Dieses Modul hilft Ihnen bei der Auswahl eines geeigneten Firewallprodukts für das Perimeternetzwerk Ihres Unternehmens, Ihrer Organisation. Darin werden die unterschiedlichen Klassen verfügbarer Firewalls vorgestellt und die wichtigsten Funktionen erläutert. Darüber hinaus erfahren Sie, wie Sie Ihre eigenen Anforderungen bestimmen und das am besten geeignete Produkt auswählen.
| • | Identifizieren der erforderlichen Funktionen für Ihre Perimeterfirewall |
| • | Klassifizieren von Firewallprodukten |
| • | Auswählen des geeignetsten Firewallprodukts für Ihre Perimeterfirewall |
Die Informationen in diesem Modul gelten für folgende Technologien:
| • | Ethernet/IP-basierte Firewallprodukte |
Die Lektüre dieses Moduls setzt Kenntnisse über das TCP/IP-Protokoll, in Ihrer eigenen Netzwerkarchitektur und besonders in den Geräten im Perimeternetzwerk beziehungsweise der demilitarisierten Zone voraus. Zudem sollten Sie feststellen, welcher eingehende Verkehr vom Internet als zulässig betrachtet werden kann und welcher nicht.
Die in diesem Modul vorgestellten Entwurfsrichtlinien helfen Ihnen, unter Berücksichtigung wichtiger Aspekte wie Wachstum und Kosten, bei der Auswahl der Funktionen der Firewall. In diesem Modul finden Sie auch Informationen zu einigen der gefährlichsten Eindringungsversuche, so dass Sie die in Ihrer Umgebung wahrscheinlichsten Risiken feststellen und entsprechende Schutzmaßnahmen ergreifen können - nicht nur durch die Installation einer Firewall, sondern zum Beispiel auch durch striktere Serverkonfigurationen oder durch Absprache Einschränkungen durch Internetdienstanbieter (ISP). Darüber hinaus werden in diesem Modul verschiedene Firewallklassen definiert. Mithilfe der Entwurfsrichtlinien sollten Sie in der Lage sein, die zur Erfüllung Ihrer Anforderungen geeignetste Firewallklasse auszuwählen. Mit den in diesem Modul vermittelten Kenntnissen und den gelernten technischen Fachbegriffen sollten Sie sich mit Firewallherstellern über die angebotenen Produkte und deren Eignung für Ihren Bedarf unterhalten können.
Netzwerkeindringungsversuche durch interne und externe Benutzer treten immer häufiger auf, und ein geeigneter Schutz gegen diese Attacken ist heutzutage unabdingbar. Eine Firewall bietet zwar Schutz für Ihr Netzwerk, sie kostet aber auch Geld und behindert den Verkehrsfluss. Daher sollten Sie ein Produkt auswählen, das möglichst kosteneffizient und wirksam ist.
Eine Unternehmensnetzwerkarchitektur umfasst in der Regel drei Felder:
| • | Grenznetzwerk |
| • | Perimeternetzwerk |
| • | Interne Netzwerke |
Eine Darstellung dieser Netzwerke sehen Sie in Abbildung 1.

Abbildung 1.
Unternehmensnetzwerkarchitektur
Eine Firewall überprüft eingehende IP-Pakete und blockiert alle Pakete, die als Eindringungsversuch eingestuft werden. Ein Teil der Blockierung kann durch standardmäßiges Erkennen bestimmter ungültiger Pakete erfolgen, und für andere Pakete muss die Firewall zur Blockierung konfiguriert werden. Das TCP/IP-Protokoll wurde vor vielen Jahren ohne Berücksichtigung der Konzepte des Hackens oder Eindringens entworfen und besitzt daher viele Schwächen. Zum Beispiel wurde das ICMP-Protokoll innerhalb von TCP/IP als Signalisierungsmechanismus entworfen, aber dieses Protokoll kann leicht missbraucht werden und zu Problemen wie DoS-Attacken führen. Eine Perimeterfirewall besitzt unter Umständen beschränktere Funktionen als eine interne Firewall. Dies ist darauf zurückzuführen, dass für eingehenden Verkehr aufgrund seines gültiges Zieles - der Webserver oder andere spezielle Dienste - umfassendere Einschränkungen gelten.
Die zahlreichen verfügbaren Firewalls unterscheiden sich zum Teil im Preis aber auch in den Funktionen und der Leistung. Im Allgemeinen verfügen die teureren Firewalls über mehr Leistung und Funktionen. An späterer Stelle dieses Moduls werden die Firewalls zur Unterscheidung in Klassen zusammengefasst. Bevor Sie sich jedoch für eine Firewall entscheiden, müssen Sie folgendes Bedenken:
| • | Budget |
| • | Vorhandene Geräte |
| • | Verfügbarkeit |
| • | Skalierbarkeit |
| • | Benötigte Features |
Wie hoch ist das verfügbare Budget? Jede in der Umgebung eingesetzte Firewall sollte über den angemesensten Funktionsumfang verfügen und gleichzeitig kosteneffektiv sein. Seien Sie sich jedoch der Gefahren für Ihr Unternehmen bewusst, wenn die Firewall aus Kostengründen zu eingeschränkt ist. Überlegen Sie, welche Kosten ein durch einen DoS-Angriff verursachter Systemausfall in Ihrer Organisation verursacht.
Können bereits vorhandene Geräte eingesetzt werden, um Kosten zu sparen? Möglicherweise befinden sich in der Umgebung bereits verwendbare Firewalls und Router, auf denen Firewallfeatures installiert werden können. Häufig kann der Internetdienstanbieter Firewallbeschränkungen für die Verbindung implementieren, zum Beispiel ein Durchsatz Limit. Durch ein solches Limit werden die an Sie gesendeten Pakete beschränkt, um verteilte Dienstverweigerungsattacken (DDoS) im Fall einer gleichzeitigen Bombardierung des Netzwerks durch viele Computer zu reduzieren. Fragen Sie Ihren Internetdienstanbieter, ob er eine Filterung gemäß RFC 1918 und 2827 durchführt.
Muss die Firewall immer verfügbar sein? Wird der Zugriff auf einen öffentlichen Webserver bereitgestellt, auf den Benutzer rund um die Uhr zugreifen, muss eine Verfügbarkeit von nahezu 100% gewährleistet sein. Da bei allen Firewalls die Möglichkeit eines Ausfalls besteht, müssen Sie entsprechende vorbeugende Maßnahmen ergreifen. Die Verfügbarkeit einer Firewall kann durch zwei Methoden verbessert werden:
| • | Redundanten Komponenten |
| • | Geräteverdopplung |
Welche Anforderungen werden hinsichtlich des Durchsatzes an die Firewall gestellt? Der Durchsatz kann in Form von Bit pro Sekunde und Paketen pro Sekunde gemessen werden. Bei einem jungen Unternehmen sind die Durchsatzraten unter Umständen noch unbekannt, und bei einem bereits etablierten, erfolgreichen Unternehmen kann sich der Durchsatz über das Internet schnell erhöhen. Damit Sie solchen Änderungen gerecht werden können, müssen Sie eine Firewalllösung auswählen, die bei zunehmendem Durchsatz durch Hinzufügen weiterer Firewallkomponenten oder Installieren einer weiteren parallelen Firewall skaliert werden kann.
Welche Firewallfeatures werden benötigt? Basierend auf der Risikobewertung, die in Bezug auf die in der Organisation angebotenen Dienste durchgeführt wurde, können Sie festlegen, welche Arten von Firewallfeatures für den Schutz der für die Bereitstellung dieser Dienste erforderlichen Ressourcen benötigt werden. Wenn VPNs (virtuelle private Netzwerke) erforderlich sind, wirkt sich dies auf den Entwurf aus.
Dieser Abschnitt vermittelt eine Übersicht über einige der bekannteren Attacken und die Gründe zur Verwendung des Firewalldienstes als eine erste Verteidigungslinie.
Das Internet ist das Paradies für Leute, die Organisationen schädigen oder Geschäftsgeheimnisse stehlen möchten, um sich Wettbewerbsvorteile zu sichern. Wenn Sie eine Perimeterfirewall installieren und einen Blick in das Eindringungsprotokoll werfen, werden Sie vom Volumen überrascht sein. Bei den meisten dieser Eindringungen handelt es sich allerdings nur um Tests, um festzustellen, ob der Computer reagiert und welche Dienste ausgeführt werden. Dies wirkt ziemlich harmlos. Entdeckt der Angreifer jedoch Ihren Computer, kann er den ausgeführten Dienst angreifen, wenn er sich über dessen Schwächen bewusst ist.
Neben dem Schutz vor internetbasierten Attacken gilt es, sensible Daten zu schützen. Die meisten Organisationen verfügen über wichtige Informationen, die vor bestimmten Benutzern im internen Netzwerk (zum Beispiel Mitarbeiter, Partner und Kunden) zu schützen sind. Während eine Perimeterfirewall in erster Linie als Schutz vor externen Eindringungsversuchen dient, können bewanderte interne Benutzer versuchen, über das Internet einzudringen.
Bedrohungen durch Angriffe können viele Formen annehmen und nur bedingt beschrieben werden, da täglich neue entstehen. Bestimmte Angriffe wie das Anpingen einer Serveradresse scheinen harmlos zu sein, nachdem ein Hacker jedoch festgestellt hat, dass ein Server vorhanden ist, versucht er unter Umständen eine folgenschwerere Attacke. Aus diesem Grund sollten alle Eindringungen als potentiell gefährlich eingestuft werden. Zu den wichtigsten Angriffen zählen:
| • | Packet Sniffer Das Sniffing kann durch eine Firewall nicht verhindert werden, da ein Sniffer keinen Netzwerkverkehr verursacht. Gegen das Sniffing können verschiedene Methoden eingesetzt werden, insbesondere die Verwendung stark verschlüsselter Kennwörter. Diese Methoden werden in diesem Modul jedoch nicht näher behandelt. | ||||
| • | IP-Spoofing IP-Spoofing kann durch die Implementierung eines oder beider der folgenden Mechanismen verhindert werden:
| ||||
| • | DoS-Angriffe | ||||
| • | Attacken auf Anwendungsebene | ||||
| • | Netzwerkerkundung | ||||
| • | Viren/Trojanische Pferde |
Eine Firewall ist ein Mechanismus zur Steuerung des Flusses des IP-Datenverkehrs zwischen Netzwerken. Firewallgeräte werden normalerweise auf der dritten Schicht des OSI-Modells betrieben, obgleich einige Modelle auch auf höheren Schichten betrieben werden können.
Firewalls bieten im Allgemeinen die folgenden Vorteile:
| • | Verteidigung interner Server vor Netzwerkattacken |
| • | Durchsetzung von Richtlinien für die Netzwerkverwendung und den Netzwerkzugriff |
| • | Überwachung des Datenverkehrs und Ausgabe von Warnungen, wenn verdächtige Muster erkannt werden |
Sie sollten sich im Klaren darüber sein, dass Firewalls nur bestimmte Arten von Sicherheitsrisiken abschwächen. Eine Firewall verhindert normalerweise nicht den Schaden, der einem Server mit einem Softwaresicherheitsrisiko zugefügt werden kann. Firewalls sollten als Teil einer umfassenden Sicherheitsarchitektur eines Unternehmens implementiert werden.
Abhängig von den von einer Firewall unterstützten Funktionen wird der Datenverkehr mit verschiedenen Methoden entweder zugelassen oder blockiert. Diese Methoden bieten entsprechend den Fähigkeiten der Firewall unterschiedliche Sicherheitsgrade. Die folgenden Firewallfeatures sind in einer Reihenfolge mit zunehmender Komplexität aufgelistet:
| • | Netzwerkadapter-Eingabefilter |
| • | Statische Paket-Filter |
| • | Netzwerkadressübersetzung (NAT) |
| • | Stateful Inspection |
| • | Prüfung auf Sitzungsebene |
| • | Proxy |
| • | Filterung auf Anwendungsebene |
Im Allgemeinen unterstützen Firewalls mit komplexen Features auch die einfacheren Features. Lesen Sie sich jedoch bei der Auswahl einer Firewall die Herstellerinformationen durch, da zwischen den implizierten und den tatsächlichen Funktionen einer Firewall feine Unterschiede bestehen können. Bei der Auswahl einer Firewall müssen Sie sich über die Features erkundigen und anhand von Tests sicherstellen, dass das Produkt wirklich den Spezifikationen entspricht.
Netzwerkadapter-Eingabefilter überprüfen die Quell- und Zieladresse und andere Informationen im eingehenden Paket, woraufhin das Paket entweder blockiert oder durchgelassen wird. Diese Filterung kann nur für den eingehenden und nicht für den ausgehenden Datenverkehr verwendet werden. Der Filter vergleicht IP-Adressen und Portnummern für UDP und TCP sowie die Protokolle des Datenverkehrs, TCP, UDP und Generic Routing Encapsulation (GRE).
Bei einer zum Schutz eines Webservers eingerichteten Perimeterfirewall sollte gültiger eingehender Verkehr nur auf die IP-Adresse des Webservers und normalerweise einen beschränkten Bereich von Portnummern, zum Beispiel 80 für HTTP oder 443 für HTTPS, zugreifen können. Obwohl die Perimeterfirewall über diese Steuerungsfunktion verfügt, sollte sie auch im Grenzrouter implementiert werden.
Die Netzwerkadapter-Eingabefilterung ermöglicht das schnelle und effiziente Blockieren von eingehenden Standardpaketen, die den in der Firewall konfigurierten Regelkriterien entsprechen. Diese Form der Filterung kann jedoch leicht umgangen werden, da sie nur die Header des IP-Datenverkehrs vergleicht und davon ausgeht, dass der gefilterte Verkehr den IP-Standards entspricht und nicht zum Umgehen der Filterung konzipiert ist.
Statische Paketfilter gleichen Netzwerkadapter-Eingabefiltern insofern, als dass sie IP-Header abgleichen, um festzulegen, ob der Datenverkehr die Schnittstelle passieren darf oder nicht. Die statische Paketfilterung kann jedoch sowohl für die eingehende als auch die ausgehende Kommunikation einer Schnittstelle verwendet werden. Darüber hinaus bieten statische Paketfilter im Vergleich zur Netzwerkadapter-Eingabefilterung in der Regel eine zusätzliche Funktion, die überprüft, ob das Bestätigt-Bit (ACK) im IP-Header gesetzt ist. Das ACK-Bit informiert darüber, ob das Paket eine neue Anforderung oder die wiederholte Anforderung einer bereits gestellten Anforderung ist. Der Filter überprüft nicht, ob das Paket ursprünglich von der Schnittstelle gesendet wurde, von der das Paket empfangen wurde. Er überprüft lediglich, ob es sich bei dem an die Schnittstelle gerichteten Datenverkehr um wiederholten Datenverkehr handelt, der auf den Richtlinien der IP-Header basiert.
Diese Methode gilt nur für das TCP-Protokoll, nicht für das UDP-Protokoll. Die statische Paketfilterung ist wie auch die Netzwerkadapter-Eingabefilterung sehr schnell. Die Fähigkeiten dieser Filtermethode sind jedoch beschränkt, und der Filter kann mit speziell codiertem Datenverkehr umgangen werden.
Die statische Paketfilterung sollte wie die Netzwerkadapter-Eingabefilterung nicht nur in der Perimeterfirewall, sondern auch im Grenzrouter implementiert werden.
Im weltweiten Bereich von IP-Adressen gelten bestimmte Adressbereiche als private Adressen. Diese sind für die Verwendung in Ihrer Organisation bestimmt und haben im Internet keine Bedeutung. Der für eine von diesen IP-Adressen bestimmte Datenverkehr kann nicht über das Internet geroutet werden. Wenn Sie den internen Geräten also eine private Adresse zuweisen, erhalten Sie weiteren Schutz vor Angriffen. Da diese internen Geräte jedoch auch oftmals auf das Internet zugreifen müssen, konvertiert die Netzwerkadressübersetzung die privaten Adressen in Internetadressen.
Auch wenn die Netzwerkadressübersetzung nicht unbedingt eine Firewalltechnologie ist, verhindert das Kaschieren der wahren IP-Adresse eines Servers, den Zugriff von Angreifern auf wertvolle Fingerabdruckinformationen des Servers.
Bei der Stateful Inspection wird der gesamte ausgehende Verkehr in einer Statustabelle protokolliert. Wenn der Verbindungsverkehr an die Schnittstelle zurückgegeben wird, wird anhand der Statustabelle sichergestellt, dass der Verkehr von dieser Schnittstelle stammt. Die Stateful Inspection nimmt etwas mehr Zeit in Anspruch als die statische Paketfilterung. Dafür gewährleistet diese Methode, dass der Verkehr nur durchgelassen wird, wenn er den Anforderungen des ausgehenden Verkehrs entspricht. Die Statustabelle enthält Elemente wie die Ziel-IP-Adresse, die Quell-IP-Adresse, den aufgerufenen Port und den ursprünglichen Host.
Bestimmte Firewalls speichern mehr Informationen in der Statustabelle als andere (zum Beispiel die gesendeten und empfangenen IP-Fragmente). Die Firewall kann sicherstellen, dass der Verkehr verarbeitet wird, wenn alle oder nur einige der fragmentierten Informationen zurückgegeben werden. Die Firewalls unterschiedlicher Hersteller implementieren die Stateful Inspection auf unterschiedliche Weise. Lesen Sie die Firewalldokumentation daher sorgfältig durch.
Die Stateful Inspection trägt dazu bei, das Risiko von Netzwerkerkundungen und von IP-Spoofing zu reduzieren.
Mit der Filterung auf Sitzungsebene können Sitzungen anstatt Verbindungen oder Pakete geprüft werden. Sitzungen werden nur als Reaktion auf eine Benutzeranforderung eingerichtet und können mehrere Verbindungen beinhalten. Die Filterung auf Sitzungsebene stellt integrierte Unterstützung für Protokolle mit sekundären Verbindungen bereit, zum Beispiel FTP und Windows Media-Datenströme. Dieser Filtertyp trägt normalerweise zur Reduktion der Risiken durch Netzwerkerkundungs-, DoS- und IP-Spoofing-Attacken bei.
Proxyfirewalls fordern im Auftrag eines Clients Informationen an. Im Gegensatz zu den oben beschriebenen Firewalltechnologien findet die Kommunikation hier nicht direkt zwischen dem Client und dem Server mit dem Dienst statt. Stattdessen sammelt die Proxyfirewall im Auftrag des Clients Informationen und gibt die vom Dienst empfangenen Daten an den Client zurück. Da der Proxyserver diese Informationen für einen Client sammelt, speichert er den Inhalt auf der Festplatte oder im Arbeitsspeicher zwischen. Wenn ein anderer Client eine identische Datenanforderung ausführt, kann diese anhand der Daten aus dem Cache bearbeitet werden, wodurch der Netzwerkverkehr und die Serververarbeitungszeit reduziert werden.
Bei nicht verschlüsselten Sitzungen wie schreibgeschützten FTP- oder HTTP-Sitzung erstellt eine Proxyfirewall sowohl mit dem Client als auch dem Server einzelne Sitzungen, so dass nie eine direkte Verbindung zwischen dem Client und dem Server besteht. Bei verschlüsselten Sitzungen überprüft der Proxyserver dagegen, ob die Headerinformationen den Standards der SSL-Kommunikation (Secure Sockets Layer) entsprechen, bevor er den Verkehr passieren lässt. Der Proxyserver kann die übertragenen Daten jedoch nicht überprüfen, da diese vom Client und Server verschlüsselt werden (Ende-zu-Ende-Verschlüsselung).
Ein Proxyserver bietet im Vergleich zu den oben beschriebenen Firewalltechnologien u. a. die folgenden Vorteile:
| • | Keine direkten Verbindungen zwischen Client und Server |
| • | Der Server kann den Inhalt von häufig angeforderten Sites zwischenspeichern. |
| • | Überprüfung der übertragenen Protokolle |
| • | Kann zum Weiterleiten von Anforderungen basierend auf einer Benutzer-ID konfiguriert werden. |
Der Hauptnachteil eines Proxyservers ist, dass er sehr viel mehr Verarbeitungsleistung zur Durchführung der Protokollüberprüfung erfordert. Da die Verarbeitungsleistung jedoch stets zunimmt, wird dieses Problem immer geringer. Proxyserver bieten allerdings nicht den Durchsatz einer Firewall mit Stateful Inspection oder Paketfilterung. Die Vorteile der Protokollüberprüfung sind nach wie vor erforderlich in einer Welt, in der Hochgeschwindigkeitsnetzwerke für private Benutzer im Überfluss vorhanden sind und Internetverbindungen immer häufiger für nicht vertrauenswürdige Knoten verfügbar werden, da Internetdienstanbietern geringe oder keine gesetzlichen Verpflichtung zur Bereitstellung vertrauenswürdiger Internetdienste auferlegt werden.
Das Proxyfeature trägt dazu bei, das Risiko von Netzwerkerkundungs-, DoS- und IP-Spoofing-Attacken, Viren/Trojanischen Pferden und einigen Attacken auf Anwendungsebene zu reduzieren.
Die komplexeste Überprüfung des Firewallverkehrs ist die Filterung auf Anwendungsebene. Gute Anwendungsfilter ermöglichen die Analyse von Datenströmen für eine bestimmte Anwendung und eine anwendungsspezifische Verarbeitung der durch die Firewall übertragenen Daten mittels Überprüfung, Filterung, Blockierung, Umleitung und Änderung.
Dieser Mechanismus wird zum Schutz gegen unsichere SMTP-Befehle oder Attacken auf interne DNS-Server verwendet. Normalerweise können der Firewall Tools von Drittanbietern für die Inhaltsfilterung hinzugefügt werden, zum Beispiel Virenerkennung, lexikalische Analyse und Sitekategorisierung.
Eine Firewall auf Anwendungsebene kann viele unterschiedliche Protokolle basierend auf dem übertragenen Verkehr überprüfen. Anders als eine Proxyfirewall, die normalerweise den Internetverkehr (zum Beispiel HTTP, FTP-Download und SSL) überprüft, kann die Firewall auf Anwendungsebene genauer steuern, wie Verkehr durch die Firewall geleitet wird. Eine Firewall auf Anwendungsebene kann zum Beispiel nur innerhalb der Firewallgrenzen initiierten UDP-Verkehr zulassen. Wenn ein Internethost eine Portüberprüfung für eine Firewall mit Stateful Inspection-Feature ausführt, um festzustellen, ob DNS-Verkehr in die Umgebung zulässig ist, wird die Portüberprüfung wahrscheinlich ergeben, dass der dem DNS zugeordnete bekannte Port geöffnet war. Bei einer Attacke würde diese Firewall die Anforderungen jedoch zurückweisen, da sie von außerhalb stammen. Eine Firewall auf Anwendungsebene kann Ports basierend auf dem Ursprung des Verkehrs dynamisch öffnen (das heißt nur für internen Verkehr).
Die Firewall auf Anwendungsebene trägt dazu bei, die Risiken von IP-Spoofing- und DoS-Attacken, einigen Attacken auf Anwendungsebene sowie Attacken durch Netzwerkerkundungen und Viren/Trojanische Pferde zu reduzieren. Die Nachteile einer Firewall auf Anwendungsebene sind mit denen des Proxyservers vergleichbar: Die erforderliche Verarbeitungsleistung ist erheblich höher, und Verkehr wird langsamer weitergeleitet als bei Firewalls mit Stateful Inspection oder statischer Filterung. Bei Verwendung einer Firewall auf Anwendungsebene gilt es insbesondere zu berücksichtigen, welche Funktionen die Firewall auf der Anwendungsebene bereitstellen kann.
Das Anwendungsebenenfeature stellt sicher, dass nur geeigneter Verkehr einen Port passiert. Anders als Firewalls mit Paketfiltern oder Stateful Inspection, die einfach den Port und die Quell- und Ziel-IP-Adressen überprüfen, können Firewalls mit Anwendungsebenenfiltern die gesendeten Daten und Befehle in beide Richtungen überprüfen.
Die meisten Firewalls, die das Anwendungsebenenfeature unterstützen, enthalten nur Anwendungsebenenfilter für Klartextverkehr wie proxy-fähige Meldungsdienste, HTTP und FTP. Bedenken Sie, dass eine solche Firewall sowohl den Verkehr in die Umgebung als auch den Verkehr aus der Umgebung steuern kann. Ein weiterer Vorteil diese Funktion besteht darin, dass DNS-Verkehr beim Passieren der Firewall auf DNS-spezifische Befehle überprüft werden kann. Diese weitere Schutzschicht stellt sicher, dass Benutzer oder Angreifer in zugelassenem Datenverkehr keine Informationen kaschieren können.
Wenn Ihre Organisation ein Online-Geschäft betreibt, in dem die Kreditkartennummern und weitere persönliche Informationen von Kunden erfasst werden, sollten zum Schutz der Informationen die höchstmöglichen Schutzmaßnahmen ergriffen werden. Daten dieser Art, die eine hohe Sicherheit erfordern, müssen zwischen dem PC des Benutzers und Ihren Webservern mit dem SSL-Protokoll verschlüsselt werden.
Dabei müssen die Fälle unterschieden werden, in denen das Anwendungsebenenfeature zusammen mit SSL verwendet wird. SSL ist verschlüsselt, und die Firewall kann die Protokollbefehle nicht verstehen, da sie im verschlüsselten Paket enthalten sind. Jede Firewall, die das Anwendungsebenenfeature unterstützt, handhabt dies unterschiedlich. Lesen Sie daher die Dokumentation Ihrer Firewall sorgfältig durch.
Das Problem liegt darin, dass kein Gerät in der Lage ist, Daten zu überprüfen, nachdem eine SSL-Sitzung hergestellt und die Verschlüsselung verhandelt wurde. Angenommen, ein Client mit einer Firewall mit Proxy-Anwendungsebenenfilter fordert bei der Firewall eine Verbindung mit einem sicheren Webserver an. Die Firewall und der Server übernehmen die anfängliche Einrichtung der TCP-Verbindung, und die Firewall übergibt die Verbindung an den Client, um die Verschlüsselung mit dem Server einzurichten. Nach der Übergabe der Verbindung an den Client kann die Firewall die Daten nicht mehr überprüfen.
Wenn das Anwendungsebenenfeature für öffentliche Internetdienste verwendet wird, sind die folgenden Optionen verfügbar:
| • | Beenden des SSL-Verkehrs an der Firewall |
| • | Erneutes Generieren von SSL-Verkehr von der Firewall zum offen gelegten Webdienst |
| • | Übertragung des SSL-Verkehrs durch die Firewall zum Back-End-Server |
Anhand dieser Optionen können Sie auf unterschiedliche Weise steuern, wie weit eine verschlüsselte Sitzung in eine Umgebung getunnelt werden kann. Da eine Überprüfung der Daten im Tunnel nicht möglich ist, gilt im Allgemeinen, je näher der verschlüsselte Verkehr am Rand der Umgebung gehalten wird, desto besser.
In diesem Abschnitt wird eine Reihe von Firewallklassen vorgestellt, die jeweils bestimmte Funktionen bereitstellen. Bestimmte Firewallklassen können für spezifische Anforderungen im IT-Architekturentwurf verwendet werden.
Das Gruppieren von Firewalls in Klassen ermöglicht die Abstraktion der Hardware von den Dienstanforderungen, so dass Letztere mit den Klassenfeatures abgeglichen werden können. Wenn eine Firewall einer bestimmten Klasse angehört, können Sie davon ausgehen, dass sie alle Dienste dieser Klasse unterstützt.
Die folgenden Klassen werden unterschieden:
| • | Persönliche Firewalls |
| • | Routerfirewalls |
| • | Preisgünstige Hardwarefirewalls |
| • | High-End-Hardwarefirewalls |
| • | Serverfirewalls |
Durch den Entwurf bedingt überlappen sich einige dieser Klassen. Aufgrund dieser Überlappung kann ein Firewalltyp mehreren Klassen zugeordnet sein. Viele Klassen können auch durch mehrere Hardwaremodelle desselben Herstellers bereitgestellt werden. Eine Organisation kann daher ein Modell auswählen, das ihren aktuellen und zukünftigen Anforderungen am besten entspricht.
Abgesehen vom Preis und den Features, können Firewalls basierend auf der Leistung (beziehungsweise Durchsatz) klassifiziert werden. Viele Hersteller stellen für ihre Firewall jedoch keine Angaben zum Durchsatz bereit. Findet man Durchsatzzahlen (normalerweise bei Hardwarefirewallgeräten) wird kein Standardmessverfahren befolgt, so dass Vergleiche zwischen Herstellern schwierig sind. Eine Maßeinheit ist zum Beispiel die Anzahl von Bits pro Sekunde (Bits/Sek.). Da die Firewall aber eigentlich IP-Pakete verarbeitet, ist diese Angabe bedeutungslos, wenn die zur Messung der Rate verwendete Paketgröße nicht angegeben wird.
In den folgenden Abschnitten werden die einzelnen Firewallklassen ausführlich beschrieben.
Eine persönliche Firewall ist als Softwaredienst definiert, der eine einfache Firewallfunktion für einen PC bereitstellt. Mit der zunehmenden Anzahl von permanenten Internetverbindungen (im Gegensatz zu DFÜ-Verbindungen) hat auch die Verwendung von persönlichen Firewalls zugenommen.
Obwohl eine persönliche Firewall zum Schutz eines einzigen Computers ausgelegt ist, kann sie auch ein kleines Netzwerk schützen. Zu diesem Zweck muss die Internetverbindung des Computers, auf dem die Firewall installiert ist, für andere Computer im internen Netzwerk freigegeben werden. Die Leistung einer persönlicher Firewallsoftware ist jedoch beschränkt, und sie beeinträchtigt die Leistung des Computers, auf dem sie installiert ist. Die Schutzmechanismen sind in der Regel weniger effektiv als die einer dedizierten Firewalllösung, da sie nur IP- und Portadressen blockieren. Allerdings ist auf einem PC meist eine geringere Schutzstufe ausreichend.
Persönliche Firewalls sind zum Teil im Lieferumfang des Betriebssystems enthalten, oder sie können sehr kostengünstig erworben werden. Sie eignen sich für die vorgesehenen Zwecke, sollten aufgrund ihrer beschränkten Leistung und Funktionalität jedoch nicht in Unternehmen eingesetzt werden, auch nicht in kleinen Zweigstellen. Dieser Firewalltyp ist aber besonders für mobile Benutzer mit Laptops zu empfehlen.
Persönliche Firewalls werden zu sehr unterschiedlichen Preisen und mit enormen Funktionsunterschieden angeboten. In manchen Fällen ist das Fehlen einer bestimmten Funktion aber nicht wichtig, zum Beispiel auf einem Laptop. Die folgende Tabelle zeigt die im Allgemeinen in persönlichen Firewalls verfügbaren Features.
Tabelle 1: Klasse 1 - Persönliche Firewalls
| Firewallattribut | Wert |
Unterstützte grundlegende Features | Die meisten persönlichen Firewalls unterstützen statische Paket-Filter, die Netzwerkadressübersetzung (NAT) und die Stateful Inspection, während einige zudem mit Funktionen für die Prüfung auf Sitzungsebene und/oder Filterung auf Anwendungsebene ausgestattet sind. |
Konfiguration | Automatisch (manuelle Option ebenfalls verfügbar) |
IP-Adressen blockieren oder zulassen | Ja |
Protokoll oder Portnummern blockieren oder zulassen | Ja |
Eingehende ICMP-Meldungen blockieren oder zulassen | Ja |
Ausgehenden Zugriff steuern | Ja |
Anwendungsschutz | Möglicherweise |
Akustische oder visuelle Warnungen | Möglicherweise |
Protokolldatei für Attacken | Möglicherweise |
Echtzeit-Warnungen | Möglicherweise |
VPN-Unterstützung | Normalerweise nein |
Remoteverwaltung | Normalerweise nein |
Herstellerunterstützung | Sehr unterschiedlich (abhängig vom Produkt) |
Option für hohe Verfügbarkeit | Nein |
Anzahl von gleichzeitigen Sitzungen | 1 bis 10 |
Modulare Updates (Hardware oder Software) | Keine bis beschränkt |
Preisspanne | Niedrig (in einigen Fällen kostenlos) |
Persönliche Firewalls besitzen die folgenden Vor- und Nachteile.
Vorteile von persönlichen Firewalls:
| • | Preisgünstig |
| • | Leicht zu konfigurieren |
Nachteile von persönlichen Firewalls:
| • | Schwierige zentrale Verwaltung |
| • | Nur grundlegende Steuerungsmöglichkeiten |
| • | Leistungsbeschränkungen |
Router unterstützen normalerweise mindestens eines der oben beschriebenen Firewallfeatures. Sie können in preisgünstige Geräte für Internetverbindungen und herkömmliche High-End-Router unterteilt werden. Die preisgünstigen Router enthalten grundlegende Firewallfeatures zum Blockieren und Zulassen bestimmter IP-Adressen und Portnummern, und sie verwenden die Netzwerkadressübersetzung zur Geheimhaltung von internen IP-Adressen. Das Firewallfeature ist oft standardmäßig zur Blockierung von Internetattacken optimiert. Eine Konfiguration ist nicht erforderlich, sie können aber durch weitere Konfigurationen verfeinert werden.
High-End-Router können konfiguriert werden, um den Zugriff zusätzlich zu sichern. Offensichtliche Eindringungsversuche (zum Beispiel Pings) können blockiert werden, und mithilfe von ACLs können andere IP-Adressen- und Portbeschränkungen implementiert werden. Einige Router enthalten weitere Firewallfeatures für die Stateful-Paketfilterung. High-End-Router bieten zu einem geringeren Preis, jedoch auch mit geringerem Durchsatz, ähnliche Firewallfunktionen wie Hardwarefirewallgeräte.
Tabelle 2. Klasse 2 - Routerfirewall
| Firewallattribut | Wert |
Unterstützte grundlegende Features | Die meisten Routerfirewalls unterstützen statische Paketfilter. Preisgünstige Router unterstützen normalerweise die Netzwerkadressübersetzung (NAT). High-End-Router unterstützen möglicherweise die Stateful Inspection und/oder Filterung auf Anwendungsebene. |
Konfiguration | Normalerweise automatisch bei preisgünstigen Routern (mit manuellen Optionen). Häufig manuell bei High-End-Routern. |
IP-Adressen blockieren oder zulassen | Ja |
Protokoll/Portnummern blockieren oder zulassen | Ja |
Eingehende ICMP-Meldungen blockieren oder zulassen | Ja |
Ausgehenden Zugriff steuern | Ja |
Anwendungsschutz | Möglicherweise |
Akustische oder visuelle Warnungen | Normalerweise |
Protokolldatei für Attacken | In vielen Fällen |
Echtzeit-Warnungen | In vielen Fällen |
VPN-Unterstützung | Häufig in preisgünstigen Routern, weniger üblich in High-End-Routern. Für diese Aufgabe sind separate dedizierte Geräte oder Server verfügbar. |
Remoteverwaltung | Ja |
Herstellerunterstützung | Normalerweise beschränkt bei preisgünstigen Routern und gut bei High-End-Routern. |
Option für hohe Verfügbarkeit | Preisgünstig: Nein - High-End: Ja |
Anzahl von gleichzeitigen Sitzungen | 10 - 1000 |
Modulare Updates (Hardware oder Software) | Preisgünstig: Nein - High-End: Beschränkt |
Preisspanne | Niedrig bis Hoch |
Routerfirewalls besitzen die folgenden Vor- und Nachteile.
Vorteile von Routerfirewalls:
| • | Kostengünstige Lösung |
| • | Konfiguration konsolidierbar |
| • | Investitionsschutz |
Nachteile von Routerfirewalls:
| • | Beschränkte Funktionalität |
| • | Nur grundlegende Steuerungsmöglichkeiten |
| • | Auswirkung auf die Leistung |
| • | Protokolldateileistung |
Im unteren Segment des Hardwarefirewall-Markts sind Plug&Play-Einheiten erhältlich, die wenige oder keine Konfiguration erfordern. Diese Geräte enthalten häufig auch Switch- und/oder VPN-Funktionen. Preisgünstige Hardwarefirewalls sind für kleine Unternehmen und die interne Verwendung in größeren Organisationen ausgelegt. Im Allgemeinen enthalten sie Funktionen zur statischen Filterung und grundlegenden Remoteverwaltung. Geräte von größeren Herstellern verwenden mitunter dieselbe Software wie die High-End-Modelle, so dass im Bedarfsfall eine Aktualisierung beziehungsweise Erweiterung möglich ist.
Tabelle 3. Klasse 3 - Preisgünstige Hardwarefirewall
| Firewallattribut | Wert |
Unterstützte grundlegende Features | Die meisten preisgünstigen Hardwarefirewalls unterstützen statische Paketfilter und die Netzwerkadressübersetzung (NAT). Zudem unterstützen sie zum Teil die Stateful Inspection und/oder Filterung auf Anwendungsebene. |
Konfiguration | Automatisch (manuelle Option ebenfalls verfügbar) |
IP-Adressen blockieren oder zulassen | Ja |
Protokoll/Portnummern blockieren oder zulassen | Ja |
Eingehende ICMP-Meldungen blockieren oder zulassen | Ja |
Ausgehenden Zugriff steuern | Ja |
Anwendungsschutz | Normalerweise nein |
Akustische oder visuelle Warnungen | Normalerweise nein |
Protokolldatei für Attacken | Normalerweise nein |
Echtzeit-Warnungen | Normalerweise nein |
VPN-Unterstützung | Manchmal |
Remoteverwaltung | Ja |
Herstellerunterstützung | Beschränkt |
Option für hohe Verfügbarkeit | Normalerweise nein |
Anzahl von gleichzeitigen Sitzungen | > 10 - 7500 |
Modulare Updates (Hardware oder Software) | Beschränkt |
Preisspanne | Niedrig |
Preisgünstige Hardwarefirewalls besitzen die folgenden Vor- und Nachteile.
Vorteile von preisgünstigen Hardwarefirewalls:
| • | Niedrige Kosten |
| • | Leichte Konfiguration |
Nachteile von preisgünstigen Hardwarefirewalls:
| • | Beschränkte Funktionalität |
| • | Geringer Durchsatz |
| • | Eingeschränkter Herstellersupport |
| • | Beschränkte Aktualisierbarkeit |
Im oberen Segment des Hardwarefirewall-Markts sind für Unternehmen oder Dienstanbieter geeignete Hochleistungsprodukte mit hoher Ausfallsicherheit erhältlich. Diese Produkte bieten meist den besten Schutz, ohne die Netzwerkleistung zu beeinträchtigen.
Ausfallsicherheit kann durch Hinzufügen einer zweiten als Standbyeinheit betriebenen Firewall erreicht werden, die die aktuelle Verbindungstabelle durch automatische Statussynchronisierung verwaltet.
Firewalls sollten in jedem mit dem Internet verbundenen Netzwerk verwendet werden, da Eindringungsversuche ständig stattfinden. DoS-Attacken, Diebstahls- und Datenbeschädigungsversuche werden ständig unternommen. High-End-Hardwarefirewalls sollten für zentrale Niederlassungen und Hauptniederlassungen in Betracht gezogen werden.
Tabelle 4. Klasse 4 - High-End-Hardwarefirewall
| Firewallattribut | Wert |
Unterstützte grundlegende Features | Die meisten High-End-Hardwarefirewalls unterstützen statische Paketfilter und die Netzwerkadressübersetzung (NAT). Zudem unterstützen sie zum Teil die Stateful Inspection und/oder Filterung auf Anwendungsebene. |
Konfiguration | Normalerweise manuell |
IP-Adressen blockieren oder zulassen | Ja |
Protokoll/Portnummern blockieren oder zulassen | Ja |
Eingehende ICMP-Meldungen blockieren oder zulassen | Ja |
Ausgehenden Zugriff steuern | Ja |
Anwendungsschutz | Potentiell |
Akustische oder visuelle Warnungen | Ja |
Protokolldatei für Attacken | Ja |
Echtzeit-Warnungen | Ja |
VPN-Unterstützung | Potentiell |
Remoteverwaltung | Ja |
Herstellerunterstützung | Gut |
Option für hohe Verfügbarkeit | Ja |
Anzahl von gleichzeitigen Sitzungen | > 7500 - 500 000 |
Modulare Updates (Hardware oder Software) | Ja |
Preisspanne | Hoch |
High-End-Hardwarefirewalls besitzen die folgenden Vor- und Nachteile.
Vorteile von High-End-Hardwarefirewalls:
| • | Hohe Leistung |
| • | Hohe Verfügbarkeit |
| • | Modulare Systeme |
| • | Remoteverwaltung |
| • | Ausfallsicherheit |
| • | Filterung auf Anwendungsebene |
Nachteile von High-End-Hardwarefirewalls:
| • | Hohe Kosten |
| • | Komplexe Konfiguration und Verwaltung |
Für High-End-Server ist eine Vielzahl von Firewallprodukten erhältlich, die einen robusten und schnellen Schutz für standardmäßige Hardware- und Softwaresysteme bereitstellen. Die Vorteile dieser Lösung sind die Verwendung bekannter Hardware und Software (geringeres Inventar), die vereinfachte Schulung und Verwaltung, Zuverlässigkeit und Erweiterungsfähigkeit. Viele der High-End-Hardwarefirewallprodukte werden auf einer Hardware-Plattform gemäß Branchenstandard implementiert, auf der ein Betriebssystem gemäß Branchenstandard (verdeckt) ausgeführt wird. Sie unterscheiden sich hinsichtlich der Technik und Leistung daher nur geringfügig von Serverfirewalls. Da das Betriebssystem jedoch weiterhin sichtbar ist, kann das Serverfirewallfeature aktualisiert und durch Techniken wie Clustering ausfallsicherer gemacht werden.
Da die Serverfirewall ein auf einem gängigen Betriebssystem ausgeführter Server ist, können der Firewall zusätzliche Software, Features und Funktionen unterschiedlicher Hersteller hinzugefügt werden (bei Hardwarefirewalls können nur die Produkte eines Herstellers verwendet werden). Die Vertrautheit mit dem Betriebssystem kann auch die Effektivität des Firewallschutzes verbessern, da bei einigen anderen Klassen umfassende Kenntnisse für die vollständige und korrekte Konfiguration erforderlich sind.
Diese Klasse eignet sich, wenn hohe Investitionen in eine bestimmte Hardware- oder Softwareplattform getätigt wurden, da durch die Verwendung derselben Plattform für die Firewall die Verwaltung vereinfacht wird.
Die Cachefunktion dieser Klasse kann ebenfalls sehr effektiv sein.
Tabelle 5. Klasse 5 - High-End-Serverfirewall
| Firewallattribut | Wert |
Unterstützte Features | Die meisten High-End-Serverfirewalls unterstützen statische Paketfilter und die Netzwerkadressübersetzung (NAT). Zudem unterstützen sie zum Teil die Stateful Inspection und/oder Filterung auf Anwendungsebene. |
Konfiguration | Normalerweise manuell |
IP-Adressen blockieren oder zulassen | Ja |
Protokoll/Portnummern blockieren oder zulassen | Ja |
Eingehende ICMP-Nachrichten blockieren oder zulassen | Ja |
Ausgehenden Zugriff steuern | Ja |
Anwendungsschutz | Potentiell |
Akustische oder visuelle Warnungen | Ja |
Protokolldatei für Attacken | Ja |
Echtzeit-Warnungen | Ja |
VPN-Unterstützung | Potentiell |
Remoteverwaltung | Ja |
Herstellerunterstützung | Gut |
Option für hohe Verfügbarkeit | Ja |
Anzahl von gleichzeitigen Sitzungen | >50 000 (in mehreren Netzwerksegmenten) |
Modulare Updates (Hardware oder Software) | Ja |
Sonstiges | Gängiges Betriebssystem |
Preisspanne | Hoch |
Serverfirewalls besitzen die folgenden allgemeinen Vor- und Nachteile.
Vorteile von Serverfirewalls:
| • | Hohe Leistung |
| • | Integration und Konsolidierung von Diensten |
| • | Verfügbarkeit, Ausfallsicherheit und Skalierbarkeit |
Nachteile von Serverfirewalls:
| • | Erfordert hochwertige Hardware |
| • | Sicherheitsrisiko durch andere Produkte |
Eine Perimeterfirewall erfüllt die Anforderungen von Benutzern außerhalb der Organisation. Folgende Benutzertypen werden unterschieden:
| • | Vertrauenswürdige |
| • | Halb-vertrauenswürdig |
| • | Nicht vertrauenswürdig |
Die Perimeterfirewall ist externen Attacken besonders ausgesetzt: Sie muss von einem Hacker durchbrochen werden, damit er weiter in Ihr Netzwerk eindringen kann. Daher ist die Perimeterfirewall häufig das Ziel von Einbruchsversuchen.
An den Systemgrenzen eingesetzte Firewalls sind das Gateway einer Organisation zur äußeren Welt. In vielen großen Organisationen wird eine High-End-Hardwarefirewall oder Serverfirewall implementiert, manche Organisationen verwenden jedoch auch Routerfirewalls. Bei der Auswahl der Firewallklasse für eine Perimeterfirewall müssen mehrere Aspekte beachtet werden. Diese Auswahlkriterien werden in der folgenden Tabelle beschrieben.
Tabelle 6. Kriterien bei der Auswahl der Perimeterfirewallklasse
| Kriterium | Typische Merkmale einer in dieser Funktion implementierten Firewall |
Benötigte Firewallfeatures laut Sicherheitsadministrator | Hier gilt es, zwischen dem erforderlichen Sicherheitsgrad und den Kosten des Features sowie den potentiellen Leistungseinbußen durch eine erhöhte Sicherheit abzuwägen. Während viele Organisationen maximale Sicherheit für eine Perimeterfirewall wünschen, sind andere nicht bereit, die Leistungsverschlechterung in Kauf zu nehmen. Bei einer Website mit sehr hohem Durchsatz, die nicht für den E-Commerce eingesetzt wird, ist zum Beispiel aufgrund des durch die Verwendung von statischen Paketfiltern erzielten höheren Durchsatzes (im Vergleich zu Filtern auf Anwendungsebene) eine niedrigere Sicherheitsstufe möglich. |
Ist das Gerät ein dediziertes physisches Gerät, stellt es weitere Funktionen bereit, oder ist es eine logische Firewall auf einem physischen Gerät? | Als Gateway zwischen dem Internet und dem Unternehmensnetzwerk wird die Perimeterfirewall häufig als dediziertes Gerät implementiert, um die Angriffsfläche und Zugänglichkeit von internen Netzwerken im Falle einer Sicherheistverletzung zu minimieren. |
Verwaltungsanforderungen für das Gerät gemäß der Verwaltungsarchitektur der Organisation | In den meisten Fällen wird eine Form der Protokollierung verwendet, und in vielen Fällen ist auch ein Ereignisüberwachungsmechanismus erforderlich. Damit das Gerät nicht von böswilligen Benutzern verwaltet werden kann, wird unter Umständen keine Remoteverwaltung, sondern nur die lokale Verwaltung zugelassen. |
Durchsatzanforderungen werden meist von den Netzwerk- und Dienstadministratoren innerhalb der Organisationen festgelegt. | Diese Anforderungen variieren je nach Umgebung. Der verfügbare Gesamtnetzwerkdurchsatz wird jedoch durch die Leistung der Geräte- oder Serverhardware und die verwendeten Firewallfeatures bestimmt. |
Verfügbarkeitsanforderungen | Der Einsatz als Gateway zum Internet in großen Unternehmen erfordert häufig eine hohe Verfügbarkeit. Dies gilt besonders, wenn eine kommerziell genutzte Website durch eine Perimeterfirewall geschützt wird. |
Im Folgenden bezeichnet der Begriff Bastion-Host einen Server im Perimeternetzwerk, der sowohl für interne als auch externe Benutzer Dienste bereitstellt. Bastion-Hosts sind zum Beispiel Webserver und VPN-Server.
Normalerweise müssen für die Perimeterfirewall die folgenden Regeln implementiert sein (standardmäßig oder durch Konfiguration):
| • | Allen nicht explizit zugelassenen Verkehr verweigern |
| • | Eingehende Pakete, die vorgeben interne oder Perimeternetzwerk-IP-Quelladresse zu haben,blockieren |
| • | Ausgehende Pakete mit externer Quell-IP-Adresse blockieren (Verkehr darf nur von Bastion-Hosts stammen) |
| • | UDP-basierte DNS-Abfragen und -Antworten vom DNS-Auflösungsdienst an DNS-Server im Internet zulassen |
| • | UDP-basierte DNS-Abfragen und -Antworten von Internet-DNS-Servern an den DNS-Ankündigungsdienst zulassen |
| • | Externen UDP-basierten Clients das Abfragen des DNS-Ankündigungsdienstes ermöglichen und Antworten bereitstellen |
| • | TCP-basierte DNS-Abfragen und -Antworten von Internet-DNS-Servern an den DNS-Ankündigungsdienst zulassen |
| • | Ausgehende E-Mails vom ausgehenden SMTP-Bastion-Host an das Internet zulassen |
| • | Eingehende E-Mails vom Internet an den eingehenden SMTP-Bastion-Host zulassen |
| • | Aus Proxies stammenden Verkehr von den Proxyservern in das Internet zulassen |
| • | Weiterleiten von Proxyantworten aus dem Internet an Proxyserver im Perimeternetzwerk zulassen |
Die Hardwareanforderungen für eine Perimeterfirewall unterscheiden sich bei softwaregestützten und hardwaregestützten Firewalls:
| • | Hardwaregestützte Firewall |
| • | Softwaregestützte Firewalls |
Zum Verbessern der Verfügbarkeit kann die Perimeterfirewall als einzelnes Firewallgerät mit redundanten Komponenten oder als redundantes Paar von Firewalls mit Mechanismen für Failover und/oder Lastenausgleich implementiert werden. Die Vor- und Nachteile dieser Optionen werden in den folgenden Unterabschnitten beschrieben.
Abbildung 2 zeigt eine einzelne Firewall ohne redundante Komponenten:

Abbildung 2.
Einzelne Firewall ohne redundante Komponenten
Die Verwendung einer einzelnen Firewall ohne redundante Komponenten besitzt die folgenden Vor- und Nachteile.
Vorteile einer einzelnen Firewall ohne Redundanz:
| • | Niedrige Kosten |
| • | Einfache Verwaltung |
| • | Nur eine Protokollierungsquelle |
Nachteile einer einzelnen Firewall ohne Redundanz:
| • | Single Point of Failure |
| • | Möglicher Verkehrsengpass |
Abbildung 3 zeigt eine einzelne Firewall mit redundanten Komponenten:

Abbildung 3.
Einzelne Firewall mit redundanten Komponenten
Die Verwendung einer einzelnen Firewall mit redundanten Komponenten besitzt die folgenden Vor- und Nachteile.
Vorteile einer einzelnen Firewall mit redundanten Komponenten:
| • | Niedrige Kosten |
| • | Einfache Verwaltung |
| • | Nur eine Protokollierungsquelle |
Nachteile einer einzelnen Firewall mit redundanten Komponenten:
| • | Single Point of Failure |
| • | Kosten |
| • | Möglicher Verkehrsengpass |
Eine fehlertolerante Firewallgruppe enthält wie in Abbildung 4 dargestellt einen Mechanismus zum Duplizieren jeder Firewall.

Abbildung 4.
Fehlertolerante Firewalls
Die Verwendung einer fehlertoleranten Firewallgruppe besitzt die folgenden Vor- und Nachteile.
Vorteile einer fehlertoleranten Firewallgruppe:
| • | Fehlertoleranz |
| • | Zentrale Protokollierung |
| • | Möglichkeit der Statusfreigabe |
Nachteile einer fehlertolerante Firewallgruppe:
| • | Höhere Komplexität |
| • | Komplexe Konfiguration |
In den vorhergehenden Szenarios konnte die Firewall hardware- oder softwaregestützt sein. In den obigen Abbildungen dient die Firewall als Gateway zwischen der Organisation und dem Internet, der Grenzrouter ist jedoch außerhalb der Firewall platziert. Da dieser Router Eindringungsversuchen besonders ausgesetzt ist, müssen für ihn ebenfalls bestimmte Firewallfeatures konfiguriert werden. Beschränkte Firewallfunktionen können ohne den vollständigen Satz von Firewallfeatures implementiert werden, wobei dann das Firewallgerät für die Abwehr einer vollständigen Eindringung zuständig ist. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, die Firewall ohne eigenständiges Firewallgerät im Router zu konsolidieren.
Zum Implementieren einer fehlertoleranten Gruppe von Firewalls (häufig bezeichnet als Cluster) stehen zwei Hauptansätze zur Auswahl. Diese Methoden werden in den folgenden Abschnitten beschrieben.
In einer fehlertoleranten Aktiv/Passiv-Firewallgruppe verarbeitet ein Gerät den gesamten Verkehr, während das andere Gerät passiv ist. Normalerweise ist eine Konvention vorhanden, über die die beiden Geräte Informationen zur Verfügbarkeit und/oder zum Verbindungsstatus mit Partnerknoten austauschen. Diese Kommunikation wird auch als heartbeat bezeichnet. Jedes System signalisiert diesen Takt mehrmals pro Sekunde dem anderen System, um sicherzustellen, dass der Partnerknoten Verbindungen bearbeitet. Wenn der passive Knoten in einem bestimmten benutzerdefinierten Intervall keinen Takt vom aktiven Knoten empfängt, übernimmt er die aktive Rolle.
Abbildung 5 zeigt eine fehlertolerante Aktiv/Passiv-Firewallgruppe:

Abbildung 5.
Fehlertolerante Aktiv/Passiv-Firewallgruppe
Die Verwendung einer fehlertoleranten Aktiv/Passiv-Firewallgruppe besitzt die folgenden Vor- und Nachteile.
Vorteile der fehlertoleranten Aktiv/Passiv-Firewallgruppe:
| • | Einfache Konfiguration |
| • | Vorhersagbare Failoverbelastung |
Nachteile der fehlertoleranten Aktiv/Passiv-Firewallgruppe:
| • | Ineffiziente Konfiguration |
In einer fehlertoleranten Aktiv/Aktiv-Firewallgruppe überwachen mindestens zwei Knoten aktiv alle Anforderungen, die an eine von den Knoten gemeinsam genutzte virtuelle IP-Adresse gesendet werden. Die Belastung wird mittels der Algorithmen des verwendeten Fehlertoleranzmechanismus oder durch eine statische benutzerbasierte Konfiguration zwischen den Knoten verteilt, so dass jeder Knoten gleichzeitig unterschiedlichen Verkehr aktiv filtert. Wenn einer der Knoten ausfällt, wird die zuvor von dem ausgefallenen Knoten verarbeitete Last unter den verbleibenden Knoten verteilt.
Abbildung 6 zeigt eine fehlertolerante Aktiv/Aktiv-Firewallgruppe:

Abbildung 6.
Fehlertolerante Aktiv/Aktiv-Firewallgruppe
Die Verwendung einer fehlertoleranten Aktiv/Aktiv-Firewallgruppe besitzt die folgenden Vor- und Nachteile.
Vorteile der fehlertoleranten Aktiv/Aktiv-Firewallgruppe:
| • | Höhere Effizienz |
| • | Höherer Durchsatz |
Nachteile der fehlertoleranten Aktiv/Aktiv-Firewallgruppe:
| • | Potenzielle Überlastung |
| • | Höhere Komplexität |
Die Sicherheit von Firewallprodukten ist von größter Wichtigkeit. Obwohl keine Branchenstandards für die Firewallsicherheit vorliegen, bietet die herstellerunabhängige ICSA (International Computer Security Association) ein Zertifizierungsprogramm zum Testen der Sicherheit von kommerziell erhältlichen Firewallprodukten an. Die ICSA testet viele der heutzutage auf dem Markt verfügbaren Produkte(weitere Informationen finden Sie unter www.icsalabs.com).
Sie müssen sicherstellen, dass eine Firewall den geforderten Sicherheitsstandards entspricht. Eine Möglichkeit, dies zu gewährleisten, ist das Anfordern einer ICSA-Zertifizierung. Darüber hinaus sollten Sie überprüfen, ob für die ausgewählte Firewall ein Erfahrungsgeschichte vorliegt. Im Internet steht Ihnen eine Reihe von Datenbanken zu Sicherheitsrisiken zur Verfügung. In diesen Datenbanken können Sie die bisher für ein Produkt aufgedeckten Schwachstellen und deren Bedeutung nachlesen.
Unglücklicherweise enthalten alle Produkte (hardware- und softwaregestützt) Fehler. Neben der Anzahl und Bedeutung der Fehler eines Produkts sollten Sie auch überprüfen, wie der Hersteller auf aufgedeckte Sicherheitslücken reagiert.
In diesem Abschnitt werden die Skalierbarkeitsanforderungen einer Firewalllösung behandelt. Die Skalierbarkeit von Firewalls richtet sich weitgehend nach den Leistungsmerkmalen des Geräts, und daher sollte möglichst eine Firewall ausgewählt werden, die den in der Praxis zu erwartenden Szenarios angepasst werden kann. Zwei grundlegende Skaliserungsmethoden stehen zur Verfügung. Diese Methoden sind:
| • | Vertikale Skalierung |
| • | Horizontale Skalierung |
Die vertikale Skalierung von Hardwarefirewalls kann schwierig sein. Einige Hersteller von Hardwarefirewalls bieten jedoch skalierbare Lösungen an, da ihre Geräte für den Betrieb als einzelne Lastenausgleichseinheit gestapelt werden können.
Einige softwaregestützte Firewalls sind für die vertikale Skalierung mittels mehrerer Prozessoren ausgelegt. Die Firewall selbst befasst sich normalerweise nicht mit der vom zugrunde liegenden Betriebssystem gesteuerten Multiprozessierung. Zur vollständigen Nutzung dieser Funktion muss die Firewall jedoch in der Lage sein, die Hardware zu erkennen. Anders als hardwaregestützte Firewalls, für die normalerweise die bei der Herstellung des Geräts definierten Hardwarebeschränkungen gelten, ermöglicht dieser Ansatz die Skalierung mit einzelnen oder redundanten Geräten. Die meisten Firewalls werden basierend auf der vom Gerät unterstützten Anzahl von gleichzeitigen Verbindungen klassifiziert. Hardwaregeräte müssen häufig ausgetauscht werden, wenn die Verbindungsanforderungen die unveränderlichen Spezifikationen des Geräts überschreiten.
Wie zuvor beschrieben, kann ein Fehlertoleranzmechanismus in das Betriebssystem eines Firewallservers integriert werden. Im Fall einer Hardwarefirewall entstehen für die Fehlertoleranz in der Regel zusätzliche Kosten.
Zum Verbessern der Leistung einer Firewall sind unter anderem die folgenden Technologien verfügbar:
| • | Unterstützung für Gigabit Ethernet/Fiber |
| • | Proxy, Reverse-Webproxy und Zwischenspeichern |
| • | SSL-Offload-Schnittstellen |
| • | IPSec-Offload-Schnittstellen |
Für softwaregestützte Firewalls ist jede dieser Technologien von mehreren Herstellern erhältlich, so dass die Kosten niedrig gehalten werden. Ähnliche Drittanbieterlösungen sind zwar mitunter für Hardwaregeräte erhältlich, meistens müssen jedoch die Produkte des Firewallherstellers verwendet werden.
In den folgenden Abschnitten werden die oben genannten Technologien zur Leistungsverbesserung beschrieben.
Viele Switches, Router und Firewalls können mit Ethernet Gigabit-Schnittstellen eingesetzt werden, und aufgrund der reduzierten Kosten haben diese Schnittstellen an Beliebtheit gewonnen. Die Wahrscheinlichkeit, dass Schnittstellen in Firewallbereistellungen zu Engpässen werden, wird durch diese Funktion erheblich reduziert.
Die Cachefunktion ist normalerweise nur bei softwaregestützten Firewalls verfügbar, da sie die Verwendung eines Datenträgers zum Zwischenspeichern von Verkehr oder Daten erfordert.
SSL-Beschleunigerkarten können die Leistung von öffentlichen Websites mit SSL-basierter Verschlüsselung verbessern, indem sie die Verschlüsselungsverarbeitung übernehmen und somit die Firewall-CPU entlasten. Wenn SSL an der Firewall endet, bieten diese Geräte erhebliche Vorteile.
IPSec-Beschleunigerkarten können die Leistung von öffentlichen Diensten mit IPSec-basierter Verschlüsselung wie VPN verbessern. Diese Geräte übernehmen die Verschlüsselungsverarbeitung, von der Firewall-CPU. IPSec-Offloading kann für Verkehr zwischen der internen Schnittstelle der Firewall und einem veröffentlichten Dienst verwendet werden, um sicherzustellen, dass der Verkehr durch das Perimeternetzwerk zwischen den Perimeternetzwerkhosts verschlüsselt wird.
Unter Konsolidierung ist die Integration des Firewalldienstes in ein anderes Gerät oder die Integration anderer Dienste in die Firewall zu verstehen. Die Konsolidierung bietet folgende Vorteile:
| • | Niedrigerer Kaufpreis |
| • | Reduziertes Inventar und niedrigere Verwaltungskosten |
| • | Höhere Leistung |
Konsolidierungsbeispiele:
| • | Hinzufügen von Firewalldiensten zum Grenzrouter |
| • | Hinzufügen von Firewalldiensten zum Grenzswitch |
| • | Hinzufügen eines Proxycache zur Perimeterfirewall |
Wenn Sie die Konsolidierung anderer Dienste im Server beziehungsweise Gerät mit dem Firewalldienst in Erwägung ziehen, müssen Sie sicherstellen, dass die Verfügbarkeit, Sicherheit, Verwaltung und Leistung der Firewall dadurch nicht gefährdet werden. Die Leistung ist in diesem Zusammenhang ebenfalls von Bedeutung, da die von zusätzlichen Diensten erzeugte Belastung die Leistung des Firewalldienstes beeinträchtigt.
Ein anderer Ansatz zum Konsolidieren von Diensten in dem Gerät oder Server mit dem Firewalldienst besteht darin, ein Firewallhardwaregerät in einem Switch zu konsolidieren. Dieser Ansatz ist in der Regel kostengünstiger als eine eigenständige Firewall, und die Verfügbarkeitsfeatures des Switches können genutzt werden, z.B. doppelte Stromversorgung. Zudem ist die Verwaltung einer solchen Konfiguration einfacher, da es sich nicht um ein separates Gerät handelt. Durch die Verwendung des Switchbusses, der viel schneller ist als eine externe Verkabelung, ermöglicht diese Konfiguration meist auch höhere Verarbeitungsgeschwindigkeiten.
Die meisten mit Version 4 des Internetprotokolls (IPv4) arbeitenden Internetprotokolle können durch eine Firewall geschützt werden. Hierzu zählen einfachere Protokolle wie TCP und UDP und erweiterte Protokolle wie HTTP, SMTP und FTP. Stellen Sie bei jedem zur Auswahl stehenden Firewallprodukt sicher, dass es den erforderlichen Verkehrstyp unterstützt. Einige Firewalls können auch GRE interpretieren, das in einigen VPN-Implementierungen verwendete Verkapselungsprotokoll für das Point-to-Point Tunneling-Protokoll (PPTP).
Einige Firewalls verfügen über integrierte Filter auf Anwendungsebene für Protokolle wie HTTP, SSL, DNS, FTP, SOCKS v4, RPC, SMTP, H. 323 und POP (Post Office Protocol).
In diesem Modul haben Sie praktische Anweisungen zur Auswahl von geeigneten Firewallprodukten erhalten. Die hier beschriebene Vorgehensweise umfasst alle Aspekte des Firewallentwurfs, einschließlich der verschiedenen Auswertungs- und Klassifizierungsprozesse für die Auswahl einer Lösung.
Keine Firewall ist 100% sicher: Wenn Sie externe elektronische Attacken auf Ihr Netzwerk vollständig ausschließen möchten, müssen Sie das Netzwerk von allen anderen Systemen und Netzwerken trennen. Das Ergebnis wäre ein nicht verwendbares, dafür aber sicheres Netzwerk. Firewalls ermöglichen die Implementierung einer geeigneten Sicherheitsschutzstufe, wenn das Netzwerk mit einem externen Netzwerk verbunden wird oder zwei interne Netzwerke verbunden werden.
Die in diesem Modul vorgestellten Firewallstrategien und Entwurfsprozesse stellen nur einen Teil der gesamten Sicherheitsstrategie dar: Auch die stärkste Firewall ist nur von geringem Nutzen, wenn andere Teile der Umgebung Sicherheitslücken aufweisen. Sicherheit muss auf jede Komponente des Netzwerks angewendet werden, und für jede Komponente müssen Sicherheitsrichtlinien für die in der Umgebung vorherrschenden Risiken definiert werden.
Weitere Informationen zum Entwurf und zur Bereitstellung von Diensten erhalten Sie unter den folgenden URLs.
| • | Ausführliche Sicherheitsinformationen zu Microsoft Windows Server 2003 finden Sie im Dokument "Windows Server 2003 Security Center": http://www.microsoft.com/technet/security/prodtech/WindowsServer2003.mspx |
| • | Informationen zur Microsoft ISA-Serverfirewall und Webproxyprodukten finden Sie unter: http://www.microsoft.com/isaserver/ |
| • | Ein kostenloser E-Mail-Benachrichtigungsdienst, über den Microsoft Informationen zur Sicherheit von Microsoft-Produkten an Abonnenten sendet, steht Ihnen auf der Sicherheitsbenachrichtigungsdienst-Website von Microsoft zu Verfügung: /germany/technet/datenbank/articles/430926.mspx |
| • | Die Sicherheitsressourcen des SANS-Instituts (SysAdmin, Audit, Network and Security) stehen Ihnen unter folgender Adresse zur Verfügung: http://www.sans.org |
| • | Die CERT-Organisation (Computer Emergency Response Team) erfasst und veröffentlicht Sicherheitswarnungen und stellt unter der folgenden Adresse ein Center für Sicherheitsinformationen bereit: http://www.cert.org |