Zusammenfassung In diesem Kapitel wird das "Network Basic Input/Output System" (NetBIOS) über TCP/IP und seine Implementierung in den Betriebssystemen Microsoft® Windows Server™ 2003 und Windows® XP beschrieben. In einer Netzwerkumgebung aus Servern und Clients, die auf dem Active Directory®-Verzeichnisdienst basieren, wird NetBIOS über TCP/IP nicht benötigt. Von älteren Windows-Versionen und von NetBIOS-Anwendungen, die in aktuellen Windows-Versionen enthalten sind, wird NetBIOS über TCP/IP jedoch nach wie vor verwendet. Ein Netzwerkadministrator sollte über ausreichende Kenntnisse in Bezug auf NetBIOS-Namen und die Namensauflösung bei NetBIOS verfügen, um Probleme mit der NetBIOS-Namensauflösung beheben zu können. Auf dieser SeiteZielsetzungNach dem Lesen dieses Kapitels werden Sie zu Folgendem in der Lage sein:
NetBIOS über TCP/IP – ÜbersichtNetBIOS wurde in den frühen 80er Jahren entwickelt, um Anwendungen den Datenaustausch über ein Netzwerk zu ermöglichen. NetBIOS definiert:
Der NetBT-Datenverkehr beinhaltet folgende Elemente:
In Abbildung 11-1 ist die Architektur von NetBT-Komponenten in der TCP/IP-Protokollsuite dargestellt. NetBIOS-Vorgänge über IPv4 werden durch die RFCs (Requests for Comments) 1001 und 1002 definiert. NetBT ist für IPv6 nicht definiert. NetBIOS über TCP/IP wird manchmal auch als NBT bezeichnet. Aktivieren von NetBIOS über TCP/IPNetBT kann auf Computern, auf denen Windows Server 2003 oder Windows XP ausgeführt wird, folgendermaßen aktiviert werden: Öffnen Sie Netzwerkverbindungen. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf eine Verbindung und dann auf die Komponente Internetprotokoll (TCP/IP). Klicken Sie auf Eigenschaften, auf Erweitert, auf die Registerkarte WINS und dann unter NetBIOS-Einstellung auf die entsprechende Option. In Abbildung 11-2 ist die Registerkarte WINS dargestellt. ![]() Abbildung 11-2 – Die Registerkarte "WINS" Unter NetBIOS-Einstellung können Sie eine der folgenden Optionen wählen:
NetBT ist nicht erforderlich für Computer, auf denen Windows 2000, Windows XP oder Windows Server 2003 ausgeführt wird, es sei denn, Sie verwenden in Ihrem Netzwerk NetBIOS-Anwendungen, wie z. B. den Dienst Computerbrowser. Der Dienst Computerbrowser verwaltet die Liste der Computer im Fenster Microsoft Windows-Netzwerk unter Netzwerkumgebung. Anders als bei Windows-Versionen vor Windows 2000 ist für die Datei- und Druckerfreigabe unter Windows 2000, Windows XP oder Windows Server 2003 kein NetBT erforderlich. NetBIOS-NamenEin NetBIOS-Name ist 16 Byte lang und identifiziert eine NetBIOS-Ressource im Netzwerk. Ein NetBIOS-Name ist entweder ein eindeutiger Name (exklusiv) oder ein Gruppenname (nicht exklusiv). Bei der Kommunikation mit einem bestimmten Vorgang auf einem Computer werden von NetBIOS-Anwendungen normalerweise eindeutige Namen verwendet. Bei der Kommunikation mit mehreren Computern zur selben Zeit werden von NetBIOS-Anwendungen Gruppennamen verwendet. Bei der Datei- und Druckerfreigabe über die Komponente für Microsoft-Netzwerke (der Server-Dienst im Snap-In Dienste) handelt es sich z. B. um einen Dienst, der einen NetBIOS-Namen verwendet. Beim Start des Server-Dienstes wird ein eindeutiger NetBIOS-Name registriert, welcher auf dem Namen des Computers basiert. Der genaue vom Server-Dienst verwendete NetBIOS-Name ist der 15 Byte lange Computername plus einem sechzehnten Byte 0x20. Der Computername kann in der Systemsteuerung über die Option System auf der Registerkarte Computername konfiguriert werden. Wenn der Computername kürzer ist als 15 Byte, wird er von Windows durch Leerzeichen auf 15 Byte erweitert. Computernamen mit mehr als 15 Byte werden gekürzt. Auch von anderen Netzwerkdiensten wird der Computername verwendet, um die jeweiligen NetBIOS-Namen zu erstellen. Daher kennzeichnet das sechzehnte Byte üblicherweise einen bestimmten Dienst. Andere Dienste, die NetBIOS verwenden, sind z. B. die Komponente Client für Microsoft-Netzwerke (Arbeitsstationsdienst im Snap-In Dienste) oder der Nachrichtendienst (nicht zu verwechseln mit Windows Messenger). Der Arbeitsstationsdienst (auch als Redirectordienst bezeichnet) verwendet den 15 Byte langen Computernamen plus ein sechzehntes Byte 0x00. Der Nachrichtendienst verwendet den 15 Byte langen Computernamen plus ein sechzehntes Byte 0x03. In Abbildung 11-3 ist die Verwendung der NetBIOS-Namen durch den Server-, Arbeitsstations- und Nachrichtendienst in der NetBT-Architektur dargestellt. Wenn Sie in Windows mit dem Befehl net use oder in Windows Explorer eine Verbindung mit einem freigegebenen Ordner herstellen möchten, wird von NetBT versucht, den NetBIOS-Namen für den Server-Dienst des angegebenen Computers aufzulösen. Nachdem der NetBIOS-Name zur entsprechenden IPv4-Adresse aufgelöst wurde, kann vom Arbeitsstationsdienst auf dem Clientcomputer die Kommunikation mit dem Server-Dienst auf dem Dateiserver initiiert werden. Der Server-, Arbeitsstations- und Nachrichtendienst sowie alle Dienste, die von diesen Diensten abhängig sind (z. B. die Dienste Computerbrowser, Verteiltes Dateisystem und Netzwerkanmeldung), registrieren NetBIOS-Namen. Windows-Netzwerkanwendungen, die auf diese Dienste zugreifen, müssen die entsprechenden NetBIOS-Namen verwenden. Allgemeine NetBIOS-NamenIn Tabelle 11-1 werden allgemeine NetBIOS-Namen aufgelistet und beschrieben, die von den Netzwerkdiensten unter Windows Server 2003 und Windows XP verwendet werden.
Registrieren, Auflösen und Freigeben von NetBIOS-NamenAlle NetBT-Knoten verwenden für die Verwaltung von NetBIOS-Namen in einem IPv4-Netzwerk verschiedene Prozesse zum Registrieren, Auflösen und Freigeben von Namen. Registrieren von NamenWährend der Initialisierung registriert ein NetBT-Host die eigenen NetBIOS-Namen unter Verwendung einer Registrierungsanforderungsnachricht (Registration Request) für NetBIOS-Namen. Bei dieser Namensregistrierung sendet ein NetBT-Host eine Broadcastnachricht an das lokale Subnetz oder eine Unicastnachricht an einen NetBIOS-Namenserver (NBNS). Wenn es sich bei dem registrierten Namen um einen eindeutigen NetBIOS-Namen handelt und dieser Name bereits von einem anderen Host registriert wurde, antwortet entweder der Host, der den Namen zuvor registriert hat, oder der NBNS mit einer negativen Namensregistrierungsantwort. Nach dem Empfang einer negativen Antwort wird dem Benutzer vom Host normalerweise eine Fehlermeldung angezeigt. Auflösen von NamenBei einem NetBIOS-Namen handelt es sich um einen Anwendungsbezeichner auf Sitzungsebene. Bei TCP/IP werden IPv4-Adressen als Bezeichner auf Netzwerkebene für eine Schnittstelle verwendet. Wenn daher eine NetBIOS-Anwendung eine NetBIOS-Verbindungsanforderung an NetBT ausgibt, muss von NetBT der NetBIOS-Name der Zielanwendung mit der IPv4-Adresse des Computers verknüpft werden, auf dem die Anwendung ausgeführt wird. Der Zuordnungsprozess eines NetBIOS-Namens zu einer IPv4-Adresse wird als NetBIOS-Namensauflösung bezeichnet. Wenn von einer NetBIOS-Anwendung auf einem Computer unter Windows Server 2003 oder Windows XP ein Datenaustausch mit einem anderen TCP/IP-Host aufgenommen werden soll, wird zum Auflösen von der Anwendung eine NetBIOS-Name Query Request-Broadcastnachricht an das lokale Netzwerk oder eine NetBIOS-Name Query Request-Unicastnachricht an einen NBNS gesendet. In beiden Fällen enthält die NetBIOS-Name Query Request-Nachricht den NetBIOS-Namen des Zielhosts. Als Antwort wird entweder vom benachbarten Host, der den NetBIOS-Namen registriert hat, oder von einem NBNS eine positive NetBIOS-Name Query Response-Nachricht gesendet. Wenn der NBNS keine Zuordnung für den NetBIOS-Namen gespeichert hat, wird eine negative Name Query Response-Nachricht gesendet. Freigeben von NamenEin Name wird immer dann freigegeben, wenn eine NetBIOS-Anwendung beendet wird. Wenn zum Beispiel der Arbeitsstationsdienst auf einem Host unter Windows beendet wird, sendet der Host eine entsprechende Anforderung an den NBNS, damit weitere Namensabfragen für den Arbeitsstationsdienst nicht mehr beantwortet werden. Außerdem sendet der Host keine negativen Namensregistrierungsantworten mehr, wenn ein anderer Host im lokalen Subnetz versucht, den eindeutigen NetBIOS-Namen zu registrieren. Der NetBIOS-Name wird freigegeben und kann von einem anderen Host verwendet werden. Segmentieren von NetBIOS-Namen mithilfe der NetBIOS-Bereichskennung (NetBIOS Scope ID)Bei der NetBIOS-Bereichskennung handelt es sich um eine Zeichenfolge, die an den NetBIOS-Namen angefügt wird, um einen Bereich mit mehreren NetBT-Knoten zu isolieren. Ohne Bereichskennungen müssten für alle NetBIOS-Ressourcen im Netzwerk eindeutige NetBIOS-Namen vergeben werden. Durch die NetBIOS-Bereichskennung müssen lediglich die NetBIOS-Namen innerhalb einer festgelegten NetBIOS-Bereichskennung eindeutig sein. NetBIOS-Ressourcen innerhalb eines Bereichs werden von allen NetBIOS-Ressourcen außerhalb dieses Bereichs isoliert. Die NetBIOS-Bereichskennung auf zwei Hosts muss übereinstimmen, andernfalls ist keine Verbindung zwischen den beiden Hosts über NetBT möglich. In Abbildung 11-4 ist eine Beispielorganisation dargestellt, in der zwei verschiedene NetBIOS-Bereiche verwendet werden: APPS und MIS. In diesem Beispiel ist ein Datenaustausch von HOST1.APPS und HOST2.APPS mit SERVER.APPS möglich, jedoch nicht mit HOST3.MIS, HOST4.MIS oder SERVER.MIS. Durch NetBIOS-Bereiche können dieselben 16-Byte-Zeichenfolgen auf mehreren Computern als eindeutige NetBIOS-Namen verwendet werden, sofern den Computern unterschiedliche Bereichskennungen zugeordnet sind. Der NetBIOS-Bereich wird Teil des vollständigen NetBIOS-Namens. Dadurch wird der vollständige NetBIOS-Name eindeutig. Im Beispielnetzwerk in Abbildung 11-4 haben zwei Server denselben Computernamen (SERVER), ihnen sind jedoch unterschiedliche Bereichskennungen zugeordnet. Daher unterscheiden sich ihre vollständigen NetBIOS-Namen. NetBIOS-Bereichskennungen können wie folgt festgelegt werden:
Sofern Sie NetBIOS-Bereiche nicht speziell zur Trennung des NetBT-Datenverkehrs bei mehreren NetBT-Computergruppen verwenden bzw. benötigen, wird die Verwendung von NetBIOS-Bereichen nicht empfohlen. Auflösen von NetBIOS-NamenBei der NetBIOS-Namensauflösung handelt es sich um die erfolgreiche Zuordnung eines NetBIOS-Namens zu einer IPv4-Adresse. Von TCP/IP für Windows Server 2003 und Windows XP kann jede der in den Tabellen 11-2 und 11-3 aufgelisteten Methoden verwendet werden, um NetBIOS-Namen aufzulösen.
Auflösen von lokalen NetBIOS-Namen unter Verwendung eines BroadcastNetBIOS-Namen für NetBIOS-Anwendungen, die auf Hosts in einem lokalen Subnetz ausgeführt werden, können unter Verwendung einer NetBIOS-Name Query Request-Broadcastnachricht aufgelöst werden. Broadcastnachrichten werden folgendermaßen verarbeitet:
Sobald der sendende Host eine positive NetBIOS-Name Query Response-Nachricht empfägt, kann die Verbindung mit der NetBIOS-Zielanwendung hergestellt werden. Hierfür kann entweder ein NetBIOS-Datagramm oder eine NetBIOS-Sitzung verwendet werden. Einschränkungen bei BroadcastsBroadcasts werden von Routern nicht weitergeleitet. Broadcastframes bleiben auf das lokale Subnetz beschränkt. Wenn für die NetBIOS-Namensauflösung Broadcasts verwendet werden, können daher nur Namen von NetBIOS-Prozessen aufgelöst werden, die auf Knoten im lokalen Subnetz ausgeführt werden. Einige Router bieten die Möglichkeit, die NetBT-Broadcastweiterleitung (UDP-Ports 137 und 138) zu aktivieren. Es wird jedoch dringend davon abgeraten, die NetBT-Broadcastweiterleitung zu aktivieren, um die NetBIOS-Namensauflösung zu vereinfachen. Auflösen von Namen mit einem NetBIOS-Namenserver (NBNS)Um NetBIOS-Namen von NetBIOS-Anwendungen aufzulösen, die auf lokalen Computern oder auf Remotecomputern ausgeführt werden, wird bei NetBT normalerweise ein NBNS verwendet. Wenn ein NBNS verwendet wird, erfolgt die Namensauflösung wie folgt:
In der Standardeinstellung wird auf einem Computer unter Windows Server 2003 oder Windows XP dreimal versucht, den primären NBNS-Server (ein WINS-Server) zu finden. Wenn keine Antwort empfangen wird oder eine negative NetBIOS-Name Query Response-Nachricht das Fehlschlagen der Namensauflösung anzeigt, versucht ein Computer unter Windows, zusätzliche WINS-Server zu kontaktieren. Wenn der sendende Host eine positive NetBIOS-Name Query Response-Nachricht empfängt, kann der Datenaustausch zwischen dem Host und der NetBIOS-Zielanwendung aufgenommen werden. Hierfür kann entweder ein NetBIOS-Datagramm oder eine NetBIOS-Sitzung verwendet werden. Methoden zum Auflösen von NetBIOS-Namen unter WindowsAuf Computern, auf denen Windows Server 2003 oder Windows XP ausgeführt wird, können NetBIOS-Namen auch unter Verwendung der Lmhosts-Datei, des lokalen Hostnamens, des DNS-Clientauflösungscaches oder des DNS-Servers aufgelöst werden. NetBT unter Windows Server 2003 und Windows XP verwendet das folgende Verfahren:
In Abbildung 11-5 finden Sie eine Darstellung der Methoden zum Auflösen von NetBIOS-Namen unter Windows. Wenn der NetBIOS-Name durch keine dieser Methoden aufgelöst werden kann, meldet NetBT einen Fehler an die anfordernde NetBIOS-Anwendung zurück. Normalerweise wird dem Benutzer daraufhin ebenfalls eine Fehlermeldung angezeigt. NetBIOS-KnotentypenUnter Windows Server 2003 und Windows XP werden alle NetBIOS-Knotentypen unterstützt, die in den RFCs 1001 und 1002 definiert sind. NetBIOS-Namen werden von jedem Knotentyp unterschiedlich aufgelöst. In Tabelle 11-4 werden die NetBIOS-Knotentypen aufgelistet und beschrieben.
In der Standardeinstellung wird für NetBT auf Computern unter Windows Server 2003 und Windows XP der von Microsoft verbesserte B-Knotentyp verwendet, wenn keine WINS-Server konfiguriert sind. Wenn einer oder mehrere WINS-Server konfiguriert sind, verwendet NetBT den H-Knotentyp. Sie können dieses Standardverhalten ändern und den NetBIOS-Knotentyp wie folgt konfigurieren:
Verwenden der Lmhosts-DateiBei der Lmhosts-Datei handelt es sich um eine statische Textdatei mit NetBIOS-Namen und IPv4-Adressen. NetBT verwendet die Lmhosts-Datei, um NetBIOS-Namen für NetBIOS-Anwendungen aufzulösen, die auf Remotecomputern in einem Netzwerk ohne NBNS ausgeführt werden. Die Lmhosts-Datei weist folgende Merkmale auf:
In der Standardeinstellung wird unter Windows Server 2003 und Windows XP die Lmhosts-Datei (falls vorhanden) für die NetBIOS-Namensauflösung verwendet. Sie können die Prüfung der Lmhosts-Datei deaktivieren, indem Sie im Dialogfeld Erweiterte TCP/IP-Einstellungen auf der Registerkarte WINS das Kontrollkästchen LMHOSTS-Abfrage aktivieren deaktivieren, wie in Abbildung 11-2 dargestellt. Vordefinierte SchlüsselwörterDie Lmhosts-Datei kann vordefinierte Schlüsselwörter mit dem Präfix "#" enthalten. In Tabelle 11-5 sind die möglichen Lmhosts-Schlüsselwörter aufgelistet.
Da die Lmhosts-Datei sequenziell gelesen wird, sollten die Computer, auf die am häufigsten zugegriffen wird, als erste Dateieinträge und die Einträge mit dem #PRE-Tag zuletzt hinzugefügt werden. Die #PRE-Einträge werden in den NetBIOS-Namencache geladen und dann nicht mehr benötigt, wenn NetBT die Lmhosts-Datei nach dem Start überprüft. Wenn #PRE-Einträge in der Datei zuletzt aufgeführt werden, kann die Lmhosts-Datei von NetBT schneller nach anderen NetBIOS-Namen durchsucht werden. Verwenden einer zentralisierten Lmhosts-DateiNetBT kann auch Lmhosts-Dateien durchsuchen, die sich auf anderen Computern befinden. Dadurch kann eine zentralisierte Lmhosts-Datei verwaltet werden, auf die über eine lokale Lmhosts-Datei eines Benutzers zugegriffen werden kann. Um eine zentralisierte Lmhosts-Datei zu verwenden, muss weiterhin auf jedem Computer eine lokale Lmhosts-Datei vorhanden sein. Um auf eine zentralisierte Lmhosts-Datei zuzugreifen, muss in der lokalen Lmhosts-Datei eines Computers ein Eintrag mit dem #INCLUDE-Tag und dem Speicherort der zentralisierten Datei hinzugefügt werden. Beispiel: #INCLUDE \\Bootsrv3\Public\Lmhosts In diesem Beispiel fügt NetBT beim Auflösen eines Remote-NetBIOS-Namens zu einer IPv4-Adresse die Lmhosts-Datei aus dem freigegebenen Ordner "Public" auf dem Server "Bootsrv3" ein. NetBT durchsucht die zentralisierte Lmhosts-Datei, bevor sich ein Benutzer auf dem Computer anmeldet. Da dem Computer zu diesem Zeitpunkt noch kein Benutzername zugeordnet ist, wird beim Zugriff auf den freigegebenen Ordner mit der zentralen Lmhosts-Datei ein leerer Benutzername in den Anmeldeinformationen verwendet. Um diesen Zugriff ohne Benutzernamen auf einen freigegebenen Ordner mit einer Lmhosts-Datei zu erlauben, geben Sie den Namen des Ordners als Zeichenfolgenwert im Registrierungswert HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\CurrentControlSet \Services\Lanmanserver \Parameters\NullSessionShares auf dem Server ein, auf dem Windows Server 2003 oder Windows XP ausgeführt und der freigegebene Ordner bereitgestellt wird. Starten Sie anschließend den Server-Dienst neu. Wenn dieser Registrierungswert nicht gesetzt wird, kann auf die remote Lmhosts-Datei erst zugegriffen werden, sobald sich ein autorisierter Benutzer auf dem Computer angemeldet hat. Mit den Tags #BEGIN_ALTERNATE und #END_ALTERNATE kann bei der Suche nach Zuordnungen von NetBIOS-Namen zu IPv4-Adressen ein Block von Lmhosts-Remotespeicherorten eingefügt werden. Diese Technik wird als Blockeinfügung (Block Inclusion) bezeichnet. Beispiel: #BEGIN_ALTERNATE #INCLUDE \\Bootsrv3\Public\Lmhosts #INCLUDE \\Bootsrv4\Public\Lmhosts #INCLUDE \\Bootsrv9\Public\Lmhosts #END_ALTERNATE Wenn NetBT eine Blockeinfügung verwendet, wird lediglich die erste verfügbare Lmhosts-Datei des Blocks durchsucht. NetBT greift nicht auf weitere Lmhosts-Dateien zu, selbst wenn die erste verfügbare Lmhosts-Datei den gesuchten Namen nicht enthält. Durch die Blockeinfügung wird eine Fehlertoleranz für zentrale Lmhosts-Dateien bereitgestellt. Erstellen von Lmhosts-Einträgen für spezifische NetBIOS-NamenEin typischer Eintrag in der Lmhosts-Datei für einen NetBIOS-Computernamen ermöglicht das Auflösen der drei NetBIOS-Namen:
Diese Namen beziehen sich auf den Arbeitsstations-, den Server- und den Nachrichtendienst. Häufig müssen jedoch auch spezifische 16 Byte-NetBIOS-Namen für NetBIOS-Anwendungen auf Remotecomputern aufgelöst werden. Hierzu können Sie in der Lmhosts-Datei einen beliebigen 16 Byte-NetBIOS-Namen mit folgender Syntax konfigurieren: IPv4-Adresse "NameLeerzeichen\0xN" Wobei:
Es soll zum Beispiel ein Eintrag erstellt werden, mit dem ein Client für die Suche nach Computern den NetBIOS-Namen Domäne0x1B auflösen kann. Bei Domäne0x1B handelt es sich um einen NetBIOS-Namen, der von den Hauptsuchdienstservern der Domäne (Domain Master Browse Servers) registriert wurde, und bestimmte Situationen bei der Computersuche erfordern das erfolgreiche Auflösen des NetBIOS-Namens Domäne0x1B. Der Lmhosts-Dateieintrag für den NetBIOS-Domänennamen EXAMPLE und die IPv4-Adresse 131.107.4.31 würde beispielsweise folgendermaßen aussehen: 131.107.4.31 "EXAMPLE \0x1B" Probleme beim Auflösen von Namen mit "Lmhosts"Dies sind die häufigsten Probleme beim Auflösen von NetBIOS-Namen unter Verwendung der Lmhosts-Datei:
Verwenden Sie eine NetBIOS-Anwendung (z. B. den Befehl nbtstat -a), um einen Eintrag in der Lmhosts-Datei zu prüfen. So können Sie sicherstellen, dass der Eintrag richtig hinzugefügt wurde. Das Nbtstat-ToolBei dem Nbtstat-Tool handelt es sich um das wichtigste Tool zum Sammeln von NetBT-Informationen beim Beheben von Problemen mit NetBIOS-Namen. In Tabelle 11-6 sind die am häufigsten verwendeten Nbtstat-Optionen aufgelistet.
KapitelzusammenfassungDieses Kapitel enthält die folgenden Schlüsselinformationen:
KapitelglossarDNS – Siehe "Domain Name System (DNS)". DNS-Clientauflösungscache (Client Resolver Cache) – Eine RAM-basierte Tabelle, die sowohl die Einträge in der Hostdatei als auch Ergebnisse der vor kurzem durchgeführten DNS-Namensabfragen beinhaltet. DNS-Server – Ein Server, der eine Datenbank mit Zuordnungen von DNS-Domänennamen zu verschiedenen Datentypen, wie z. B. IP-Adressen, verwaltet. Domain Name System (DNS) – Eine hierarchische, verteilte Datenbank, die Zuordnungen von DNS-Domänennamen zu verschiedenen Datentypen, wie z. B. IP-Adressen, enthält. Mithilfe von DNS können Benutzer beschreibende und leicht zu merkende Namen für Computer und Dienste angeben. Durch DNS wird außerdem das Auffinden verschiedener anderer Informationen in der DNS-Datenbank ermöglicht. Hostname – Der Name eines Computers oder Geräts in einem Netzwerk. Benutzer können Computer in einem Netzwerk über ihre Hostnamen angeben. Damit ein Computer gefunden werden kann, muss sein Hostname in der Hosts-Datei eingetragen oder einem DNS-Server bekannt sein. Für die meisten Computer, auf denen Windows ausgeführt wird, entspricht der Hostname dem Computernamen. Hostnamensauflösung – Der Vorgang des Auflösens eines Hostnamens zu einer Ziel-IP-Adresse. Hosts-Datei – Eine lokale Textdatei im gleichen Format wie die Datei /etc/hosts aus der Distribution "4.3 Berkeley Software Distribution (BSD) UNIX". Diese Datei weist Hostnamen IP-Adressen zu und ist im Ordner systemverzeichnis\System32\Drivers\Etc gespeichert. Lmhosts-Datei – Eine lokale Textdatei, die NetBIOS-Namen zu IP-Adressen für Hosts zuordnet, die sich in Remotesubnetzen befinden. Bei Computern, auf denen Windows ausgeführt wird, befindet sich diese Datei im Ordner systemverzeichnis\System32\Drivers\Etc. NBNS – Siehe "NetBIOS-Namenserver (NBNS)". NetBIOS – Siehe "Network Basic Input/Output System (NetBIOS)". NetBIOS-Name - Ein 16 Byte langer Name für eine Anwendung, die das "Network Basic Input/Output System" (NetBIOS) verwendet. NetBIOS-Namencache – Eine dynamisch verwaltete Tabelle, in der vor kurzem aufgelöste NetBIOS-Namen und ihre zugeordneten IPv4-Adressen gespeichert werden. NetBIOS-Namensauflösung – Die Zuordnung eines NetBIOS-Namens zu einer IPv4-Adresse. NetBIOS-Namenserver (NBNS) – Ein Server, auf dem Zuordnungen von NetBIOS-Namen zu IPv4-Adressen gespeichert werden. Dieser Server führt NetBIOS-Namensauflösungen für NetBIOS-fähige Hosts aus. Bei dem WINS-Serverdienst handelt es sich um die Microsoft-Implementierung eines NBNS. NetBIOS-Knotentyp – Bezeichnung für die bestimmte Methode, mit der ein NetBIOS-Knoten NetBIOS-Namen auflöst. NetBIOS über TCP/IP (NetBT) – Die Implementierung des NetBIOS-Sitzungsprotokolls über TCP/IP (nur IPv4). Diese Implementierung stellt eine Registrierung und Überprüfung von Netzwerknamen, das Herstellen und Beenden von Sitzungen sowie Datenübertragungsdienste für verlässliche, verbindungsorientierte Sitzungen und unzuverlässige, verbindungslose Datagramme bereit. NetBT – Siehe "NetBIOS über TCP/IP (NetBT)". Network Basic Input/Output System (NetBIOS) – Eine Standard-API für Benutzeranwendungen, um E/A-Operationen im Netzwerk zu realisieren und Kontrollanweisungen an die zugrunde liegende Netzwerkprotokollsoftware zu senden. Darüber hinaus wird ein Protokoll für die Sitzungsebene bereitgestellt. Windows Internet Name Service (WINS) – Die Microsoft-Implementierung eines NBNS. WINS – Siehe "Windows Internet Name Service (WINS)". | In diesem Beitrag | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||