Leitfaden - Sicherung und Wiederherstellung

Sicherungs- und Wiederherstellungsdienste

Aktualisiert: 10. Mrz 2004
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ModulübersichtModulübersicht
ZielsetzungZielsetzung
BetrifftBetrifft
Der Nutzen dieses ModulsDer Nutzen dieses Moduls
Geschäftliche NotwendigkeitGeschäftliche Notwendigkeit
Sicherungs- und Wiederherstellungslösungen für Windows-UmgebungenSicherungs- und Wiederherstellungslösungen für Windows-Umgebungen
Einschätzen Ihrer SituationEinschätzen Ihrer Situation
SicherungsentwurfSicherungsentwurf
NotfallvermeidungsplanNotfallvermeidungsplan
NotfallwiederherstellungsplanNotfallwiederherstellungsplan
Empfohlene Vorgehensweisen für die Entwicklung einer SicherungslösungEmpfohlene Vorgehensweisen für die Entwicklung einer Sicherungslösung
ZusammenfassungZusammenfassung

Modulübersicht

In diesem Modul wird die Wichtigkeit der Sicherungs- und Wiederherstellungsdienste in Microsoft Windows-Umgebungen beschrieben. Eine verlässliche Sicherungs- und Wiederherstellungslösung muss detailiert entworfen und geplant werden. Dieses Modul bietet eine Übersicht der Voraussetzungen für den Entwurf und die Implementierung einer effektiven Sicherungs- und Wiederherstellungslösung. Dazu gehören Pläne zur Vermeidung von Notfällen und solche zur Wiederherstellung nach Notfällen.

Zielsetzung

Themenbereiche:

Darlegen der geschäftlichen Notwendigkeit für Sicherungs- und Wiederherstellungsdienste.

Einschätzen der aktuellen Unternehmenssituation.

Darlegen des erforderlichen Umfangs eines Notfallvermeidungsplans.

Darlegen des erforderlichen Umfangs eines Notfallwiederherstellungsplans.

Betrifft

Die Informationen in diesem Modul gelten für folgende Produkte und Technologien:

Microsoft Windows 2000

Microsoft Windows Server 2003

Der Nutzen dieses Moduls

In diesem Modul erhalten Sie Informationen zu Sicherungs- und Wiederherstellungsdiensten für Windows-Plattformen.

Empfehlungen für eine erfolgreiche Arbeit mit diesem Modul:

Lesen Sie das Modul "Konfigurieren der Sicherungs- und Wiederherstellungsdienste" in diesem Leitfaden. In diesem Modul werden die verfügbaren Sicherungs- und Wiederherstellungstechnologien ausführlich erläutert.

Lesen Sie das Modul "Entwurf der Sicherungs- und Wiederherstellungsdienste" in diesem Leitfaden. In diesem Modul wird der Entwurf von Sicherungs- und Wiederherstellungsdiensten für eine Unternehmensumgebung erläutert.

Verwenden Sie die begleitenden Verfahrenshinweise. Dazu gehören:

"Sichern und Wiederherstellen von Windows 2000-Datenzentren"

"Erweiterte Konfiguration von Sicherungs- und Wiederherstellungsdiensten für Windows 2000-Datenzentren"

Geschäftliche Notwendigkeit

Unternehmensanwendungen können große Mengen elektronischer Daten erzeugen. Somit wachsen auch die Anforderungen an die Datensicherung zunehmend. Unternehmen müssen ihre Daten auf die effektivste Weise schützen, ohne die Dienste, die von ihren Datenzentren zur Verfügung gestellt werden, zu beeinträchtigen. Zudem bringen Datenaufbewahrung und -archivierung sowie der Schutz wichtiger Daten neue Herausforderungen in der Datensicherung mit sich, da die Funktionalität herkömmlicher Sicherungs- und Wiederherstellungstechnologien häufig unzureichend ist. Aufgrund der zunehmenden geografischen Verteilung von Datenzentren und des Bedarfs nach ununterbrochener Verfügbarkeit von Anwendungen, die durch die Sicherung von Daten möglichst wenig beeinträchtigt werden sollte, wird der Schutz von Daten ein immer wichtigeres Thema.

Die Abhängigkeit eines Unternehmens von einer ständigen Datenverfügbarkeit erfordert den Schutz wichtiger Daten durch regelmäßige Sicherungen. Diese scheinbar unvereinbaren Anforderungen stellen eine große Herausforderung für die IT-Abteilungen von Unternehmen dar. Die Geschwindigkeit der Datensicherung muss erhöht und es muss gleichzeitig sichergestellt werden, dass die Verfügbarkeit der von den Datenzentren bereitgestellten Dienste durch den Sicherungsvorgang nicht eingeschränkt wird. Ebenso wichtig ist die Notwendigkeit einer schnellen und effizienten Datenwiederherstellung.

Beim Entwurf von Sicherungs- und Wiederherstellungslösungen müssen sowohl geschäftliche Anforderungen als auch die Umgebung für den Systembetrieb berücksichtigt werden. Die eingesetzten Sicherungs- und Wiederherstellungslösungen müssen steuerbar und zuverlässig sein. Zudem müssen die Daten so schnell wie möglich verarbeitet werden können.

Die Datenverwaltung stellt unter anderem folgende Anforderungen an Unternehmen:

Sicherstellen einer Dienstverfügbarkeit von 99,999 Prozent.

Verwalten wachsender Datenmengen.

Eine Verwaltung der Speicherinfrastruktur, durch die eine den SLA-Vorgaben (Service Level Agreement, Vereinbarung über die Bereitstellung von Diensten) entsprechende Dienstqualität (QoS - Quality of Service) erreicht wird, und gleichzeitig Komplexität und Verwaltungskosten reduziert werden.

Integrieren der Speicher- und Datenverwaltungsaufgaben in die Anwendungen.

Minimieren bzw. Eliminieren der Zeiten, in denen Datensicherungen den Systembetrieb beeinträchtigen.

Unterstützen von IT-Systemen, die nicht mit den neuesten Technologien kompatibel sind.

Verteilte Technologien bedeuten eine Dezentralisierung von Administration und Verwaltung und verursachen somit höhere Kosten.

Beurteilen der Wichtigkeit von Daten, so dass für jeden Datentyp eine geeignete Strategie angewendet werden kann.

Sicherungs- und Wiederherstellungslösungen für Windows-Umgebungen

Das Sichern von Windows-Umgebungen ist unerlässlich für den Schutz von Daten und die schnelle Wiederherstellung der Umgebung im Falle eines Datenverlustes.

Ein Datenverlust kann folgenden Ursachen haben:

Fehler im Festplattensubsystem

Stromausfall (und in Folge dessen Beschädigung von Daten)

Fehler der Systemsoftware

Versehentliches oder böswilliges Löschen oder Ändern von Daten

Viren

Naturkatastrophen (zum Beispiel Feuer, Flutwellen, Erdbeben und so weiter)

Diebstahl oder Sabotage

Ein Unternehmen muss in der Lage sein, Ausfälle oder Notfälle schnell abfangen zu können, und zwar unabhängig davon, ob ein einfacher Komponentenfehler vorliegt oder eine Site vollständig zerstört wurde. Beim Entwurf einer Sicherungs- und Wiederherstellungsarchitektur sollten Sie daher alle in Frage kommenden Fehlerursachen berücksichtigen. Die von Ihnen gewählte Architektur muss sich auf umfassend definierte Vorgaben für die Systemverfügbarkeit stützen und Inhalte und Konfiguration aller Server berücksichtigen.

Einschätzen Ihrer Situation

Berücksichtigen Sie bei der Integration von Betriebssystemen und Anwendungen in eine Windows-Umgebung folgende Fragen:

Welche Fehlerszenarien sind möglich?

Welche Daten sind von entscheidender Wichtigkeit, und wo befinden sich diese Daten?

Wie oft müssen Sicherungen durchgeführt werden?

Wann sollten vollständige Sicherungen durchgeführt werden? Wann reichen inkrementelle oder differenzielle Sicherungen aus?

Welche Sicherungsmedien werden verwendet (Bandkassetten, magnetische oder magnetooptische Datenträger)?

Werden Sicherungen online oder offline durchgeführt?

Werden Sicherungen manuell oder automatisch anhand eines Zeitplans gestartet?

Wie wird die Gültigkeit einer Sicherung geprüft?

Wo werden Sicherungen gelagert (vor Ort, außerhalb oder beides)?

Sicherungsentwurf

Eine gute Sicherungs- und Wiederherstellungsarchitektur sollte einen Notfallvermeidungsplan, Tools für die Wiederherstellung nach Not- oder Ausfällen und ausführliche Verfahrensweisen sowie Standards für die Durchführung der Wiederherstellung beinhalten. Durch die Architektur sollte für jeden Bereich klar definiert sein, welche Personen, Verfahren und Technologien für die erfolgreiche Implementierung notwendig sind.

Notfallvermeidungsplan

In einem Notfallvermeidungsplan müssen Ereignisse vorhergesehen werden, die den Betrieb des Systems beeinträchtigen können. Weiterhin muss die Reaktion auf solche Ereignisse festgelegt werden. Zu den Ereignissen, die Internetdienste unterbrechen können, gehören beispielsweise Internetverbindungsprobleme, fehlerhafte Komponenten, die nicht ohne weiteres ausgetauscht werden können, oder komplexere Softwareprobleme.

Bestandteile eines erfolgreichen Notfallvermeidungsplans sind unter anderem geografische Redundanz und die Lagerung von Sicherungsbändern außerhalb des Datenzentrums. Redundante, geografisch entfernte Datenzentren sind ein gutes Mittel, um bei einer regional begrenzten Katastrophe weiterhin die Dienstverfügbarkeit aufrechtzuerhalten. Durch die Aufbewahrung von Sicherungsmedien außerhalb der Datenzentren wird vermieden, dass im Katastrophenfall Sicherungsmedien und Hardware gleichzeitig verloren gehen. Wichtige Daten können in mehreren Einrichtungen außerhalb des Datenzentrums gelagert werden. Die Lagerung der Sicherungsmedien außerhalb der Datenzentren muss keine hohen Zusatzkosten für Sicherung und Wiederherstellung nach sich ziehen, da viele Unternehmen zusätzlich zur Lagerung eine Abholung und Lieferung der Sicherungsmedien bei Bedarf anbieten.

Ein Notfallvermeidungsplan muss die Leistungs- und Verfügbarkeitsanforderungen an die jeweilige Anwendung berücksichtigen. Bei Diensten, die eine ganz bestimmte Region versorgen, ist die Einbeziehung eines zweiten, entfernten Datenzentrums in die Planung möglicherweise nicht sinnvoll.

Notfallwiederherstellungsplan

Ein Notfallwiederherstellungsplan dient einem Unternehmen zur Vorbereitung auf unvermeidbare Not- oder Ausfälle. Bei der Entwicklung des Plans sollte Folgendes berücksichtigt werden:

Kann der Geschäftsbetrieb während des Not- oder Ausfalls weitergeführt werden? Ein Notfallwiederherstellungsplan sollte Verfahrensweisen zur Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs bei Not- oder Ausfällen (zum Beispiel einem Netzwerkausfall) beinhalten. Beispielsweise sind die Mitarbeiter einer Verkaufsabteilung bei einem Serverausfall meist noch telefonisch erreichbar und können Aufträge manuell entgegennehmen, bis der Server wieder funktionsfähig ist. Jede Abteilung sollte Strategien für solche Situationen entwickeln.

Wie wird der Notfallwiederherstellungsplan erstellt und aufrechterhalten? Ein erfolgreicher Notfallwiederherstellungsplan muss angemessen verwaltet und aktualisiert werden. Hier empfiehlt es sich, einem oder mehreren Mitgliedern der Organisation die Zuständigkeit für die Überwachung der Notfallvorbereitungen zu übertragen. Eine oder mehrere Personen müssen Geräte zum Schutz der Hardware installieren und warten, sicherstellen, dass alle Abteilungen einen Plan für Serverausfälle entwickeln, gewährleisten, dass Sicherungen durchgeführt und regelmäßige Rotationspläne eingehalten werden und eine umfassende Dokumentation zum Notfallwiederherstellungsplan erarbeiten.

Empfohlene Vorgehensweisen für die Entwicklung einer Sicherungslösung

Bei der Entwicklung einer Sicherungslösung müssen Sie:

Geeignete Personen und Ressourcen in die Entwicklungs- und Testphase von Sicherungs- und Wiederherstellungsstrategien mit einbeziehen.

Ein Organisationsdiagramm zum Datenschutz erstellen, das die Verantwortungsbereiche und Kontaktinformationen der beteiligten Personen enthält.

Zu Beginn eine vollständige Sicherung jedes zu schützenden Datenträgers durchführen.

Den Systemstatus jedes Servers sichern und gewährleisten, dass auf jedem Domänencontroller der Verzeichnisdienst Microsoft Active Directory ausgeführt wird.

Sicherungsberichte erstellen und prüfen, um zu gewährleisten, das alle Dateien ordnungsgemäß gesichert werden.

Auch bei einem fehlerfreien Betrieb regelmäßig Wiederherstellungen durchführen, um sicherzustellen, dass alle Dateien ordnungsgemäß gesichert werden.

Gewährleisten, dass Sicherungsmedien, -systeme und -server umfassend geschützt sind, um Eindringlingen und betriebsfremden Personen die Wiederherstellung gesicherter Daten auf Ihrem Server unmöglich zu machen.

Einen Plan zur Prüfung der Notfallwiederherstellungsmaßnahmen entwickeln und implementieren, um die Integrität der Sicherungsdaten zu gewährleisten.

Zusammenfassung

Eine Organisation muss in der Lage sein, Notfälle schnell abfangen zu können, und zwar unabhängig davon, ob ein einfacher Komponentenfehler vorliegt oder eine Site vollständig zerstört wurde. Bei geeigneter Planung ermöglichen es Sicherungs- und Wiederherstellungsdienste einer Organisation, die Auswirkungen eines Notfalls schnell zu beheben.

Sicherungs- und Wiederherstellungspläne sollten eine Einschätzung der aktuellen geschäftlichen Anforderungen beinhalten, um Administratoren die Umsetzung einer geeigneten Lösung zu ermöglichen, die auch ein zukünftiges Wachstum berücksichtigt. Notfallvermeidungspläne sollten so gestaltet sein, dass mögliche Notfälle vermieden und abgewendet werden können, Notfallwiederherstellungspläne definieren die Vorgehensweisen bei unvermeidbaren Notfällen.

In diesem Modul wird die Notwendigkeit von Sicherungs- und Wiederherstellungsplänen erläutert und ein Überblick über deren Aufbau und Umfang gegeben.


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