Leitfaden zur erfolgreichen Virenabwehr

Kapitel 3: Erfolgreiche Virenabwehr

Veröffentlicht: 16. Aug 2004
Auf dieser Seite
EinführungEinführung
Möglichkeiten der Bedrohung durch MalwareMöglichkeiten der Bedrohung durch Malware
Verteidigung gegen MalwareVerteidigung gegen Malware
ClientverteidigungClientverteidigung
SerververteidigungSerververteidigung
NetzwerkverteidigungsebeneNetzwerkverteidigungsebene
Physische AbsicherungPhysische Absicherung
Richtlinien, Verfahren und Sicherheitsbewusstsein.Richtlinien, Verfahren und Sicherheitsbewusstsein.
ZusammenfassungZusammenfassung

Einführung

Jede Organisation sollte eine Antiviruslösung entwickeln, die ein hohes Maß an Schutz liefert. Viele Organisationen werden jedoch auch nach der Installation einer Antivirussoftware noch immer infiziert. Dieser Leitfaden schlägt einen anderen Ansatz für das Problem der böswilligen Software oder Malware vor. Wie auch beim Netzwerksicherheitsentwurf empfiehlt Microsoft die Verwendung eines umfassenden Virenabwehrsystems, um die Zuverlässigkeit der von Ihrer Organisation implementierten Schutzfunktionen zu gewährleisten.

Ein solcher Ansatz ist für die Sicherheit Ihres Unternehmensnetzwerkes entscheidend, da es leider immer Personen geben wird, die Sicherheitslücken zu finden und auszunutzen versuchen.

Durch die Zusammenarbeit mit operativ arbeitenden Beratern und Systemtechnikern, die Microsoft® Windows Server™ 2003, Windows® XP Professional und Windows® 2000 in unterschiedlichen Umgebungen implementiert haben, konnten die neuesten Empfehlungen zum Schutz von Clients und Servern mit diesen Betriebssystemen gegen Malware entwickelt werden. Dieses Kapitel stellt Ihnen Empfehlungen auf Basis der gewonnen Informationen vor.

In diesem Kapitel wird auch die Verwendung einer Virenabwehrstrategie für den Entwurf der Antivirus-Sicherheitslösung für Ihre Organisation erläutert. Dieser Ansatz soll sicherstellen, dass Sie jede Ebene des Modells und die zugehörigen spezifischen Bedrohungen verstehen und diese Informationen beim Implementieren Ihrer Verteidigungsstrategie anwenden können.

Hinweis: Microsoft empfiehlt, einige der Schritte in diesem Leitfaden in die übergeordneten Sicherheitsverfahren und -richtlinien Ihrer Organisation zu integrieren. Diese Schritte sind entsprechend als vom Sicherheitsteam zu berücksichtigende Schritte gekennzeichnet.

Wichtig: Wenn Sie vermuten, dass Ihr Unternehmensnetzwerk momentan einem Angriff ausgesetzt ist, lesen Sie vor der Lektüre dieses Kapitels bitte das Kapitel 4, Ausbruchskontrolle und Wiederherstellung, in diesem Leitfaden. Wenn Sie bereits einen Malwareangriff erlebt und die Systeme wiederhergestellt haben, können Ihnen die Informationen dieses Leitfadens dabei helfen, einen erneuten Angriff zu verhindern und den stattgefundenen Angriff besser zu verstehen.

Wenn Sie bereits einen Malwareangriff erlebt und die Systeme wiederhergestellt haben, können Ihnen die Informationen dieses Leitfadens dabei helfen, einen erneuten Angriff zu verhindern und den stattgefundenen Angriff besser zu verstehen.

Möglichkeiten der Bedrohung durch Malware

Malware kann ein Unternehmen mithilfe zahlreichen Methoden gefährden. Diese Methoden werden auch als Bedrohungsmöglichkeiten bezeichnet. Sie stellen die Bereiche in der Umgebung dar, denen beim Entwurf einer effektiven Antiviruslösung die meiste Aufmerksamkeit gewidmet werden muss. Die folgende Liste enthält typische Bereiche in Organisationen, die durch Malwareangriffe besonders gefährdet sind.

Externe Netzwerke. Jedes nicht direkt der Kontrolle einer Organisation unterliegendes Netzwerk sollte als potenzielle Quelle für Malware betrachtet werden. Das Internet ist jedoch bei Weitem die größte Malwarebedrohung. Die Anonymität und die weite Verbreitung des Internets ermöglicht Personen mit bösen Absichten den schnellen und effektiven Zugriff auf viele Ziele und somit die Ausführung von Angriffen mit böswilligem Code.

Gastclients. Durch die stetig zunehmende Verwendung von Laptops und mobilen Geräten werden Clients regelmäßig in und aus den Infrastrukturen anderer Organisationen gebracht. Wenn solche Gastclients nicht über eine effektive Virenabwehr verfügen, stellen Sie eine Malwarebedrohung für das gesamte Netzwerk der Organisation dar.

Ausführbare Dateien. Jeder ausführbare Code kann als Malware agieren. Hierzu zählen nicht nur Programme, sondern auch Skripts, Batchdateien und aktive Objekte wie Microsoft ActiveX®-Steuerelemente.

Dokumente. Textverarbeitungs- und Tabellenkalkulationsprogramme sind durch ihre heutige erweiterte Funktions- und Leistungsfähigkeit zu einem Ziel für Malwareautoren geworden. Die in vielen Anwendungen unterstützten Makrosprachen machen sie zu potenziellen Zielen für Malware.

E-Mail. Malwareautoren können sowohl E-Mail-Anlagen als auch aktiven HTML-Code (Hypertext Markup Language) in E-Mail-Nachrichten als Angriffsmethoden nutzen.

Wechselmedien. Die Dateiübertragung mittels Wechselmedien ist ein Problem, welches Unternehmen bei der Konzeption ihrer Antivirusstrategie berücksichtigen müssen. Zu den gebräuchlichsten Wechselmedien zählen:

CD-ROM oder DVD-ROM. Durch die Einführung von kostengünstigen CD- und DVD-Brennern wurden diese Medien für alle Computerbenutzer zugänglich, auch für Autoren von Malware.

Disketten- und ZIP-Laufwerke. Diese Medien haben aufgrund ihrer beschränkten Kapazität und Geschwindigkeit an Bedeutung verloren. Wenn Malware physisch auf diese Medien zugreifen kann, stellen sie jedoch noch immer Risikoquellen dar.

USB-Laufwerke. Diese Geräte sind in unterschiedlichen Varianten erhältlich – vom Ministreichholzschachtel-kleinen Gerät (USB-Stick) bis hin zu Armbanduhren. Mit all diesen Geräten kann Malware dann eingeführt werden, wenn sie an den USB-Port eines Computers angeschlossen werden können.

Speicherkarten. Digitale Kameras und mobile Geräte wie PDAs und Mobiltelefone haben zur Einführung von digitalen Speicherkarten beigetragen. Kartenleser gehören immer öfter zur Standardausstattung von Computern, wodurch Benutzer Informationen auf Speicherkarten leichter übertragen können. Da diese Informationen dateigestützt sind, kann über solche Speicherkarten auch Malware auf ein Hostsystem übertragen werden.

Verteidigung gegen Malware

Bevor Sie versuchen, eine effektive Verteidigung gegen Malware zu organisieren, müssen Sie sich mit den verschiedenen gefährdeten Teilen der Organisationsinfrastruktur und dem Ausmaß des Risikos für jeden dieser Teile vertraut machen. Microsoft empfiehlt ausdrücklich, vor dem Entwurf der Antiviruslösung eine vollständige Sicherheitsrisikoanalyse durchzuführen. Denn die zum Optimieren des Lösungsentwurfs erforderlichen Informationen können nur durch eine vollständige Risikoanalyse ermittelt werden.

Virenabwehr-Sicherheitsmodell

Nachdem Sie die Risiken in Ihrer Organisationen erkannt und dokumentiert haben, müssen Sie die Verteidigungsfunktionen untersuchen und organisieren, die für die Antiviruslösung verwendet werden sollen. Das Virenabwehr-Sicherheitsmodell ist ein idealer Ausgangspunkt für diesen Prozess. Die sieben Sicherheitsverteidigungsebenen dieses Modells gewährleisten, dass Angriffe auf die Sicherheit einer Unternehmensnetzwerkumgebung durch einen robusten Satz von Verteidigungsmechanismen abgewehrt werden. Jeder Satz kann Angriffe auf vielen unterschiedliche Ebenen abweisen. Informationen zum Virenabwehr-Sicherheitsmodell finden Sie bei Bedarf auf der Seite "Security Content Overview" (in Englisch) auf der Microsoft TechNet-Website unter folgender Adresse:
http://www.microsoft.com/technet/security/bestprac/overview.mspx.

Weitere Informationen und hilfreiche Entwurfsbeispiele für diesen Prozess stehen Ihnen auch im MSA Reference Architecture Kit (in Englisch) auf der TechNet-Website unter folgender Adresse zur Verfügung:
http://www.microsoft.com/resources/documentation/msa/2/all/solution/en-us/msa20rak/vmhtm1.mspx.

Die folgende Abbildung zeigt die im Virenabwehr-Sicherheitsmodell definierten Ebenen:

Abbildung 3.1 Ebenen des Virenabwehr-Sicherheitsmodells

Abbildung 3.1 Ebenen des Virenabwehr-Sicherheitsmodells
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Die Ebenen in der Abbildung zeigen, welche Bereiche Ihrer Umgebung beim Entwurf der Sicherheitsverteidigung für Ihr Netzwerk zu beachten sind.

Sie können die detaillierten Definitionen jeder Ebene entsprechend den Sicherheitsprioritäten und -anforderungen Ihrer Organisation ändern. Im Rahmen dieses Leitfadens werden die folgenden einfachen Definitionen für die Ebenen des Modells verwendet:

Daten. Risiken auf der Datenebene sind auf Sicherheitslücken zurückzuführen, die ein Angreifer potenziell ausnutzen kann, um Zugriff auf Konfigurations-, Organisations- oder individuelle Daten eines einzigen Geräts zu erhalten. Speicher mit wichtigen und sensiblen Daten wie vertraulichen Geschäftsdaten, Benutzerdaten und privaten Kundeninformationen gehören z. B. dieser Ebene an. Die wichtigsten Aspekte für die Organisation sind auf dieser Ebene des Modells geschäftliche und rechtliche Probleme, die sich aus Datenverlusten oder Diebstahl ergeben können. Darüber hinaus entsteht durch mögliche Sicherheitslücken auf der Host- oder Anwendungsebene ein hohes Schadenspotenzial.

Anwendung. Risiken auf der Anwendungsebene entstehen durch Sicherheitslücken, die ein Angreifer potenziell ausnutzen kann, um auf laufende Anwendungen zuzugreifen. Jeder ausführbare Code, den ein Malwareautor außerhalb eines Betriebssystems in Anwendungen verpacken kann, lässt sich für Angriffe auf ein System verwenden. Die wichtigsten Aspekte dieser Ebene konzentrieren sich auf den Zugriff auf die Binärdateien von Anwendungen, auf Sicherheitslücken in der Anwendung sowie auf die unerwünschte Erfassung von spezifischen Daten aus dem System und deren Weiterleitung an potenzielle Angreifer.

Host. Für diese Ebene werden normalerweise von Herstellern Service Packs und Hotfixes bereitgestellt, um Malwarebedrohungen zu verhindern. Risiken auf dieser Ebene sind auf Angreifer zurückzuführen, die Sicherheitslücken in den vom Host oder Gerät angebotenen Diensten ausnutzen. Über diese Sicherheitslücken können Angreifer das System auf unterschiedliche Weise attackieren . Ein gutes Beispiel hierfür ist ein Pufferüberlauf. Dieser Zustand wird hervorgerufen, indem einem Puffer mehr Informationen hinzugefügt werden als dieser aufnehmen kann. Der wichtigste Aspekt für eine Organisation auf dieser Ebene ist, den Zugriff auf die Binärdateien des Betriebssystems sowie auf potenzielle Sicherheitslücken bei Anwendungen und Diensten des Hosts zu verhindern.

Internes Netzwerk. Die Risiken für die internen Netzwerke von Organisationen betreffen in erster Linie die über diese Netzwerke übertragenen wichtigen Daten. Mit den Verbindungsanforderungen für Clientarbeitsstationen in diesen internen Netzwerken gehen ebenfalls Risiken einher.

Perimeternetzwerk. Mit der Perimeternetzwerkebene (auch bezeichnet als DMZ-Zone, demilitarisierte Zone oder überwachtes Subnetz) zusammenhängende Risiken sind auf Angreifer zurückzuführen, die sich Zugriff auf WANs und die verbundenen Netzwerkschichten verschaffen. Die primären Risiken auf dieser Ebene des Modells betreffen die vom Netzwerk verwendeten TCP-Ports (Transmission Control Protocol) und UDP-Ports (User Datagram Protocol).

Physische Absicherung. Risiken auf der physischen Ebene entstehen durch Angreifer, die sich Zugang zu physischen Ressourcen verschaffen. Diese Ebene umfasst alle vorhergehenden Ebenen, da der physische Zugriff auf eine Ressource den Zugriff auf alle Ebenen im Virenabwehr-Sicherheitsmodell ermöglichen kann. Auf dieser Ebene des Modells müssen Organisationen mit Antivirussystemen in erster Linie verhindern, dass infizierte Dateien die Verteidigungsmechanismen des Perimeternetzwerks und des internen Netzwerks umgehen. Ein Angreifer kann dies bewerkstelligen, indem er einfach über ein Wechselmedium (z. B. ein USB-Laufwerk) eine infizierte Datei direkt auf den Hostcomputer kopiert.

Richtlinien, Verfahren und Sicherheitsbewusstsein. Alle Ebenen des Sicherheitsmodells sind von den Richtlinien und Verfahren umgeben, die Ihre Organisation für jede Ebene einrichten muss, um die jeweiligen Anforderungen einzuhalten und zu unterstützen. Dabei ist es wichtig, dass allen betroffenen Benutzern in der gesamten Organisation ein entsprechendes Sicherheitsbewusstsein vermittelt wird. In vielen Fällen kann schon die Unkenntnis über ein Risiko zu einer Sicherheitsverletzung führen. Aus diesem Grund sollten entsprechende Schulungen fester Bestandteil jeder Verteidigungsstrategie sein.

Verwenden Sie die Sicherheitsebenen des Modells als Grundlage für Ihre erfolgreiche Virenabwehr, und optimieren Sie sie, um diese für Ihre Organisation entsprechend zu gruppieren. Die Details dieser Optimierung hängen gänzlich von den Prioritäten und den verwendeten Verteidigungsmaßnahmen Ihrer Organisation ab. Wichtig ist lediglich, dass keine der Sicherheitsebenen aus der Verteidigung ausgeschlossen wird, da Sie andernfalls einen unvollständigen oder geschwächten Antivirusentwurf erhalten. Die folgende Abbildung zeigt eine spezifischere Darstellung des Sicherheitsmodells zur Virenabwehr:

Abbildung 3.2 Spezifische Darstellung des Sicherheitsmodells zur Virenabwehr

Abbildung 3.2 Spezifische Darstellung des Sicherheitsmodells zur Virenabwehr
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Die Daten-, Anwendungs- und Hostebenen können zu zwei Verteidigungsstrategien kombiniert werden: eine zum Schutz der Clients und eine zum Schutz der Server der Organisation. Obwohl für die Client- und Serververteidigungsmechanismen z. T. die gleichen Strategien verwendet werden, bestehen dennoch genügend Unterschiede, um die Verwendung separater Verteidigungsansätze zu rechtfertigen.

Die interne Netzwerkebene und die Perimeterebene können ebenfalls zu einer gemeinsamen Netzwerkverteidigungsstrategie kombiniert werden, da für beide Ebenen die gleichen Technologien verwendet werden. Die Implementierungsdetails auf jeder Ebene unterscheiden sich abhängig von der Position der Geräte sowie den verwendeten Technologien in Ihrer IT-Infrastruktur.

Clientverteidigung

Wenn Malware einen Hostcomputer erreicht, müssen die Verteidigungssysteme das Hostsystem und die dort gespeicherten Daten schützen, um eine weitere Ausbreitung der Infektion zu verhindern. Diese Verteidigungsmechanismen sind genauso wichtig wie die physischen Netzwerkverteidigungseinrichtungen in der Umgebung. Die Hostverteidigung sollte basierend auf der Annahme entworfen werden, dass die Malware alle vorhergehenden Verteidigungsebenen durchbrochen hat. Dieser Ansatz eignet sich am besten, um maximalen Schutz zu gewährleisten.

Schritte zum Virenschutz von Clients

Für Antiviruskonfigurationen von Clients stehen Ihnen zahlreiche Ansätze und Technologien zur Auswahl. In den folgenden Abschnitten werden die in diesem Zusammenhang von Microsoft ausgesprochenen Empfehlungen erläutert.

Schritt 1: Reduzieren der Angriffsfläche

Die erste Verteidigungslinie auf der Anwendungsebene dient dazu, die Angriffsfläche des Computers zu reduzieren. Alle nicht benötigten Anwendungen oder Dienste sollten entfernt oder deaktiviert werden, um die für einen Angreifer verfügbaren Möglichkeiten zur Ausnutzung des Systems zu minimieren.

Die Standardeinstellungen für Windows XP Professional-Dienste finden Sie in der Windows XP Professional-Produktdokumentation (in Englisch) auf der Microsoft-Website unter folgender Adresse: http://www.microsoft.com/resources/documentation/windows/xp/all/proddocs/en-us/sys_srv_default_settings.mspx.

Nachdem die Angriffsfläche ohne Beeinträchtigung der erforderlichen Funktionen des Systems minimiert wurde, sollte als primäre Verteidigungsmaßnahme auf dieser Ebene ein Virenscanner verwendet werden. Die Hauptaufgabe des Scanners besteht nicht nur darin, einen Angriff zu erkennen und zu verhindern, sondern auch, den Benutzer sowie ggf. die Systemadministratoren der Organisation zu benachrichtigen.

Schritt 2: Anwenden von Sicherheitsupdates

Durch die große Anzahl und Vielfalt von Clientcomputern, die mit den Netzwerken einer Organisation verbunden werden können, kann sich die Bereitstellung eines schnellen und zuverlässigen Verwaltungsdienstes für Sicherheitsupdates als schwierig erweisen. Microsoft und andere Softwareanbieter haben eine Vielzahl spezieller Tools für dieses Problem entwickelt. Microsoft bietet zurzeit die folgenden Tools zur Patchverwaltung und Sicherheitsaktualisierung an:

Windows Update. Der Windows Update-Dienst bietet für kleine Unternehmen oder Einzelpersonen sowohl einen manuellen als auch einen automatischen Prozess zum Erkennen und Downloaden der neuesten Sicherheits- und Featureupdates für die Windows-Plattform. Dieser Ansatz eignet sich allerdings nicht für größere Organisationen, die Updates vor der Client-Bereitstellung erst einmal testen möchten. Des Weiteren hat kann es hierbei vorkommen, dass jeder Client jedes Update einzeln für sich laden muss, was zu einem hohen Netzwerkbandbreitenverbrauch führt. Informationen zur Verwendung dieses Dienstes finden Sie auf der Windows Update-Homepage unter folgender Adresse:
www.windowsupdate.com.

Software Update Service. Dieser Softwareaktualisierungsdienst bietet eine Sicherheitsupdatelösung für Windows-Clients im Unternehmen. Der Dienst ermöglicht sowohl vorherige interne Tests als auch eine verteilte Verwaltung von Sicherheitsupdates und beseitigt somit die beiden oben genannten Nachteile des Windows Update-Dienstes für größere Unternehmen. Informationen zur Verwendung dieses Dienstes zum Entwickeln einer Lösung für Ihr Unternehmen finden Sie auf der Software Update Service-Homepage (in Englisch) auf der Microsoft-Website unter folgender Adresse:
http://www.microsoft.com/windowsserversystem/sus/.

Systems Management Server 2003. Microsoft Systems Management Server 2003 ist eine vollständige Verwaltungslösung für Unternehmen, die die umfassende Bereitstellung von Sicherheitsupdates und viele weitere Funktionen ermöglicht. Weitere Informationen zu dieser Lösung finden Sie auf der Systems Management Server-Homepage (in Englisch) auf der Microsoft-Website unter folgender Adresse:
http://www.microsoft.com/smserver/default.asp.

Jedes dieser Sicherheitsupdate-Tools von Microsoft bietet für bestimmte Verwendungszwecke Vorteile. Der beste Ansatz ist vermutlich die Verwendung mehrerer dieser Tools. Ziehen Sie bei der Auswahl der Sicherheitsupdatelösungen für Ihr Unternehmen ggf. den Featurevergleich auf der Seite "Choosing a Security Update Management Solution" (in Englisch) zu Rate. Diesen Vergleich finden Sie auf der Microsoft-Website unter folgender Adresse:
http://www.microsoft.com/windowsserversystem/sus/suschoosing.mspx.

Schritt 3: Aktivieren einer hostgestützten Firewall

Die hostgestützte oder persönliche Firewall ist eine wichtige Ebene in der Clientverteidigung. Diese sollte insbesondere auf Laptops aktiviert werden, die außerhalb des Unternehmensnetzwerks – also außerhalb der normalen physischen Verteidigungseinrichtungen sowie der Netzwerkverteidigung – verwendet werden können. Diese Firewalls filtern alle Daten, die in einen bestimmten Hostcomputer zu gelangen oder diesen zu verlassen versuchen.

Windows XP enthält eine einfache als Internetverbindungsfirewall (ICF) bezeichnete persönliche Firewall. Nach ihrer Aktivierung überwacht die Internetverbindungsfirewall die gesamte durch sie übertragene Kommunikation. Die Internetverbindungsfirewall stellt auch anhand einer Überprüfung der Quell- und Zieladresse jedes verarbeiteten Datenpakets sicher, dass die Kommunikation zulässig ist. Weitere Informationen zur Internetverbindungsfirewall finden Sie in der Windows XP-Hilfe und auf der Seite "Use the Internet Connection Firewall" (in Englisch) auf der Microsoft-Website unter folgender Adresse:
http://www.microsoft.com/windowsxp/pro/using/howto/networking/icf.asp.

Windows XP Service Pack 2 enthält eine Reihe bedeutender Verbesserungen der Internetverbindungsfirewall (jetzt bezeichnet als Windows-Firewall) sowie weitere sicherheitsspezifische Verbesserungen. Ein Service Pack ist ein getesteter, kumulativer Satz aller Hotfixes, Sicherheitsupdates, wichtiger Updates und Updates für seit dem Erscheinen des Produkts intern aufgedeckter Fehler. Service Packs können auch eine begrenzte Anzahl von Funktionen aufgrund von Kundenwünschen enthalten, etwa Änderungen an der Oberfläche. Informationen zu diesem Update für Windows XP finden Sie auf der Seite "Windows XP Service Pack 2" (in Englisch) auf der Microsoft TechNet-Website unter folgender Adresse:
http://www.microsoft.com/technet/prodtechnol/winxppro/maintain/winxpsp2.mspx.

Windows-Versionen vor Windows XP enthalten keine integrierte Firewall. Zum Bereitstellen von Firewalldiensten auf älteren Versionen von Windows und zum Verbessern der Firewalldienste auf Windows XP-Clients können hostgestützte Firewalllösungen von Drittanbietern installiert werden. Informationen zu diesen Firewallprodukten finden Sie auf der Seite "Frequently Asked Questions About Internal Firewalls" (in Englisch) auf der Microsoft-Website "Schützen Sie Ihren PC" unter folgender Adresse:
http://www.microsoft.com/germany/consumer/sicherheit/protect/default.mspx.

Schritt 4: Installieren von Antivirussoftware

Viele Firmen stellen Antivirusanwendungen her, und all diese Produkte versuchen, den Hostcomputer bei minimaler Beeinträchtigung der Endbenutzer und mit möglichst wenig benutzerseitigen Eingriffen zu schützen. Die meisten dieser Anwendungen bieten diesen Schutz heute bereits auf sehr effektive Weise. Zur Anpassung an neue Malware sind jedoch regelmäßige Updates erforderlich. Jede Antiviruslösung sollte durch einen integrierten Mechanismus die schnelle und nahtlose Bereitstellung von Updates der erforderlichen Signaturdateien zum Schutz vor neuer Malware oder neuen Varianten gewährleisten. Eine Signaturdatei enthält Informationen, mit deren Hilfe Antivirusprogramme Malware während einer Prüfung erkennen können. Signaturdateien werden regelmäßig von den Herstellern der Antivirusanwendung aktualisiert und müssen dann auf den Clientcomputer heruntergeladen werden.

Hinweis: Solche Updates bergen ein eigenes Sicherheitsrisiko in sich, da Signaturdateien von der Supportsite des Herstellers der Antivirusanwendung gesendet werden (normalerweise über das Internet). Wenn der Übertragungsmechanismus z. B. FTP (File Transfer Protocol) zum Abrufen der Datei verwendet wird, müssen die Perimeterfirewalls der Organisation diesen Zugriff auf den erforderlichen FTP-Server im Internet zulassen. Stellen Sie sicher, dass der Updatemechanismus für Ihre Organisation bei der Antivirus-Risikoanalyse überprüft wird und Ihren Sicherheitsanforderungen entspricht.

Aufgrund der sich schnell ändernden Malwaremuster und -techniken verwenden einige Organisationen einen Ansatz, bei dem bestimmte besonders gefährdete Benutzer mehrere Antiviruspakete auf demselben Computer ausführen müssen. Auf diese Weise soll das Risiko minimiert werden, dass Malware nicht erkannt wird. Die folgenden Benutzertypen fallen normalerweise in diese Kategorie:

Webmaster oder Benutzer, die Inhalte im Internet oder einem Intranet verwalten

Benutzer, die elektronische Medien wie CD-ROMs herstellen

Mitglieder des Entwicklungsteams, die komprimierte Dateien oder andere Produktsoftware erstellen

Beachten Sie, dass die Ausführung von Antivirusanwendungen mehrerer Anbieter auf demselben Computer Probleme verursachen kann, wenn die einzelnen Antivirusanwendungen nicht korrekt zusammenarbeiten. Die folgenden Systemprobleme können z. B. durch die gleichzeitige Ausführung mehrerer Antivirusanwendungen in der Umgebung verursacht werden:

Speicheroverhead. Viele Antivirusanwendungen verwenden Agenten, die sich im Speicher befinden, was den verfügbaren Systemspeicher reduziert.

Systemabstürze oder Abbruchfehler. Solche Abstürze und Fehler können auftreten, wenn mehrere Antivirusanwendungen dieselbe Datei gleichzeitig überprüfen.

Leistungsabnahme. Da Antivirusanwendungen Dateien nach böswilligem Code durchsuchen, kann die Systemleistung abnehmen. Bei Verwendung mehrerer Anwendungen werden die Prüfungen wiederholt ausgeführt, was eine inakzeptable Abnahme der Systemleistung zur Folge haben kann.

Verlust des Systemzugriffs. Die gleichzeitige Aktivierung mehrerer Antivirusanwendungen beim Systemstart kann dazu führen, dass das System heruntergefahren wird. Dieses Problem tritt hauptsächlich in älteren Versionen von Windows auf, z. B. in Microsoft Windows® NT und Windows 9x.

Aus diesen Gründen wird von der Verwendung mehrerer Antivirusanwendungen auf demselben Computer abgeraten.

Ein alternativer Ansatz besteht darin, für die Client-, Server- und Netzwerkverteidigungsmaßnahmen jeweils Antivirussoftware unterschiedlicher Anbieter zu verwenden. Dieser Ansatz ermöglicht eine konsistente Überprüfung dieser verschiedenen Bereiche der Infrastruktur mit unterschiedlichen Scanmodulen. Auf diese Weise verringert sich das Risiko für die gesamte Virenabwehr, wenn das Produkt eines Herstellers einen Angriff nicht erkennt.

Weitere Informationen zu Anbietern von Antivirusprodukten finden Sie auf der Seite "Microsoft Antivirus Partners" (in Englisch) auf der Microsoft-Website unter folgender Adresse:
http://www.microsoft.com/security/partners/antivirus.asp.

Weitere Informationen zur Antivirussoftware für Windows XP finden Sie auf der Seite "Microsoft Windows Catalog Antivirus" (in Englisch) auf der Microsoft-Website unter http://go.microsoft.com/fwlink/?LinkId=28506.

Schritt 5: Test mit Sicherheitslückenscannern

Nachdem Sie ein System konfiguriert haben, sollten Sie durch regelmäßige Tests sicherstellen, dass keine Sicherheitslücken vorhanden sind. Für diesen Vorgang stehen Ihnen mehrere Anwendungen zur Verfügung, die nach Sicherheitslücken suchen, die Malware und Hackern ausnutzen. Die besten dieser Tools aktualisieren regelmäßig ihre eigenen Scanroutinen, um die jeweils neuesten Sicherheitslücken in Ihrem Computersystem zu erkennen.

Der Microsoft Baseline Security Analyzer (MBSA) ist z. B. ein Sicherheitslückenscanner, der allgemeine Sicherheitskonfigurationsprobleme erkennen kann. Der Scanner überprüft auch, ob der Host mit den neuesten Sicherheitsupdates konfiguriert ist.

Weitere Informationen zu diesem kostenlosen Konfigurationstool finden Sie auf der Seite "Microsoft Baseline Security Analyzer V1.2" (in Englisch) auf der TechNet-Website unter http://www.microsoft.com/technet/security/tools/mbsahome.mspx.

Schritt 6: Vorgabe von Richtlinien, dass Benutzer nur geringe Berechtigungen besitzen

Ein weiterer wichtiger Aspekt der Clientverteidigung sind die den Benutzern beim normalen Betrieb zugewiesenen Berechtigungen. Um die Auswirkung einer auf die Ausnutzung von Benutzerberechtigungen abzielenden Malware zu minimieren, empfiehlt Microsoft die Verwendung einer Richtlinie, die möglichst geringe Berechtigungen gewährt. Eine solche Richtlinie ist insbesondere für Benutzer mit lokalen Administratorrechten wichtig. Entfernen Sie ggf. Berechtigungen für alltägliche Operationen, und verwenden Sie stattdessen den Befehl RunAs zum Starten der erforderlichen Verwaltungstools.

Muss ein Benutzer z. B. eine Anwendung installieren, die Administratorrechte erfordert, kann er an der Eingabeaufforderung den folgenden Installationsbefehl ausführen, um das Setupprogramm mit entsprechenden Berechtigungen zu starten:

runas /user:mydomain\admin "setup.exe"

Sie können direkt über den Microsoft Windows-Explorer auf dieses Feature zugreifen, indem Sie die folgenden Schritte ausführen:

So führen Sie ein Programm mit Administratorrechten aus

1.

Markieren Sie im Windows-Explorer das zu öffnende Programm oder Tool, z. B. ein MMC-Snap-In (Microsoft Management Console) oder die Systemsteuerung.

2.

Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das Programm oder Tool, und wählen Sie den Befehl Ausführen als.

Hinweis: Wenn der Befehl Ausführen als nicht verfügbar ist, drücken Sie die UMSCHALTTASTE, während Sie mit der rechten Maustaste auf das Tool klicken.

3.

Wählen Sie im Dialogfeld Ausführen als die Option Folgender Benutzer aus.

4.

Geben Sie den Benutzernamen und das Kennwort für das gewünschte Administratorkonto in die Felder Benutzername und Kennwort ein.

Schritt 7: Einschränken von nicht autorisierten Anwendungen

Wenn eine Anwendung einen Dienst für das Netzwerk bereitstellt, z. B. Microsoft Instant Messenger oder einen Webdienst, kann sie theoretisch zum Ziel eines Malwareangriffs werden. Sie können im Rahmen Ihrer Virenabwehr ggf. eine Liste der autorisierten Anwendungen für die Organisation erstellen. Durch die Installation einer nicht autorisierten Anwendung auf einem der Clientcomputer werden möglicherweise alle Clients und die auf ihnen gespeicherten Daten einem höheren Risiko von Malwareangriffen ausgesetzt.

Wenn Ihre Organisation die Verwendung von nicht autorisierten Anwendungen einschränken möchte, können Sie Benutzern mithilfe entsprechender Windows-Gruppenrichtlinien die Ausführung von nicht autorisierter Software verweigern. Die Verwendung von Gruppenrichtlinien wurde bereits umfassend dokumentiert. Ausführliche Informationen stehen Ihnen im Windows Server 2003 Group Policy Technology Center (in Englisch) auf der Microsoft-Website unter folgender Adresse zur Verfügung:
www.microsoft.com/windowsserver2003/technologies/management/grouppolicy/.

Der spezifische Gruppenrichtlinienbereich für dieses Feature wird als "Richtlinien für Softwareeinschränkung" bezeichnet und ist über das Gruppenrichtlinien-MMC-Snap-In verfügbar. Das Gruppenrichtlinienfenster in der folgenden Abbildung zeigt, wo Sie jeweils für Computer und Benutzer die Richtlinien für Softwareeinschränkung einstellen können:

Abbildung 3.3 Pfad der Ordner "Richtlinien für Softwareeinschränkung" im Gruppenrichtlinien-MMC-Snap-In

Abbildung 3.3 "Richtlinien für Softwareeinschränkung" im Gruppenrichtlinien-MMC-Snap-In
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Führen Sie die folgenden Schritte aus, um direkt über einen Windows XP-Client auf dieses Snap-In zuzugreifen:

1.

Klicken Sie im Menü Start auf Ausführen.

2.

Geben Sie "secpol.msc" ein, und klicken Sie dann auf OK.

Eine detaillierte Erläuterung aller möglichen Einstellungen geht über den Rahmen dieses Leitfadens hinaus. Der Artikel "Using Software Restriction Policies to Protect Against Unauthorized Software" (in Englisch) auf der TechNet-Website unter:
http://www.microsoft.com/technet/prodtechnol/winxppro/maintain/rstrplcy.mspx enthält jedoch eine ausführliche Anleitung zur Verwendung dieses leistungsstarken Features des Betriebssystems Windows XP Professional.

Warnung: Gruppenrichtlinien sind eine extrem leistungsfähige Technologie und erfordern für die erfolgreiche Implementierung eine sorgfältige Konfiguration und umfassende Kenntnisse. Nehmen Sie nur dann direkte Änderungen an diesen Einstellungen vor, wenn Sie mit den Richtlinieneinstellungen vertraut sind und die Ergebnisse einer Änderung auf einem Nicht-Produktivsystem getestet haben.

Antiviruseinstellungen für Clientanwendungen

Die folgende Abschnitte enthalten Richtlinien zur Konfiguration spezifischer Clientanwendungen, die das Opfer von Malware werden können.

E-Mail-Clients

Auch wenn es Malware gelingt, die Verteidigungsmaßnahmen auf der Netzwerk- und E-Mail-Serverebene zu durchbrechen, können Sie mit entsprechenden Einstellungen einen zusätzlichen Schutz für den E-Mail-Client erzielen.

Die Fähigkeit des Benutzers, E-Mail-Anlagen direkt zu öffnen, ist generell einer der zwei wichtigsten Propagierungswege für Malware auf dem Client. Diese Fähigkeit sollte in den E-Mail-Systemen Ihrer Organisation eingeschränkt werden. Wenn dies nicht möglich ist, können in einigen E-Mail-Clients zusätzliche Schritte konfiguriert werden, die der Benutzer vor dem Öffnen einer Anlage ausführen muss. In Microsoft Outlook® und Outlook Express stehen Ihnen z. B. folgende Funktionen zur Verfügung:

Verwenden von Internet Explorer-Sicherheitszonen zum Deaktivieren von aktivem Inhalt in HTML-E-Mail-Nachrichten

Aktivieren einer Einstellung, durch die Benutzer E-Mail-Nachrichten nur im Klartext anzeigen können

Verhindern des Sendens von E-Mail-Nachrichten durch Programme ohne spezifische Genehmigung durch den Benutzer

Blockieren von unsicheren E-Mail-Anlagen

Informationen zum Konfigurieren dieser Features finden Sie im Microsoft Knowledge Base-Artikel "291387 - OLEXP: Using Virus Protection features in Outlook Express 6" (in Englisch) unter folgender Adresse:
http://support.microsoft.com/?kbid=291387.

Microsoft Outlook 2003 enthält zusätzliche Features zum Schutz vor Malware und Junk-E-Mail (oder Spam-E-Mail). Informationen zur Konfiguration dieser Features finden Sie auf der Seite Customizing Outlook 2003 to Help Prevent Viruses (in Englisch) auf der Microsoft-Website unter folgender Adresse:
www.microsoft.com/office/ork/2003/three/ch12/.

Desktopanwendungen

Da die Leistungsfähigkeit von Desktopanwendungen im Laufe der Zeit zugenommen hat, sind sie auch zu einem Ziel für Malware geworden. Makroviren verwenden von Textverarbeitungs- und Tabellenkalkulationsanwendungen oder von anderen makrofähigen Anwendungen erstellte Dateien, um sich selbst zu replizieren.

Sie sollten möglichst durch entsprechende Maßnahmen sicherstellen, dass in allen mit diesen Dateien arbeitenden Anwendungen in Ihrer Umgebung die am Besten geeigneten Sicherheitseinstellungen aktiviert sind. Informationen zum Schützen von Microsoft Office 2003-Anwendungen finden Sie auf der Seite "Best practices for protection from viruses" (in Englisch) auf der Microsoft-Website unter folgender Adresse:
http://go.microsoft.com/fwlink/?LinkId=28509.

Instant Messaging-Anwendungen

Das Phänomen des Instant Messaging hat dazu beigetragen, die Benutzerkommunikation in der ganzen Welt zu verbessern. Leider ist dadurch aber auch eine weitere Anwendungsform entstanden, die Malware das Eindringen in Ihr System ermöglichen kann. Textnachrichten stellen zwar keine direkte Malwarebedrohung dar, die meisten Instant Messenger-Clients bieten aber zusätzliche Dateiübertragungsfunktionen, um die Kommunikationsmöglichkeiten des Benutzers zu verbessern. Das Zulassen von Dateiübertragungen bietet potenziellen Malwareangriffen eine direkte Route in das Netzwerk eines Unternehmens.

Netzwerkfirewalls können diese Dateiübertragungen blockieren, indem sie einfach die für diese Kommunikation verwendeten Ports filtern. Microsoft Windows- und MSN® Messenger-Clients verwenden z. B. einen Bereich von TCP-Ports zwischen 6891 und 6900 zum Übertragen von Dateien. Wenn die Perimeterfirewall diese Ports blockiert, kann folglich keine Dateiübertragung über Instant Messaging stattfinden. Mobile Clientcomputer sind jedoch nur geschützt, während sie sich im Netzwerk des Unternehmens befinden. Aus diesem Grund können Sie ggf. die hostgestützte Firewall auf Ihren Clients zum Blockieren dieser Ports konfigurieren und dadurch einen Schutz für die mobilen Clients der Organisation bereitstellen, wenn diese sich außerhalb Ihrer Netzwerkverteidigung befinden.

Wenn Ihre Organisation diese Ports nicht blockieren kann, da sie von anderen erforderlichen Anwendungen verwendet werden oder die Dateiübertragung benötigt wird, sollten Sie sicherstellen, dass alle Dateien vor der Übertragung einer Malwareprüfung unterzogen werden. Wenn Ihre Clientarbeitsstationen keinen Echtzeitvirenscanner verwenden, sollten Sie die Instant Messaging-Anwendung so konfigurieren, dass übertragene Dateien unmittelbar nach ihrem Empfang zur Prüfung an eine Antivirusanwendung weitergeleitet werden. Sie können z. B. MSN Messenger zum automatischen Überprüfen von übertragenen Dateien konfigurieren. Die folgenden Schritte zeigen, wie Sie dieses Sicherheitsfeature aktivieren:

Hinweis: Die mit Windows XP gelieferte Windows Messenger-Anwendung unterstützt dieses Feature nicht. Für diese Anwendung sollte ein Echtzeitvirenscanner verwendet werden.

So überprüfen Sie von MSN Messenger übertragene Dateien

1.

Klicken Sie im Hauptfenster von MSN Messenger auf das Menü Extras, und klicken Sie dann auf Optionen.

2.

Klicken Sie auf die Registerkarte Nachrichten.

3.

Aktivieren Sie unter Dateiübertragung das Kontrollkästchen Dateien nach Viren überprüfen mit.

4.

Klicken Sie auf Durchsuchen, wählen Sie die von Ihnen verwendete Virenscansoftware aus, und klicken Sie dann auf OK.

Hinweis: Für die Auswahl der richtigen ausführbaren Datei und der entsprechenden Befehlsparameter sind möglicherweise weitere Informationen vom Hersteller Ihrer Virenscansoftware erforderlich.

Nachdem Sie diese Schritte ausgeführt haben, überprüft Ihre Antivirussoftware automatisch alle über MSN Messenger auf dem Client empfangenen Dateien.

Hinweis: Ihr Virenscantool erfordert u. U. weitere Konfigurationsschritte zur Absicherung der Instant Messaging-Anwendung. Weitere Informationen finden Sie in den Anweisungen für die Software.

Webbrowser

Bevor Sie Code aus dem Internet downloaden oder ausführen, müssen Sie sicherstellen, dass dieser aus einer bekannten und zuverlässigen Quelle stammt. Die Benutzer sollten sich nicht nur auf das Erscheinungsbild oder die Adresse der Site verlassen, da sowohl Webseiten als auch Adressen gefälscht sein können.

Eine Reihe unterschiedlicher Techniken und Technologien wurden entwickelt, um der Webbrowseranwendung eines Benutzers das Überprüfen der Zuverlässigkeit einer besuchten Website zu ermöglichen. Microsoft Internet Explorer verwendet z. B. die Microsoft Authenticode®-Technologie, um die Identität von heruntergeladenem Code zu bestätigen. Die Authenticode-Technologie überprüft, ob der Code über ein gültiges Zertifikat verfügt, die Identität des Softwareherausgebers mit dem Zertifikat übereinstimmt und das Zertifikat noch gültig ist. Durch diese Tests werden die Chancen eines Angreifers reduziert, böswilligen Code auf Ihr System zu übertragen.

In den meisten gängigen Webbrowseranwendungen kann die Stufe des automatisierten Zugriffs für Code, der von einem Webserver ausgeführt wird, beschränkt werden. Internet Explorer verwendet Sicherheitszonen, um zu verhindern, dass Webinhalt potenziell schädliche Operationen auf dem Client ausführt. Die Sicherheitszonen basieren auf der Quelle (Zone), von denen der Webinhalt stammt.

Wenn Sie z. B. sicher sind, dass alle im Intranet Ihrer Organisation heruntergeladenen Inhalte sicher sind, können Sie die Sicherheitseinstellungen der Clients für die lokale Intranetzone auf eine niedrige Stufe einstellen, um Benutzern das Downloaden von Inhalt aus dem Intranet mit wenigen oder sogar ohne Einschränkungen zu erlauben. Wenn sich die Quelle des Downloads jedoch in der Internetzone oder der Zone für eingeschränkte Sites befindet, können Sie die Sicherheitseinstellungen der Clients auf eine mittlere oder hohe Stufe einstellen. Bei Verwendung dieser Einstellungen zeigen die Clientbrowser vor dem Download Informationen zum Zertifikat des Inhalts an, oder sie verhindern den Download des Inhalts.

Peer-to-Peer-Anwendungen

Durch die Einführung von internetweiten Peer-to-Peer-Anwendungen (P2P) ist es einfacher denn je, Dateien ausfindig zu machen und mit anderen Personen auszutauschen. Unglücklicherweise hat diese Situation zu einer Reihe von Malwareangriffen geführt, bei denen diese Anwendungen verwendet wurden, um Dateien auf die Computer anderer Benutzer zu replizieren. Würmer wie "W32.HLLW.Sanker" versuchten, P2P-Anwendungen wie Kazaa zu Replikationszwecken zu nutzen. Für Malware, die auf die Verwendung von Peer-to-Peer-Anwendungen ausgerichtet ist, gibt es viele weitere Beispiele, z. B. "Morpheus" und "Grokster".

Die Sicherheitsprobleme von P2P-Anwendungen haben nur wenig mit den Clientprogrammen selbst zu tun. Diese Probleme hängen vielmehr mit der Tatsache zusammen, dass diese Anwendungen direkte Routen zwischen Computern bereitstellen können, über die Inhalt ohne geeignete Sicherheitsprüfungen übertragen werden kann.

Microsoft empfiehlt, die Anzahl der mit diesen Anwendungen arbeitenden Clients in der Organisation möglichst zu beschränken. Sie können die zuvor beschriebenen Windows-Richtlinien für Softwareeinschränkung verwenden, um Benutzer an der Ausführung von Peer-to-Peer-Anwendungen zu hindern. Wenn dies in Ihrer Umgebung nicht möglich ist, muss das durch diese Anwendungen erhöhte Risiko für die Clients in der Umgebung in den Sicherheitsrichtlinien zur Virenabwehr berücksichtigt werden.

Serververteidigung

Die Serververteidigungsmaßnahmen in Ihrer Umgebung haben viel mit den Clientverteidigungsmaßnahmen gemeinsam: Beide versuchen, dieselbe grundlegende PC-Umgebung zu schützen. Der wichtigste Unterschied besteht darin, dass hinsichtlich der Zuverlässigkeit und Leistung im Allgemeinen höhere Anforderungen an die Serververteidigung gestellt werden. Zudem führen die von vielen Servern in der Infrastruktur einer Organisation ausgeführten dedizierten Rollen häufig zu einer spezialisierten Verteidigungslösung. In den folgenden Abschnitten werden die wichtigsten Unterschiede zwischen der Serververteidigung und der zuvor erläuterten Clientverteidigung beschrieben.

Schritte zum Virenschutz von Servern

Antiviruskonfigurationen für Server variieren abhängig von der Rolle und den bereitgestellten Diensten des jeweiligen Servers erheblich. Das Minimieren der Angriffsfläche eines Servers wird häufig als Härten bezeichnet. Zum Härten von Windows Server 2003 mit verschiedenen typischen Rollen in einer Organisation ist eine hervorragende Anleitung verfügbar. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie auf der Seite "Serversicherheit - Übersicht" auf der Microsoft-Website unter folgender Adresse:
/germany/technet/sicherheit/themen/serversecurity.mspx.

Vier der grundlegenden Schritte zum Virenschutz der Server in der Organisation sind mit denen für die Clients identisch.

1.

Reduzieren der Angriffsfläche. Entfernen Sie nicht erwünschte Dienste und Anwendungen von den Servern, um ihre Angriffsfläche zu minimieren.

2.

Anwenden von Sicherheitsupdates. Stellen Sie möglichst sicher, dass auf allen Servercomputern die aktuellsten Sicherheitsupdates installiert werden. Führen Sie bei Bedarf weitere Tests aus, um zu gewährleisten, dass die Funktion wichtiger Server nicht durch fehlende neue Updates beeinträchtigt wird.

3.

Aktivieren der hostgestützten Firewall. Windows Server 2003 enthält eine hostgestützte Firewall, mit der Sie die Angriffsfläche Ihrer Server reduzieren und nicht erwünschte Dienste und Anwendungen entfernen können.

4.

Test mit Sicherheitslückenscannern. Verwenden Sie den MBSA in Windows Server 2003, um mögliche Sicherheitslücken in einer Serverkonfiguration zu identifizieren. Um eine möglichst stabile Konfiguration zu gewährleisten, empfiehlt Microsoft die Verwendung von MBSA und anderer spezieller Sicherheitslückenscanner.

Neben diesen allgemeinen Schritten zum Virenschutz sollten Sie die Verwendung der folgenden serverspezifischen Software für die Virenverteidigungslösung Ihrer Server in Erwägung ziehen.

Allgemeine Antivirussoftware für Server

Der wichtigste Unterschied zwischen Antivirusanwendungen für die Clientumgebungen (z. B. Windows XP) und denen für die Serverumgebungen (z. B. Windows Server 2003) liegt in der Integration zwischen dem servergestützten Scanner und servergestützten Diensten wie Messaging- oder Datenbankdiensten. Viele servergestützte Antivirusanwendungen bieten zudem Remoteverwaltungsfunktionen, um die Notwendigkeit des physischen Zugriffs auf die Serverkonsole zu minimieren.

Die folgenden weiteren wichtigen Faktoren sind bei der Auswahl der Antivirussoftware für die Serverumgebung zu berücksichtigen:

CPU-Auslastung während der Prüfung. In einer Serverumgebung ist die CPU-Auslastung ein kritischer Faktor für die Fähigkeit des Servers, seine primäre Rolle für die Organisation auszuführen.

Anwendungszuverlässigkeit. Ein Systemabsturz auf einem wichtigen Rechenzentrumsserver hat sehr viel größere Auswirkungen als der Absturz einer einzelnen Arbeitsstation. Daher empfiehlt Microsoft zum Gewährleisten der Systemzuverlässigkeit die Durchführung sorgfältiger Tests für alle servergestützten Antivirusanwendungen.

Verwaltungsoverhead. Eine Antivirusanwendung mit der Möglichkeit zur zentralen, automatisierten Verwaltung kann den Arbeitsaufwand für die Serververwaltungsteams in der Organisation reduzieren.

Anwendungsinteroperabilität. Die Antivirusanwendung sollte mit den vom Produktionsserver ausgeführten Diensten und Anwendungen getestet werden, um sicherzustellen, dass keine Interoperabilitätsprobleme vorliegen.

Eine Liste der für die Verwendung mit Windows Server 2003 zertifizierten Antivirusanwendungen finden Sie auf der Seite "Business Solutions, Security" (in Englisch) des Windows Server-Katalogs unter http://go.microsoft.com/fwlink/?linkid=28510.

Rollenspezifische Antiviruskonfigurationen und -software

Für spezifische Serverrollen im Unternehmen stehen spezialisierte Antiviruskonfigurationen, -tools und -anwendungen zur Verfügung. Die folgenden Serverrollen können z. B. von dieser spezialisierten Virenabwehr profitieren:

Webserver, z. B. auf Basis von Microsoft Internetinformationsdienste (IIS)

Messagingserver, z. B. Microsoft Exchange 2003

Datenbankserver, z. B. Server, die Microsoft SQL Server™ 2000 ausführen

Collaboration-Server, z. B. Server, die Microsoft Windows SharePoint™-Dienste und Microsoft Office SharePoint Portal Server™ 2003 ausführen

Anwendungsspezifische Antiviruslösungen bieten im Allgemeinen einen besseren Schutz und eine höhere Leistung, da sie nicht unterhalb des Dienstes auf der Dateisystemebene arbeiten, sondern für die Integration mit einem spezifischen Dienst konzipiert sind. Alle in diesem Abschnitt beschriebenen Serverrollen sind für Informationen verantwortlich, die für einen auf der Dateisystemebene arbeitenden Virenscanner nicht zugänglich sind. Dieser Abschnitt enthält auch Informationen zu jeder dieser Serverrollen und zu den von Microsoft empfohlenen spezifischen Antiviruskonfigurationen, -tools und -anwendungen für diese Rollen.

Webserver

Eine Zeit lang waren Webserver in allen Organisationstypen das Ziel von Sicherheitsangriffen. Unabhängig davon, ob ein Angriff von Malware wie "CodeRed" oder einem Hacker stammt, der die Website einer Organisation zu verunstalten versucht, müssen die Sicherheitseinstellungen auf den Webservern entsprechend konfiguriert werden, um die Verteidigung gegen diese Angriffe zu maximieren. Mit dem Schutz von IIS-Servern im Netzwerk betraute Systemadministratoren finden eine spezielle Anleitung zu diesem Thema in "Kapitel 8 - Sichern von IIS-Servern" des Windows Server 2003 – Sicherheitshandbuchs auf der Microsoft-Website unter folgender Adresse:
/germany/technet/datenbank/articles/900124.mspx.

Neben dieser Anleitung sind einige kostenlose Tools zum Download verfügbar. Diese Tools führen eine Reihe von Sicherheitskonfigurationen automatisch für IIS aus. Das IIS Lockdown-Tool ist z. B. auf der Microsoft-Website unter folgender Adresse verfügbar:
http://www.microsoft.com/technet/security/tools/locktool.mspx.

Mit diesem Tool wird der Webserver angepasst, um nur die für seine Rolle erforderlichen Dienste bereitzustellen und somit die Angriffsfläche des Servers zu reduzieren.

UrlScan ist ein weiteres Sicherheitstool, das die von IIS verarbeiteten HTTP-Anforderungstypen beschränkt. Durch die Blockierung bestimmter HTTP-Anforderungen verhindert UrlScan, dass potenziell schädliche Anforderungen den Server erreichen. Sie können UrlScan 2.5 auf normalem Wege auf Servern mit IIS 4.0 oder höher installieren. Weitere Informationen zu UrlScan finden Sie auf der Seite "UrlScan Security Tool" (in Englisch) auf der Microsoft-Website unter folgender Adresse:
http://www.microsoft.com/technet/security/tools/urlscan.mspx.

Messagingserver

Beim Entwerfen einer effektiven Antiviruslösung für die E-Mail-Server in der Organisation müssen zwei Ziele im Auge behalten werden. Das erste Ziel ist der Schutz der Server selbst vor Malware. Das zweite Ziel besteht darin, Malware daran zu hindern, vom E-Mail-System in die Postfächer der Benutzer zu gelangen. Die auf Ihren E-Mail-Servern installierte Antiviruslösung muss die Umsetzung beider Ziele gewährleisten.

Im Allgemeinen können standardmäßige mittels Dateiprüfung arbeitende Antiviruslösungen nicht verhindern, dass ein E-Mail-Server Malware als Anlagen an Clients weiterleitet. Auch die einfachsten E-Mail-Dienste speichern E-Mail-Nachrichten in einer Datenbank (auch bezeichnet als der Nachrichtenspeicher). Eine typische Antiviruslösung mit Dateiprüfung kann nicht auf den Inhalt einer solchen Datenbank zugreifen. In der Tat könnte eine solche Antiviruslösung einen Nachrichtenspeicher beschädigen, wenn ihr das Durchführen einer Prüfung über eine Laufwerkszuordnung erlaubt wird (z. B. das Laufwerk "M:" in Exchange Server 5.5 und Exchange Server 2000).

Die Antiviruslösung muss daher entsprechend der verwendeten E-Mail-Lösung ausgewählt werden. Viele Hersteller von Antivirussoftware bieten dedizierte Versionen ihrer Software für spezifische E-Mail-Server an. Diese Programme überprüfen, ob die durch das E-Mail-System gesendeten Nachrichten Malware enthalten. Zwei grundlegende Typen von Antiviruslösungen sind verfügbar:

SMTP-Gatewayscanner. Diese SMTP-gestützten (Simple Mail Transfer Protocol) E-Mail-Scanlösungen werden gewöhnlich als "Antivirus-Gatewaylösungen" bezeichnet. Sie bieten den Vorteil, dass sie nicht an ein bestimmtes E-Mail-Serverprodukt gebunden sind, sondern mit allen SMTP-E-Mail-Diensten eingesetzt werden können. Aufgrund ihrer Abhängigkeit vom SMTP-E-Mail-Protokoll weisen diese Lösungen hinsichtlich der erweiterten Features jedoch Einschränkungen auf.

Integrierte Serverscanner. Diese spezialisierten Antivirusanwendungen arbeiten direkt mit einem bestimmten E-Mail-Serverprodukt zusammen. Diese Anwendungen bieten eine Reihe von Vorteilen. Sie können z. B. direkt in erweiterte Serverfeatures integriert werden und verwenden die gleiche Hardware wie der E-Mail-Server.

Microsoft Exchange enthält eine Virus-API (VAPI) benannte, spezifische Antivirus-API (Anwendungsprogrammierschnittstelle), auch als Antivirus-API (AVAPI) oder Virenscan-API (VSAPI) bezeichnet. Diese API wird von spezialisierten Exchange Server-Antivirusanwendungen verwendet, um auf sichere und zuverlässige Weise einen vollständigen Messagingschutz auf Exchange-E-Mail-Servern bereitzustellen. Weitere Informationen zu dieser API finden Sie im Microsoft Knowledge Base-Artikel "328841 – XADM: Exchange and Antivirus Software" (in Englisch) auf der Microsoft-Website unter folgender Adresse:
http://support.microsoft.com/?kbid=328841.

Datenbankserver

Vier Hauptelemente müssen beim Planen der Virenabwehrstrategie für einen Datenbankserver bedacht werden:

Host. Dies sind die Server, auf denen die Datenbank ausgeführt wird.

Datenbankdienste. Hierbei handelt es sich um die verschiedenen Anwendungen, die auf dem Host ausgeführt werden, der den Datenbankdienst im Netzwerk bereitstellt.

Datenspeicher. Dies sind die in der Datenbank gespeicherten Daten.

Datenkommunikation. Hier geht es um die Verbindungen und Protokolle, die der Datenbankhost und anderen Hosts im Netzwerk verwenden.

Da die Daten im Datenspeicher nicht direkt ausführbar sind, wird im Allgemeinen davon ausgegangen, dass für die Datenspeicher selbst keine Prüfungen erforderlich sind. Zurzeit sind keine bedeutenden speziell für Datenspeicher konzipierten Antivirusanwendungen verfügbar. Der Host, die Datenbankdienste und die Datenkommunikation des Datenbankservers müssen beim Planen der Antiviruskonfigurationen jedoch berücksichtigt werden.

Die Hostplatzierung und -konfiguration sollten speziell im Hinblick auf die Malwarebedrohungen überprüft werden. Im Allgemeinen rät Microsoft davon ab, Datenbankserver im Perimeternetzwerk der IT-Infrastruktur zu platzieren. Dies gilt insbesondere dann, wenn auf den Servern wichtige Daten gespeichert werden. Wenn jedoch ein solcher Datenbankserver im Perimeternetzwerk platziert werden muss, konfigurieren Sie ihn entsprechend, um das Risiko einer Malwareinfektion zu minimieren.

Wenn Ihre Organisation SQL Server verwendet, finden Sie in der folgenden Anleitung weitere Informationen zu spezifischen Konfigurationsrichtlinien gegen Malwareangriffe:

Microsoft Knowledge Base-Artikel "309422 – INF: Consideration for a Virus Scanner On a Computer That Is Running SQL Server" (in Englisch) auf der Microsoft-Website unter folgender Adresse:
http://support.microsoft.com/?kbid=309422.

Seite Security Resources (in Englisch) für Microsoft SQL Server auf der Microsoft-Website unter folgender Adresse:
www.microsoft.com/sql/techinfo/administration/2000/security/.

Der Wurm "Slammer" richtete seinen Angriff direkt gegen SQL Server. Dieser Angriff hat gezeigt, wie wichtig der Schutz der Computer mit SQL Server-Datenbanken ist – unabhängig davon, ob sie sich im Perimeternetzwerk oder im internen Netzwerk befinden.

Informationen und Software zum Schützen Ihrer SQL Server-Systeme vor dem Wurm "Slammer" finden Sie auf der Seite "Finding and Fixing Slammer Vulnerabilities" (in Englisch) auf der Microsoft-Website unter folgender Adresse:
http://www.microsoft.com/security/incident/slammer.mspx.

Collaboration-Server

Collaboration-Server sind für Malwareangriffe aufgrund ihrer Funktion und Beschaffenheit besonders gefährdet. Wenn Benutzer Dateien auf die Server und von den Servern kopieren, werden Server und andere Benutzer im Netzwerk dadurch möglicherweise einem Malwareangriff ausgesetzt. Microsoft empfiehlt, die Collaboration-Server in Ihrer Umgebung (z. B. die Server, auf denen die Windows SharePoint Services oder SharePoint Portal Server 2003 ausgeführt werden) durch eine Antivirusanwendung zu schützen, die alle aus dem und in den Collaboration-Speicher kopierten Dateien überprüfen kann. Ausführliche Anweisungen zum Schutz dieser Dienste finden Sie auf der Seite "Configuring Antivirus Protection" des Administrators Guide for Windows SharePoint Services (in Englisch) auf der Microsoft-Website unter folgender Adresse:
http://www.microsoft.com/resources/documentation/wss/2/all/adminguide/en-us/stse11.mspx.

Informationen zu spezieller Antivirussoftware für die Integration mit Windows SharePoint Services und SharePoint Portal Server 2003 finden Sie auf der Seite "Solutions Directory" (in Englisch) auf Microsoft Office Online unter folgender Adresse:
http://go.microsoft.com/fwlink/?linkid=13276.

Netzwerkverteidigungsebene

Bei der Mehrzahl der bekannten Malwarezwischenfälle handelt es sich um über das Netzwerk ausgeführte Angriffe. Normalerweise werden Malwareangriffe unternommen, um Sicherheitslücken in der Netzwerkperimeterverteidigung auszunutzen und der Malware den Zugriff auf Hostgeräte innerhalb der IT-Infrastruktur der Organisation zu ermöglichen. Diese Geräte können Clients, Server, Router oder sogar Firewalls sein. Eines der schwierigsten Probleme der Virenabwehr auf dieser Ebene ist das Herstellen eines Gleichgewichts zwischen den Featureanforderungen der Benutzer der IT-Systeme einerseits und den zum Erstellen einer effektiven Verteidigung erforderlichen Beschränkungen andererseits. Wie viele der letzten Angriffe verwendete der Wurm "MyDoom" z. B. eine E-Mail-Anlage, um sich selbst zu replizieren. Aus der Perspektive einer IT-Infrastruktur betrachtet ist das Blockieren aller eingehenden Anlagen die einfachste und sicherste Option. Aufgrund der Anforderungen der E-Mail-Benutzer in Ihrer Organisation ist dies jedoch wahrscheinlich nicht realisierbar. Die Anforderungen der Organisation müssen gegen das akzeptable Risiko abgewägt werden, um einen geeigneten Kompromiss zu finden.

Viele Organisationen wählen für ihren Netzwerkentwurf einen aus mehreren Ebenen bestehenden Ansatz, der sowohl interne als auch externe Netzwerkstrukturen verwendet. Microsoft empfiehlt diesen mehrstufigen Ansatz, da er dem Virenabwehr-Sicherheitsmodell direkt entspricht.

Hinweis: Heutzutage wird das interne Netzwerk vermehrt in Sicherheitszonen unterteilt, um einen Perimeter für jede Zone zu schaffen. Microsoft empfiehlt auch diese Option, da sie die Gefährdung des internen Netzwerks durch Malwareangriffe insgesamt reduziert. In diesem Leitfaden wird jedoch nur eine Netzwerkverteidigungslösung beschrieben. Wenn Sie die Verwendung eines Perimeters und mehrerer interner Netzwerke planen, können Sie diese Anleitung direkt auf jedes Netzwerk anwenden.

Die primären Netzwerkverteidigungsmaßnahmen für die Organisationen werden als Perimeternetzwerkverteidigung bezeichnet. Diese Verteidigungsmaßnahmen sollen verhindern, dass Malware über einen externen Angriff in das Netzwerk Ihrer Organisation gelangt. Wie zuvor in diesem Kapitel beschrieben, zielt der typische Malwareangriff darauf ab, Dateien auf einen Zielcomputer zu kopieren. Dementsprechend muss die Virenabwehr mit den allgemeinen Sicherheitsmaßnahmen des Unternehmens zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass der Zugriff auf die Daten der Organisation nur für korrekt autorisierte Personen und auf sichere Weise möglich ist (z. B. über eine verschlüsselte VPN-Verbindung). Weitere Informationen zum Erstellen eines sicheren Perimeternetzwerkentwurfs finden Sie in der Microsoft Systems Architecture 2.0-Anleitung (in Englisch) auf der TechNet-Website unter folgender Adresse:
http://www.microsoft.com/resources/documentation/msa/2/all/solution/en-us/default.mspx.

Hinweis: WLANs (drahtlose lokale Netzwerke) und VPNs (virtuelle private Netzwerke) sollten ebenfalls als Perimeternetzwerke betrachtet werden. Wenn Ihre Organisation diese Technologien verwendet, müssen sie unbedingt gesichert werden. Andernfalls kann ein Angreifer u. U. direkten Zugriff auf das interne Netzwerk erhalten (indem er die standardmäßige Perimeterverteidigung umgeht) und einen Angriff durchführen.

Weitere Informationen zum Schützen von WLANs finden Sie in den folgenden Artikeln auf der TechNet-Website:

"Planen eines sicheren drahtlosen LAN mit Windows Server 2003-Zertifikatdiensten" unter:
www.microsoft.com/germany/technet/datenbank/articles/900168.mspx.

"Windows Server 2003-Zertifikatsdienstelösung zur WLAN-Absicherung" unter:
www.microsoft.com/germany/technet/datenbank/articles/900167.mspx.

Eine Anleitung zum Schützen von VPN-Netzwerken finden Sie im folgenden Artikel auf der Microsoft-Website:

"MSA Enterprise Design for Remote Access" (in Englisch) unter:
http://www.microsoft.com/resources/documentation/msa/2/all/solution/en-us/msa20rak/vmhtm128.mspx.

In diesem Leitfaden wird davon ausgegangen, dass der Netzwerksicherheitsentwurf ausreichende Identifizierungs-, Autorisierungs-, Verschlüsselungs- und Schutzmaßnahmen bietet, um direkte Eindringungsversuche eines nicht autorisierten Angreifers abwehren zu können. An diesem Punkt sind die Maßnahmen für die Virenabwehr jedoch nicht vollständig. Der nächste Schritt ist die Konfiguration der Verteidigung auf Netzwerkebene, um auch solche Malwareangriffe zu erkennen und zu filtern, die zulässige Netzwerkkommunikationswege wie E-Mail, das Internet und Instant Messaging nutzen.

Antiviruskonfiguration des Netzwerks

Viele speziell zum Bereitstellen von Netzwerksicherheit für Organisationen entwickelte Konfigurationen und Technologien sind verfügbar. Obwohl sie wesentliche Bestandteile des Sicherheitsentwurfs einer Organisation sind, werden in diesem Abschnitt nur die direkt mit der Virenabwehr zusammenhängenden Bereiche behandelt. Die Netzwerksicherheits- und Entwurfsteams müssen festlegen, wie die im Folgenden beschriebenen Techniken in Ihrer Organisation verwendet werden.

System zur Erkennung von Netzwerkeindringungsversuchen

Da das Perimeternetzwerk einen besonders gefährdeten Teil des Netzwerks darstellt, ist es extrem wichtig, dass Ihre Netzwerkverwaltungssysteme Angriffe so schnell wie möglich erkennen und melden können. Ein System zur Erkennung von Netzwerkeindringungsversuchen gewährleistet lediglich die schnelle Erkennung und Meldung von externen Angriffen. Obwohl ein System zur Netzwerkeindringungserkennung kein spezifisches Antivirustool ist, sondern ein Bestandteil des gesamten Systemsicherheitsentwurfs, sind viele der ersten Anzeichen für System- und Malwareangriffe identisch. Einige Malwaretypen scannen z. B. IP-Adressen, um verfügbare zu infizierende Systeme ausfindig zu machen. Daher sollte das Eindringungserkennungssystem mit den Netzwerkverwaltungssystemen der Organisation zusammenarbeiten, um Warnungen über ungewöhnliches Netzwerkverhalten direkt an das Sicherheitspersonal der Organisation zu senden.

Bedenken Sie hierbei, dass der Schutz jedes Systems zur Netzwerkeindringungserkennung nur so gut sein kann wie der auf die Erkennung einer Eindringung folgende Prozess. Dieser Prozess sollte Verteidigungsmaßnahmen auslösen, mit denen ein Angriff blockiert werden kann. Die Verteidigungseinrichtungen sollten ständig in Echtzeit überwacht werden. Nur dann kann der Prozess als Teil einer Verteidigungsstrategie betrachtet werden. Andernfalls fungiert das System zur Netzwerkeindringungserkennung lediglich als ein Tool, das nach dem Auftreten eines Angriffs eine Überwachungsliste liefert.

Netzwerkdesignern stehen zahlreiche Systeme zur Erkennung von Netzwerkeindringungsversuchen auch in großen IT-Umgebungen zur Verfügung. Dabei kann es sich um eigenständige Geräte oder in Netzwerkdienste (z. B. die Firewalldienste der Organisation) integrierte Systeme handeln. Microsoft Internet Security and Acceleration Server 2000 und 2004 (ISA) enthalten z. B. Funktionen zur Erkennung von Netzwerkeindringungsversuchen sowie Firewall- und Proxydienste.

Eine Liste der Microsoft ISA-Server-Partner, die weitere Dienste zur Netzwerkeindringungserkennung für ISA-Server anbieten, finden Sie auf der Seite "Intrusion Detection" (in Englisch) auf der Microsoft-Website unter folgender Adresse:
http://www.microsoft.com/isaserver/partners/intrusiondetection.asp.

Filterung auf Anwendungsebene

Unternehmen empfinden es nicht nur als nützlich, sondern auch als erforderlich, die Netzwerkkommunikation mithilfe von Internetfilterungstechnologien zu überwachen und unzulässige Inhalte wie Viren herauszufiltern. In herkömmlichen Lösungen wurde diese Filterung mit der von den Firewalldiensten bereitgestellten Filterung auf Paketebene durchgeführt. Bei diesem Ansatz kann der Netzwerkverkehr jedoch nur anhand einer Quell- oder Ziel-IP-Adresse oder eines bestimmten TCP- oder UDP-Netzwerkports gefiltert werden. Die Filterung auf der Anwendungsebene (Application-Layer Filtering) hingegen arbeitet auf der Anwendungsebene des OSI-Netzwerkmodells und ermöglicht somit eine auf dem Inhalt basierende Untersuchung und Filterung der Daten. Wenn die Filterung auf Anwendungsebene zusätzlich zur standardmäßigen Filterung auf Paketebene verwendet wird, kann eine sehr viel höhere Sicherheit erzielt werden. Mit der Paketfilterung können Sie z. B. Netzwerkverkehr über Port 80 durch die Firewall der Organisation filtern, damit dieser Verkehr nur an Ihre Webserver geleitet werden kann. Dieser Ansatz bietet jedoch möglicherweise keine ausreichende Sicherheit. Die zusätzliche Verwendung der Filterung auf Anwendungsebene ermöglicht Ihnen die Überprüfung aller über Port 80 an die Webserver gesendeten Daten. Auf diese Weise können Sie sicherstellen, dass die Daten gültig sind und keinen verdächtigen Code enthalten.

ISA-Server kann die Filterung auf Anwendungsebene für Datenpakete ausführen, während diese durch die Firewall einer Organisation gesendet werden. Internetaktivitäten und E-Mail können gescannt werden, um sicherzustellen, dass die jeweiligen Inhalte keine verdächtigen Daten wie Spam oder Malware enthalten. Die Filterung auf Anwendungsebene in ISA-Server ermöglicht eine umfassende Inhaltsanalyse. Dies beinhaltet auch die Erkennung, Überprüfung und Bestätigung von Verkehr über beliebige Ports und Protokolle. Eine Liste der Hersteller, die Filter zum Verbessern der Sicherheit und Interoperabilität für unterschiedliche Protokolle und Webverkehr anbieten, finden Sie auf der Seite "Partner Application Filters" (in Englisch) auf der Microsoft-Website unter folgender Adresse:
http://www.microsoft.com/isaserver/partners/applicationfilters.asp.

Eine detaillierte Beschreibung der Funktionsweise der Filterung auf Anwendungsebene in ISA-Server 2000 finden Sie auf der Seite "Introducing the ISA Server 2000 Application Layer Filtering Kit" (in Englisch) unter folgender Adresse:
www.isaserver.org/articles/spamalfkit.html.

Inhaltsprüfung

Die Inhaltsprüfung ist als Feature in erweiterten Firewalllösungen oder als Komponente eines separaten Dienstes wie E-Mail verfügbar. Bei der Inhaltsprüfung werden Daten abgefragt, denen die Übertragung in das oder aus dem Netzwerk einer Organisation über gültige Datenkanäle erlaubt ist. Wenn die Inhaltsprüfung für E-Mail ausgeführt wird, arbeitet sie im Allgemeinen mit E-Mail-Servern zusammen, um bestimmte Eigenschaften von E-Mails zu überprüfen, z. B. Anlagen. Diese Technik kann in Echtzeit nach Malware suchen und diese identifizieren, während die Daten durch den Dienst geleitet werden. Microsoft arbeitet mit mehreren Partnern zusammen, um erweiterte Sicherheitsfeatures für Microsoft Exchange Server und ISA-Server anzubieten, wie z. B. die in Echtzeit stattfindende Prüfung von Inhalten.

Weitere Informationen zu den für Microsoft Exchange Server 2003 verfügbaren Antivirusprodukten von Partnern finden Sie im Microsoft Knowledge Base-Artikel "823166 "Overview of Exchange Server 2003 and Antivirus Software" (in Englisch) auf der Microsoft-Website unter folgender Adresse:
http://support.microsoft.com/?kbid=823166.

Eine Liste der Partner von Microsoft, die Inhaltsprüfungsprodukte für ISA-Server entwickelt haben, finden Sie auf der Seite "Partners" (in Englisch) auf der Microsoft-Website unter folgender Adresse:
http://www.microsoft.com/isaserver/partners/.

URL-Filterung

Eine weitere, ggf. für Netzwerkadministratoren verfügbare Option ist die URL-Filterung, mit der problematische Websites blockiert werden. Sie können die URL-Filterung z. B. dafür verwenden, um bekannte Hackerwebsites, Downloadserver und persönliche HTTP-E-Mail-Dienste zu blockieren.

Hinweis: Die großen Websites mit HTTP-E-Maildiensten (z. B. Hotmail und Yahoo) enthalten Virenscandienste. Kleinere Sites bieten z. T. jedoch keinerlei Virenschutz. Dies ist ein schwerwiegendes Problem für die Virenabwehrrstrategie einer Organisation, da solche Dienste eine direkte Route vom Internet zu Clients bereitstellen.

Netzwerkadministratoren können zwei grundlegende Ansätze für die URL-Filterung verwenden:

Blockierungslisten. Die Firewall überprüft eine vordefinierte Liste von problematischen Sites, bevor sie eine Verbindung zulässt. Benutzer können nur mit nicht in der Blockierungsliste enthaltenen Sites eine Verbindung herstellen.

Genehmigungslisten. Dieser Ansatz lässt nur die Kommunikation mit solchen Sites zu, die in einer vom Unternehmen vordefinierten Liste von genehmigten Websites enthalten sind.

Der erste Ansatz beruht auf einem aktiven Prozess, bei dem potenziell problematische Websites identifiziert und der Liste hinzugefügt werden. Aufgrund der Größe und Vielfältigkeit des Internets erfordert dieser Ansatz entweder eine automatisierte Lösung oder einen erheblichen Verwaltungsaufwand. Er eignet sich daher im Allgemeinen nicht zum Bereitstellen einer umfassenden Schutzlösung, sondern nur zum Blockieren einer kleinen Anzahl von bekannten problematischen Sites. Der zweite Ansatz bietet mehr Schutz, da die für die Benutzer des Systems verfügbaren Sites exakt kontrolliert werden können. Ohne entsprechende Untersuchungen zum Identifizieren aller von den Benutzern benötigten Sites ist dieser Ansatz für viele Organisationen jedoch zu einschränkend.

Microsoft ISA-Server unterstützt die manuelle Erstellung beider Listen mittels der Standort- und Inhaltsregeln. Microsoft-Partner bieten erweiterte und automatisierte Lösungen an, die durch eine direkte Zusammenarbeit mit ISA-Server sicherstellen, dass erforderliche URLs mit minimalem Verwaltungsaufwand blockiert oder genehmigt werden können. Eine Liste dieser Lösungen finden Sie auf der Seite "Microsoft Internet Security and Acceleration (ISA) Server Partners URL Filtering" (in Englisch) auf der Microsoft-Website unter folgender Adresse:
http://www.microsoft.com/isaserver/partners/accesscontrol.asp.

Beide Ansätze bieten nur Schutz, wenn sich ein Client innerhalb der Verteidigungsgrenzen der Organisation befindet. Dieser Schutz ist nicht verfügbar, wenn ein mobiler Client außerhalb des Büros eine direkte Verbindung mit dem Internet herstellt. In diesem Fall ist das Netzwerk möglichen Angriffen ausgesetzt. Wenn Sie in Ihrem Unternehmen eine URL-Filterlösung für mobile Clients benötigen, sollten Sie die Verwendung eines clientgestützten Verteidigungssystems in Erwägung ziehen. Dieser Ansatz kann jedoch insbesondere in Umgebungen mit vielen mobilen Clients einen erheblichen Verwaltungsaufwand mit sich bringen.

Quarantänenetzwerke

Eine weitere Technik zum Sichern von Netzwerken ist das Einrichten eines Quarantänenetzwerks für Computer, die den minimalen Sicherheitsanforderungen Ihres Unternehmens nicht entsprechen.

Hinweis: Diese Technik ist nicht zu verwechseln mit dem in einigen Antivirusanwendungen verfügbaren Quarantänefeature, das eine infizierte Datei in einen sicheren Bereich auf dem Computer verschiebt, bis sie gelöscht werden kann.

Ein Quarantänenetzwerk sollte den Zugriff auf die internen Ressourcen des Unternehmens einschränken oder sogar blockieren, aber ausreichende Verbindungsmöglichkeiten (auch mit dem Internet) bereitstellen, um Besuchern die produktive Arbeit zu erlauben. Die Sicherheit des internen Netzwerks darf durch diese Verbindungsmöglichkeiten jedoch nicht riskiert werden. Wenn ein mit Malware infiziertes Laptop eines Besuchers mit dem Netzwerk verbunden wird, verhindert das Quarantänenetzwerk die Infektion anderer Computer im internen Netzwerk.

Ein ähnlicher Ansatz wurde vor einiger Zeit erfolgreich auf VPN-Remoteverbindungen angewendet. VPN-Clients werden während der Ausführung von Systemtests an ein temporäres Quarantänenetzwerk umgeleitet. Wenn der Client die Tests besteht (z. B., weil er über die erforderlichen Sicherheitsupdates und Antivirus-Signaturdateien verfügt), wird ihm der Zugriff auf das interne Netzwerk der Organisation gewährt. Kann der Client die Anforderungen nicht erfüllen, wird entweder seine Verbindung getrennt, oder er erhält Zugriff auf das Quarantänenetzwerk, in dem er dann die zum Bestehen der Tests erforderlichen Updates abrufen kann. Heute verwenden Netzwerkdesigner diese Technologie, um die Sicherheit von internen Netzwerken zu verbessern.

Weitere Informationen zu dieser Technik finden Sie auf der Seite "Planning for Network Access Quarantine Control" (in Englisch) des Microsoft Windows Server 2003 Deployment Kit auf der Microsoft-Website unter folgender Adresse:
http://www.microsoft.com/resources/documentation/windowsserv/2003/all/deployguide/en-us/dnsbf_vpn_aosh.asp.

ISA Server Feature Pack

Wenn Ihre Organisation ISA Server 2000 verwendet, empfiehlt Microsoft auch die Verwendung der zusätzlichen Features im ISA Server Feature Pack 1. Dieses kostenlose Add-On enthält zusätzliche Features, mit denen Sie die Sicherheit von Kommunikationsvorgängen (einschließlich E-Mail) über die Firewalls in Ihrem Netzwerkverteidigungssystem verbessern können. Die folgenden Features stehen Ihnen zum Verbessern der Virenabwehr des Netzwerkes zur Verfügung:

Erweiterter SMTP-Filter. Dieses Feature verbessert die Zuverlässigkeit und Sicherheit der Filterung von E-Mail-Nachrichten. Die Filterung basiert auf dem Namen, der Größe oder der Dateierweiterung einer Anlage sowie dem Absender, der Domäne, dem Schlüsselwort, einem SMTP-Befehl und dessen Länge.

Erweiterter Exchange-Remoteprozeduraufruf-Filter (RPC). Dieses Feature schützt die Outlook-E-Mail-Kommunikation mit Exchange Server-Computern über vertrauenswürdige Netzwerke, ohne ein VPN einrichten zu müssen. Zu diesem Zweck enthält das ISA Server Feature Pack 1 die folgenden zusätzlichen Features:

Administratoren können die RPC-Verschlüsselung zwischen Outlook und einem Exchange Server erzwingen.

Ausgehende RPC-Kommunikation kann sicher durch den ISA-Server gesendet werden, wodurch mit einem ISA-Server verbundenen Outlook-Clients der Zugriff auf externe Exchange Server-Computer ermöglicht wird.

UrlScan 2.5. Dieses Tool blockiert böswillige Webanforderungen an den ISA-Server, bevor diese in das Netzwerk gelangen und auf einen Webserver zugreifen können.

Assistent für Outlook Web Access (OWA). Mit diesem Assistenten können Sie den ISA-Server schnell und einfach zum Schutz von OWA konfigurieren.

RPC-Filterkonfigurations-Assistent. Mit diesem Assistenten können Sie die Zugriffe auf RPC-Dienste im internen Netzwerk exakt konfigurieren, anstatt den gesamten RPC-Verkehr zuzulassen.

Informationen zum Abrufen des Feature Packs finden Sie auf der Seite "How to Obtain Feature Pack 1" (in Englisch) auf der Microsoft-Website unter folgender Adresse:
http://www.microsoft.com/isaserver/featurepack1/howtogetfp1.asp.

Weitere Informationen zur Verwendung dieser Features zum Sichern einer ISA-Server-Perimeterfirewall finden Sie auf der Seite "ISA Server Feature Pack 1" (in Englisch) auf der Microsoft-Website unter folgender Adresse:
http://www.microsoft.com/isaserver/featurepack1/.

Physische Absicherung

Obwohl die physische Sicherheit kein spezifisches Malwareproblem, sondern vielmehr ein allgemeines Sicherheitsproblem darstellt, ist ein Malwareschutz ohne einen effektiven physischen Verteidigungsplan für alle Client-, Server- und Netzwerkgeräte in der Infrastruktur der Organisation nicht möglich. Ein effektiver physischer Verteidigungsplan umfasst mehrere kritische Elemente:

Sicherheit von Gebäuden

Sicherheit des Personals

Netzwerkzugriffspunkte

Servercomputer

Arbeitsstationscomputer

Mobile Computer und Geräte

Jedes dieser Elemente muss bei der Sicherheitsrisikoanalyse für die Organisation berücksichtigt werden. Wenn ein Angreifer eines dieser Elemente gefährdet, besteht ein erhöhtes Risiko, dass Malware die externen und internen Netzwerkverteidigungsgrenzen umgehen und einen Host im Netzwerk infizieren kann.

Der Zugriffsschutz für Ihre Einrichtungen und Computersysteme sollte ein grundlegender Bestandteil der Gesamtsicherheitsstrategie Ihrer Organisation sein. Eine ausführliche Erläuterung dieser Aspekte geht über den Umfang dieses Leitfadens hinaus. Informationen zu diesen grundlegenden Elementen eines fundierten physischen Sicherheitsplans finden Sie im Artikel "5-Minute Security Advisor - Basic Physical Security" (in Englisch) auf der Microsoft TechNet-Website unter folgender Adresse:
http://www.microsoft.com/technet/community/columns/5min/5min-203.mspx.

Richtlinien, Verfahren und Sicherheitsbewusstsein.

Betriebsrichtlinien und -verfahren für Clients, Server und das Netzwerk sind wesentliche Aspekte der verschiedenen Ebenen der Virenabwehr. Microsoft empfiehlt die Verwendung der folgenden Richtlinien und Verfahren als Teil der Virenabwehrstrategie Ihrer Organisation:

Virenscanroutinen. Idealerweise unterstützt die Antivirusanwendung automatisierte oder Echtzeit-Virenscans. Wenn dies jedoch nicht der Fall ist, sollten Sie durch einen entsprechenden Prozess festlegen, wann die Benutzer des Netzwerkes einen vollständigen Systemscan ausführen müssen.

Aktualisierungsroutinen für Antivirus-Signaturdateien. Die meisten modernen Antivirusanwendungen unterstützen eine automatisierte Methode für das Downloaden von Virussignaturupdates. Eine solche Methode sollte zur regelmäßigen Ausführung implementiert werden. Wenn Ihre Organisation diese Updates vor der Bereitstellung testen möchte, können diese Methoden im Allgemeinen jedoch nicht verwendet werden. In diesem Fall müssen Sie sicherstellen, dass die Supportmitarbeiter Signaturdateien so früh wie möglich identifizieren, downloaden, testen und dann die Computersysteme in Ihrer Umgebung damit aktualisieren.

Richtlinien für zulässige Anwendungen und Dienste. Eine eindeutige, den Mitarbeitern bekannte Richtlinie sollte erläutern, welche Anwendungen auf den Computern zulässig sind und welche Anwendungen auf Ressourcen in der Organisation zugreifen. Zu den potenziell problematischen Anwendungen zählen z. B. Peer-to-Peer-Netzwerkanwendungen und Anwendungen, die Benutzer direkt von böswilligen Websites downloaden können.

Microsoft empfiehlt die Verwendung der im Folgenden beschriebenen Richtlinien und Verfahren für alle Geräte auf der Netzwerkverteidigungsebene der Organisation. Dies sind die mindestens erforderlichen Richtlinien bzw. Verfahren.

Änderungssteuerung. Ein wichtiger Sicherheitsprozess für Netzwerkgeräte ist die Steuerung von Änderungen, die die Geräte betreffen. Im Idealfall werden alle Änderungen in einer kontrollierten und dokumentierten Form vorgeschlagen, getestet und implementiert. Spontane Änderungen an Geräten im Perimeternetzwerk können leicht zu Konfigurationsfehlern oder Problemen führen, die ein Angreifer ausnutzen kann.

Netzwerküberwachung. Die korrekte Konfiguration der Netzwerkgeräte zum Optimieren der Sicherheit bedeutet nicht, dass andere Antivirusverfahren vernachlässigt werden dürfen. Eine fortlaufende Überwachung aller Geräte im Netzwerk ist notwendig, um Malwareangriffe so früh wie möglich zu erkennen. Die Überwachung ist ein komplexer Prozess. Zunächst müssen Informationen aus mehreren Quellen (z. B. Firewalls, Router und Switches) erfasst werden, um ein "normales" Verhalten zu definieren, sodass anormales Verhalten leicht identifiziert werden kann.

Prozess der Angriffserkennung. Um sicherzustellen, dass Malwareangriffe mit möglichst geringer Unterbrechung für die Endbenutzer bestätigt, gesteuert und beseitigt werden, sollte Ihr Unternehmen für diesen Zweck über eine klar definierte und dokumentierte Folge von Schritten verfügen. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie in Kapitel 4, Ausbruchskontrolle und Wiederherstellung.

Netzwerkzugriffsrichtlinie für Heimcomputer. Sie sollten bestimmte Mindestanforderungen definieren, die ein Mitarbeiter erfüllen muss, bevor er einen Heimcomputer oder ein Netzwerk über eine VPN-Verbindung mit dem Netzwerk Ihrer Organisation verbinden kann.

Netzwerkzugriffsrichtlinie für Besucher. Sie sollten bestimmte Mindestanforderungen definieren, die Besucher erfüllen müssen, bevor ihnen das Herstellen einer Verbindung mit dem Netzwerk Ihrer Organisation erlaubt wird. Diese Anforderungen sollten sowohl für drahtlose als auch für kabelgebundene Verbindungen gelten.

Drahtlosnetzwerkrichtlinie. Alle drahtlosen Geräte, denen das Herstellen einer Verbindung mit dem internen Netzwerk erlaubt wird, sollten bestimmte Sicherheitskonfigurationsanforderungen erfüllen. Diese Richtlinie sollte die erforderliche Mindestkonfiguration für die Organisation definieren.

Zum Verbessern der Sicherheit von Netzwerkgeräten stehen viele weitere Richtlinien und Verfahren zur Verfügung. Die in diesem Abschnitt genannten Richtlinien und Verfahren sollten als Ausgangspunkt betrachtet werden. Da zusätzliche Richtlinien jedoch keine virenspezifischen Einstellungen, sondern allgemeine Sicherheitseinstellungen definieren, gehen sie über den Umfang dieses Leitfadens hinaus.

Sicherheitsupdaterichtlinie

Alle Client-, Server- und Netzwerkverteidigungsmaßnahmen sollten über ein Verwaltungssystem für Sicherheitsupdates verfügen. Ein solches System kann als Teil einer weiter gefassten Unternehmenslösung für die Patchverwaltung implementiert werden. Für die Betriebssysteme von Hosts und Geräten sollte regelmäßig überprüft werden, ob vom Hersteller neue Updates bereitgestellt wurden. Die Sicherheitsupdaterichtlinie sollte auch die Betriebskriterien für den Prozess zum Rollout der Sicherheitsupdates auf die Systeme der Organisation definieren. Dieser Prozess sollte aus den folgenden Phasen bestehen:

1.

Prüfung, ob Updates existieren. Die Benutzer sollten durch einen automatisierten Benachrichtigungsprozess auf verfügbare Updates hingewiesen werden.

2.

Downloaden von Updates. Das System sollte Updates mit minimaler Auswirkung auf die Benutzer und das Netzwerk downloaden können.

3.

Testen der Updates. Updates für wichtige Hosts sollten auf einem geeigneten Nicht-Produktivsystem getestet werden, bevor sie in der Produktivumgebung der Organisation bereitgestellt werden.

4.

Bereitstellen von Updates. Getestete und bestätigte Updates sollten mithilfe eines einfachen Bereitstellungsmechanismus verteilt werden.

Wenn keine Testphase für die in Ihrer Umgebung aktualisierten Systeme erforderlich ist, können Sie ggf. den gesamten Prozess automatisieren. Mit der Option Automated Updates (automatisierte Updates) auf der Microsoft Windows Update-Website können Clientcomputer z. B. ohne Benutzereingriffe benachrichtigt und aktualisiert werden. Diese Option gewährleistet, dass neue Sicherheitsupdates so früh wie möglich auf Ihren Systemen installiert werden. Bei diesem Ansatz wird das Update vor der Installation jedoch nicht getestet. Sollten in Ihrem Unternehmen Tests erforderlich sein, wird von der Verwendung dieser Option abgeraten.

Die Aktualisierung der Systeme in der Organisation mit den neuesten Sicherheitsupdates sollte in jedem Fall ein routinemäßiger Bestandteil der Systemverwaltung sein.

Risikobasierte Richtlinien

Wenn viele Clients, Server und Netzwerkgeräte auf den Ebenen des Virenabwehr-Sicherheitsmodells mit dem Perimeternetzwerk und dem internen Netzwerk verbunden sind, kann sich das Erstellen einer einzigen effektiven Sicherheitsrichtlinie zur Verwaltung aller Anforderungen und Konfigurationen als schwierig erweisen. Ein Ansatz zum Organisieren der Richtlinien besteht darin, die Hosts in der Organisation basierend auf ihrem Typ und ihrem potenziellen Sicherheitsrisiko in Kategorien zusammenzufassen.

Die Risikostufe für einen Host oder ein Gerät kann mithilfe einer Risikoanalyse bestimmt werden. Eine detaillierte Anleitung zur Durchführung solcher Risikoanalysen finden Sie in "Kapitel 3 – Einführung in die Sicherheitsrisikenverwaltung (SRMD - Security Risk Management Discipline)" der Microsoft-Lösung zum Sichern von Windows 2000 Server auf der TechNet-Website unter folgender Adresse:
/germany/technet/datenbank/articles/900134.mspx.

Microsoft empfiehlt die folgenden Konfigurationskategorien für die clientspezifischen Risikoanalyserichtlinien der Organisation:

Standardclientkonfiguration. Diese Konfigurationskategorie gilt normalerweise für Desktopcomputer in Büros, die sich immer vor Ort in einem Bürogebäude befinden. Diese Desktopclients werden ständig durch die vorhandenen externen und internen Netzwerkverteidigungsmaßnahmen geschützt und sind somit innerhalb der Gebäude eines Unternehmens abgesichert.

Clientkonfiguration für hohes Risiko. Diese Konfigurationskategorie ist für Benutzer von mobilen Computern und Geräten wie PDAs und Mobiltelefonen vorgesehen. Diese Geräte werden häufig außerhalb des Schutzes der Netzwerkverteidigung verwendet und sind daher einem höheren Risiko ausgesetzt.

Gastclientkonfiguration. Diese Konfigurationskategorie dient für Clientcomputer, die sich nur als "Gast" in Ihrem Unternehmensnetzwerk befinden. Da die Konfiguration dieser Computer höchstwahrscheinlich nicht Ihrer Kontrolle unterliegt, ist ihre Verwaltung in der Regel nicht möglich. Sie können jedoch Richtlinien definieren, um Verbindungen dieser Computer mit den Netzwerken Ihrer Organisation einzuschränken. Gastclientcomputer können normalerweise einem der folgenden Clienttypen zugeordnet werden:

Heimcomputer von Mitarbeitern

Computer von Partnern oder Herstellern

Sonstige Gastcomputer

Microsoft empfiehlt außerdem die Verwendung von Risikokategorien für Serverrollen. Darüber hinaus wird für Server und Clients die gleiche Risikoanalyse empfohlen. Die folgenden Konfigurationskategorien können als Ausgangspunkt für Ihre Serverrichtlinien dienen:

Standardserverkonfiguration. Diese Konfigurationskategorie soll als gemeinsamer Nenner für die meisten Serverkonfigurationen in der Umgebung dienen. Sie bietet ein Mindestmaß an Sicherheit, ohne jedoch häufig verwendete Dienste einzuschränken. Sie können dann die Richtlinien für risiko- und rollenspezifische Konfigurationskategorien ändern, um allen Richtlinienanforderungen auf geeignete Weise gerecht zu werden.

Serverkonfiguration für hohes Risiko. Server im Perimeternetzwerk und direkt für externe Verbindungen und Dateien zugängliche Server sollten dieser Konfigurationskategorie zugeordnet werden. Diese Kategorie kann z. B. Webserver, Firewallserver und Messagingserver im Perimeternetzwerk enthalten. Ein Server mit besonders wichtigen Daten, z. B. einer Personaldatenbank, kann diese Konfiguration unabhängig von seiner Netzwerkposition rechtfertigen.

Rollenspezifische Konfigurationen. Sie können auch spezifische Serverrollen in unterschiedliche Konfigurationskategorien unterteilen, um den Anforderungen Ihrer Serveranwendungen besser gerecht zu werden. Für Messagingserver, Datenbankserver oder Firewallserver können z. B. rollenspezifische Konfigurationen verwendet werden. Dieser Ansatz kann bei Bedarf zusätzlich zur Standardkonfigurationskategorie oder Kategorie für hohes Risiko verwendet werden.

Die Planungsteams der Organisation entscheiden, ob risikobasierte Richtlinien zum Einsatz kommen. Die oben genannten Konfigurationsklassifikationen können als Grundlage für weitere Entwicklungen herangezogen werden. Letztendlich gilt es hierbei, die von Ihren Verwaltungssystemen zu unterstützende Anzahl von Konfigurationen zu reduzieren. Im Allgemeinen ist ein standardisierter Ansatz besser geeignet, eine sichere Konfiguration hervorzubringen, als die unabhängige Konfiguration der Sicherheit auf jedem einzelnen Host.

Automatisierte Überwachung und Berichterstattungsrichtlinien

Wenn das automatisierte Überwachungssystem oder die Antivirusanwendung Ihrer Organisation vermutete Malwareinfektionen einer zentralen Stelle melden kann, lässt sich dieser Prozess automatisieren, so dass durch jede Warnung automatisch alle Benutzer in der IT-Infrastruktur benachrichtigt werden. Ein automatisiertes Benachrichtigungssystem minimiert die Verzögerung zwischen einer anfänglichen Warnung und der Kenntnisnahme der Malwarebedrohung durch die Benutzer. Das Problem dieses Ansatzes ist jedoch, dass er "falsche positive" Warnungen generieren kann. Wenn niemand die Warnungen filtert und die Liste mit den gemeldeten ungewöhnlichen Aktivitäten überprüft, werden wahrscheinlich Warnungen über nicht vorhandene Malware ausgegeben. Werden zu häufig Warnungen generiert, besteht schnell die Gefahr, dass die Benutzer desensibilisiert und dadurch leichtsinnig werden.

Microsoft empfiehlt, den Mitgliedern des Netzwerkverwaltungsteams die Verantwortung für den Empfang aller automatisierten Malwarewarnungen von sämtlicher Systemüberwachungssoftware und den verwendeten Antiviruspaketen zu übertragen. Das Team kann dann die falschen positiven Warnungen der automatisierten Systeme herausfiltern, bevor diese an die Benutzer weitergeleitet werden. Für diesen Ansatz ist an sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr eine Überwachung erforderlich, um sicherzustellen, dass alle Warnungen überprüft und bei Bedarf an die Netzwerkbenutzer weitergegeben werden.

Sicherheitsbewusstsein der Benutzer und des Supportteams

Das Sicherheitsbewusstsein der Verwaltungs- und Supportteams in der Organisation muss durch Schulungen gefördert werden. Schulungen für IT-Spezialisten sind in allen IT-Bereichen eine grundlegende Anforderung. Für die Virenabwehr sind sie jedoch besonders wichtig, da sich die Methoden und Techniken von Malwareangriffen und -verteidigungsmaßnahmen fortlaufend ändern können. Ein neuer Malwareangriff kann die Effektivität eines Verteidigungssystems quasi über Nacht in Frage stellen und die Verteidigungslösungen Ihrer Organisation gefährden. Wenn die zuständigen Supportmitarbeiter nicht in der Erkennung von neuen Malwarebedrohungen und der Reaktion auf diese Bedrohungen geschult sind, ist es nur eine Frage der Zeit, bis es zu einer schwerwiegenden Sicherheitsverletzung im Virenabwehrsystem kommt.

Sicherheitsbewusstsein der Benutzer

Die Benutzerschulung wird beim Entwurf der Virenabwehrstrategie häufig von Organisationen vernachlässigt. Da jedoch jede mit IT-Ressourcen arbeitende Person in der Organisation eine Rolle für die Sicherheit des Netzwerks spielt, ist die Unterweisung der Benutzer in den mit Malwareangriffen zusammenhängenden Risiken maßgeblich für die Reduzierung solcher Risiken. Die Benutzer sollten daher in den grundsätzlichen und eindeutigen Risiken geschult werden, zu deren Eindämmung sie selbst beitragen können. Hierzu zählen z. B. folgende Risiken:

Öffnen von E-Mail-Anlagen

Verwenden von unsicheren Kennwörtern

Downloaden von Anwendungen und ActiveX-Steuerelementen von nicht vertrauenswürdigen Websites

Ausführen von Anwendungen von nicht autorisierten Wechselmedien

Gewähren des Zugriffs auf die Daten und Netzwerke des Unternehmens

Da sich Malwaretechniken häufig ändern, müssen sich Virenabwehrsysteme anpassen und ständig aktualisiert werden. Unabhängig davon, ob die Signaturdatei eines Antivirusprogramms oder das Programm selbst aktualisiert werden muss, nimmt das Erstellen und Bereitstellen von Updates Zeit in Anspruch. Die zum Erstellen von Updates benötigte Zeit wurde in den letzten Jahren deutlich reduziert, sodass dies in der Regel nur eine Frage von Stunden geworden ist. In seltenen Fällen kann es jedoch noch immer Tage dauern, bis nach dem Auftreten eines neuen Malwareangriffs eine effektive Abwehrmaßnahme verfügbar ist.

Die beste Verteidigung für eine Organisation sind während dieser Zeit Benutzer, die sich der Malware und ihrer Risiken bewusst sind. Die Schulung der Benutzer in grundlegenden Antivirusrichtlinien kann verhindern, dass ein neuer Malwareangriff Ihre IT-Verteidigungssysteme durchbricht und sich in der Umgebung ausbreitet.

Die Benutzerschulung muss kein komplexer Prozess sein. Grundlegende Virenabwehrrichtlinien beruhen weitgehend auf Prinzipien des gesunden Menschenverstands. Die Anwendung und Kommunikation dieser Richtlinien kann sich allerdings als problematisch erweisen.

Benutzer von mobilen Geräten benötigen wahrscheinlich eine zusätzliche Schulung, um die Risiken der Verwendung des Geräts außerhalb des internen Netzwerkes und des dortigen Virenabwehrsystems zu verstehen. Zum Schutz dieser mobilen Geräte sind ggf. zusätzliche Verteidigungsmaßnahmen erforderlich. Aus diesem Grund benötigen Sie u. U. eine zusätzliche Konfiguration und Schulung für die Benutzer dieser Geräte.

Hinweis: Hilfreiche Informationen zur Endbenutzerkonfiguration finden Sie in der Anleitung Schützen Sie Ihren PC auf der Microsoft-Website unter folgender Adresse:
/germany/sicherheit/protecturpc.mspx. Diese Site ist eine geeignete Informationsquelle für Benutzer, die sich über die Sicherung ihrer Heimcomputer und Netzwerke informieren möchten.

Sicherheitsbewusstsein des Supportteams

Die für die Konfiguration und den Support der Server, Clients und Netzwerkgeräte der Organisation zuständigen IT-Spezialisten benötigen eine Antivirusschulung, damit sie die Systeme optimal zum Schutz vor Malwareangriffen und zu deren Abwehr konfigurieren und entsprechend verwalten können. Fehler in der Konfiguration dieser Computer oder Geräte können Routen für Malwareangriffe öffnen. Wenn ein ungenügend geschulter Firewalladministrator z. B. alle Netzwerkports an einem Perimeterfirewallgerät standardmäßig öffnet, entsteht dadurch ein schwerwiegendes Sicherheits- und Malwarerisiko. Die für die mit dem Perimeternetzwerk der Organisation verbundenen Geräte verantwortlichen Administratoren sollten eine spezifische Sicherheitsschulung erhalten, damit sie die für Netzwerkgeräte relevanten Angriffstypen besser verstehen.

Viele Events, Seminare und Webcasts zu Sicherheitsthemen sind direkt von Microsoft verfügbar. Weitere Informationen zu diesen Themen finden Sie unter "Your Security Program Guide" (in Englisch) auf der Microsoft-Website unter folgender Adresse:
http://www.microsoft.com/seminar/events/security.mspx.

Sicherheitsschulungen und -bücher sind ebenfalls von Microsoft Learning erhältlich. Weitere Informationen zu diesen Veröffentlichungen finden Sie auf der Seite "Microsoft Learning Security Resources" (in Englisch) auf der Microsoft-Website unter folgender Adresse:
http://www.microsoft.com/learning/centers/security.asp.

Benutzerfeedback

Malwarebewusste Benutzer können ein hervorragendes Frühwarnsystem sein, wenn ihnen ein einfacher und effektiver Mechanismus zum Melden von ungewöhnlichem Verhalten in den von ihnen verwendeten Systemen zur Verfügung gestellt wird. Ein solcher Mechanismus kann z. B. in Form einer Telefonhotline, eines E-Mail-Alias oder eines schnellen Eskalationsprozesses über den Helpdesk der Organisation bereitgestellt werden.

Proaktive interne Kommunikation

Die Mitglieder der IT-Abteilung sollten möglichst ein proaktives Antivirus-Krisenteam bilden, das externe Sites überwacht, auf denen frühzeitige Warnungen vor Malwareangriffen veröffentlicht werden. Gute Beispiele für solche Sites sind:

Websites der Hersteller von Antivirusanwendungen

AVIEN-Website (Anti-Virus Information Exchange Network) unter www.avien.org (in Englisch)

Antiviruswarndienste wie AVI-EWS (Antivirus Information Early Warning System) von AVIEN (diese Dienste können abonniert werden)

Microsoft Security Antivirus Information-Website (in Englisch) unter http://www.microsoft.com/security/antivirus/

Durch eine regelmäßige Überprüfung solcher Referenzsites sollte das Supportteam in der Lage sein, Systemadministratoren und Benutzer über aktuelle Malwarebedrohungen zu benachrichtigen, bevor diese in das Netzwerk der Organisation eindringen. Der Zeitpunkt dieser Überprüfungen ist entscheidend. Eine den Systembenutzern morgens vor dem Überprüfen ihrer E-Mail zugestellte proaktive Warnung kann darüber entscheiden, ob lediglich die Entfernung einiger verdächtiger E-Mails verwaltet oder ein Malwareausbruch unter Kontrolle gebracht werden muss. Wenn sich die Mehrzahl der Systembenutzer morgens um 9.00 Uhr anmeldet, ist die Einrichtung eines Mechanismus zu empfehlen, der neue Malwarebedrohungen vor diesem Zeitpunkt kommuniziert.

Interne Malwarewarnungen

Die Auswahl des effektivsten Mechanismus zur rechtzeitigen und umfassenden Benachrichtigung aller Benutzer über die Möglichkeit eines Malwareangriffs ist entscheidend. Die verfügbaren Kommunikationssysteme variieren abhängig von der Infrastruktur des Unternehmens erheblich, sodass die Bereitstellung eines für alle Organisationen funktionierenden Malwarewarnsystems unmöglich ist. Die folgenden Mechanismen können jedoch z. B. für diesen Zweck verwendet werden:

Mitteilungsbretter. Ein technisch einfacher Ansatz, der nicht vergessen werden sollte, sind interne Bürotüren und Mitteilungsbretter oder an gut sichtbaren Stellen ausgelegte Informationsblätter. Obwohl dieser Prozess einigen Verwaltungsaufwand mit sich bringt, bietet er den bedeutenden Vorteil, dass den Benutzern wichtige Informationen auch dann mitgeteilt werden können, wenn Bereiche des Netzwerks aufgrund eines Angriffs nicht verfügbar sind.

Sprachspeichersysteme. Wenn die Sprachspeichersysteme Ihres Unternehmens diese Funktion bieten, kann das Hinterlassen einer einfachen Nachricht für alle Benutzer ein effektiver Kommunikationsmechanismus für Malwarewarnungen sein. Diese Methode setzt jedoch voraus, dass die Benutzer ihre Sprachnachrichten abhören, bevor sie ihre E-Mail überprüfen (im Fall von E-Mail-Bedrohungen).

Anmeldemeldungen. Sie können das Betriebssystem Windows so konfigurieren, dass während des Anmeldeprozesses eine Meldung direkt auf den Bildschirmen der Benutzer angezeigt wird. Dieser Mechanismus eignet sich, um Benutzer auf Malwarewarnungen aufmerksam zu machen.

Intranetportale. Ein gemeinsames von den Benutzern als Homepage eingerichtetes Intranetportal kann zum Veröffentlichen von Malwarewarnungen verwendet werden. Damit dieser Warnmechanismus funktioniert, müssen die Benutzer angewiesen werden, das Portal vor dem Überprüfen ihrer E-Mail anzuzeigen.

E-Mail-Systeme. Wenn Sie ein E-Mail-System zum Benachrichtigen der Benutzer über Malwarebedrohungen verwenden, ist besondere Vorsicht geboten. Da sich ein Angriff gegen Ihre E-Mail-Server richten kann, ist dieser Mechanismus nicht immer effektiv. Zudem kann es passieren, dass der Warteschlangenprozess des Posteingangs eine Malwarewarnung erst nach einer bereits an die Benutzer gesendeten E-Mail mit Malware zustellt. Aus diesem Grund müssen Sie die Benutzer ggf. anweisen, bei der Anmeldung an ihren Computern zuerst nach Malwarewarnungen mit hoher Priorität zu suchen und erst dann ihre E-Mail-Nachrichten zu lesen.

Zusammenfassung

Zur Verteidigung gegen Viren reicht heute die bloße Installation einer Antivirusanwendung nicht mehr aus. Die jüngsten Malwareangriffe haben gezeigt, dass ein umfassenderer Verteidigungsansatz erforderlich ist. In diesem Kapitel wurde beschrieben, wie Sie unter Verwendung des Virenabwehr-Sicherheitsmodells die Basis eines Virenabwehransatzes schaffen, um eine effektive Antiviruslösung zu erstellen. Denken Sie daran, dass Malwareautoren ihre Methoden fortlaufend zum Angreifen neuer (möglicherweise von Ihrer Organisation verwendeter) IT-Technologien aktualisieren und dass fortlaufend Antivirustechnologien zum Eindämmen dieser neuen Bedrohungen entwickelt werden.

Mithilfe der Strategie zur erfolgreichen Virenabwehr können Sie sicherstellen, dass Ihre IT-Infrastruktur gegen alle Malwareangriffsmöglichkeiten geschützt ist. Die Verwendung dieses aus mehreren Ebenen bestehenden Ansatzes vereinfacht die Erkennung von Schwachstellen im gesamten System – vom Perimeternetzwerk bis hin zu den einzelnen Benutzern und deren Computern in der Umgebung. Wird eine der im Virenabwehr-Sicherheitsmodell beschriebenen Ebenen nicht berücksichtigt, sind Ihre Systeme möglicherweise nicht ausreichend vor Angriffen geschützt.

Überprüfen Sie Ihre Antiviruslösung ständig, damit Sie sie bei Bedarf aktualisieren können. Alle Aspekte des Virenschutzes – angefangen bei einfachen Maßnahmen wie dem automatisierten Download von Virussignaturen bis hin zu vollständige Änderungen in den Betriebsrichtlinien – sind wichtig.

Da auch die Informationen in diesem Leitfaden Aktualisierungen unterliegen, sollten Sie die Microsoft Security Antivirus Information-Website (in Englisch) unter http://www.microsoft.com/security/antivirus/ regelmäßig besuchen, um die neuesten Antivirusinformationen und Anleitungen zu erhalten.

Microsoft kennt die mit Malware einhergehenden Betriebsunterbrechungen und Kosten und engagiert sich sehr dafür, das Erstellen und Verteilen von Malware zu erschweren. Microsoft arbeitet zudem an neuen Techniken, um Netzwerkdesignern, IT-Spezialisten und Endbenutzern die Sicherheitskonfiguration der Systeme zu erleichtern und die Auswirkungen auf die Geschäftsabläufe zu minimieren.

Auch wenn es nicht möglich ist, böswilligen Code vollständig auszurotten, können Sie die Auswirkungen eines Malwareangriffs auf die Geschäftsabläufe Ihrer Organisation durch eine konsequente Überwachung der in diesem Leitfaden zur erfolgreichen Virenabwehr genannten Bereiche doch weitgehend minimieren.


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