Auf dieser SeiteModulübersichtDieses Modul bietet eine Einführung in die wesentlichen Fragen der Unternehmenssicherheit. Es werden zahlreiche Gefährdungen und Risiken im Bereich Sicherheitsverletzung charakterisiert und analysiert sowie geeignete Gegenmaßnahmen aufgezeigt. Dieses Modul stellt die Terminologie vor, die zur Beschreibung und Analyse von Sicherheitsrisiken verwendet wird, und zeigt Ihnen, wie Sie eine vorläufige Sicherheitsanalyse durchführen. Zielsetzung
BetrifftDie Informationen in diesem Modul gelten für folgende Produkte und Technologien:
Der Nutzen dieses ModulsDieses Modul enthält Informationen, die Ihnen das Verständnis für Themen der Sicherung bestimmter IT-Komponenten erleichtert. Dieses Modul dient als Grundlage und Referenz. Komponenten der SicherheitsrisikenverwaltungStrategienSicherheit ist eine Gratwanderung zwischen Zugriffssteuerung und der einfachen Verwendbarkeit von Ressourcen in der Organisation. Ein Sicherheitsprogramm, das sowohl die Verwaltung Benutzer ein-, als auch Angriffe beschränkt, kann zeitaufwendig und kostenintensiv sein. Ein sehr strenges Sicherheitsprogramm mit zu vielen Richtlinien kann für die Arbeitseffektivität der Benutzer hinderlich sein. Demgegenüber kann ein zu nachlässiges Sicherheitsprogramm dazu führen, dass die Benutzer die Wichtigkeit der Sicherheitsaspekte am Arbeitsplatz unterschätzen und dadurch weitere Schwachstellen für Angreifer bieten. Die Aufklärung über die Bedeutung der Sicherheit in der Organisation ist unbedingt notwendig, um weitere politische Fragen zu vermeiden. Wenn Sicherheitsprivilegien, -richtlinien und -pläne nur halbherzig implementiert werden, sind künftige Probleme vorprogrammiert. Wenn Qualität bei IT-Projekten ein wesentliches Merkmal darstellt, während Null-Fehlertoleranz als Prinzip gilt, so sollten bei der Sicherung der Organisation die gleichen Prinzipien greifen. Einen entscheidenden Erfolgsfaktor für den Aufbau einer sicheren Infrastruktur stellt die Entwicklung einer effektiven Verwaltung für Sicherheitsrisiken dar. Durch eine effektive Identifizierung, Beurteilung, Verwaltung, Reduzierung und Beseitigung von Risiken sowie durch Notfallpläne kann die Wahrscheinlichkeit verringert werden, dass ein bestimmtes Risiko auftaucht. Darüber hinaus können Auswirkungen und Folgen minimiert werden, sollte das Sicherheitsrisiko erkannt werden. Eine sicherheitsspezifische Risikoanalyse legt kritische Sicherheitsfragen offen, auf die geachtet werden muss, und die entsprechende Maßnahmen erfordern. Ein Sicherheitsrisiko tritt auf, wenn eine Bedrohung eine Sicherheitslücke ausnutzt, die eine Ressource in der Organisation beschädigen kann. Das Erstellen von Plänen zur Risikoreduzierung und Notfallplänen ermöglicht das Entwerfen von Sicherheitsrichtlinien und -verfahren, um eine proaktive und reaktive Verwaltung von Sicherheitsrisiken zu ermöglichen. Die Bedeutung der Implementierung, Durchführung und ständigen Optimierung der Sicherheitspläne in der Organisation nimmt ständig zu, da sich die Technologie weiterentwickelt und neue Methoden zum Ausnutzen der Schwächen gefunden werden. Die Sicherheitsprogramme müssen im Laufe der Zeit geändert werden, da kontinuierlich auf die Überwachung ihrer Effektivität geachtet und ermittelt werden muss, wann neue Richtlinien und Verfahren erforderlich sind. Sicherheitsprogramme müssen in Reaktionsplänen für Zwischenfälle zudem mögliche rechtliche Faktoren berücksichtigen. Diese müssen sich an der Firmenumgebung orientieren, weil eine gerichtliche Verfolgung aufgrund fehlender Sicherheit ein schwerwiegendes Problem darstellen kann. Die entstehenden Kosten lassen sich einfach durch eine sorgfältige und detaillierte Ressourcenbewertung ermitteln. Die Investitionskosten für die Risikoreduzierung müssen auch im Hinblick auf die möglichen Auswirkungen abgewogen werden, die bei der Beschädigung oder Gefährdung einer Ressource entstehen. Das Erreichen dieses Ziels wird im Modul "Einführung in die Sicherheitsrisikenverwaltung (SRMD - Security Risk Management Discipline)" beschrieben. Dort finden Sie hilfreiche Informationen darüber, wie Ihre Organisation die geeignete Balance zwischen Kosten und Risiko finden kann. Wenn der Verlust vertraulicher Firmendaten in Ihrer Organisation die Produktivität oder den Gewinn erheblich beeinträchtigt, können die erforderlichen Investitionen in deren Schutz beträchtlich sein. Wenn der Verlust von Daten keinen Schaden für die Organisation verursacht, benötigen solche Daten nur einen minimalen Schutz, womit auch die Investitionskosten geringer ausfallen. Bei der Einschätzung von Sicherheitsrisiken müssen die folgenden acht grundlegenden Faktoren berücksichtigt werden:
Diese Tests sind nützlich, um die Beachtung zu erhöhen, die eine Organisation den Sicherheitsrichtlinien widmet. Eine wesentliche Überlegung bei Penetration Tests besteht darin, eine vertrauenswürdige externe Person für die Durchführung der Tests zu finden.
RessourcenDer Begriff Ressource deckt alles in der Unternehmensumgebung ab, das einen gewissen Schutz benötigt. Dabei kann es sich um Bestandswerte wie Softwareanwendungen oder Hardware sowie um Sachwerte wie Daten oder sogar Personen handeln. Das Ziel der Sicherheit besteht darin, eine Gefährdung von Ressourcen zu verhindern und die Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit der Daten zu schützen. Alle Unternehmen sind vielen Risiken ausgesetzt, die Schäden verursachen und zu einer Manipulation von Daten führen können, so dass die Integrität der Unternehmensdaten beeinträchtigt wird. Ein wesentlicher Aspekt bei der Verwaltung von IT-Sicherheitsrisiken ist das Ermitteln des Werts der wichtigsten Ressourcen in der Organisation, des Werts der in den einzelnen Ressourcen enthaltenen Daten und die gegenseitige Beziehung der einzelnen Ressourcen in der Umgebung. Wenn beispielsweise kritische Unternehmensdaten auf dem Webserver einer Firma gefährdet werden, kann der Unternehmenswert sinken. Ein gefährdeter Router kann von allen Zweigniederlassungen der Firma Verbindungen zum Rechenzentrum der Firma herstellen. Der den einzelnen Ressourcen zugeordnete Gesamtwert hängt vom erforderlichen Sicherheitsniveau ab und bestimmt Zeit, Aufwand und Kosten für einen adäquaten Schutz der Ressource. Bedenken Sie, dass eine Abhängigkeit von gewissen Ressourcen besteht. Betrachten Sie die Authentifizierung dieser Ressourcen oder die Autorisierung des Zugriffs von Benutzern auf die einzelnen Ressourcen und die gefährdeten Daten. Ein unsicheres Passwort auf dem tragbaren Computer des Leiters der Technologieabteilung kann beispielsweise zu einem bedeutenden finanziellen Risiko führen, wenn das Kennwort gefährdet ist. Die Ressourcen selbst müssen gemäß den jeweils erforderlichen Schutzmaßnahmen ebenfalls klassifiziert werden. Diese Maßnahmen umfassen:
Diese Klassifikation von Schutzmaßnahmen muss mit den verschiedenen Arten von Gegenmaßnahmen abgestimmt werden. Gegen- oder Schutzmaßnahmen helfen dabei, das Risiko der Gefährdung einer Ressource zu reduzieren. Eine Gegenmaßnahme soll eine Sicherheitslücke beseitigen oder das Risiko einer Bedrohung reduzieren, dass eine verwundbare Stelle in einer Computerumgebung ausgenutzt wird. Um Gegenmaßnahmen zum Schutz der Organisationsressourcen zu schaffen, müssen Sie zunächst wissen, wie die Ressourcen der Organisation gefährdet werden können, indem die relevanten Bedrohungen und Risiken definiert werden. Die folgende Liste enthält fünf Grundsätze, die bei der Entwicklung eines Sicherheitsprogramms für den Schutz der Unternehmensressourcen beachtet werden müssen. Die einzelnen Grundsätze müssen gemäß den Firmenanforderungen bewertet werden.
Beziehung zwischen Bedrohungen, Sicherheitslücken und Gegenmaßnahmen
Wenn ein
Angreifer (Person oder Programm)
Anlass zu einer
Bedrohung
gibt und eine
Sicherheitslücke
ausnutzt, führt der Angriff zu einer möglichen Gefährdung der Sicherheit. Der Angriff kann dann die
Ressource
beschädigen, indem deren Vertraulichkeit, Integrität oder Verfügbarkeit beeinträchtigt wird. Der Angriff führt daher möglicherweise zu Unternehmensverlusten. Diese Gefährdungen können jedoch durch den Einsatz von
Gegenmaßnahmen
minimiert werden. Wenn in einem Unternehmen beispielsweise nur auf den Servern eine Antivirensoftware installiert ist und die Virensignaturen nicht auf dem aktuellen Stand sind, entsteht eine Sicherheitslücke. Das Unternehmen wird durch Virenangriffe und die Bedrohung eines auftretenden Virus in der Umgebung, der die Produktion unterbricht, verwundbar.
Die Begriffe der Sicherheitsverwaltung sind bisweilen schwer verständlich. Die folgende Tabelle enthält daher eine Übersicht über die wichtigsten Sicherheitskomponenten der Sicherheitsverwaltung. Tabelle 1: Wichtige Sicherheitskomponenten
Die Beziehung zwischen Bedrohungen, Sicherheitslücken und Risiken kann zunächst schwer verständlich sein. Alle Bedrohungen und Sicherheitslücken, die in Ihrer Organisation festgestellt werden, müssen qualifiziert und mit einem einheitlichen Bewertungssystem versehen werden (zum Beispiel gering, mittel, hoch). Das Bewertungssystem variiert je nach Organisation und manchmal sogar innerhalb einer Organisation. Die Bedrohung durch ein Erdbeben ist für Büros in der Nähe einer Verwerfungslinie größer als anderswo. Gleichermaßen ist die Verwundbarkeit durch einen physischen Geräteschaden bei Organisationen sehr groß, die empfindliche und zerbrechliche Elektronik herstellen, während die gleiche Verwundbarkeit für eine Baufirma geringer ist. Die Risikomanagementmatrix unterstützt Sie bei der Auswertung von Bedrohungen und deren Auswirkung auf Ihre Organisation. Das Risiko in Ihrer Organisation steigt proportional zu Bedrohung und Verwundbarkeit (siehe folgende Abbildung). ![]()
Abbildung 1
Die Risikomanagementmatrix kann wie nachfolgend beschrieben als Tool verwendet werden. Ihre Firma verfügt beispielsweise über zwei verschiedene Arten von Websites: eine reine Informationssite ohne Profitorientierung sowie eine Transaktionssite für Finanzdienstleistungen, die Ihren Kunden durchgängige Kauftransaktionen ermöglicht. Jede Website weist ein unterschiedliches Risikoniveau auf. Das Bedrohungsniveau der Informationswebsite ist gering, da sie keine Informationen enthält, die für einen funktionierenden Geschäftsbetrieb ausschlaggebend sind. Durch Verlust oder Beschädigung dieser Daten wird der Geschäftsbetrieb nicht wesentlich beeinträchtigt. Reine Informationswebsites verfügen auch über eine geringe Verwundbarkeit, sofern die aktuellen Service Packs und Hotfixes auf den Servern installiert sind. Die Informationswebsite gehört daher in den Quadranten Geringes Risiko. Die Website für Finanzdienstleistungen wird demgegenüber in den Quadranten Mittleres Risiko oder Hohes Risiko eingruppiert. Die Angreifer können umfassend profitieren, wenn die Finanzdaten offen gelegt oder gestohlen werden, so dass die Bedrohung groß ist. Wenn auf den Webservern jedoch die entsprechenden Service Packs und Hotfixes installiert sind, ist diese Website weniger verwundbar, und die Webseite wird in den Quadranten Mittleres Risiko zurückgestuft. Fehlen auf den Webservern die aktuellen Service Packs und Hotfixes, ist die Website sehr verwundbar und wird höher eingestuft in den Quadranten Hohes Risiko. In der folgenden Abbildung ist ein theoretisches Modell dargestellt, mit dem die verschiedenen Bedrohungen, Motive sowie Ziele, Methoden und Möglichkeiten zum Ausnutzen von Schwächen und Sicherheitslücken ermittelt werden können, die bei einem Angriff auf Ihre Organisation verwendet werden können. ![]()
Abbildung 2
In der obigen Abbildung wird die Gefährdung von Ressourcen durch Angreifer einfach und logisch veranschaulicht. Links im Bild sind die drei Bedrohungsarten klassifiziert. Die Klassifizierung der Bedrohung kennzeichnet die Angreifer, die den Angriff einleiten. Dazu zählen unbeabsichtigte Bedrohungen, böswillige Bedrohungen und Katastrophen. Angreifer verfolgen bestimmte Motive und Ziele, die bei der Gefährdung von Ressourcen erreicht werden sollen, zum Beispiel ein finanzieller Ertrag. Die Angreifer verwenden spezifische Tools, Techniken und Methoden, um bestimmte verwundbare Stellen in der Sicherheit der Ressourcen auszunutzen. Die Pfeile in der Abbildung verdeutlichen den Weg, den ein Angreifer bei einem Gefährdungsversuch einer Ressource nehmen kann, und die Sicherheitslücken, die ausgenutzt werden können. Klassifizierung von BedrohungenBei einer Bedrohung handelt es sich um eine Person, einen Standort oder einen Gegenstand mit potenziellem Zugriff auf Ressourcen, der Schaden verursachen kann. Für Bedrohungen gibt es zwei Hauptquellen: Menschen und Katastrophen. Bedrohungen durch Menschen können in zwei Kategorien unterteilt werden: böswillig oder unbeabsichtigt. Unbeabsichtigte "Angriffe" entstehen normalerweise durch Benutzer und Mitarbeiter, die über keine ausreichende Computerkenntnisse verfügen und sich der verschiedenen Bedrohungen der Computersicherheit nicht bewusst sind. Böswillige Angriffe kommen normalerweise von externen Personen oder verärgerten Beschäftigten beziehungsweise ehemaligen Mitarbeitern, die bestimmte Ziele verfolgen. Tabelle 2: Bedrohungstypen
KatastrophenAlle Ereignisse, die auf extreme Wettersituationen, auftretende Naturereignisse oder Katastrophen zurückzuführen sind, können schwerwiegende Schäden in der Infrastruktur einer Organisation verursachen. Neben der Unterbrechung wesentlicher Dienste besteht die Gefahr, dass Daten und Hardware beschädigt werden oder verloren gehen und damit die Produktion zum Erliegen kommt. Leider können nur wenige Präventivmaßnahmen implementiert werden, um das Risiko von möglichen Katastrophen zu reduzieren. Im optimalen Fall sind für diese Bedrohungstypen Wiederherstellungs- und Notfallpläne vorhanden, um die Auswirkung von Ausfällen zu minimieren. Durch das Vorhandensein und die sofortige Verfügbarkeit dieser Pläne kann eine Organisation den "vorherigen Zustand" wiederherstellen und den normalen Geschäftsbetrieb möglichst schnell wieder aufnehmen. Zusätzlich werden in diese Kategorie Ausschreitungen aufgenommen, da es schwierig sein kann, effektive Notfallpläne für den Schutz gegen den Ausfall von Informationsressourcen bei Ausschreitungen zu entwerfen. Technisches VersagenDiese Bedrohungen werden oftmals übersehen. Dazu zählen Strom- und Netzwerkausfälle sowie Hardwarefehler. Eine Vorbeugung vor Sicherheitslücken, die durch diese Bedrohungen entstehen, ist oftmals durch eine richtige Planung möglich. Hardware-Cluster, redundante Stromversorgungsanlagen für Rechenzentren und ein stabiler Netzwerkaufbau können Einzelpunktversagen aufgrund von technischem Versagen in der Organisation verhindern. Die Implementierung dieser Gegenmaßnahmen kann jedoch extrem kostenintensiv sein. Deshalb sollten solche Gegenmaßnahmen sorgfältig ausgewertet werden, damit der Wert einer Ressource auch den Einsatz rechtfertigt. Die Reduzierung technischer Bedrohungen kann weitere Sicherheitsrisiken offen legen, da die Angriffsfläche durch die Reduzierungsschritte vergrößert werden kann. Die Angriffsfläche ist die Sichtbarkeit der Ressource in Bezug auf die Anzahl der potenziellen Einstiegspunkte in das System. Durch das Hinzufügen von Features oder Funktionalität zu einer Computerressource können neue verwundbare Stellen die Sicherheit gefährden. Technische Bedrohungen dieser Art haben jedoch traditionell gesehen keine große Bedeutung für ein Sicherheitsprojekt und werden daher in diesem Leitfaden nicht behandelt. Menschliche BedrohungenMenschliche Bedrohungen treten in zwei Varianten auf: böswillig oder unbeabsichtigt. Unbeabsichtigte Bedrohungen können durch normale Benutzerfehler zu größeren Problemen bei der Datenintegrität führen. Softwarefehler, Fehler bei der Dateneingabe und administrative Fehler fallen in diese Kategorie. Böswillige AngriffeBöswillige Bedrohungen entstehen durch verärgerte oder böswillige Mitarbeiter und ehemalige Mitarbeiter beziehungsweise Personen außerhalb der Organisation. Eingeweihte Personen verfolgen bestimmte Ziele und verfügen in der Regel auch über einen legitimierten Zugriff auf die Systeme in der Umgebung. Besonders vertraut mit den Computern und Anwendungen einer Firma sind die Mitarbeiter, denn sie kennen die Möglichkeiten zum Ausnutzen von Schwächen und Sicherheitslücken, die den meisten Schaden in der Organisation verursachen können. Dieser Angriffstyp ist extrem schwer zu ermitteln oder abzuwehren. Böswillige Insider verfolgen bestimmte Ziele und verfügen in der Regel über einen legitimierten Zugriff auf das System. Ein Angriff durch diesen Personenkreis kann sich auf alle Komponenten der Computersicherheit und alle Anwendungen auswirken. Weitere Verbrechen gegen die Sicherheit, die von böswilligen Insidern angestiftet werden, entstehen durch Bestechungsversuche oder das Beeinflussen von Mitarbeitern. Dies soll Personen dazu zu verleiten, ihre Kennwörter oder andere Sicherheitsinformationen offen zu legen. Diese Aktionen bleiben oftmals unerkannt, da Überwachungslisten ungeeignet sind oder nicht überprüft werden können. Ein böswilliger Angreifer kann auch Mitarbeiter täuschen und Zugang zur Umgebung erhalten. Ein Angreifer kann sich beispielsweise als Administrator ausgeben und Kennwörter und Benutzernamen erfragen. Unzureichend geschulte und nicht sicherheitsbewusste Mitarbeiter können auf diese Täuschungen hereinfallen. Verärgerte Mitarbeiter können in einer Organisation im besten Fall Unannehmlichkeiten bereiten, im schlimmsten Fall sogar Sabotage durchführen. Aktuell Beschäftigte können sogar mehr Schaden verursachen als ehemalige Mitarbeiter. Unbeabsichtigte AngriffeEine Organisation kann nicht nur durch Angreifer geschädigt werden. Die Hauptbedrohung für die Datenintegrität entsteht durch autorisierte Benutzer, die sich nicht über ihre durchgeführten Aktionen im Klaren sind. Fehler und Unterlassungen können zu Verlust, Beschädigung oder Änderung wertvoller Daten in der Organisation führen. Fehler und Unterlassungen bilden eine bedeutsame Bedrohung der Datenintegrität. Fehler entstehen nicht nur durch Angestellte innerhalb der Datenerfassung, die täglich Hunderte von Transaktionen verarbeiten, sondern durch alle Benutzer, die Daten erstellen und bearbeiten. Bei vielen Programmen, insbesondere Programmen für PC-Benutzer, fehlen geeignete Maßnahmen zur Qualitätskontrolle. Aber selbst die komplexesten Programme bieten keinen Schutz gegen alle Arten von Eingabefehlern oder Unterlassungen. Die Schwere von Programmierungs- und Entwicklungsfehlern, der so genannten "Bugs", reicht von irritierend bis katastrophal. Diese Bedrohung wurde zwar durch eine höhere Softwarequalität reduziert, aber nicht beseitigt. Installations- und Wartungsfehler können ebenfalls zu Sicherheitsproblemen führen. Organisationen gehen oft von der falschen Annahme aus, dass die Informationsverarbeitungsprogramme auf ihren Computersystemen fehlerfrei sind. Durch Implementieren von Sicherheitsrichtlinien wird in vielen Organisationen versucht, Fehler und Unterlassungen in den Programmen für Computersicherheit, Softwarequalität und Datenqualität zu verhindern. BedrohungskategorienEs gibt unzählig viele Möglichkeiten, die Bedrohungen in Kategorien einzuteilen. Von Microsoft wurde die STRIDE-Methode entwickelt, um die folgenden böswilligen Bedrohungstypen zu kategorisieren: STRIDE steht für S poofing identity (Nachahmen der Identität), T ampering with data (unbefugte Änderung von Daten), R epudiation (Abstreitbarkeit), I nformation disclosure (Informationsenthüllung), D enial of service (Dienstverweigerung ) und E levation of privilege (Erhöhung der Berechtigungen). Die einzelnen Komponenten der Methode werden nachstehend definiert. Spoofing-IdentitätBedrohungen durch das Nachahmen der Identität (Spoofing) umfassen die illegale Beschaffung der oder den illegalen Zugriff auf die Authentifizierungsinformationen einer anderen Person, zum Beispiel Benutzername oder Kennwort. Unbefugte Änderung von DatenDie Bedrohungen durch die unbefugte Änderung von Daten umfassen die böswillige Änderung von Daten. Dazu gehören zum Beispiel nicht autorisierte und dauerhafte Veränderungen oder Beschädigungen von Daten auf einer Website oder in einer Datenbank sowie das Ändern von Daten während der Übertragung zwischen zwei Computern in einem offenen Netzwerk. AbstreitbarkeitBedrohungen durch Abstreiten bezieht sich auf Benutzer, die das Durchführen einer Aktion verweigern, wobei andere Teilnehmer keine andere Möglichkeit haben, dies nachzuweisen. Ein Beispiel wäre das Durchführen einer illegalen Operation in einem System, in dem die Möglichkeit zum Protokollieren des verbotenen Prozesses fehlt. Unleugbarkeit bezieht sich auf die Möglichkeit eines Systems, Bedrohungen durch Abstreiten zu begegnen. Ein Benutzer, der einen Artikel kauft, muss beispielsweise den Empfang der Ware schriftlich bestätigen. Der Verkäufer kann dann anhand der unterschriebenen Quittung beweisen, dass der Benutzer das Paket erhalten hat. InformationsenthüllungBedrohungen durch die Enthüllung von Informationen umfasst das Offenlegen von Informationen gegenüber Personen, die eigentlich keinen Zugriff darauf haben. Beispielsweise können Benutzer Dateien lesen, für die kein Zugriff gewährt wurde, oder ein Eindringling kann Daten bei der Übertragung zwischen zwei Computern lesen. Denial-of-ServiceDenial-of-Service-Angriffe (DoS oder Dienstverweigerung) machen die Nutzung eines Diensts für zugelassene Benutzer unbrauchbar. Ziel eines DoS-Angriffs kann beispielsweise sein, einen Webserver zeitweilig nicht verfügbar oder unbrauchbar zu machen. Durch den Schutz vor bestimmten DoS-Bedrohungen können die Verfügbarkeit und die Zuverlässigkeit eines Systems verbessert werden. Erhöhung der BerechtigungenBei diesem Bedrohungstyp erhält ein unberechtigter Benutzer privilegierten Zugriff, der die Gefährdung oder eventuelle Zerstörung einer ganzen Systemumgebung ermöglicht. Zu diesen Bedrohungen zählen Situationen, in denen alle Abwehrmaßnahmen eines Systems von einem Angreifer effektiv durchdrungen wurden, um das System zu gefährden und zu beschädigen. Ausnutzen von SchwächenÜber eine Bedrohung, die eine Sicherheitslücke in der Umgebung einer Organisation ausnutzt, ist der Zugriff auf eine Ressource möglich. In der folgenden Tabelle sind Beispiele für die drei wichtigsten Typen der Ausnutzung von Schwächen aufgeführt. Tabelle 3: Ausnutzungsmethode
Beispiel: Ausnutzen von Schwächen durch böswillige AngreiferLöschen und Ändern von InformationenBöswillige Angreifer, die Informationen löschen oder ändern, möchten in der Regel eine Theorie beweisen oder sich für ein Vorkommnis revanchieren. Böswillige Insider handeln normalerweise aus Trotz gegenüber der Organisation, da sie über irgendetwas verärgert sind. Outsider greifen oftmals an, um die Möglichkeit eines Angriffs zu beweisen, oder lediglich aus Genugtuung, damit prahlen zu können. Betrug und InformationsdiebstahlDie Informationstechnologie wird zunehmend zugleich Werkzeug als auch Ziel für Betrug und Diebstahl. Einwandfrei aufgebaute und kontrollierte Finanzsysteme sind in der Lage, die erforderlichen Anforderungen hinsichtlich Gesetzgebung oder Berichterstattung zu unterstützen und Betrug zu vermeiden. Dieser Missbrauch ist aber nicht auf Umgebungen mit Finanzsystemen begrenzt. Weitere Firmenziele sind Umgebungen, die den Zugriff auf persönliche Informationen steuern, zum Beispiel Behörden, Bildungseinrichtungen, Kreditbüros, Personenvermittlungen oder Warensysteme sowie Buchungs- und Abrechnungssysteme von Telefongesellschaften. Da viele Computer relativ klein und wertvoll sind, ist ein physischer Diebstahl einfach. Die Hardware selbst kann ersetzt werden. Aber die enthaltenen Daten können wesentlich wertvoller sein, falls diese Kreditkartennummern oder medizinische Aufzeichnungen von Patienten enthalten. Diebstähle zu verhindern ist in der Praxis unmöglich. Zum Schutz der Investitionen in die Geräte können Computer in der Organisation mit Maßnahmen wie Schreibtischschlössern gesichert werden. Der Schaden bei einem Computerdiebstahl wird begrenzt, wenn der Dieb die enthaltenen Daten und Informationen nicht lesen oder löschen kann. Durch eine Verschlüsselung sind die gestohlenen Informationen für den Dieb nahezu nutzlos, wenn gleichzeitig sichergestellt ist, dass der Dieb keinen Zugriff auf den Schlüssel erhält, der zur Entschlüsselung der Daten erforderlich ist. Unterbrechung des normalen GeschäftsbetriebsAngreifer verfolgen möglicherweise das Ziel, den normalen Geschäftsbetrieb zu unterbrechen. Dies kann aus Rache erfolgen, wenn ein verärgerter Mitarbeiter beispielsweise die Arbeit verweigert, weil er bei einer Beförderung nicht berücksichtigt wurde. Externe Angreifer versuchen möglicherweise, den Geschäftsbetrieb zu unterbrechen, um in einer wettbewerbsgesteuerten Welt eigene Wettbewerbsvorteile zu erlangen. Es ist auch möglich, dass die Täter einfach aus Spaß angreifen. In allen diesen Situationen verfolgt der Angreifer ein bestimmtes Ziel, dessen Erreichen eine gewisse Befriedigung und Belohnung für ihn bedeutet. Für DoS-Angriffe können Angreifer mehrere Methoden verwenden. Der Abschnitt "Bedrohungsanalyse" im Modul "Einführung in das Sicherheitsrisikomanagement (SRMD - Security Risk Management Discipline)" erläutert die Methoden, Tools und Verfahren für DoS-Angriffe. AngriffsmethodenMotiv + Methode + Sicherheitslücke = AngriffDie Methode in dieser Formel nutzt die Verwundbarkeit einer Organisation bei der Abwehr von Angriffen (siehe Abbildung 2) aus. Böswillige Angreifer haben viele Möglichkeiten, um Zugriff zu erhalten oder Dienste unbrauchbar zu machen, zum Beispiel:
SicherheitslückenEine Sicherheitslücke ist eine Stelle, an der eine Ressource anfällig für eine Bedrohung ist. Sie kann auch als Schwachstelle angesehen werden. Sicherheitslücken können durch Technologien, Personen oder Prozesse entstehen. Sie werden oftmals als technologische Fehler in der Implementierung von Software oder Hardware beziehungsweise in Design und Architektur eines Systems angesehen. Unzureichend definierte und kommunizierte Organisationsrichtlinien und Verfahren bilden ebenfalls verwundbare Stellen. Weitere verwundbare Stellen sind Schwachstellen oder Lücken in der Sicherheit, die ein böswilliger Angreifer ausnutzt, um Zugriff auf das Netzwerk oder auf Ressourcen im Netzwerk zu erhalten. Der entscheidende Punkt ist, dass nicht der Angriff selbst die verwundbare Stelle darstellt, sondern die Schwachstelle, die ausgenutzt wird. Mögliche Sicherheitslücken sind in der folgenden Liste aufgeführt. Sie stellen lediglich einen kleinen Teil der vorhandenen Stellen dar und umfassen Beispiele aus den Bereichen physische Sicherheit, Datensicherheit und Netzwerksicherheit. Tabelle 4: Typen von Sicherheitslücken
RisikenEin Risiko ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Angreifer eine Sicherheitslücke ausnutzt, und das daraus entstehende Verlustpotenzial (beziehungsweise die Wahrscheinlichkeit, dass diese verwundbare Stelle von einer Bedrohung ausgenutzt wird). Bei mehreren geöffneten Ports in einer Firewall besteht ein erhöhtes Risiko, dass ein Eindringling einen dieser Ports verwendet, um durch eine unrechtmäßige Methode auf das Netzwerk zuzugreifen. Wenn die Benutzer in Ihrer Umgebung nicht in den Prozessen und Verfahren geschult sind, besteht ein erhöhtes Risiko, dass ein Mitarbeiter einen Fehler macht und unbeabsichtigt Daten zerstört. Wenn in einem Netzwerk kein System zur Erkennung von Eindringversuchen implementiert ist, besteht ein erhöhtes Risiko, dass ein Angriff unbemerkt vollzogen wird. Wenn die Sicherheitslücken oder die möglichen Angreifer minimiert werden, wird das Risiko reduziert. GegenmaßnahmenGegen- oder Schutzmaßnahmen reduzieren ein Risiko. Eine Gegenmaßnahme ist jede Maßnahme, zum Beispiel Softwarekonfiguration, Hardware oder Verfahren, die einer Bedrohung und einer Sicherheitslücke entgegenwirkt, um das Risiko in einer Computerumgebung zu reduzieren. Gegenmaßnahmen sind beispielsweise starke Passwörter, Wachpersonal, Zugriffssteuerungsmechanismen in einem Betriebssystem, die Implementierung von BIOS-Kennwörtern und Schulungen bezüglich des Sicherheitsbewusstseins. Wenn in einem Unternehmen beispielsweise nur auf den Servern Sicherheits-Hotfixes installiert sind oder die Hotfixes nicht auf dem aktuellen Stand sind, entsteht eine Sicherheitslücke. Die Bedrohung ist ein böswilliger oder nicht böswilliger Benutzer, der in der Umgebung auftritt und die Produktion unterbricht. Ohne aktuelle Hotfixes ist ein System nicht ausreichend geschützt. Durch diese Gefährdung besteht die Möglichkeit von Datenverlust oder -schäden. Die entsprechende Gegenmaßnahme besteht darin, auf sämtlichen Computern in der Organisation alle erforderlichen Service Packs zu installieren und anschließend die Computer mit allen Hotfixes zu aktualisieren, die nicht in den Service Packs enthalten sind. Die Beziehung zwischen Bedrohungen, Sicherheitslücken und Gegenmaßnahmen ist in der folgenden Abbildung dargestellt. ![]()
Abbildung 3
In der Computer-Intrusion-Squad-Untersuchung, die von Computer Security Issues (CSI) und der Niederlassung in San Francisco des Federal Bureau of Investigation (FBI) veröffentlicht wurde, werden die verschiedenen Arten der Computerkriminalität ausführlicher behandelt. Die Ergebnisse der Untersuchung von CSI und FBI können als grobe Anhaltspunkte verwendet werden. Diese Untersuchungen bilden eine Quelle mit aktuellen Informationen zu den sich abzeichnenden Trends der Cyberkriminalität. ZusammenfassungIn diesem Modul wurde eine Übersicht über die bedeutendsten Komponenten der Sicherheitsanalyse und die wichtigsten erforderlichen Prozesse für deren Umsetzung in einer Firmenumgebung gegeben. Die Kenntnis der Beziehung zwischen Bedrohungen, Offenlegungen, Sicherheitslücken und Gegenmaßnahmen ist von entscheidender Bedeutung, um effektive Sicherheitsmaßnahmen in Ihrer Organisation einzuführen. Weitere InformationenInformationen zu Computerkriminalität finden Sie unter: http://www.gocsi.com/press/20020407.html (englischsprachig). Informationen zur Bedrohungsanalyse finden Sie in: "Threat Assessment of Malicious Code and Human Threats" (englischsprachig) von Lawrence E. Bassham & W. Timothy Polk: National Institute of Standards and Technology Computer Security Division unter: http://csrc.nist.gov/publications/nistir/threats/index.html (englischsprachig). Informationen zu Informationssicherheit finden Sie unter: http://www.iso-17799.com/ (englischsprachig). Informationen zum Thema "Hacking" finden Sie unter: http://www.hackingexposed.com/ (englischsprachig). Informationen zu Sicherheitsbedrohungen finden Sie im Microsoft TechNet unter: http://www.microsoft.com/technet/security/bestprac/bpent/sec1/secthret.mspx (englischsprachig). Informationen zur Bewertung von Ressourcen finden Sie auf den Seiten des National Institute of Standards and Technology unter: http://csrc.nist.gov/asset/ (englischsprachig).
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