Alle Themen der Sicherheits-Leitfäden anzeigen Auf dieser SeiteÜbersichtDieses Kapitel beschreibt den Gesamtentwurf der sicheren WLAN-Lösung. Sie erhalten umfangreiche Informationen zum Entwurf dieser Lösung und zu den Hintergründen dieses Entwurfs. Darüber hinaus enthält das Kapitel nützliche Informationen zur Anpassung des Entwurfs an die speziellen Anforderungen Ihres Unternehmens. Das Kapitel beginnt mit der Beschreibung der Funktionsweise von 802.1X und PEAP (Protected Extensible Authentication Protocol) zur Absicherung des Zugriffs auf das Netzwerk. Es folgt eine Erläuterung des Zielunternehmens für die Lösung und der wichtigsten Anforderungen. Im Mittelteil des Kapitels wird der Entwurf der WLAN-Lösung mit den folgenden Elementen erläutert: Netzwerkentwurf, Aufstellung von IAS-Servern (Internet Authentication Service), Auswahl der Hard- und Software, Erlangen von Zertifikaten und Clientkonfiguration. Darüber hinaus wird die Migration von einem nicht abgesicherten WLAN zu 802.1X und PEAP dargestellt. Die Abschnitte am Ende des Kapitels beschäftigen sich mit Varianten des Grundentwurfs der Lösung. Die wichtigste Entwurfsvariante betrifft die Skalierung der Lösung zum Einsatz in größeren Unternehmen und wird daher ausführlicher erläutert. Die folgenden Entwurfsoptionen werden ebenfalls erörtert:
Voraussetzungen für das KapitelBei der Planung für die sichere WLAN-Implementierung müssen Sie gewährleisten, dass die richtigen Fertigkeiten im Unternehmen vorhanden und die richtigen Mitarbeiter an den Entscheidungen zur Bereitstellung beteiligt sind. Sie können den maximalen Nutzen aus diesem Kapitel ziehen, wenn Sie mit den folgenden Themen vertraut sind:
Funktionsweise der WLAN-AbsicherungIn der Einführung, "Festlegen einer Strategie für die WLAN-Sicherheit", wurde auf verschiedene Methoden zur Absicherung von WLANs eingegangen. Dabei ging es hauptsächlich um die Verwendung der strengen Authentifizierung für das WLAN durch 802.1X und die Verschlüsselung des Netzwerkverkehrs durch dynamische WEP (Wired Equivalent Privacy) bzw. WPA (WiFi Protected Access). Nachfolgend die wesentlichen Punkte, die besprochen wurden:
Funktionsweise von 802.1X mit PEAP und KennwörternZur kennwortbasierten WLAN-Authentifizierung unterstützt Microsoft die Verwendung von PEAP mit MS-CHAP v2. Abbildung 2.2 stellt die Funktionsweise von 802.1X mit PEAP und MS-CHAP v2 dar. Die Abbildung zeigt die folgenden vier Komponenten:
Die folgenden Schritte beschreiben, wie der Client eine Anfrage stellt und Zugriff auf das WLAN und damit das interne Netzwerk erhält. Die Nummern der Schritte entsprechen den Nummern in Abbildung 2.1.
Computer- und Benutzerauthentifizierung für das WLANDer oben erläuterte Prozess beschreibt, wie ein Client (ein Benutzer oder Computer) erfolgreich eine Verbindung zum WLAN herstellt. Windows XP authentifiziert den Benutzer und den Computer unabhängig voneinander. Beim ersten Start verwendet der Computer sein Domänenkonto und Kennwort zur Authentifizierung gegenüber dem WLAN. Die Autorisierung des Computers gegenüber dem WLAN läuft gemäß den im vorigen Abschnitt beschriebenen Schritten ab. Durch die Verbindung zum WLAN mit den eigenen Anmeldeinformationen kann der Computer auch dann verwaltet werden, wenn kein Benutzer angemeldet ist. So können beispielsweise Gruppenrichtlinieneinstellungen angewendet und Patches zum Computer verteilt werden. Wenn sich ein Benutzer am Computer anmeldet, läuft der gleiche Authentifizierungs- und Autorisierungsprozess erneut ab, dieses Mal jedoch mit dem Namen und Kennwort des Benutzers. Die Sitzung des Benutzers ersetzt die WLAN-Sitzung des Computers, beide sind also nicht gleichzeitig aktiv. Somit kann ein nicht autorisierter Benutzer auch nicht mit einem autorisierten Computer auf das WLAN zugreifen. Hinweis: In Windows XP können Sie dieses Verhalten außer Kraft setzen und festlegen, dass entweder nur die Computer- oder Benutzeranmeldeinformationen verwendet werden. Hierbei handelt es sich nicht um empfohlene Konfigurationen. Im ersten Fall können Benutzer eine Verbindung zum WLAN ohne Autorisierung herstellen. Im zweiten Fall kann der Computer erst dann eine Verbindung zum WLAN herstellen, wenn sich ein Benutzer anmeldet. Dies wirkt sich auf mehrere Computerverwaltungsfunktionen aus. Profil des ZielunternehmensDiese Lösung wurde für ein kleines Unternehmen mit 100 bis 200 Mitarbeitern entworfen. Obwohl es sich um ein fiktives Unternehmen handelt, wurden die Eigenschaften und Anforderungen aus umfangreichen praktischen Untersuchungen abgeleitet. Die realen Anforderungen haben sich auf Stil und Umfang der Anleitung sowie auf die im Entwurf enthaltenen Optionen ausgewirkt. Diese Lösung ist nicht auf Unternehmen der genannten Größe beschränkt. Dank der Einfachheit des Entwurfs und der Skalierbarkeit der verwendeten Komponenten kann die gleiche PEAP-basierte WLAN-Lösung auf wesentlich größere (mit Tausenden von Benutzern) und kleinere Unternehmen skaliert werden. Durch das Wissen über die Eigenschaften des Zielunternehmens erhalten Sie ein besseres Verständnis zu den Annahmen des Entwurfs und zu ihrer Anpassung auf Ihr Unternehmen. Ausführliche Informationen zur Verwendung der Lösung in größeren Unternehmen finden Sie in diesem Kapitel im Abschnitt "Skalierung für größere Unternehmen". Bei wesentlich kleineren Unternehmen können alle erforderlichen Komponenten auf einem Server installiert werden. UnternehmenslayoutDas physische und IT-Layout des Unternehmens wird in der folgenden Abbildung dargestellt. ![]() Abbildung 2.2 Das physische und IT-Layout des Zielunternehmens Es gibt eine große Hauptverwaltung, in der die meisten IT-Systeme und Benutzer untergebracht sind. Dort befinden sich alle Active Directory-Domänencontroller. Die Hauptverwaltung ist mit dem Internet über einen Firewallserver verbunden. Es sind einige mit dem internen Netzwerk verbundene WLAN-Clients und WAPs vorhanden. Darüber hinaus gibt es eine oder mehrere Zweigstellen mit wenigen lokalen IT-Diensten außerhalb der Netzwerkverbindung zur Hauptverwaltung. In diesen Zweigstellen gibt es wenige Clients (wahrscheinlich alle drahtlos) und des öfteren Besucher aus der Hauptverwaltung, die mit eigenen WLAN-Clients auf ihre Anwendungen und Daten in der Hauptverwaltung zugreifen. Die WAN-Verbindung zwischen Zweigstellen erfolgt über private Leitungen (wie T1 – 1,5 Mbit/s) oder über DSL-Internet-Verbindungen und eine Router-zu-Router-VPN-Verbindung über das Internet. Normalerweise ist die WAN-Verbindung nicht ausfallsicher. Hinweis: Falls die WAN-Verbindung zwischen Zweigstellen mittels einer VPN-Verbindung über das Internet erfolgt, verfügt jede Zweigstelle normalerweise über eine Firewall zum Schutz vor Angriffen im Internet. Diese Firewall hat keine Bedeutung für die Erläuterung der WLAN-Lösung und wurde daher der Klarheit halber weggelassen. IT-UmgebungActive Directory für dieses Unternehmen ist eine einzelne Domänengesamtstruktur mit mindestens zwei Domänencontrollern. Sie authentifiziert Benutzer gegenüber der Domäne und bietet Verzeichnis- und Authentifizierungsdienste für Anwendungen wie Microsoft Exchange Server und Outlook® für E-Mail. Die Domänencontroller wurden vor kurzem von Windows 2000 Server auf Windows Server 2003 Standard Edition aktualisiert. Darüber hinaus führen die Domänencontroller zusätzliche Dienste wie DNS (Domain Name System), DHCP und WINS (Windows Internet Name Service) für einige ältere Anwendungen aus. Die IT-Systeme verwenden überwiegend Microsoft-Technologien, nämlich Windows XP auf Clientcomputern und Windows Server 2003 auf Serversystemen. Darüber hinaus gibt es noch einige Server mit Windows 2000, die das Unternehmen in Abhängigkeit vom Testen und Support der Anwendung aktualisieren will. Das Unternehmen hat damit begonnen, vor allem für die Mitarbeiter in Vertrieb, Verteilung und Lager in mobile Systeme wie Windows XP Tablet Edition und Pocket PC 2003 zu investieren. Die wichtigsten Serveranwendungen sind Microsoft Exchange Server, SQL Server (auf der mehrere LOB-Anwendungen ausgeführt werden), Internet Information Services (IIS) und Windows SharePoint™ Team Services. Auf Clientcomputern bereitgestellte Anwendungen verwenden eine Active Directory-Gruppenrichtlinie. Bereitgestellte Betriebssystempatches verwenden Microsoft Software Update Service (SUS) und den Windows AutoUpdate-Dienst. Die Systemüberwachung erfolgt direkt auf den Serversystemen durch die tägliche Überprüfung von Windows-Ereignisprotokollen, Leistungsprotokollen und Anwendungsprotokollen. Wichtige Warnungen für Hard- und Software werden per E-Mails und Warnungen auf den Systemkonsolen an den IT-Administrator gesendet. Das Unternehmen beschäftigt zwei Vollzeit-IT-Mitarbeiter, die für die IT-Planung, die Bereitstellung von Diensten und den täglichen Support verantwortlich sind. Der IT-Manager und der Mitarbeiter für IT-Support verfügen über die aktuellsten MCSE-Zertifizierungen und mehrjährige IT-Erfahrung. EntwurfskriterienDas im oben stehenden Abschnitt beschriebene Unternehmen weist normalerweise die folgenden Typen von Kriterien für eine WLAN-Lösung auf. Diese Kriterien wurden erweitert und gelten für eine breite Kategorie von Unternehmen. Der im weiteren Verlauf des Kapitels dargestellte Entwurf verwendet explizit diese Kriterien. Tabelle 2.1: Entwurfskriterien der WLAN-Lösung
Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die WLAN-Authentifizierungsanforderungen für unterschiedliche Unternehmensgrößen. Die Spalte "Neue Authentifizierungen pro Sekunde" ist Teil der ständigen Last und nimmt einen Durchschnitt von vier neuen vollständigen Authentifizierungen pro Benutzer und Tag beim Wechsel von Benutzern zwischen WAPs an. Die Spalte "Spitze neuer Authentifizierungen pro Sekunde" zeigt den erwarteten Lasttyp an, wenn alle Benutzer im Zeitraum von 30 Minuten authentifiziert werden (beispielsweise zu Beginn des Tages). Die Spalte "Erneute Authentifizierungen pro Sekunde" zeigt die Anzahl regelmäßiger Neuauthentifizierungen zum Erzwingen der Erneuerung dynamischer WEP-Schlüssel an. Tabelle 2.2: WLAN-Authentifizierungsanforderungen
Auf diese Zahlen wird weiter unten im Kapitel bei der Erläuterung der IAS-Serverdimensionierung eingegangen. WLAN-ArchitekturDieser Abschnitt behandelt die Architektur der Lösung. NetzwerkentwurfDie folgende Abbildung zeigt das grundlegende Netzwerklayout für die Hauptverwaltung. Die Abbildung zeigt Drahtlosclients, mindestens zwei WAPs, zwei auf Active Directory-Domänencontrollern ausgeführte IAS-Server, einen DHCP-Server sowie andere über das Netzwerk verbundene Server, Clients und Geräte. Mit Ausnahme der WLAN-Clients sind alle Elemente auf einem einzelnen LAN mit mindestens einem Schicht-2-Switch verbunden. An diesem Standort wird ein einzelnes Subnetz für das gesamte interne Netzwerk verwendet. Es gibt (nicht in der Abbildung dargestellte) Routingverbindungen durch die Firewall zum Internet und zu anderen Zweigstellen. Größere Unternehmen verfügen wahrscheinlich eher über eine Routingumgebung innerhalb eines Standorts. Dies ist für die Authentifizierungsinfrastruktur nicht relevant, kann jedoch die Verbindungsart der WAPs zum übrigen Netzwerk beeinflussen. Um Benutzern den Wechsel zwischen mehreren WAPs am Standort zu erleichtern, werden normalerweise alle WAPs und WLAN-Clients auf dem gleichen IP-Subnetz untergebracht. Dadurch können Benutzer zwischen WAPs wechseln und dabei die gleiche IP-Adresse behalten. Eine ausführliche Erläuterung dieses Themas geht über den Inhalt dieser Anleitung hinaus. Detailliertere Informationen finden Sie im Windows Server 2003 Deployment Kit in Kapitel, Deploying a Wireless LAN. Stellen Sie im Netzwerkentwurf Folgendes sicher:
Auswahl der Hardware für das DrahtlosnetzwerkStellen Sie sicher, dass die WAPs und Drahtlosnetzwerkadapter folgende Features unterstützen:
Sie müssen über ausreichend WAPs verfügen, um die WLAN-Clients an allen zu unterstützenden physischen Standorten abzudecken. Planen Sie die WAP-Aufstellung außerdem so, dass beim Ausfall eines WAP eine entsprechende Sicherungsabdeckung an allen Standorten vorhanden ist. Die WAP-Aufstellung wird detaillierter im Windows Server 2003 Deployment Kit in Kapitel, Deploying a Wireless LAN, erläutert, das auch im Abschnitt "Quellen" am Ende dieses Kapitels aufgeführt ist. Lesen Sie dazu auch den am Ende dieses Kapitels erwähnten Artikel "Recommendations for IEEE 802.11 Access Points". Aufstellung von IAS-ServernDas Ziel bei der Aufstellung von IAS-Servern ist ein ausfallsicherer WLAN-Dienst mit möglichst niedrigem Implementierungs- und Verwaltungsaufwand. Ein WLAN-Dienst mit Ausfallsicherheit bei Ausfall einer einzelnen Komponente hat die folgenden Eigenschaften:
Dabei ist die zweite die wichtigste Eigenschaft für die Planung der IAS-Server-Aufstellung. In dieser Lösung befindet sich IAS auf vorhandenen Domänencontrollern. Dies ergibt die höchste Leistungskonfiguration sowie einen relativ niedrigen Implementierungs- und Verwaltungsaufwand. Es wird allgemein für Unternehmen jeder Größe empfohlen, IAS an jedem Standort mit Domänencontroller zu installieren (nicht unbedingt auf jedem Domänencontroller). Die folgende Abbildung zeigt die Aufstellung von IAS-Servern im Unternehmen. IAS wird auf zwei vorhandenen Domänencontrollern in der Hauptverwaltung bereit gestellt. Die Netzwerk-CA (weitere Informationen finden Sie im Abschnitt "Erlangen von Zertifikaten für IAS-Server" weiter unten in diesem Kapitel) wird ebenfalls auf einem der Domänencontroller installiert. Sämtliche WAPs in der Hauptverwaltung sind so konfiguriert, dass sie diese IAS-Server verwenden. ![]() Abbildung 2.4 Die Infrastruktur der Hauptverwaltung und Zweigstellen Das Unternehmen verfügt über eine kleine Zweigstelle ohne lokale Domänencontroller. Die WAPs an diesem Standort verwenden die beiden IAS-Server in der Hauptverwaltung für alle Authentifizierungsanforderungen. Das bedeutet, dass sich Benutzer nicht gegenüber dem WLAN authentifizieren können, wenn die WAN-Verbindung zur Hauptverwaltung ausfällt. Für viele Unternehmen kann dies ein unakzeptables Risiko sein. Installieren Sie eine redundante WAN-Verbindung oder einen lokalen IAS-Server und Domänencontroller, um dieses Problem zu lösen. Dies scheint auf den ersten Blick ein unangemessener Aufwand für diesen Typ von Zweigstelle zu sein, allerdings verursacht ein WAN-Ausfall auch den Ausfall der meisten anderen Netzwerkdienste (wie lokaler Dateiserver) ohne Zugriff auf einen Domänencontroller. Wenn Sie dieses Problem beheben, wirkt sich das positiv auf die Zuverlässigkeit dieser Dienste und des lokalen WLAN aus. Das Bereitstellen von Domänencontrollern für Zweigstellen wird im Abschnitt "Skalierung für größere Unternehmen" weiter unten im Kapitel erläutert. Bei kleinen Unternehmen mit unzuverlässiger WAN-Verbindung, in denen die Installation eines lokalen Domänencontrollers nicht möglich ist, können Sie ein eigenständiges WLAN bereit stellen. Weitere Informationen hierzu finden Sie im Abschnitt "SOHO-Umgebungen" weiter unten im Kapitel. Zuweisen von WAPs zu RADIUS-ServernSie müssen alle WAPs IAS-Servern zuweisen. Für jeden WAP ist ein primärer und ein sekundärer RADIUS-Server erforderlich. Dadurch kann der WAP den sekundären RADIUS-Server verwenden, falls der primäre Server ausfällt oder nicht kontaktierbar ist. Diese Anordnung wird in der folgenden Abbildung dargestellt. ![]() Abbildung 2.5 WAP-Ausgleich zwischen primären und sekundären IAS-Servern Die Abbildung zeigt, wie jeder WAP mit unterschiedlichen primären und sekundären RADIUS-Servern konfiguriert ist. Dadurch wird der Lastenausgleich zwischen den Servern ermöglicht. WAPs an Standorten ohne lokalen IAS-Server folgen dem gleichen Muster und verwenden die IAS-Server in der Hauptverwaltung als primären und sekundären RADIUS-Server. Bei WAPs an Standorten mit nur einem lokalen IAS-Server sollte der lokale Server immer der primäre Server und der Server in der Hauptverwaltung (oder an einem anderen geeigneten Standort mit zuverlässiger Verbindung zu einem IAS-Server) der sekundäre Server sein. Dies wird in der folgenden Abbildung veranschaulicht. ![]() Abbildung 2.6 Konfigurieren von WAPs für lokale und Remote-IAS-Server Bei Verwendung vieler WAPs müssen Sie die Zuweisung der WAPs zu IAS-Servern sorgfältig dokumentieren. Mithilfe dieser Auflistung können Sie sicherstellen, dass jedem WAP ein primärer und sekundärer Server zugewiesen wurde und die Last von den WAPs gleichmäßig zwischen den verfügbaren Servern verteilt wird. Hinweis: Sämtliche WAPs werden an den sekundären IAS-Server übergeben, wenn der primäre IAS-Server nicht verfügbar ist. Allerdings werden die meisten WAPs nicht automatisch auf den primären Server zurückgesetzt, wenn dieser wieder zur Verfügung steht (sondern nur dann, wenn nachfolgend der sekundäre Server ausfällt). Wenn sich beide IAS-Server am gleichen Standort befinden, ist das kein gravierendes Problem. Lediglich die Last wird ungleichmäßig verteilt. Falls jedoch der sekundäre IAS-Server ein Remote-Server ist, kann der vorübergehende Ausfall des primären Servers dazu führen, dass alle WAPs gegenüber dem sekundären Server über eine nicht optimale WAN-Verbindung authentifiziert werden. Falls die WAPs nicht automatisch auf den zugewiesenen primären Server zurückgesetzt werden, müssen Sie sie unter Umständen manuell zurücksetzen, damit sie den nach einem Ausfall wieder verfügbaren lokalen IAS-Server verwenden. Vorübergehende Netzwerkbedingungen können auch zum Failover der WAPs an ihre sekundären RADIUS-Server führen. Sie sollten daher gelegentlich in den Anwendungsprotokollen der IAS-Server in den Authentifizierungsanforderungsereignissen überprüfen, ob WAPs den falschen IAS verwenden. Gemeinsame Positionierung von IAS mit DomänencontrollernIn dieser Lösung wird IAS auf vorhandenen Domänencontrollern installiert. Dadurch ergibt sich ein niedriger Implementierungsaufwand und eine Leistungsverbesserung gegenüber der Verwendung von IAS auf einem separaten Mitgliedsserver. Der Leistungszuwachs entsteht, da IAS mit Active Directory auf dem gleichen Computer ohne Netzwerkverzögerung kommunizieren kann. Beachten Sie, dass sich aus der Installation von IAS auf Domänencontrollern Nachteile ergeben können. Obwohl viele Unternehmen davon nicht betroffen sind, sollten Sie sie berücksichtigen, bevor Sie fortfahren:
IAS-Software- und HardwareanforderungenFür ein Zielunternehmen mit 100 bis 200 Benutzern ist es unwahrscheinlich, dass die IAS-Last auf Servern zu einem Problem wird, solange Sie die empfohlene Hardwarespezifikation für Windows Server 2003 verwenden. Für größere Unternehmen dagegen kann es ein Problem sein, besonders wenn sie IAS auf vorhandenen Domänencontrollern ausführen. Das Last auf IAS wird durch folgende Faktoren bestimmt:
Sie können anhand der Werte in Tabelle 2.2 im Abschnitt "Entwurfskriterien" weiter oben die Anzahl der Authentifizierungen pro Sekunde für eine bestimmte Benutzerzahl abschätzen. Beachten Sie die ständige Last bei normaler Benutzerauthentifizierung und die Höchstlast in Spitzenzeiten. Wenn man die Werte aus dieser Tabelle hochrechnet, erzeugen 200 Benutzer eine ständige Last von weniger als einer vollständigen Authentifizierung alle 50 Sekunden und einer schnellen Neuauthentifizierung alle 10 Sekunden. Diese Werte sind so gering, dass der einzige wirklich wichtige Wert die erforderliche Zeitdauer für die Authentifizierung aller Benutzer nach einem Ausfall ist – wenn alle Benutzer sofort wieder eine Verbindung zum WLAN herstellen müssen. Dies ist eine extremere Spitze als die Anmeldung zu Tagesbeginn, die normalerweise 30 Minuten oder länger dauert. Authentifizierungsoptionen haben einen wichtigen Einfluss auf die IAS-Server-Last. Protokolle wie PEAP führen bei der ersten Anmeldung eine Authentifizierung mit öffentlichen Schlüsseln durch, die die CPU stark beansprucht. Allerdings werden für folgende Neuauthentifizierungen zwischengespeicherte Sitzungsinformationen verwendet und damit das so genannte "Fast Reconnect" (schnelle Wiederherstellung der Verbindung) zugelassen. Wenn Sie dynamische WEP verwenden, werden die Clients alle 15 bis 60 Minuten neu authentifiziert, um neue Verschlüsselungsschlüssel zu generieren. Mit WPA müssen Sie dagegen die Neuauthentifizierung nicht so häufig erzwingen, normalerweise alle 8 Stunden. Die folgende Tabelle zeigt die ungefähre Anzahl an Authentifizierungen pro Sekunde für IAS auf einem Intel Pentium 4-Server mit 2 GHz, während Windows Server 2003 mit Active Directory auf einem separaten Server ausgeführt wird. Hinweis: Die Angaben in der folgenden Tabelle wurden aus Tests abgeleitet, die von Microsoft Solutions for Security vorgenommen wurden. Für diese Informationen wird keinerlei Gewähr übernommen; sie dienen ausschließlich als Richtlinien für die Kapazitätsplanung und nicht zum Leistungsvergleich. Tabelle 2.3: Authentifizierungen pro Sekunde
Bei der Berechnung dieser Angaben war die RADIUS-Protokollierung aktiviert, Active Directory wurde auf einem separaten Server ausgeführt. Da diese beiden Faktoren die Leistung von IAS mindern, können die Angaben als pessimistische Schätzung betrachtet werden. Wie diese Werte zeigen, ermöglicht dieser Servertyp die Authentifizierung von 200 WLAN-Benutzern beim Netzwerk in sechs Sekunden und von 1000 Benutzern in 30 Sekunden. Verwendung von Windows Server Standard Edition oder Enterprise EditionDiese Lösung verwendet Windows Server 2003 Standard Edition für alle IAS-Server. Damit können Sie die Kosten für Serverlizenzen gering halten und die Lösung auf vorhandenen Servern mit Standard Edition oder Enterprise Edition installieren. Für IAS in Windows Server 2003 Standard Edition gilt die Einschränkung, dass jeder Server nur 50 RADIUS-Clients und zwei RADIUS-Serverroutinggruppen unterstützen kann. Hinweis: RADIUS-Clients unterscheiden sich von WLAN-Clients. RADIUS-Client bezieht sich auf WAPs sowie andere Netzwerkzugriffs-Server wie VPN-Server und Firewalls, die RADIUS-Authentifizierungsdienste verwenden. Für ein Zielunternehmen mit 1 bis 200 Benutzern sind maximal 50 WAPs je Server mehr als ausreichend. Für größere Unternehmen kann diese Beschränkung von Bedeutung sein, insbesondere für große Zweigstellen oder wenn viele Zweigstellen Eingaben an einem oder zwei IAS-Hubservern vornehmen. Bei 15 Benutzern je WAP heißt das, dass ein IAS-Server auf Windows Server 2003 Standard Edition ungefähr 750 Benutzer unterstützen kann. Diese Berechnung berücksichtigt die Gesamtzahl der WAPs, die einen Server als primären oder sekundären RADIUS-Server verwenden. Daher unterstützen zwei Server 50 WAPs und nicht 100. Wenn ein IAS-Server mehr als 50 WAPs unterstützen soll, müssen Sie Windows Server 2003 Enterprise Edition verwenden. Sie können die beiden Editions natürlich auch mischen und abstimmen, indem Sie Windows Server 2003 Enterprise Edition für große Zweigstellen bzw. Hubzweigstellen und Windows Server 2003 Standard Edition für kleinere Zweigstellen verwenden. IAS-KonfigurationIAS-Einstellungen können in vier Hauptkategorien unterteilt werden:
Diese Kategorien werden in den folgenden Unterabschnitten ausführlich erläutert. Die Einstellungen gelten für alle in dieser Lösung verwendeten IAS-Server. Daher können sie auf einem IAS-Server konfiguriert und dann zu den anderen Servern kopiert werden. Mit diesem Verfahren wird in Kapitel 5, Erstellen der WLAN-Sicherheitsinfrastruktur, sichergestellt, dass die IAS-Einstellungen für alle Server in Ihrem Unternehmen konsistent sind. Darüber hinaus sind auf jedem IAS-Server ein oder mehrere WAPs als RADIUS-Clients konfiguriert. RADIUS-Clients wurden weiter oben im Abschnitt "Zuweisen von WAPs zu RADIUS-Servern" erläutert. Die RADIUS-Clients unterscheiden sich normalerweise für jeden Server und werden daher nicht wie die anderen Einstellungen zwischen den Servern repliziert. IAS-Server-EinstellungenDiese Kategorie umfasst:
RADIUS-RichtlinienIAS-Richtlinien steuern die Authentifizierung und Autorisierung von Konten für das Netzwerk. Es gibt zwei Formen von Richtlinien:
Die RAS-Richtlinie steuert, wie und ob eine Verbindung für das Netzwerk autorisiert wird. Sie enthält mehrere Filterbedingungen, die festlegen, ob diese Richtlinie für eine bestimmte Verbindungsanforderung gilt. Beispiele für Filterbedingungen: Angabe der Windows-Sicherheitsgruppe, deren Mitglied ein Client sein muss, Angabe des Verbindungstyps (wie drahtlos oder VPN) des anfordernden Clients und Angabe der Tageszeit, zu der der Client eine Verbindung herzustellen versucht. Mit jeder RAS-Richtlinie ist eine Richtlinienaktion verbunden, die auf das Zulassen oder Verweigern einer Verbindungsanforderung eingestellt ist. Verbindungsanforderungen, die die Filterbedingung der RAS-Richtlinie erfüllen, wird je nach Einstellung der Richtlinienaktion der Netzwerkzugriff gestattet bzw. verweigert. Darüber hinaus enthält eine RAS-Richtlinie mehrere Parameter, das so genannte RAP-Profil (Remote Access Policy), die für eine zugelassene Verbindung gelten. Zu diesen Parametern gehören die Authentifizierungsmethoden, die für diese Verbindung zulässig sind, die Form der Zuweisung einer IP-Adresse zum Client und die Zeit, die der Client verbunden bleiben kann, bevor eine erneute Authentifizierung erforderlich wird. Auf einem IAS können mehrere RAS-Richtlinien vorhanden sein. Jede Verbindungsanforderung wird (in der Reihenfolge der Priorität) anhand der Richtlinien ausgewertet, bis eine zutreffende RAS-Richtlinie die Anforderung zulässt oder verweigert. Die Konfiguration der RAS-Richtlinie in dieser Lösung wird in der folgenden Tabelle dargestellt. Tabelle 2.4: Konfiguration der RAS-Richtlinie
Der Bedingungsfilter entspricht allen Drahtlosclients und allen Mitgliedern der Domänengruppe "WLAN-Zugriff". Für den WLAN-Zugriff nicht relevante Parameter wie Multilink- und MPPE-Verschlüsselungseinstellungen (Microsoft Point-to-Point Encryption) wurden in der Tabelle nicht berücksichtigt. Ausführliche Informationen zur Verwendung von Sicherheitsgruppen mit der RAS-Richtlinie finden Sie im Abschnitt "WLAN-Benutzer- und Computer-Administrationsmodell" weiter unten in diesem Kapitel. Die Einstellung "Einwähleinschränkungen – Zeitlimit für Clients" kann die Sicherheit und Zuverlässigkeit der Lösung beeinflussen. Gründe für die Verwendung anderer Werte als der in der Tabelle angegebenen werden im Abschnitt "Sicherheitsoptionen für dynamische WEP" weiter unten im Kapitel erläutert. Das RADIUS-Attribut "Ignore-User-Dialin-Properties" wird zum Umgehen von Netzwerkzugriffsberechtigungen per Benutzersteuerung verwendet. Eine Erläuterung der Zugriffssteuerung für Benutzer und Gruppen finden Sie im Abschnitt "WLAN-Benutzer- und Computer-Administrationsmodell". Eine Verbindungsanforderungsrichtlinie steuert, ob die Anforderung auf einem bestimmten RADIUS-Server verarbeitet oder an einen anderen RADIUS-Server (den RADIUS-Proxy) gesendet wird. RADIUS-Proxies werden normalerweise verwendet, wenn der RADIUS-Server nicht selbst über die Informationen zur Verarbeitung der Anforderung verfügt und sie an einen autorisierenden RADIUS-Server wie einen Server in einer anderen Active Directory-Gesamtstruktur weiterleiten muss. RADIUS-Proxies werden in dieser Lösung nicht verwendet, und ihre Erläuterung geht über den Inhalt dieser Anleitung hinaus. Weitere Informationen zu RAS-Richtlinien und Richtlinien für Verbindungsanforderungen sowie zu RADIUS-Proxies finden Sie im Abschnitt "Quellen" am Ende des Kapitels. RADIUS-ProtokollierungSie können IAS-Server so konfigurieren, dass sie zwei unterschiedliche Informationsarten protokollieren:
Erfolgreiche und abgelehnte Authentifizierungsereignisse von WLAN-Geräten und -Benutzern können auf dem IAS-Server im Systemereignisprotokoll von Windows Server 2003 gespeichert werden. Im Protokoll gespeicherte Informationen zu Authentifizierungsereignissen sind bei der Behebung von Authentifizierungsfehlern hilfreich. Diese Informationen können jedoch auch für die Sicherheitsüberwachung und Warnung verwendet werden. Sie sollten die Protokollierung von erfolgreichen und abgelehnten Ereignissen zunächst aktiviert lassen. Wenn sich das System stabilisiert hat, können Sie die Protokollierung von erfolgreichen Ereignissen bei Bedarf deaktivieren. Die Protokollierung von erfolgreichen WLAN-Zugriffsereignissen bläht das Systemereignisprotokoll auf, diese können jedoch für die Überwachung erforderlich sein. Falls Sie ein Überwachungs- und Warnungstool wie Microsoft Operations Manager (MOM) verwenden, sollten Sie eine Regel zur Warnung bei Fehlerereignissen bei der IAS-Authentifizierung im Systemereignisprotokoll hinzufügen. Sie können stattdessen auch ein Ereignisprotokoll-Abfrageprogramm wie eventquery.vbs verwenden, um das Ereignisprotokoll auf Authentifizierungsfehler zu überprüfen (siehe den Eintrag "Eventquery.vbs" in der Onlinehilfe). Einzelne Ereignisse sind normalerweise ohne Bedeutung, während mehrere Ereignisse Anzeichen eines versuchten Einbruchs sein können. IAS verfügt darüber hinaus über die Möglichkeit, Informationen zu Authentifizierung und Netzwerkzugriffssitzung in Form von RADIUS-Anforderungsprotokollen zu speichern. Normalerweise verwenden Sie die RADIUS-Protokollierung entweder bei der Berechnung von Gebühren für die Netzwerknutzung (als Internetdienstanbieter müssen Sie beispielsweise Gebühren nach Verbindungszeit berechnen) oder dann, wenn Sie spezielle Sicherheitsüberwachungsinformationen benötigen (obwohl diese in den meisten Fällen in den im Ereignisprotokoll protokollierten Authentifizierungsereignissen enthalten sind). Weitere Informationen zur RADIUS-Protokollierung finden Sie im Abschnitt "Quellen" am Ende des Kapitels. IAS-SicherheitWenden Sie für IAS ähnliche Sicherheitsvorkehrungen wie für einen Domänencontroller an. Die sichere Steuerung des Netzwerks hängt von der Sicherheit der IAS-Infrastruktur ab. Mit den folgenden einfachen Schritten können Sie die IAS-Sicherheit verbessern:
Weitere Informationen zu IAS-Sicherheitsmaßnahmen finden Sie im Abschnitt "Quellen" am Ende des Kapitels. WLAN-Benutzer- und Computer-AdministrationsmodellDer Zugriff auf das WLAN wird in dieser Lösung mittels Domänensicherheitsgruppen gesteuert. Das Zulassen und Verweigern des Zugriffs kann zwar über die Einwähleigenschaften von Domänenbenutzerobjekten erfolgen, allerdings ist die Verwaltung für viele Benutzer umständlich. Diese Lösung verwendet ein sehr einfaches Schema, um allen Domänenbenutzern und -computern den Zugriff auf das WLAN zu gestatten. Für viele Unternehmen ist die Zugriffssteuerung über die Domänenmitgliedschaft eine ausreichend strenge Steuerung und vermindert zusätzlichen Verwaltungsaufwand für das WLAN. Um jedoch Unternehmen bei Bedarf mehr Steuerungsmöglichkeiten zur Verfügung zu stellen, kann mithilfe von Sicherheitsgruppen festgelegt werden, wem der WLAN-Zugriff gestattet wird. Wie im Abschnitt "RADIUS-Richtlinien" beschrieben, verwendet die IAS-RAS-Richtlinie eine Filterbedingung, die allen Mitgliedern der Gruppe "WLAN-Zugriff" den WLAN-Zugriff gestattet. In der folgenden Tabelle werden die Mitglieder der Gruppe "WLAN-Zugriff" angezeigt. Tabelle 2.5: Drahtloszugriffsgruppen zum Zulassen aller Benutzer und Computer
Für die Gruppe in der ersten Spalte "WLAN-Zugriff" sind in der zweiten Spalte zwei Mitglieder aufgeführt, nämlich WLAN-Benutzer und WLAN-Computer. Diese Gruppen der ersten Ebene haben selbst Mitglieder (siehe die dritte Spalte – "Mitglieder der zweiten Ebene"), nämlich die Gruppe Domänenbenutzer bzw. Domänencomputer. Diese Anordnung verschachtelter Gruppen gestattet allen Benutzern und Computern in der Domäne die Verbindung zum WLAN. Falls die Zulassung aller Benutzer und Computer für den WLAN-Zugriff für Ihr Unternehmen zu weit geht, können Sie Domänenbenutzer oder/und Domänencomputer aus diesen Gruppen entfernen. Sie müssen dann den WLAN-Gruppen die jeweiligen Benutzer- und Computerkonten bzw. -gruppen hinzufügen. Die folgende Tabelle stellt die entsprechende Verwendung der WLAN-Zugriffsgruppenstruktur dar. Tabelle 2.6: Drahtloszugriffsgruppen zum Zulassen ausgewählter Benutzer und Computer
Weitere Informationen zur Verwendung dieser Sicherheitsgruppen in einer Mehrfachdomänen-Gesamtstruktur finden Sie im Abschnitt "Skalierung für größere Unternehmen" weiter unten in diesem Kapitel. Erlangen von Zertifikaten für IAS-ServerDie IAS-Server benötigen Zertifikate zur Authentifizierung der WLAN-Clients. Serverzertifikate sind erforderlich, um den TLS-verschlüsselten Tunnel zwischen IAS-Servern und Clients zu erstellen. TLS dient dem Schutz des Authentifizierungsaustausches zwischen dem Server und Clients. Hinweis: TLS ist ein auf SSL 3.0 (Secure Sockets Layer) basierender RFC-Standard. Beide werden häufig als Teil von HTTPS (Hypertext Transfer Protocol, Secure) zur Sicherung von Webdatenverkehr verwendet. Vergleich zwischen interner und kommerzieller ZertifizierungsstelleSie erhalten die erforderlichen Zertifikate, indem Sie entweder selbst eine CA ((Certificate Authority) installieren oder die Zertifikate von einem kommerziellen Zertifikatanbieter beziehen. Beide Optionen sind zulässig. Aus der Wahl der jeweiligen Option ergibt sich kein technischer Unterschied für die WLAN-Lösung. Die wichtigsten Vor- und Nachteile der beiden Optionen werden in der folgenden Tabelle zusammengefasst. Tabelle 2.7: Vor- und Nachteile der Verwendung einer eigenen CA gegenüber kommerziellen Zertifikaten
Die Entscheidung hängt letztlich davon ab, wie komplex und aufwändig die Verwaltung der internen CA ist. Falls die Kosten für die Einrichtung einer lokalen CA niedrig sind und die Verwaltung einfach ist, ist diese Option häufig vorteilhafter als der Erwerb externer Zertifikate. Diese Lösung verwendet eine einfache interne CA zur Bereitstellung der Zertifikate. Mit den Begriffen "interne CA" und "Netzwerk-CA" wird in dieser Anleitung angezeigt, dass es sich um eine spezielle CA handelt, die Benutzer und Administratoren eigentlich nicht sehen und die Zertifikate eines Typs ausgibt. Die begrenzte Funktionalität der CA in dieser Lösung bedeutet, dass sie mit geringem bzw. ohne Benutzer- oder Verwaltungseingriff installiert und verwendet werden kann. So kann in dieser Lösung die CA ein Zertifikat mit einer Gültigkeitsdauer von 25 Jahren ausstellen. Sie müssen es daher während der Lebensdauer der Lösung nicht erneuern. Die automatische Registrierung und Erneuerungen der IAS-Serverzertifikate bedeutet, dass keine manuelle Verteilung von Zertifikaten ausgeführt werden muss. Dies ist ein wesentlicher Unterschied zu externen Zertifikaten. Sie müssen dort die Zertifikate der IAS-Server jedes Jahr oder alle zwei Jahre erneuern. Bei jedem manuellen Erstellen der Zertifikatsanforderung auf jedem IAS-Server müssen Sie die Anforderung an die kommerzielle CA senden und dann das ausgestellte Zertifikat abrufen und manuell installieren. Anderenfalls können Benutzer keine Verbindung zum WLAN herstellen. Für viele Unternehmen bedeutet dies eine viel aufwändigere Verwaltung als die einfache interne CA, die in dieser Lösung verwendet wird. Beschränkungen der CA für de LösungDiese Lösung verwendet eine spezielle CA-Konfiguration für das Ausstellen von Zertifikaten für die IAS-Server. Sie wurde ausschließlich zu diesem Zweck entworfen und ist nicht als Universal-CA geeignet. Digitale Zertifikate werden in vielen Anwendungen eingesetzt, darunter sichere E-Mail und sicheres Webbrowsing, IPSec (IP Security), VPN (Virtual Private Networks) und EFS (Encrypting File System). Für jede dieser Anwendungen gelten spezielle Sicherheitsanforderungen. Ebenso hat Ihr Unternehmen eigene Sicherheitsanforderungen im Zusammenhang mit diesen Anwendungen. Daher empfiehlt Microsoft dringend, die CA der Lösung auf keinen Fall für andere Zwecke zu verwenden. Entwerfen Sie Ihre Zertifikatsinfrastruktur gemäß den jeweiligen Anforderungen, falls Sie den Einsatz dieser oder anderer Zertifikatsanwendungen planen. Beachten Sie dabei Folgendes:
Weitere Informationen zur detaillierten Planung für den Entwurf einer allgemeineren PKI-Architektur finden Sie in Kapitel 4, Entwerfen der Infrastruktur öffentlicher Schlüssel, in der Begleitlösung, Absichern drahtloser Netzwerke - eine Microsoft Windows Server 2003- Zertifikatsdienste-Lsung. Beachten Sie außerdem, dass sich aus der Installation der CA auf Windows Server 2003 Standard Edition Einschränkungen ergeben. Die Standard Edition ist für diese Lösung adäquat, sie unterstützt jedoch im Vergleich zu Windows Server 2003 Enterprise Edition eine begrenzte Zahl an Funktionen. Die folgenden wichtigen Features werden von Windows Server 2003 Enterprise Edition nicht unterstützt:
Falls Sie eines der angeführten Features benötigen, müssen Sie eine auf den erweiterten Funktionen von Windows Server 2003 Enterprise Edition basierende CA verwenden. Eine ausführliche Beschreibung der Unterschiede zwischen Enterprise Edition und Standard Edition finden Sie im Whitepaper "PKI Enhancements in Windows XP Professional and Windows Server 2003" (auf Englisch), das im Abschnitt "Quellen" am Ende des Kapitels aufgeführt ist. Wenn Sie gegenwärtig über keine klaren Anforderungen für andere Typen von Zertifikaten verfügen, können Sie jedoch die in dieser Lösung beschriebene CA installieren und sich gleichzeitig weitere Optionen offen halten. Nach der Bestimmung anderer Anforderungen für Zertifikate können Sie später eine komplexere PKI zusätzlich zu dieser Lösung installieren. Sie können dann beide parallel ausführen oder alle Zertifikate von der neuen PKI ausstellen. WLAN-ClientsDie WLAN-Lösung unterstützt verschiedene Typen von WLAN-Clients entweder explizit oder implizit. Diese Lösung unterstützt Clients von Windows XP Professional Edition, Windows XP Tablet Edition und Pocket PC 2003. Eine spezielle Anleitung zur Konfiguration und Verwendung dieser Clients mit der Lösung finden Sie in Kapitel 6, Konfiguration der WLAN-Clients. In der Anleitung werden andere Typen von Clients, die 802.1X mit PEAP-MS-CHAP v2 unterstützen, nicht behandelt. Obwohl andere Clienttypen funktionieren (beispielsweise Windows 2000 Professional), enthält diese Anleitung keine Anweisungen für ihre Konfiguration. Sie wurden vom Microsoft Solutions for Security-Team nicht mit dieser Lösung getestet. Windows XPWindows XP Professional Edition und Windows XP Tablet Edition werden in dieser Lösung vollständig unterstützt. Alle Windows XP-Clients müssen mit Service Pack 1 oder höher aktualisiert werden. Die Computer müssen Mitglieder der gleichen Domäne wie die IAS-Server oder einer anderen Domäne innerhalb der gleichen Gesamtstruktur sein. Die Domänenmitgliedschaft ist erforderlich, damit die Computer sich selbst beim WLAN authentifizieren und die in der Gruppenrichtlinie festgelegten WLAN-Einstellungen downloaden können. Die Computerauthentifizierung beim WLAN wird dann verwendet, wenn kein Benutzer am Computer angemeldet ist. Dadurch kann der Computer die Einstellungen für das Gruppenrichtlinienobjekt (Group Policy Object, GPO) abrufen, Startskripts ausführen und den Download von Patches auslösen. Darüber hinaus ist sie zu Beginn der Benutzeranmeldung erforderlich. Der Benutzer kann die Authentifizierung beim WLAN erst dann starten, wenn das Benutzerprofil geladen wurde. Daher schlagen Anmeldeskripts, andere GPO-Einstellungen und servergespeicherte Profile fehl, wenn der Computer vor der Benutzeranmeldung keine Verbindung zum Netzwerk hergestellt hat. Windows XP-Computer, die keine Domänenmitglieder sind, können weiter mit der Lösung verwendet werden. Dabei treten folgende Nachteile auf:
Microsoft empfiehlt darüber hinaus dringend, die persönliche Firewall auf allen Clientcomputern im WLAN zu aktivieren. Pocket PC 2003Pocket PC 2003 unterstützt 802.1X und PEAP. Sie müssen jedoch unter Umständen Updates vom Hersteller Ihres Geräts und Microsoft erwerben, um über den vollen WLAN-Funktionsumfang zu verfügen. Sie können auch frühere Versionen von Pocket PC als 2003 verwenden, allerdings bietet Microsoft für ältere Versionen keine integrierte Unterstützung für 802.1X. Sie können spezielle Unterstützung von Ihrem Pocket PC-Gerätehersteller erhalten oder WLAN-Clientsoftware von einem Drittanbieter nutzen. Pocket PC-Systeme verwenden kein Computerdomänenkonto und werden immer mittels Benutzeranmeldeinformationen beim WLAN authentifiziert. Normalerweise müssen Benutzer zur Verbindung mit dem WLAN jedes Mal ihren Domänenbenutzernamen und das Kennwort eingeben. Die Anmeldeinformationen können zum Herstellen einer automatischen Verbindung gespeichert werden. Dieses Verfahren kann nur bei sehr strengen Sicherheitsfeatures auf dem Pocket PC-Gerät empfohlen werden. Darüber hinaus verstehen Pocket PCs keine Gruppenrichtlinie, sodass diese nicht zum automatischen Festlegen der WLAN-Einstellungen genutzt werden kann. Sie müssen die WLAN-Konfiguration manuell definieren. Andere 802.1X-ClientsAndere Clients als Windows XP und Pocket PC 2003 funktionieren unter Umständen mit der Lösung, wenn sie 802.1X und PEAP-MS-CHAP v2 unterstützen. Windows 2000-Clients werden mittels Windows 2000 Microsoft 802.1X-Authentifizierungsclient unterstützt. Ausführliche Informationen zum Abrufen des Windows 2000 Microsoft 802.1X-Authentifizierungsclients finden Sie in den Quellen am Ende dieses Kapitels. Andere Windows-Clients als Windows 2000 (wie Windows NT 4.0, Windows 9x und Windows Me) werden mit einem über Microsoft Premier Support verfügbaren Client unterstützt Sie können Clients für diese und andere Plattformen unter Umständen von anderen Netzwerksoftware-Anbietern als Microsoft erwerben. Weitere Informationen finden Sie auch in Anhang C, Unterstützte Windows-Versionen. WPA-UnterstützungDie hier beschriebene WLAN-Lösung unterstützt die Verwendung von WPA-WLAN-Schutz statt dynamischer WEP. WPA wird WEP immer vorgezogen, da sie bessere Schlüsselverwaltung bietet und einen strengeren Verschlüsselungsalgorithmus für das Netzwerk implementiert. Darüber hinaus unterstützt WPA AES-Verschlüsselung, falls die Hardware (WAPs und Netzwerkadapter) die erforderliche Unterstützung bietet. WPA bietet Vor-, aber auch Nachteile gegenüber dynamischer WEP. Hierzu zählen:
GPO- und Pocket PC 2003-Unterstützung für WPA sind demnächst verfügbar, sodass WPA dann eine bevorzugte Option sein wird. Bis dahin bietet die mit 802.1X-Authentifizierung gekoppelte dynamische WEP eine sehr hohe Sicherheitsstufe für WLANs und ist die Standardoption für diese Lösung. Weitere Informationen zu WPA finden Sie im Abschnitt "Quellen" am Ende dieses Kapitels. Migration von einem bereits vorhandenen WLANWenn Sie bereits mit einem WLAN arbeiten, sollten Sie vorab eine Migrationsstrategie planen, damit Benutzer und Umgebung möglichst wenig gestört werden. Viele Unternehmen verwenden 802.11-basierte WLANs, die ohne Netzwerkauthentifizierung oder Verschlüsselung arbeiten. Andere Unternehmen haben statische WEP mit gemeinsamer Schlüsselverschlüsselung implementiert, häufig kombiniert mit der Filterung der MAC-Adressen (Media Access Control). Die Migration von einem dieser Szenarios zu einem 802.1X-gesicherten WLAN umfasst die folgenden Schritte:
Diese Form des Rollouts minimiert die Unterbrechungszeiten für Benutzer und ermöglicht den schnellen Rollback eines Standorts, falls Probleme auftreten. Es lässt sich nicht vermeiden, dass während der Umstellung Probleme für Benutzer auftreten. Informieren Sie die Benutzer daher umfassend über die Migration, und stellen Sie sich auf eine höhere Zahl von Anrufen an die Support-Abteilung ein. Wie bei allen Migrationsstrategien kommt es auf sorgfältiges Planen und Testen an. Die Schritte zum Konfigurieren von Clientcomputern und WAPs können zu Störungen in der Umgebung führen, falls sie nicht sorgfältig getestet werden, um aufkommende Probleme zu beheben. Die detaillierte Planung der Migration von ungesicherten und statischen WEP-WLANs oder von firmeneigenen WLAN-Sicherheitsschemas wird in dieser Anleitung nicht behandelt. Die Sc Schritte ähneln sich grundsätzlich und folgen dem oben dargestellten Muster. Falls Sie jedoch weitere Hilfe bei der Migrationsplanung benötigen, wenden Sie sich an Ihren Microsoft-Partner oder Ihre lokale Microsoft-Niederlassung. Von dort werden Sie an einen Microsoft-Partner in Ihrer Nähe oder an einen Microsoft Consulting Services-Mitarbeiter vermittelt. Skalierung für größere UnternehmenDieser Abschnitt erläutert die wichtigsten Aspekte für den Einsatz dieser Lösung in einem großen Unternehmen (mit mehreren tausend Benutzern). Die Verwendung der PEAP- und Kennwortauthentifizierung im Unternehmen wird ausführlich in Anhang A, PEAP-Anwendung im Unternehmen, erläutert. Aufstellung von IAS-ServernBei zunehmender Anzahl von Standorten, die WLANs unterstützen, müssen Sie festlegen, wie die WAPs durch IAS-Server bearbeitet werden. Dabei gibt es im Wesentlichen zwei Vorgehensweisen:
Auch wenn die Investition in die Ausfallsicherheit des Netzwerks eine teuere Option zu sein scheint, müssen Sie diese ins Verhältnis zum Verwaltungsaufwand für mehrere verteilte IAS-Server setzen. Selbst wenn der IAS-Server auf dem gleichen physischen Server wie ein vorhandener Domänencontroller installiert wird, fallen Kosten für die Verwaltung jeder IAS-Instanz an. In der Praxis verwenden die meisten großen Unternehmen eine Mischung der beiden Optionen:
Die zentrale IAS-Strategie wurde im Abschnitt "Aufstellung von IAS-Servern" weiter oben in diesem Kapitel veranschaulicht. Die Verwendung eines lokalen Domänencontrollers und von IAS in einer Zweigstelle wird in der folgenden Abbildung dargestellt. Diese zeigt eine größere Zweigstelle, die durch ein WAN mit der in Abbildung 2.4 weiter oben gezeigten Hauptverwaltung verbunden ist. ![]() Abbildung 2.7 Größere Zweigstelle mit lokalem Domänencontroller und IAS An diesem Standort sind die WAPs so konfiguriert, dass sie den lokalen IAS-Server als primären RADIUS-Server und einen der IAS-Server in der Hauptverwaltung als sekundären RADIUS-Server verwenden. Das heißt, dass WLAN-Clients auch dann authentifiziert werden können, wenn der lokale IAS-Server oder die WAN-Verbindung ausfällt. Bei einer ausfallsicheren WAN-Anbindung (z. B. bei mehreren WAN-Verbindungen mit unterschiedlichen Anbietern) bringt die Bereitstellung zusätzlicher Server in Zweigstellen kaum Vorteile, sondern zusätzliche Komplexität und einen höheren Verwaltungsaufwand. Mehrere DomänenDer Grundentwurf der Lösung wird transparent auf Gesamtstrukturen mit mehreren Domänen skaliert. Bei der Anwendung der Lösung mit mehreren Domänen müssen insbesondere die folgenden Aspekte beachtet werden:
Die ersten drei Aspekte sind größtenteils ohne Erläuterung verständlich, und die entsprechenden Konfigurationsschritte für mehrere Domänen werden in späteren Kapiteln behandelt. Die Anwendung der Sicherheitsgruppen ist etwas komplizierter und wird im folgenden Abschnitt ausführlich erläutert. Verwendung von Sicherheitsgruppen in mehreren DomänenDie folgende Tabelle zeigt, wie Sie die im Abschnitt "WLAN-Benutzer- und Computer-Administrationsmodell" erläuterten Sicherheitsgruppen in einer Mehrfachdomänen-Gesamtstruktur verwalten können. Tabelle 2.8: Drahtloszugriffsgruppen zum Zulassen aller Benutzer und Computer
Die Tabelle zeigt die gleiche Gruppenverschachtelung wie die Tabellen im Abschnitt "WLAN-Benutzer- und Computer-Administrationsmodell". Die Mitglieder der in der ersten Spalte aufgeführten Gruppe werden in der zweiten Spalte angezeigt; die Mitglieder der in der zweiten Spalte aufgeführten Gruppen werden in der dritten Spalte angezeigt. Die Beispiele in der Tabelle verwenden fiktive Namen. So ist StammDom beispielsweise der Name der Domäne, in der IAS-Server installiert sind, und BenDom1 und BenDom2 sind weitere Domänen mit Benutzern und Computern für den WLAN-Zugriff. Im gezeigten Beispiel wird allen Benutzern und Computern aus BenDom1 und BenDom2 implizit Zugriff auf das WLAN gewährt, da die Gruppen Domänenbenutzer und Domänencomputer aus diesen Domänen Mitglieder der Gruppen WLAN-Benutzer und WLAN-Computer für die gleiche Domäne sind. Die Benutzer aus BenDom3 werden jedoch individuell zur Gruppe WLAN-Benutzer von BenDom3 hinzugefügt. Der Zugriff der Computer erfolgt mittels Geschäftseinheit-Sicherheitsgruppen (z. B. für alle Computer in der Personalabteilung). Die globalen Gruppen für jede Domäne, also WLAN-Benutzer und WLAN-Computer, werden dann als Mitglieder der universellen Gruppe WLAN-Zugriff hinzugefügt. Alle Mitglieder der letztgenannten Gruppe erhalten in der IAS-RAS-Richtlinie Zugriff auf das WLAN. PKI-ArchitekturWie bereits weiter oben im Abschnitt "Erlangen von Zertifikaten für IAS-Server" erwähnt wurde, können viele Anwendungen Zertifikate verwenden. Beachten Sie, dass eine eigenständige CA zwar für diese Lösung geeignet ist, die umfassenderen Anforderungen größerer Unternehmen jedoch kaum erfüllen kann. Überlegen Sie, welche anderen Verwendungszwecke Zertifikate zukünftig erfüllen müssen und ob eine andere PKI-Architektur für diese Szenarios besser geeignet ist, bevor Sie die in dieser Anleitung beschriebene CA implementieren. Ausführliche Informationen zur PKI-Planung finden Sie in Kapitel 4, Entwerfen der Infrastruktur öffentlicher Schlüssel, in der Lösung, Absichern drahtloser Netzwerke - eine Microsoft Windows Server 2003- Zertifikatsdienste-Lsung. Die dort erläuterte PKI ist zwar komplexer als die in dieser Anleitung dargestellte CA, jedoch noch relativ einfach: Sie verwendet beispielsweise zwei CAs. Sie ist jedoch als Grundlage für umfassendere Zertifikatsanforderungen gedacht. Auch wenn Sie sich gegen die Implementierung einer komplexeren PKI wie dieser entscheiden, können Sie die Anweisungen in Kapitel 4, Erstellen einer Netzwerkzertifizierungsstelle, in dieser Anleitung verwenden. Wandeln Sie jedoch die dort aufgeführten Anweisungen wie folgt ab:
Entsprechende Anweisungen finden Sie im Abschnitt "Public Key Infrastructure" in der Produktdokumentation für Windows Server 2003 und in Kapitel 4, Entwerfen der Infrastruktur öffentlicher Schlüssel, Kapitel 7, Implementieren der Infrastruktur öffentlicher Schlüssel, und Kapitel 9, Implementieren der WLAN-Absicherung mit 802.1X, in der Begleitlösung Absichern drahtloser Netzwerke - eine Microsoft Windows Server 2003- Zertifikatsdienste-Lsung. Varianten für die LösungsarchitekturIn diesem Abschnitt werden Varianten für den Grundentwurf erläutert. Die folgenden Unterabschnitte behandeln Alternativen zu den standardmäßigen Sicherheitseinstellungen der Lösung durch Anwenden der IAS-Server für drahtgebundene und Remotezugriffsauthentifizierung, Erstellen von Gast-WLANs für Besucher und Bereitstellen von WLANs für sehr kleine Umgebungen wie Heimarbeitsplätze. Sicherheitsoptionen für dynamische WEPIm Abschnitt "Funktionsweise von 802.1X mit PEAP und Kennwörtern" weiter oben im Kapitel wurde die Anwendung von dynamischer WEP-Verschlüsselung in der Lösung erläutert. Die Sicherheit von dynamischer WEP beruht auf der Fähigkeit, die Verschlüsselungsschlüssel in regelmäßigen Abständen zu erneuern, um bekannte Angriffe auf das WEP-Protokoll zu vereiteln. IAS stellt sicher, dass die Schlüssel für jeden Drahtlosclient in einem festgelegten Intervall mittels einer Sitzungszeitbegrenzung für den Client erneuert werden, die den Client zwingt, sich beim WLAN neu zu authentifizieren. Wenn Sie den Wert für die Sitzungszeitbegrenzung reduzieren, wird die Sicherheit erhöht, allerdings können sich Zuverlässigkeit und Leistung verringern. Eine Zeitbegrenzung von 60 Minuten bedeutet in den meisten Fällen adäquate Sicherheit und ist für 802.11b-Netzwerke mit 11 Mbit/s definitiv ausreichend. Normalerweise übertragen Drahtlosclients in 60 Minuten nie genügend Daten, um die Entdeckung eines WEP-Schlüssels durch einen Angreifer zu ermöglichen. Die aktuellsten Untersuchungen haben ergeben, dass statische WEP-Schlüssel entdeckt werden können, wenn zwischen 1 und 5 Millionen mit dem gleichen Schlüssel verschlüsselte Netzwerkpakete erfasst werden. Informationen dazu finden Sie im technischen Whitepaper "Using the Fluhrer, Mantin, and Shamir Attack to Break WEP" (auf Englisch) von Adam Stubblefield, John Ioannidis und Aviel D. Rubin von AT&T Labs – siehe die Quellen am Ende dieses Kapitels. Hinweis: Die Zahl von 1 Million Paketen wurde beim Testen statischer WEP-WLANs mit relativ schwachen Schlüsseln (einem "für den Benutzer einprägsamen Kennsatz") ermittelt und kann nicht direkt auf dynamische WEP-WLANs übertragen werden. Im Gegensatz zu typischen statischen WEP-WLANs verwendet dynamische WEP strenge zufällige Verschlüsselungsschlüssel und ändert eine der von den Autoren verwendeten Schlüsseloptimierungen weniger effektiv. Sie gehen auf alle Fälle sicher, wenn Sie von der Zahl von 1 Million Paketen ausgehen, um die Sicherheitsbedrohung für dynamische WEP-WLANs einzuschätzen. Eine Million Pakete entsprechen in der Regel ungefähr einer Datenmenge von 500 MB (bei einer durchschnittlichen Paketgröße von 500 Byte). Zum Sichern der verschlüsselten Daten muss die Sitzungszeitbegrenzung so festgelegt werden, dass die Erneuerung des Clientschlüssels jedes Mal erzwungen wird, bevor der Client eine darüber hinausgehende Datenmenge sendet. Bei der typischen Netzwerkverwendung durch einen Client mit E-Mail, Webbrowsing und Dateifreigabe betragen die Datenübertragungsraten maximal 160 kbit/s. Bei dieser Übertragungsgeschwindigkeit und einer Paketgröße von 500 Byte braucht ein Angreifer rund 7 Stunden, um genügend Daten zur Entdeckung des aktuellen Verschlüsselungsschlüssels des Clients zu sammeln. Hinweis: Unter Laborbedingungen können 500 MB in weit weniger als 7 Stunden übertragen werden, nämlich in zirka 10 Minuten auf einem 11 Mbit/s-WLAN oder in weniger als 3 Minuten auf einem 54 Mbit/s-WLAN. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass ein einzelner Client das WLAN exklusiv verwendet und nicht bestätigte UDP-Pakete in eine Richtung übertragen werden. Dieses oder auch nur ein ähnliches Szenario ist in der Praxis für WLANs höchst unwahrscheinlich. Eine Sitzungszeitbegrenzung von 60 Minuten ist für die meisten Unternehmen mehr als ausreichend. Dabei würde ein durchschnittlicher Client rund 150.000 Pakete übertragen, bevor jeder Schlüssel erneuert wird. Das ist deutlich weniger als die Schwelle von einer Million Paketen, die zum Entschlüsseln eines WEP-Schlüssels erforderlich ist. Sie sollten jedoch aus einem der folgenden Gründe eine kürzere Zeitbegrenzung anwenden:
Mit der Verringerung der Sitzungszeitbegrenzung sind zwei grundlegende Nachteile verbunden:
Andere NetzwerkzugriffsdiensteDer in dieser Lösung verwendete RADIUS-Entwurf kann für andere Netzwerkzugriffsserver eine Authentifizierung, Autorisierung sowie Kontoführungsdienste bieten, zum Beispiel die drahtgebundene Netzwerkauthentifizierung mit 802.1X sowie VPN- und RAS-Authentifizierung. Drahtgebundene Netzwerkauthentifizierung mit 802.1XDie drahtgebundene Netzwerkauthentifizierung mit 802.1X ist die einfachste Anwendung, für die keine Änderung des grundlegenden RADIUS-Entwurfs erforderlich ist. Für Unternehmen, die über eine weit verbreitete drahtgebundene Netzwerkinfrastruktur verfügen, ist es möglicherweise schwierig, die nicht autorisierte Verwendung des Firmennetzwerks zu steuern. Es ist beispielsweise oft schwierig, Besucher am Anschließen von Laptops oder Mitarbeiter am Hinzufügen nicht autorisierter Computer zum Netzwerk zu hindern. Bestimmte Teile des Netzwerks wie Datenzentren können als Hochsicherheitszonen eingestuft werden, in denen nur autorisierte Geräte zugelassen werden, selbst wenn dies zum Ausschluss von Mitarbeitern mit Firmencomputern führt. Die nachfolgende Abbildung veranschaulicht, wie eine drahtgebundene Netzwerkzugriffslösung in den Entwurf integriert werden kann. ![]() Abbildung 2.8 Verwendung der drahtgebundenen Authentifizierung mit 802.1X Das fett eingerahmte Feld stellt die 802.1X-basierten drahtgebundenen Komponenten dar, und die anderen Felder enthalten die relevanten Dienste. Vergleichen Sie diese Abbildung mit Abbildung 2.4. Hier wird nur die Hauptverwaltung dargestellt. 802.1X-fähige Netzwerkschalter spielen bei den WAPs in der Hauptlösung die gleiche Rolle und können die gleiche RADIUS-Infrastruktur zur Authentifizierung von Clients und zur selektiven Zugriffsautorisierung auf das entsprechende Netzwerksegment nutzen. Die offensichtlichen Vorteile sind eine Zentralisierung der Kontenverwaltung im Firmenverzeichnis, während die Netzwerkzugriffsrichtlinien weiterhin durch den Netzwerksicherheitsadministrator gesteuert werden. VPN- und RAS-DFÜ-AuthentifizierungEin weiterer Netzwerkzugriffsdienst, der die RADIUS-Komponenten verwenden könnte, ist VPN- und RAS-DFÜ. Insbesondere in größeren Unternehmen ist es wahrscheinlich, dass einige Komponenten zum derzeitigen Entwurf hinzugefügt werden müssen, z. B. RADIUS-Proxies. Die erweiterte Lösung wird in der folgenden Abbildung dargestellt. ![]() Abbildung 2.9 Erweiterung der RADIUS-Komponente zur Unterstützung von VPN Die VPN-Server in dieser Variante spielen die gleiche funktionale Rolle wie die WAPs im Hauptentwurf. Sie leiten die Authentifizierungsanforderungen der Clients an die RADIUS-Infrastruktur weiter. Die RADIUS-Anforderungen können direkt an die internen IAS-Server weitergeleitet werden. Allerdings fügen viele Unternehmen als weitere Sicherheitsebene noch eine zusätzliche Schicht von RADIUS-Proxies hinzu, die Anforderungen an die internen IAS-Server weiterleiten. Wie die drahtgebundene Netzwerksicherheit bringt diese Lösung die gleichen Vorteile einer möglichen Wiederverwendung der vorhandenen Infrastruktur und der Zentralisierung der Kontenverwaltung. Mögliche Erweiterungen umfassen beispielsweise die Benutzerauthentifizierung auf Smartcard-Basis. Die interne RAS-VPN-Lösung von Microsoft für die eigenen Mitarbeiter nutzt praktisch die gleiche VPN- und RADIUS-Architektur mit Smartcards zur Benutzerauthentifizierung. Der DFÜ-RAS funktioniert ähnlich, indem die DFÜ-Serverfunktion statt der VPN-Funktionen des RRAS-Dienstes (Routing und RAS-Dienst) von Windows Server verwendet wird. Ein wichtiger Vorteil der Anwendung von IAS für VPN und RAS-DFÜ ist der mögliche Einsatz der Quarantänesteuerung für Netzwerkzugriff von Windows Server 2003. Die Quarantänesteuerung verwendet Funktionen des RRAS-Dienstes und den erweiterten RAS-Client (Verbindungs-Manager) von Windows zum Zulassen und Verweigern des Zugriffs basierend auf dem Sicherheitsstatus des Clientcomputers. Dabei wird durch Überprüfungen beim Client zum Zeitpunkt der Verbindung beispielsweise sichergestellt, dass der Client über aktuelle Antivirensoftware oder eine vom Unternehmen genehmigte Version des Betriebssystems verfügt. Falls diese Überprüfungen fehlschlagen, verweigert der RADIUS-Server dem Client den Zugriff zum Netzwerk. Daher kann selbst ordnungsgemäß authentifizierten Benutzern oder Computern der Zugriff verweigert werden, wenn sie eine mögliche Sicherheitsbedrohung für das Firmennetzwerk darstellen. Weitere Informationen zum Quarantäne-Feature von Windows Server 2003 finden Sie in den Quellen am Ende des Kapitels. Neustarten von ClientcomputernDie meisten WLAN-fähigen Computer verfügen auch über eine Schnittstelle für drahtgebundene Netzwerke. Daher können Clients vor der Verbindung zum WLAN relativ einfach zur Domäne hinzugefügt werden und WLAN-Einstellungen downloaden. Es gibt allerdings auch Ausnahmen. So verfügen Handheld-Geräte bereits nur über Adapter für drahtlose und nicht für drahtgebundene Netzwerke. Daraus ergibt sich das Problem des Neustartens eines Clients vor dem Herstellen der Verbindung zum WLAN, da dieser nicht über die dazu erforderlichen Einstellungen und Anmeldeinformationen verfügt. Dieses Problem wird noch verschärft, wenn ein Unternehmen drahtgebundene und drahtlose 802.1X-Sicherheit anwendet, da ein Client erst dann eine Verbindung zu einem drahtgebundenen LAN herstellen kann, wenn er über die korrekten Anmeldeinformationen und Einstellungen verfügt. Es gibt die folgenden beiden Hauptmethoden zum Neustart eines Clientcomputers, falls die Einstellungen und Anmeldeinformationen nicht über ein drahtgebundenes LAN abgerufen werden können:
Microsoft unterstützt zurzeit nur die zweite Option. Microsoft wird einen Dienst für die Drahtlosbereitstellung zur Verfügung stellen, mit dem die WLAN-Konfiguration des Clientcomputers mit einem "Gast"-WLAN neu gestartet werden kann. Bis dahin kann dazu die manuelle Konfiguration als einfache Methode verwendet werden. Voraussetzung für die Konfiguration der Clientcomputereinstellungen und für das Hinzufügen zur Domäne ist, dass die Konfiguration von einem Mitglied der lokalen Administratorgruppe auf dem Computer ausgeführt wird. So starten Sie einen Computer mit manueller Konfiguration neu:
SOHO-UmgebungenUnter Umständen müssen Sie WLANs an Standorten bereitstellen, an denen die Authentifizierung von Benutzern über die IAS-Infrastruktur nicht möglich oder unpraktisch ist. Beispiele sind Heimarbeitsplätze für Benutzer, die regelmäßig von zu Hause arbeiten, oder kleine Zweigstellen mit sehr unzuverlässiger Verbindung oder einer Verbindung mit niedriger Bandbreite zum Firmennetzwerk. Bisher bestand die einzige Lösung in der Konfiguration der statischen WEP-Sicherheit und der Hoffnung, dass keine Angriffe auf das WLAN ausgeführt werden. Eine weitaus bessere Lösung ist die Anwendung von WPA im PSK-Modus. Alle Wi-Fi-zertifizierten WAPs werden jetzt mit WPA-Sicherheit geliefert, auch wenn ältere WAPs diese Funktion nicht unterstützen. Stellen Sie sicher, dass Ihre WAPs WPA-PSK unterstützen, um vom zusätzlichen Sicherheitswert zu profitieren. Im Gegensatz zu statischer WEP kann der WPA-Authentifizierungsschlüssel nicht aus dem verschlüsselten Datenverkehr ermittelt werden. Dadurch wird Angreifern das Eindringen in das Netzwerk deutlich erschwert. Stellen Sie darüber hinaus sicher, dass die Benutzer darauf hingewiesen werden, strenge WPA-Schlüssel zu verwenden und diese in regelmäßigen Abständen zu erneuern. Verdeutlichen Sie auch die Auswirkungen auf die Sicherheit, falls diese Anweisungen nicht befolgt werden. Voraussetzung für die Implementierung von WPA-PSK ist ein WAP, Drahtlosnetzwerkadapter und ein Client-Betriebssystem (z. B. Windows XP), das WPA unterstützt. Sie benötigen keinen RADIUS-Server oder eine andere Serverinfrastruktur. ZusammenfassungZu Beginn dieses Kapitels wurde die Funktionsweise der WLAN-Absicherung mit 802.1X erläutert. Zur Einführung des Lösungsentwurfs wurde auf die Eigenschaften des Zielunternehmens sowie die Entwurfskriterien des Unternehmens für die WLAN-Lösung eingegangen. Anschließend wurden die wichtigsten Aspekte des gewählten WLAN-Entwurfs erläutert. Der Entwurf behandelte das Netzwerk, die Aufstellung von IAS-Servern und die IAS-Konfiguration, die Anwendung von Zertifikaten sowie die unterschiedlichen Typen von Drahtlosclients. Darüber hinaus wurden die wichtigsten Punkte bei der Migration von einem vorhandenen WLAN dargestellt. In den beiden Abschnitten am Ende des Kapitels wurden wichtige Varianten des Hauptentwurfs erläutert. Zuerst wurde die Skalierung der Lösung für größere Unternehmen erläutert sowie Anweisungen zur Behandlung der wichtigsten Unterschiede zur Hauptlösung vermittelt. Es folgten Darstellungen zur Anwendung der gleichen grundlegenden Authentifizierungsinfrastruktur zur Unterstützung anderer Netzwerkdienste wie RAS, VPN und drahtgebundener Netzwerksicherheit sowie Anweisungen zum Neustarten von Clients und zum Bereitstellen von WLANs für SOHO-Umgebungen. Das nächste Kapitel beginnt die Implementierung der Lösung durch Vorbereitung von Netzwerk, Active Directory und Serversicherheit für die Installation von WLAN-Komponenten. QuellenIn diesem Abschnitt finden Sie Verweise auf wichtige Zusatzinformationen bzw. anderes Hintergrundmaterial mit Bezug auf den Inhalt dieses Kapitels.
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