bekannte Unicastadressen, die auf dem DNS-Server manuell konfiguriert wurden. Von Windows Server 2003, Windows XP mit Service Pack 1 (SP1) sowie Windows XP mit Service Pack 2 (SP2) ausführenden Computern mit IPv6-Protokoll werden automatisch DNS-Server auf den bekannten Unicastadressen FEC0:0:0:FFFF::1, FEC0:0:0:FFFF::2 und FEC0:0:0:FFFF::3 verwendet. Für diese Methode sind die folgenden Schritte erforderlich:
Dynamische Updates und sichere dynamische UpdatesDHCP-Server weisen DHCP-Clientcomputern IPv4-Adressen und andere Konfigurationseinstellungen zu. Diese Adressen sind für eine bestimmte Leasedauer gültig. Wenn der DHCP-Clientcomputer die aktuelle Lease nicht erneuern kann oder in ein anderes Subnetz wechselt, weist der DHCP-Server dem Clientcomputer eine neue IPv4-Adresskonfiguration zu. Aufgrund dieser wechselnden IPv4-Adresskonfigurationen der DHCP-Clientcomputer ist die DNS-Verwaltung sehr kompliziert, da A- und PTR-Ressourceneinträge aktualisiert werden müssen. In RFC 2136 wird das Protokoll für das dynamische DNS-Update beschrieben, durch das DNS in einer DHCP-Umgebung auf dem aktuellen Stand gehalten wird. Durch dynamische DNS-Updates können DNS-Clientcomputer ihre Ressourceneinträge auf einem DNS-Server registrieren und dynamisch aktualisieren, wenn sich IP-Adressen oder Namen des Clientcomputers ändern. Dadurch ist es im Besonderen für Computer, die DHCP verwenden, nicht so häufig erforderlich, dass Sie Zoneneinträge manuell verwalten müssen. Windows unterstützt dynamische DNS-Updates für DNS-Clients und -Server. Für DNS-Server können Sie dynamische Updates für normale primäre Zonen oder in Active Directory integrierte Zonen mit dem DNS-Serverdienst auf Grundlage einzelner Zonen aktivieren. In der Standardeinstellung werden von DNS-Clients, die Windows Server 2003 oder Windows XP ausführen, für IPv4-Adressen A- und PTR-Ressourceneinträge sowie für IPv6-Adressen AAAA-Einträge im DNS registriert. Außerdem registrieren Domänencontroller und andere Dienste anbietende Computer Dienstressourceneinträge (SRV) im DNS. Da mithilfe von SRV-Ressourceneinträgen Dienstnamen in IP-Adressen aufgelöst werden können, ermöglicht ihre Registrierung im DNS Clientcomputern, die Windows ausführen, Domänencontroller und andere Arten von Servern zu finden. In den folgenden Situationen senden Windows ausführende DNS-Clients dynamische Updates:
Wenn eines der eben genannten Ereignisse ein dynamisches Update auslöst, sendet der DHCP-Clientdienst auf dem Windows Server 2003 oder Windows XP ausführenden Computer die Aktualisierung. Bei IPv4-basierten Adressen sendet nicht der DNS-Clientdienst, sondern der DHCP-Clientdienst die Aktualisierungen, da der DHCP-Clientdienst der Komponente Internetprotokoll (TCP/IP) die (statische oder dynamische) IP-Adresskonfiguration zur Verfügung stellt und Änderungen der IP-Adresskonfiguration überwacht. Bei IPv6-basierten Adressen sendet die IPv6-Protokollkomponente die Aktualisierungen beim Starten des Computers oder beim Hinzufügen, Entfernen oder Ändern der IPv6-Adresse einer Netzwerkverbindung des Computers. Aktualisierung der DNS-Namen von Windows ausführenden ComputernDie genaue Methode und die Eintragstypen, die von einem Windows Server 2003 oder Windows XP ausführenden Computer registriert werden, sind davon abhängig, ob die IPv4-Konfiguration statisch (manuell konfiguriert) oder automatisch (mit DHCP konfiguriert) ist:
Für DHCP-Clients, die die Option Client FQDN nicht senden, werden die A- oder PTR-Ressourceneinträge für den DHCP-Client vom DHCP-Server nicht automatisch registriert. Um diese Verhalten zu ändern, können Sie auf der Registerkarte DNS das Kontrollkästchen DNS-A- und -PTR-Einträge für DHCP-Clients, die keine Updates anfordern, dynamisch aktualisieren aktivieren. Abbildung 9-9 zeigt die Registerkarte DNS des Eigenschaftendialogfelds eines DHCP-Servers. Ablauf eines dynamischen DNS-UpdatesDie Durchführung eines dynamischen DNS-Updates auf einem Windows Server 2003 oder Windows XP ausführenden DNS-Clientcomputer umfasst die folgenden Schritte:
Wenn das dynamische DNS-Update nicht erfolgreich abgeschlossen wurde, zeichnet der DNS-Client dieses Ereignis im Systemereignisprotokoll auf. Konfigurieren von dynamischen DNS-UpdatesSie können das dynamische DNS-Aktualisierungsverhalten auf Windows ausführenden DNS-Clientcomputern, Windows Server 2003 ausführenden DNS-Servern und Windows Server 2003 ausführenden DHCP-Servern konfigurieren. Gehen Sie folgendermaßen vor, um dynamische DNS-Updates auf einem Windows Server 2003 oder Windows XP ausführenden DNS-Clientcomputer zu konfigurieren:
Gehen Sie folgendermaßen vor, um auf einem Windows Server 2003 ausführenden DNS-Server dynamische DNS-Updates zu aktivieren:
Gehen Sie folgendermaßen vor, um auf einem Windows Server 2003 ausführenden DHCP-Server dynamische DNS-Updates zu konfigurieren:
Sichere dynamische UpdatesSichere dynamische DNS-Updates sind nur für Zonen verfügbar, die in Active Directory integriert sind. Nach dem Integrieren einer Zone können Sie der Zugriffssteuerungsliste einer bestimmten Zone oder eines bestimmten Ressourceneintrags Benutzer oder Gruppen mit dem DNS-Snap-In hinzufügen oder diese entfernen. Nach der Integration einer Zone in Active Directory gestatten Windows Server 2003 ausführende DNS-Server in der Standardeinstellung nur sichere dynamische Updates. Wenn die Standardzonenspeicherung verwendet wird, sperrt der DNS-Serverdienst in der Standardeinstellung dynamische Updates für seine Zonen. In Active Directory integrierte oder die dateibasierte Standardspeicherung verwendende Zonen können Sie so ändern, dass sichere und nicht sichere dynamische Updates gestattet sind. DNS-Clients führen zuerst ein nicht sicheres dynamisches Update durch. Wenn das verweigert wird, führen DNS-Clients ein sicheres dynamisches Update durch. DNS- und WINS-IntegrationWenn DNS und WINS (Windows Internet Name Service) integriert sind, kann der DNS-Serverdienst DNS-Namen, die er nicht über DNS-Server auflösen kann, über WINS nachschlagen. Um einen WINS-Lookup durchzuführen, verwendet der DNS-Serverdienst zwei spezifische Ressourceneintragstypen, die für jede beliebige Zone aktiviert werden können:
Funktionsweise von WINS-LookupWenn ein DNS-Client eine rekursive oder iterative Abfrage an einen DNS-Server sendet, der für diesen Domänenteil eines FQDN autorisierend ist, sucht der DNS-Server zuerst in seinen Zonendateien nach einem übereinstimmenden A-Eintrag. Wenn der DNS-Server keinen entsprechenden A-Eintrag findet, jedoch für WINS-Lookup konfiguriert wurde, wird folgendermaßen vorgegangen:
Der DNS-Serverdienst führt alle Schritte für WINS-Lookup durch. Dem DNS-Auflösungsprogramm ist nicht bekannt, dass WINS-Lookup verwendet wird. Es sendet eine DNS-Name Query Request-Nachricht und empfängt eine DNS-Name Query Response-Nachricht. Dem WINS-Server ist nicht bekannt, dass ein DNS-Server WINS-Lookup verwendet. Er empfängt eine NetBIOS-Name Query Request-Nachricht und antwortet mit einer NetBIOS-Name Query Response-Nachricht. Wenn Sie für eine DNS-Zone WINS-Lookup aktivieren, wird es nur für die Namen in der Zonenstammdomäne durchgeführt. Wenn eine Zonendatei beispielsweise Namen für die Domäne example.com sowie die untergeordnete Domäne dev.example.com enthält und für diese Zone WINS-Lookup konfiguriert wurde, kann WINS-Lookup für den Namen newssrv1.example.com, jedoch nicht für den Namen newssrv1.dev.example.com durchgeführt werden. Sie können WINS-Lookup in den Eigenschaften einer Forward-Lookupzone auf der Registerkarte WINS konfigurieren. Aktivieren Sie das Kontrollkästchen WINS-Forward-Lookup verwenden, um WINS-Lookup zu aktivieren, und geben Sie die IPv4-Adressen der WINS-Server ein. Die TTL für einen mit WINS-Lookup aufgelösten DNS-Namen entspricht nicht der Standard-TTL aus dem SOA-Eintrag für die Zone. Sie konfigurieren die TTL für einen mit WINS-Lookup aufgelösten Namen in den Eigenschaften einer Forward-Lookupzone auf der Registerkarte WINS. WINS-Reverse-LookupObwohl WINS Reverse-Lookups nicht direkt unterstützt, kann diese Funktionalität mithilfe einer speziellen NetBIOS-Nachricht erreicht werden. Das Vorhandensein eines WINS-R-Eintrags im Zonenstamm weist den DNS-Serverdienst an, für jegliche Reverse-Lookup-Anforderungen nach IPv4-Adressen in der Zonenstammdomäne, für die keine PTR-Einträge gefunden wurden, eine NetBIOS-Adapterstatus-Nachricht zu senden. Die Antwort auf die NetBIOS-Adapterstatus-Nachricht enthält den NetBIOS-Computernamen des abgefragten Hosts. Sie können WINS-Lookup in den Eigenschaften einer Reverse-Lookupzone auf der Registerkarte WINS-R konfigurieren. Aktivieren Sie das Kontrollkästchen WINS-R-Lookup verwenden, und geben Sie den Domänennamen ein, der an den Computernamen angefügt werden soll, wenn der DNS-Serverdienst die Antwort an das DNS-Auflösungsprogramm zurückgibt. Wenn für eine Zone, in der WINS-Reverse-Lookup aktiviert ist, eine Reverseabfrage nach einem Hostnamen auf Grundlage einer IPv4-Adresse an einen Windows Server 2003 ausführenden DNS-Server gesendet wird, führt der Server zuerst mithilfe der lokalen Dateien der Reverse-Lookupzone eine Reverseauflösung durch. Wenn der DNS-Server keinen PTR-Eintrag findet, wird eine NetBIOS-Adapterstatus-Nachricht an die IPv4-Adresse in der Reverseabfrage gesendet. Die Antwort auf die NetBIOS-Adapterstatus-Nachricht enthält die NetBIOS-Namentabelle des Responders, aus der der DNS-Server den Computernamen ermittelt. Der DNS-Serverdienst hängt den auf der Registerkarte WINS-R konfigurierten Domänennamen an den Computernamen an und gibt das Ergebnis an den anfordernden Client zurück. Verwenden des Nslookup-ToolsMithilfe des Diagnosetools Nslookup können Sie mit einem DNS-Server interagieren. Verwenden Sie dabei einzelne Befehlszeilenabfragen oder nehmen Sie interaktiv die Rolle eines Namenresolvers oder eines anderen DNS-Servers ein. Für DNS ist Nslookup das wichtigste Tool zur Problembehandlung. Mit Nslookup können Sie beliebige Ressourceneinträge von beliebigen DNS-Servern anzeigen, auch von DNS-Servern, auf denen nicht Windows ausgeführt wird. Nslookup-ModiNslookup verfügt über einen interaktiven und einen nicht interaktiven Modus. Wenn Sie einen einzelnen Ressourceneintrag abrufen möchten, verwenden Sie den nicht interaktiven Befehlszeilenmodus. Wenn Sie mehrere Ressourceneinträge benötigen, können Sie den interaktiven Modus verwenden, in dem Sie an der Nslookup-Eingabeaufforderung fortlaufend Befehle eingeben können. Für den interaktiven Modus gelten die folgenden Punkte:
Nslookup-SyntaxNslookup verwendet die folgende Syntax: nslookup [-Optionen] [Gesuchter Computer | - [Server]] Die Nslookup-Befehlszeile kann die folgenden Parameter enthalten:
Beispiele für die Nslookup-VerwendungEs folgen einige Verwendungsbeispiele für das Nslookup-Tool. Beispiel 1: Nslookup im interaktiven ModusIm folgenden Beispiel wird Nslookup mit dem DNS-Standardserver im interaktiven Modus verwendet: C:\USERS\DEFAULT>nslookup Default Server: dnssrv1 Address: 157.54.9.193 > Nslookup führt eine Reverseabfrage für die IPv4-Adresse des DNS-Standardservers durch und zeigt seinen Namen (dnssrv1) an. Wenn die Abfrage fehlschlägt, gibt Nslookup die Fehlermeldung "*** Default servers are not available" (*** Die Standardserver sind nicht verfügbar) aus und zeigt den Standardserver als "Unknown" (Unbekannt) an. An der Eingabeaufforderung ">" können Sie abzufragende Namen, reverseaufzulösende IP-Adressen oder Befehle eingeben, die das Verhalten von Nslookup ändern. Beenden Sie die Nslookup-Befehlszeile mit dem Befehl exit. Beispiel 2: Nslookup und ForwardabfragenIm folgenden Beispiel wird Nslookup verwendet, um die IP-Adresse zu einem Hostnamen über den DNS-Standardserver abzurufen: C:\USERS\DEFAULT>nslookup filesrv17 server = dnssrv1 Address: 157.54.9.193 Name: filesrv17.example.com Address: 131.107.21.19 Beispiel 3: Nslookup-Forwardabfrage mit einem anderen DNS-ServerIm folgenden Beispiel wird Nslookup verwendet, um die IP-Adresse zu einem Hostnamen über einen angegebenen DNS-Server abzurufen: C:\USERS\DEFAULT>nslookup msgsrv3 –dnssrv9 server = dnssrv9 Address: 157.60.10.41 Name: msgsrv3.central.example.com Address: 157.60.10.201 Beispiel 4: Nslookup-DebuginformationenIm folgenden Beispiel wird Nslookup verwendet, um die IP-Adresse zu einem Hostnamen über den DNS-Standardserver abzurufen. Außerdem zeigt das Beispiel die Anzeigeoption, mit der Sie ausführliche Informationen über den Inhalt der zwischen dem DNS-Client und dem DNS-Server ausgetauschten DNS-Nachrichten anzeigen können: C:\USERS\DEFAULT>nslookup -debug=on emailsrv1 ------------ Got answer: HEADER: opcode = QUERY, id = 1, rcode = NOERROR header flags: response, auth. answer, want recursion, recursion avail. questions = 1, answers = 1, authority records = 0, additional = 0 QUESTIONS: 193.9.60.157.in-addr.arpa, type = PTR, class = IN ANSWERS: -> 193.9.60.157.in-addr.arpa name = dnssrv1 ttl = 3600 (1 hour) ------------ server = dnssrv1 Address: 157.60.9.193 ------------ Got answer: HEADER: opcode = QUERY, id = 2, rcode = NOERROR header flags: response, auth. answer, want recursion, recursion avail. questions = 1, answers = 1, authority records = 0, additional = 0 QUESTIONS: emailsrv1.example.com, type = A, class = IN ANSWERS: -> emailsrv1.example.com internet address = 157.54.9.193 ttl = 3600 (1 hour) ------------ Name: emailsrv1.example.com Address: 157.54.9.193 Beispiel 5: Nslookup-ReverseabfrageIm folgenden Beispiel führt Nslookup eine Reverseabfrage durch: C:\USERS\DEFAULT>nslookup 157.60.13.46 server = dnssrv1 Address: 157.60.9.193 Name: emailsrv18.wcoast.example.com Address: 157.54.13.46 KapitelzusammenfassungDieses Kapitel enthält die folgenden wichtigen Informationen:
KapitelglossarDNS – Siehe "Domain Name System" Dynamische DNS-Updates – Ein DNS-Standard, durch den DNS-Clients ihre Ressourceneinträge in den Zonen des primären Namenservers dynamisch registrieren und aktualisieren können. DNS-Server – Ein Server, der eine Datenbank mit Zuweisungen von DNS-Domänennamen zu verschiedenen Datentypen, wie z. B. IP-Adressen, verwaltet. Domäne – Jede Struktur bzw. untergeordnete Struktur im DNS-Namespace. Domain Name System (DNS) – Eine hierarchische, verteilte Datenbank, die Zuordnungen von DNS-Domänennamen zu verschiedenen Arten von Daten (z. B. IP-Adressen) enthält. Durch DNS können Computer und Dienste anhand benutzerfreundlicher Namen aufgefunden werden. Außerdem ermöglicht es den Zugriff auf weitere in der Datenbank gespeicherte Informationen. Forward-Lookup – Eine DNS-Abfrage, die für einen FQDN eine IP-Adresse liefert. FQDN – Siehe "Vollqualifizierter Domänenname (FQDN)" Vollqualifizierter Domänenname (FQDN) – Ein DNS-Name, der seine absolute Position in der Domänen-Namespacestruktur angibt. Ein FQDN endet mit einem Punkt (.), um zu verdeutlichen, dass seine Position bis zum Stamm des Namespaces angegeben wird (bspw. host.example.microsoft.com.). Hostname – Der DNS-Name eines Geräts in einem Netzwerk. Über Hostnamen können Computer im Netzwerk gefunden werden. Damit ein Computer gefunden werden kann, muss sein Hostname in der Hosts-Datei eingetragen oder einem DNS-Server bekannt sein. Für die meisten Computer, auf denen Windows ausgeführt wird, entspricht der Hostname dem Computernamen. Hostnamensauflösung – Der Vorgang des Auflösens eines Hostnamens in eine Ziel-IP-Adresse. Iterative Abfrage – Eine an einen DNS-Server gerichtete Abfrage, die dieser mit den ihm zur Verfügung stehenden Informationen beantwortet, ohne auf weitere DNS-Server zuzugreifen. Masterserver – Ein für eine Zone autorisierender DNS-Server. Masterserver sind in primäre und sekundäre Masterserver unterteilt, abhängig von der Art, auf die der Server die Zonendaten abruft. Primärer Server – Ein für eine Zone autorisierender DNS-Server, der als Aktualisierungspunkt für die Zone verwendet werden kann. Beim Aktualisieren von Zonendaten (Hinzufügen, Entfernen oder Ändern von als Zonendaten gespeicherten Ressourceneinträgen) können nur primäre Server direkt aktualisiert werden. Rekursive Abfrage – Eine an einen DNS-Server gerichtete Abfrage, in der der Anfordernde (Requester) vom Server eine vollständige Antwort auf die Abfrage wünscht. Hierbei übernimmt der Server die gesamte Arbeitslast und Verantwortung für die Antwort. Der DNS-Server unterstützt den Requester beim Finden einer vollständigen Antwort auf die rekursive Abfrage, indem er für diesen einzelne iterative Abfragen an andere DNS-Server sendet. Reverse-Lookup – Eine DNS-Abfrage, die für eine IP-Adresse einen FQDN liefert. Stammdomäne – Die oberste Ebene des DNS-Namespaces. Sekundärer Server – Ein für eine Zone autorisierender DNS-Server, der seine Zoneninformationen von einem Masterserver erhält. Domäne der zweiten Ebene – Ein DNS-Domänenname, der hierarchisch in der zweiten Ebene des Domänennamespaces angeordnet ist, direkt unter den Domänennamen der obersten Ebene. Zu den Domänennamen der obersten Ebene gehören .com und .org. Bei der Verwendung von DNS im Internet entsprechen Domänen der zweiten Ebene Namen, die für einzelne Organisationen und Unternehmen registriert sind und an diese übertragen wurden. Stubzone – Eine Kopie einer Zone, die nur die Ressourceneinträge enthält, die zum Identifizieren der für diese Zone autorisierenden DNS-Server erforderlich sind. Ein DNS-Server, der eine übergeordnete Zone und eine Stubzone für eine delegierte untergeordnete Zone dieser übergeordneten Zone verwaltet, kann von den autorisierenden DNS-Servern Aktualisierungen für die untergeordnete Zone empfangen. Domänen der obersten Ebene – Domänennamen, die hierarchisch auf der ersten Ebene des Domänennamespaces angeordnet sind, direkt unter dem Stamm (.) des DNS-Namespaces. Im Internet werden diese Domänennamen der obersten Ebene (z. B. .com und .org) zum Einteilen der Domänennamen der zweiten Ebene (z. B. microsoft.com) verwendet. Dadurch können die einzelnen Organisationen und Unternehmen in verschiedene Kategorien eingeteilt werden. Zone – Eine verwaltbare Einheit der DNS-Datenbank, die auf einem DNS-Server gespeichert ist. Eine Zone enthält neben dem Namen die Domänennamen und weiteren Daten der Domäne, nicht jedoch die Domänennamen, die in delegierten untergeordneten Domänen gespeichert werden. | In diesem Beitrag |